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Wolfgang Amadeus Mozarts "Die Zauberflöte" 04:16 min

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Transkript Wolfgang Amadeus Mozarts "Die Zauberflöte"

Am 01. Oktober 1791 dominiert ein Thema das Tagesgespräch in der Kaiserstadt Wien. Am Abend davor ist im Theater auf der Wieden die Zauberflöte uraufgeführt worden, eine Oper in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart, Libretto von Emanuel Schikaneder. Der Erfolg der Premiere ist mäßig, die Begeisterung des Publikums steigert sich jedoch mit jeder weiteren Aufführung. Bald darauf wird die Oper in allen wesentlichen Theatern des deutschen Sprachraumes aufgeführt. Wo immer sie gespielt wird, wird sie mit Jubel aufgenommen. Die Idee für die Zauberflöte stammt aus dem März 1791, als der Impresario des Theaters auf der Wieden, Emanuel Schikaneder, Mozart um die Komposition einer neuen Oper ersucht. Sie soll nach dem Märchen "Lulu oder die Zauberflöte" von Christoph Martin Wieland, geschrieben werden. Fantastischer Bühnenzauber in der Tradition des Barock ist zu dieser Zeit sehr populär. Im zu Ende gehenden 18. Jahrhundert ist Schikaneder als Direktor und Schauspieler eine der wesentlichen Persönlichkeiten des Wiener Theaters. Ebenso wie Mozart ist er ein Vertreter des Gedankenguts des Freimaurerbundes, dem beide angehören. Textdichter und Komponist sehen eine willkommene Gelegenheit zur Glorifizierung dieser Ideen. Die allegorische Darstellung des Triumphes der Vernunft und der humanitären Ideale über die dunklen Kräfte des Bösen. Mozart macht sich sofort an die Arbeit. In kurzer Zeit ist der erste Akt fertiggestellt. Ein Teil des zweiten folgt bald darauf. Im Juli ist er aber gezwungen, die Arbeit an der Zauberflöte zu unterbrechen. Der Komponist muss sich mit der Fertigstellung des Requiems befassen, ebenso mit der Arbeit an der Festoper Titus, die für die Krönung Kaiser Leopolds II zum König von Böhmen bestellt ist. Aus Prag zurückgekehrt, beendet Mozart die Komposition der Zauberflöte und die Inszenierung kann beginnen. Schikaneder übernimmt selbst die Rolle des Papageno. Die Musik zur Zauberflöte ist einer der stärksten Ausdrücke der musikalischen Begabung von Mozart. Die komplizierte und vielschichtige Handlung der Oper verlangt zwölf Verwandlungen der Szene. Komische und dramatische Elemente müssen musikalisch ins Gleichgewicht gebracht werden. Die Oper krönt Mozarts Opernschaffen. Die Arien aus der Zauberflöte gehören heute zum festen Repertoire vieler bekannter Sänger. Wolfgang Amadeus Mozart stirbt wenig mehr als zwei Monate nach der Uraufführung im Alter von erst 35 Jahren. Zusammen mit dem Requiem, das unvollendet geblieben ist, wird die Zauberflöte als sein geistiges Testament betrachtet. Trotz seiner Berühmtheit wird der mittellose Komponist in einem Armengrab beigesetzt.