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Geschlechtshormone – Funktion und Bedeutung 06:21 min

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Transkript Geschlechtshormone – Funktion und Bedeutung

Hallo. Wie Du ja sicher weißt, haben alle Säugetiere weibliche und männliche Individuen, die unterschiedlich aussehen. Genauso gibt es beim Menschen Männer und Frauen, die sich von ihrem Äußeren her unterscheiden. Aber hast Du Dich schon mal gefragt, warum das eigentlich so ist?

Das ist zum einen schon auf Unterschiede in der Erbsubstanz zurückzuführen. Zum Anderen spielt aber auch die Steuerung durch Hormone bei der Geschlechtsentwicklung eine Rolle. Wie das mit der Erbsubstanz und den Hormonen bei der Ausbildung der Geschlechter genau aussieht, lernst du in diesem Video. Schau es dir einfach an!

Chromosomales Geschlecht

Auf der Ebene der Erbsubstanz, also der Chromosomen, wird schon bei der Befruchtung festgelegt, ob es sich bei einem heranwachsenden Kind um einen Jungen oder ein Mädchen handelt.

Der Großteil der Chromosomen ist bei Jungen und Mädchen gleich: 44 Chromosomen, nämlich 22 Chromosomenpaare findet man bei beiden Geschlechtern. Diese Chromosomen nennt man auch Autosomen.

Zwei zusätzliche Chromosomen, die Geschlechtschromosomen, bestimmen das Geschlecht. Bei Mädchen sind die Geschlechtschromosomen zwei X-Chromosomen; Jungen haben nur ein X-Chromosom und zudem noch ein Y-Chromosom. Durch diesen minimalen Unterschied wird das Geschlecht eines Kindes festgelegt. Während der Kindesentwicklung im Mutterleib werden dann die Geschlechtsorgane gebildet.

Geschlechtsausbildung - SRY-Region

Aber was passiert nun genau bei der Geschlechtsentwicklung eines Kindes im Mutterleib? Dazu musst du wissen, dass auf dem Y-Chromosom ein Bereich für die Entwicklung des männlichen Geschlechts zuständig ist. Dieser Bereich heißt auch SRY-Gen.

Das kannst Du Dir leicht merken: SRY steht nämlich für sex determinating region of Y, was soviel heißt wie geschlechtsbestimmende Region auf dem Y-Chromosom. Hier liegt die codierung für ein Protein, welches verhindert, dass sich weibliche Geschlechtshormone ausbilden.

Die Erbanlagen für weibliche Geschlechtsorgane liegen auf dem X-Chromosom. Das erklärt, warum Jungen trotz des einen X-Chromosoms, das sie ja auch besitzen, keine weiblichen Geschlechtsorgane haben. Mädchen besitzen nur X-Chromosomen und bilden daher weibliche Geschlechtorgane aus.

Männliche Geschlechtshormone

Im Mutterleib und in späteren Leben spielen Geschlechtshormone eine wichtige Rolle. Es gibt männliche und weibliche Geschlechtshormone. Diese werden in den männlichen Hoden oder den weiblichen Eierstöcken gebildet. Für die Produktion und Ausschüttung der Hormone sind bestimmte Zellen zuständig.

Bei Männern bilden die sogenannten Leydig-Zellen der Hoden das Testosteron. Testosteron führt zum Beispiel in der Pubertät zum Wachstum der Hoden oder zur Bildung der männlichen Körperbehaarung. Und es ist dafür zuständig, dass männliche Keimzellen, die Spermien, gebildet werden. Testosteron kann also eine Menge im männlichen Körper bewirken.

Weinliche Geschlechtshormone

Bei der Entwicklung der weiblichen Geschlechtsorgane haben Östrogene, wie zum Beispiel das Östradiol, eine wichtige Rolle. Sie werden hauptsächlich in den Eierstöcken produziert.

In der körperlichen Entwicklung eines Mädchens bzw. einer Frau und bei der Regulation des weiblichen Zyklus ist neben Östradiol auch noch das Progesteron von Bedeutung. Beide Hormone regulieren die Reifung einer weiblichen Keimzelle, der Eizelle, und den Aufbau und die Abstoßung der Uterusschleimhaut.

Steuerung durch Hypophyse und Hypothalamus

Die Freisetzung der männlichen und weiblichen Geschlechtshormone wird beim Menschen durch den Hypothalamus und die Hypophyse kontrolliert. Beides sind Teile des Gehirns.

Der Hypothalamus setzt das Gonadotropin-Releasing-Hormon, das GnRH, frei. Damit reguliert der Hypothalamus die Ausschüttung von Hormonen der Hypophyse, genauer gesagt des Hypophysenvorderlappens. Zu den Hypophysenhormonen gehören das follikelstimulierende Hormon FSH und das luteinisierunde Hormon LH. FSH und LH wirken auf die Keimzellen bei Mann und Frau und regeln so die Produktion und Reifung von Eizelle und Spermien.

Sowohl die männlichen als auch die weiblichen Geschlechtshormone kontrollieren ihre eigene Produktion. Das machen sie, indem sie negativ rückkoppelnd auf den Hypothalamus wirken. Dieser bildet dann kein GnRH mehr und der Hypophysenvorderlappen bildet darauf hin keine FSH und keine LH mehr. Die Keimdrüsen werden so also nicht mehr zur Abgabe der Geschlechtshormone bewegt.

Zusammenfassung

Jetzt hast du kennengelernt, warum es beim Menschen weibliche und männliche Individuen gibt. Wie Du gesehen hast, sind dafür zunächst die Geschlechtschromosomen verantwortlich. Später bei der Bildung der Keimzellen sind die Geschlechtshormone wichtig.

Für den Mann sind es die Testosterone aus den Leydig-Zellen des Hoden, bei der Frau sind es Östrogene, die hauptsächlich in den Eierstöcken produziert werden. Jetzt weißt Du nicht nur, dass es unterschiedliche Geschlechter gibt, sondern auch wie sich diese entwickeln. Bis zum nächsten Mal, Tschüss!

4 Kommentare
  1. Hallo Gerold,
    ja, du hast recht mit deiner Annahme. Östrogene werden bei Frauen auch in der Plazenta und in der Nebennierenrinde produziert. Auch der männliche Körper produziert geringe Mengen von Östrogenen- das findet in den Hoden statt. :)
    LG

    Von Serpil Kilic, vor mehr als 4 Jahren
  2. Schönes Video!
    Eine Frage habe ich noch:
    In dem Video wird gesagt, dass Östrogene hauptsächlich in den Eierstöcken produziert werden. Hauptsächlich bedeutet ja immer, dass (in diesem Fall) Östrogene noch wo anders produziert werden. Nehme ich das richtig an, und wenn ja, wo werden noch Östrogene produziert?

    Von Benni.Rie, vor mehr als 4 Jahren
  3. Hallo Marilen,

    das Video bezieht sich ja auf Inhalte der gymnasialen Oberstufe. Für dich in der 6. Klasse ist das Thema also noch gar nicht relevant :)
    Vielleicht belegst du später aber mal einen Leistungskurs in Biologie oder entwickelst ein tieferes Interesse für das Fach, dann wirst du sicher froh sein, dass auch solche Videos existieren. Liebe Grüße :)

    Von Marcel Schenke, vor mehr als 6 Jahren
  4. Hallo,
    ich bin in der 6.Klasse.
    Wieso muss man das können?
    Ich möchte kein Biologie oder so studieren.
    Also wieso muss man sowas können ?

    Von Deleted User 57855, vor mehr als 6 Jahren

Geschlechtshormone – Funktion und Bedeutung Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Geschlechtshormone – Funktion und Bedeutung kannst du es wiederholen und üben.

  • Erkläre, wie die unterschiedlichen Geschlechter beim Menschen zustande kommen.

    Tipps

    Überlege, welche Chromosomen des menschlichen Chromosomensatzes das Geschlecht bestimmen.

    Männer tragen als Geschlechtschromosomen ein X-Chromosom und ein Y-Chromosom.

    Lösung

    Die Ausbildung der Geschlechtsmerkmale bei Individuen wird als Geschlechtsbestimmung bezeichnet. Man unterscheidet dabei die genotypische Geschlechtsbestimmung und die modifikatorische bzw. phänotypische Geschlechtsbestimmung, welche durch Umweltfaktoren oder physiologische Bedingungen des Individuums verursacht werden. Zu Letzteren zählt auch die hormonelle Steuerung der Geschlechtsmerkmale.

  • Beschrifte alle dargestellten Hormondrüsen.

    Tipps

    Recherchiere, falls notwendig, die Lage der Hormondrüsen in deinem Biologiebuch oder im Internet.

    Lösung

    Hypothalamus und Hypophyse bilden ein übergeordnetes Zentrum des Hormonsystems im Gehirn. Ihre Hormone bedingen die Bildung anderer Hormone. Die Schilddrüse bildet das Hormon Thyroxin, welches das Wachstum und den Stoffwechsel reguliert. In den Langerhans'schen Inseln der Bauchspeicheldrüse werden die Stoffwechselhormone Insulin und Glucagon gebildet. Sie sind Gegenspieler und regulieren den Blutzuckerspiegel. Männer produzieren in den Hoden Testosteron, Frauen in den Eierstöcken Östrogene.

  • Ordne die Hormone den Hormondrüsen zu, in denen sie hauptsächlich gebildet werden.

    Tipps

    Während Hypophyse und Hypothalamus in jedem menschlichen Gehirn vorkommen, findet man Hoden nur bei Männern und Eierstöcke nur bei Frauen.

    Lösung

    Der Hypothalamus und die Hypophyse bilden ein übergeordnetes Zentrum im Gehirn. Ihre Aktivität steuert den Hormonhaushalt im menschlichen Körper. Das FSH (Follikel-stimulierendes Hormon) der Hypophyse regt die Follikelreifung im Eierstock der Frau an. Dieser Follikel produziert im Eierstock dann das Östrogen, welches der Regulation der Eizellreifung dient. Beim Mann bedingt das Testosteron der Hoden, dass Spermien gebildet werden.

  • Begründe die Symptome des KLINEFELTER-Syndroms.

    Tipps

    Beachte die Geschlechtschromosomen bei einem Betroffenen. Welche Symptome könnten zwei X- und ein Y-Chromosom auslösen?

    Lösung

    Betroffene des KLINEFELTER-Syndroms sind immer Männer (Das SRY-Gen auf dem Y-Chromosom bewirkt die Ausbildung des männlichen Geschlechts.) Durch die Chromosomenmutation verzögert sich allerdings die Entwicklung vom Jungen zum Mann während der Pubertät. Die typischen Merkmale wie der Bartwuchs und das Wachstum der Schulterpartie kommen nicht zustande. Männer mit KLINEFELTER-Syndrom haben oft eine eher weibliche Figur, eine hohe Stimme und einen Brustansatz. Da die Hoden unterentwickelt sind, werden Spermienzellen nicht gebildet. Eine medikamentöse Behandlung mit männlichen Geschlechtshormonen mildert die Symptome.

  • Nenne die Hauptfunktion der jeweiligen Hormone.

    Tipps

    Unter Freisetzungshormonen versteht man jene Hormone, welche die Bildung anderer Hormone bedingen.

    Stoffwechselhormone haben u.a. die Funktion, aufgenommene Stoffe im Körper auf einem konstanten Niveau zu halten. Ein Beispiel dafür ist die Regulation des Blutzuckerspiegels.

    Lösung

    Der Hypothalamus und die Hypophyse habe eine übergeordnete Funktion im Hormonsystem des Menschen. Sie bewirken durch die Ausschüttung von Hormonen die Freisetzung anderer Hormone in verschiedenen Drüsen des menschlichen Körpers. Solche Hormone heißen Freisetzungshormone. Dazu gehören das LH, FSH und GnRH. Glucagon und Insulin sind Stoffwechselhormone und Gegenspieler bei der Regulation des Blutzuckerspiegels. Testosteron, Progesteron und die Östrogene sind Geschlechtshormone, welche die Fruchtbarkeit von Mann und Frau bedingen.

  • Erkläre die Bedeutung der Hormone bei der Metamorphose der Frösche.

    Tipps

    Welche Hormone werden in der Schilddrüse und im Hypophysenvorderlappen gebildet?

    Überlege, welche Funktionen diese Hormone besitzen.

    Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass die Hormone der Katze und der Maus auch bei Fröschen wirken.

    Lösung

    Das Schilddrüsenhormon Thyroxin fördert das Einsetzen der Metamorphose. Seine Wirkung dominiert über die Wirkung der Hormone der Wachstumsförderung. Bei der Entfernung der Schilddrüse bleibt die Metamorphose deshalb aus. Das Hormon aus dem Hypophyenvorderlappen (Somatotropin) verhindert die Metamorphose und fördert das Wachstum. Der Versuch kann zusätzlich zeigen, dass Hormone bei allen Wirbeltieren gleich wirken. Sie sind demnach nicht artspezifisch. Im Körper haben sie eine bestimmte Wirkung, sie sind also wirkspezifisch.