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Transkript Metrik – Hexameter

Hallo! Und auf Latein: Salvete discipuli discipulaeque. Hier ist wieder eure Pia. In diesem Video möchte ich euch den Hexameter erklären. Dazu solltest du bereits die Regeln des Skandierens kennen. Der Hexameter ist einer der am meisten verwendeten Rhythmen in der lateinischen Dichtung. Weitere sind z.B. der Pentameter und der Hendekasyllabus. Die Rhythmen legen fest, welche Silben du in einem Vers lang oder kurz und betont oder unbetont vorlesen musst.Hexameter ist also ein Name für ein lateinisches Versmaß. Jeder Vers in einem lyrischen Text ist dann ein eigener Hexameter. Der Versfuß bzw. das Metrum im Hexameter ist der Daktylus. Ein Versfuß oder ein Metrum im Lateinischen ist nichts anderes als ein Jambus, Daktylus, Anapest oder Trochäus in der deutschen Lyrik. Der Daktylus besteht immer aus drei Silben, einer langen und zwei kurzen Silben. Die Bezeichnung Daktylus kommt von "Finger", weil auch der Finger aus einem langen Glied und 2 kurzen Gliedern besteht. Der Hexameter besteht - wie hex / 6 - schon ankündigt, aus 6 Daktylen. Das sieht dann so aus: Die erste Silbe im Versfuß ist immer lang und betont. Die Betonung kennzeichnet man durch einen Schrägstrich. Der letzte Daktylus sieht etwas anders als die übrigen aus; er besteht nur aus 2 Silben. Man bezeichnet ihn als katalektischen Daktylus. Die letzte Silbe im Vers kann kurz oder lang sein; man bezeichnet diese Silbe als syllaba anceps und zeichnet dafür zur Kennzeichnung ein x über die letzte Silbe. Nun gibt es, wie immer im Lateinischen, eine besondere Regelung: Zwei Kürzen können immer durch eine Länge ersetzt werden.Tritt dieser Fall ein, nennt man den Versfuß nicht mehr Daktylus sondern Spondeus. Also könnte ein Hexameter zum Beispiel auch so aussehen. Er könnte aber auch zum Beispiel so aussehen. Allerdings gibt es auch hier wieder eine Ausnahme, die aber eigentlich hilfreich ist. Der 5. Versfuß ist zu fast 100 % immer ein Daktylus. Nun weißt du, wie ein Hexameter in kurze und lange und betonte und unbetonte Silben untergliedert ist. Hinzu kommen sogenannte Zäsuren. Das sind gedankliche Einschnitte, die den Vers durch Atempausen gliedern sollen. Diese Zäsuren liegen immer dann vor, wenn ein Wortende nicht mit einem Versfußende übereinstimmt, also dann, wenn in einem Versfuß ein Wort aufhört, und ein anderes beginnt. Die Zäsur steht dann hinter dem Wortende. Dazu muss noch eine Sache erfüllt sein: Die letzte Silbe des Wortes, welches endet, muss betont sein. Eine Zäsur kennzeichnet man durch einen senkrechten Strich. Nehmen wir ein Beispiel aus Ovids Metamorphosen: Poena metusque aberant nec verba minantia fixo. Im 3. Versfuß endet das Wort aberant, und das Wort nec beginnt. Zusätzlich ist die letzte Silbe des Wortes, welches endet, nämlich aberant, betont. Das heißt zwischen aberant und nec, also hinter aberant, kommt eine Zäsur. Hier nun eine mögliche Vorgehensweise, um einen Hexameter zu erschließen. Nehmen wir ein Beispiel aus Ovids Metamorphosen von Apoll und Daphne: Multi illam petiere illa aversata petentes. Der 1. Schritt heißt: Elisionen und Aphäresen kennzeichnen, so wie es im Video Metrik-Skandieren erklärt wurde. Jetzt kennzeichnet man alle Längen und Kürzen, die zu fast 100 % für den Hexameter feststehen. Hierzu zeichne ich noch einmal das Versmaß auf. Daraus wird ersichtlich: 1. Die erste Silbe ist lang und betont. 2. Die letzte Silbe ist eine sillaba anceps. 3. Die vorletzte Silbe ist lang und betont und 4. Der fünfte Versfuß ist fast immer ein Daktylus, besteht folglich aus einer Länge und zwei Kürzen. Der 3. Schritt heißt nun: Kennzeichne alle Naturlängen und Positionslängen - Ausnahme muta cum liquida und Diphthonge - so, wie du es gelernt hast, mit einem Längungsstrich. Nun musst du dir alle restlichen Längen, Kürzen und Betonungen durch logisches Denken, teilweise auch durch Knobeln, erschließen. Denke dabei immer daran, dass du am Ende 6 Versfüße erhalten musst. Der letzte Schritt heißt: Zäsuren setzen. Die Zäsur ist hier zwischen illam und petiere, weil illam im 2. Versfuß endet, und petiere im 2. Versfuß beginnt, und zusätzlich die letzte Silbe des endenden Wortes, also illam, betont ist. Beim nächsten Mal erkläre ich euch den Pentameter. Vielen Dank fürs Zuschauen, bis zum nächsten Mal. Valete discipuli discipulaeque! Eure Pia.

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2 Kommentare
  1. 1370520972957

    sehr hilfreich, danke :)

    Von Sralm, vor mehr als einem Jahr
  2. Default

    Super Hilfreich :-)

    Von Damla Ö., vor fast 2 Jahren