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Claude Debussy 03:50 min

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Transkript Claude Debussy

Im März 1918 stirbt der Komponist Claude Debussy bei einem deutschen Bombenangriff auf Paris. Seine Bedeutung für die Geschichte der Musik liegt in seinem impressionistischen Kompositionsstil, mit dem er den Schritt von der Tradition des ausgehenden Jahrhunderts zu einer neuen Klangsinnlichkeit schafft. Claude Debussy wird im August des Jahres 1862 in St-Germain-en-Laye, nahe bei Paris, geboren. In bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen, steht ihm nicht jeder beliebige Ausbildungsweg offen. Die besitzergreifende Zuneigung der Mutter formt einen feinfühligen, einzelgängerischen Charakter. Mit neun Jahren beginnt Claude in Cannes Klavier spielen zu lernen. Nach Hause zurückgekehrt, erhält er weiteren Unterricht von Madame Maute de Sivry, einer Schülerin von Frederic Chopin. Sie erkennt sein Talent und ermuntert ihren Schüler, am Pariser Konservatorium weiterzulernen. Claude Debussy erringt Preise, unter anderem 1884 den Prix de Rome und fällt besonders wegen seiner Kompositionen auf. Nach drei Jahren in Rom kehrt er nach Paris zurück und verliebt sich in das Model Gabrielle Dupont. Die Beziehung währt zehn Jahre, bis Debussy Rosalie Texier heiratet. 1890 lernt er den Komponisten Erik Satie kennen, dessen starker Einfluss auf die Moderne auch Debussy erfasst. Saties kompositorisches Konzept mit starken Bezügen zu den zeitgenössischen Kunstströmungen befreit Debussy vom Einfluss der deutschen Romantik und von Richard Wagner. Wichtige Anregungen zu seiner Arbeit erhält Debussy aus der Literatur. Vor allem die gute Bekanntschaft mit Paul Verlaine bringt ihm den französischen Symbolismus nahe. Doch auch aus der Malerei kommen Inspirationen zu seiner Musik. Während Debussy in seinen frühen Werken noch der englischen Romantik nahesteht, bewundert er später Gaugin. Gaugins Beschäftigung mit der polynesischen Kultur weckt auch in Debussy das Interesse an exotischer Kunst. So studiert er die Musik von Java, die er auf der Weltausstellung von 1889 in Paris kennenlernt. 1892 wohnt Debussy der Aufführung des Dramas “Pelléas et Mélisande“ vom späteren Nobelpreisträger der Literatur Maurice Maeterlinck bei. Zu dem Text von Maeterlinck schreibt Debussy eine Oper, die zwar musikhistorisch wichtig, aber nicht an den Erfordernissen der Bühne orientiert ist. Claude Debussys Privatleben zeigt nicht die Kontinuität, die die geltenden moralischen Normen fordern. Er verliebt sich in Emma Bardac, die Mutter eines Schülers und verlässt seine Ehefrau. 1904 heiratet er seine neue Liebe. Emma bringt eine Tochter zur Welt, die Claude Debussy abgöttisch liebt. Das Mysterienspiel “Martyrium des heiligen Sebastian“ und das Ballett “Die Augen“ unter der Choreographie des russischen Ballettstars Nijinsky sind nicht besonders erfolgreich. Über seinen Tod hinaus ist Claude Debussy als musikalischer Revolutionär bedeutsam geblieben. Sein Werk, so schreibt der Komponist Arnold Schönberg, rühmt die Wirklichkeit in der Darstellung eines neuen Hörbildes.