Pommes der Pinguin hält einen großen gelben Stern in den Händen
Pommes der Pinguin hält einen großen gelben Stern in den Händen
30 Tage kostenlos testen
30 Tage kostenlos testen
Über 1,6 Millionen Schüler*innen nutzen sofatutor Über 1,6 Millionen Schüler*innen nutzen sofatutor
Lernpakete anzeigen
Lernpakete anzeigen
Lernpakete anzeigen

Metrik und Stilmittel

Metrik und Stilmittel snd wichtige Elemente, um Dichtung künstlerisch auszugestalten.

Inhaltsverzeichnis zum Thema

Was ist Metrik?

Metrik oder Verslehre ist, wie der Name schon sagt, die Lehre der Verse, d.h., die bestimmte Abfolge von langen und kurzen lateinischen Silben, die einen Sprechrhythmus erzeugt.

Die kleinste Einheit von Hebung (betonte Silbe) und Senkung (unbetonte Silbe) heißt Versfuß. Du schreibst einen Strich für eine lange Silbe und setzt ein Zeichen, das ähnlich aussieht wie ein "u" für eine kurze Silbe. Hier gibt es verschiedene Kombinationsmöglichkeiten:

  • Trochäus Metrik_Trochäus_lk.jpg
  • Iambus Metrik_Iambus_kl.jpg
  • Daktylus Metrik_Daktylus_lkk.jpg
  • Anapäst Metrik_Anapäst_kkl.jpg

Verschiedene Arten von Dichtung wurden traditionellerweise in unterschiedlichen Versmaßen geschrieben. Epen, z.B. die Aeneis von Vergil ist im daktylischen Hexameter geschrieben. Ein Vers besteht also aus sechs (Hexameter von grch. hexa = 6) Daktylen:

Arma virumque cano, Troiae qui primus ab oris... (Ich besinge die Waffentaten und den Mann, der zunächst von Trojas Küsten...)

Schwerter.jpg

So lautet der erste Vers der Aeneis. Die fettgedruckten Silben in diesem Vers werden hierbei betont.

Zwei Kürzen können immer durch eine Länge ersetzt werden. Das sehen wir in dem Vers z.B. im dritten Versfuß: cano Troiae, der aus den zwei langen Silben "o" und "Tro" besteht. Ein Versfuß, der aus zwei langen Silben besteht, nennt man Spondeus.

Die Betonung einer Silbe nennt sich Iktus, das rhythmische Lesen gemäß des Versmaßes heißt in der lateinischen Sprache skandieren. Der Iktus kann nur auf einer langen Silbe liegen.

Um also ein lateinisches Versmaß richtig lesen zu können, musst du die Verse zunächst nach Längen und Kürzen analysieren. Dabei gibt es sogenannte natürliche Längen, d.h. Silben, die natürlicherweise lang gesprochen werden wie z.B. Ablativendungen. Dann gibt es noch Positionslängen, d.h. Vokale, die eigentlich kurz gesprochen werden, aber weil auf sie zwei Konsonanten folgen, als lang gelten.

Das klingt ein bisschen komplizierter als es ist, denn mit ein bisschen Übung wirst du feststellen, dass du ein gutes Rhythmusgefühl für die verschiedenen Versmaße entwickeln wirst.

Metrik

Was sind Stilmittel?

Stilmittel sind sprachliche Mittel, die ein Schriftsteller oder Redner anwendet, um seinem Text einen kunstvollen Charakter zu verleihen. Stilmittel dienen dazu, den Text für das Publikum interessanter, einprägsamer, überzeugender oder auch einfach witziger zu machen.

Latein_jubeln.jpg

Man unterscheidet zwischen Tropen und Figuren. Unter einem Tropus versteht man einen Ausdruck, der für einen anderen steht, also nicht in der eigentlichen Verwendung gebraucht wird. z.B. arma (Waffen) für bellum (Krieg).

Der Begriff Figur ist weniger streng festgelegt. Er umfasst jegliches sprachliche Mittel, das den Text künstlerisch ausgestaltet.

Die wichtigsten Stilmittel

Tropen

  • Metapher (verkürzter Vergleich): Leo fuit (Er war [stark wie] ein Löwe)
  • Personifikation (Dinge fühlen oder handeln wie Personen): Cor mihi dixit (Mein Herz sagte mir) Herz.jpg
  • Litotes (doppelte Verneinung): Non infirmi eramus (Wir waren nicht unstark)
  • Hyperbel (starke Übertreibung): Cutis nive candidior (Haut weißer als Schnee)

Figuren

  • Asyndeton (Worte oder Satzteile werden nur durch ein Komma, nicht durch Konjunktionen verbunden): Veni, vidi, vici (ich kam, ich sah, ich siegte)
  • Polysyndeton (Wörter oder Satzteile werden durch Konjunktionen verbunden): homines et bestiae et flores (Menschen und Tiere und Pflanzen)
  • Alliteration (Worte beginnen mit dem gleichen Anfangsbuchstaben): Veni, vidi, vici (ich kam, ich sah, ich siegte)
  • Anapher/ Epipher (Dasselbe Wort wird am Vers-/ Satzanfang bzw Vers-/ Satzende wiederholt): Nihil vidi, nihil feci (Nichts sah ich, nichts tat ich)
  • Chiasmus (Wortstellung über Kreuz): Vidi nihil, nihil feci (Gesehen habe ich nichts, nichts habe ich getan)
  • Parallelismus (Parallele Satzstellung): calidus est amor, frigidus est nix (Heiß ist die Liebe, kalt ist der Schnee)
  • die Klimax (Steigerung, meist in drei Schritten) Veni, vidi, vici (ich kam, ich sah, ich siegte)

Wie du siehst, kann ein einziger Satz oder Vers mehrere Stilmittel enthalten, um ihn inhaltlich und klanglich ansprechend zu gestalten.

Jetzt hast du hoffentlich einen guten Überblick über Metrik und Stilmittel erhalten. Viel Spaß beim Üben!