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Klassik

Die Ideale der Aufklärung prägten die Klassik maßgeblich. Ein vernunftorientiertes Bürgertum betrat die Bühne und machte den Vorstellungen von Adel und Klerus zusehend Konkurrenz.

Inhaltsverzeichnis zum Thema

Klassik: Abgrenzung zur Literatur und zeitgeschichtliche Einordnung

Spricht man von Klassik, kann man damit zwei verschiedene Dinge meinen und sich gehörig missverstehen. Sicher kennst du den Begriff Klassik schon, um ganz allgemein die klassische Musik von beispielsweise Pop und Rock abzugrenzen. Wer sich etwas mehr mit klassischer Musik beschäftigt hat, kann damit aber auch speziell die Musik aus der Epoche, die ebenfalls Klassik, oder auch Wiener Klassik, genannt wird, meinen. Die Wiener Klassik ist eine musikalische Epochenbezeichnung, während die Weimarer Klassik sich auf die Literaturepoche bezieht, zu der etwa die Werke von Goethe oder Schiller zählen. Die Stadt Wien ist namensgebend für die Epoche, denn sie war damals das musikalische Zentrum und lockte viele Musiker und Komponisten an. Auch die drei Hauptvertreter der Wiener Klassik, Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven, hatten hier ihre Wirkungsstätte.

Beethoven

Die Klassik reicht von etwa 1730 bis 1830 und löst den prunkvollen Barock ab. Ihr folgt die Epoche der Romantik. Geprägt wurde die Klassik dabei vom Zeitgeist der Aufklärung. Der Mensch und die Vernunft sowie seine eigene Entscheidungskraft standen im Mittelpunkt. Dies löste die Menschen stärker von Gott und den Kirchen und machte sie eigenverantwortlicher. Ein wichtiger Anstoß für das Denken der Menschen war die Französische Revolution, die sich mit den Idealen der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit von der Herrschaft des Adels befreien wollten.

Die Künste in der Klassik

Die politischen und philosophischen Ideen der Klassik prägten auch die Kunst und das Leben der Künstlerinnen und Künstler. Im Vergleich zum Barock ist der Grundklang der Musik eher rational und an die Ideale der Vernunft und Aufklärung angelehnt. Auch die Literatur forderte den Menschen gezielt dazu auf, die Dinge in ihrem Wesen zu erkennen. Die Kunst spiegelt auch durch die Musik teilweise explizit die zeitgeschichtlichen Ideen und Entwicklungen wieder. Die berühmteste Oper von Mozart, „Die Zauberflöte“, verhandelt die Ideale der Vernunft und der Humanität, hier speziell die Ideale des Freimaurerbundes, dem Mozart selbst angehörte.

Wolfgang Amadeus Mozarts "Die Zauberflöte"

Ein zweites Beispiel ist die „Eroica“ von Beethoven. Die Französische Revolution setzte auch in Deutschland Ideen und Hoffnungen frei, Napoleon wurde zur Befreiungsfigur. Als jedoch Napoleon sich selbst zum Kaiser krönte, verarbeitete Beethoven seine Enttäuschung darüber in seiner 3. Sinfonie (auch „Eroica“ genannt), die ursprünglich als Widmung für Napoleon gedacht war. Dass die Menschen dafür kämpften, sich aus der Unterdrückung und Abhängigkeit des Adels und des Klerus zu lösen, führte dazu, dass Kunstschaffende zunehmend die Unterstützung durch Adelige verloren, dafür aber auch im breiteren Bürgertum ein Publikum fanden. Die Klassik war also auch eine Übergangszeit vom Künstler als Hofangestellten zum freischaffenden Künstler für ein sich immer stärker emanzipierendes Bürgertum.

Musik der Klassik: Merkmale und Vertreter

In der Klassik wendete man sich ab von den strengen polyphonen Kompositionsprinzipien des Barock. Homophonie und Polyphonie konnten sich abwechseln. Auch die starke Verzierungskultur des Barock wich einer schlichteren Melodieführung. Das neue Formprinzip, nach dem sich viele instrumentale Kompositionen richteten, war die klassische Sonatenhauptsatzform, die drei bis vier Sätze umfasst. In der Sonatenhauptsatzform werden in einer bestimmten Form und Struktur Motive und Themen aufgestellt, entwickelt und verarbeitet. In der Klassik spielt diese kontrastreiche, motivische Arbeit eine große Rolle. Die Gattung der Oper löste sich vom italienischen Vorbild und es entwickelten sich nationale Stile. Opern wurden also zunehmend auch in der eigenen Landessprache geschrieben und gesungen, was den Zugang und das Verständnis auch für das breitere bürgerliche Publikum erleichterte. Neben den drei bis heute wichtigsten Hauptvertretern Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven zählen auch die Söhne Bachs, Carl Czerny oder Christoph Willibald Gluck, zur Klassik, um nur einige zu nennen.