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Die Musik des 20. Jahrhunderts

Die Musik des 20. Jahrhunderts umfasst verschiedene Stilrichtungen, die ihre Gemeinsamkeit vor allem durch ihren modernen Charakter und das Auflösen von musikalischen Konventionen erhalten.

Musik des 20. Jahrhunderts

Die Musik des 20. Jahrhunderts wird auch Neue Musik oder Musik der Moderne genannt. Zwar ist jede Epoche in Bezug auf das Vorherige modern und neu, doch ist die Moderne in der Musik ein für sich feststehender Epochenbegriff und beschreibt alles, was ab dem 20. Jahrhundert in der Musik entstanden ist. Somit grenzt sie sich deutlich von der Romantik des 19. Jahrhunderts ab. Die Komponistinnen und Komponisten haben bewusst mit den bis dahin geltenden Musiktraditionen gebrochen und versucht, revolutionär Neues zu schaffen. Ein entscheidender Bruch ist der Wechsel von der Tonalität in die Atonalität durch Arnold Schönberg um 1908. Die Musik des 20. Jahrhunderts ist nicht durch eine einheitliche Richtung geprägt, sondern durch vielfältige Strömungen wie z. B. den Impressionismus, den Expressionismus, den Neoklassizimus und die Serielle Musik. Neben diesen Entwicklungen in der klassischen Musik ist das 20. Jahrhundert später dann auch die Zeit des Jazz und des Aufstiegs der Popmusik. Die häufig sehr individuellen Kompositionsweisen passen zum pluralistischen Zeitgeist der Moderne.

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Zeitgeschichtlicher Kontext

Das Moderne und Neue des 20. Jahrhunderts reicht weit über die Musik hinaus und umfasst neben anderen Kunstformen auch revolutionäre Ideen und Erfindungen, die die ganze Gesellschaft veränderten. Da wären beispielsweise wissenschaftliche Errungenschaften wie Freuds Psychoanalyse, Einsteins Relativitätstheorie, die Erfindung von Antibiotika, das Entstehen moderner Großstadtmetropolen, die Raumfahrt, die zunehmende Automatisierung und schließlich auch die Digitalisierung, um nur einige zu nennen. Es gab viele Erfindungen, die das Leben leichter und angenehmer machten, auf der anderen Seite jedoch auch ein neues Ausmaß an Gewalt mit sich brachten. Das 20. Jahrhundert ist geprägt vom Imperialismus, zwei Weltkriegen und dem Kalten Krieg.

Musikalische Strömungen im 20. Jahrhundert

Der Übergang von der Romantik in die Moderne erfolgte fließend. Bereits in der Spätromantik wurden Musiktraditionen und herkömmliche Vorstellungen von Tonalität, Form und Struktur aufgebrochen. Durch die gewonnenen kompositorischen Freiheiten entstanden verschiedenste Stile und Strömungen wie der Impressionismus, Expressionismus, Neoklassizismus, nach 1950 außerdem die Serielle Musik, Aleatorik, Elektronische Musik, Postserielle Musik, die Neue Einfachheit und der Folklorismus. Hier erfährst du beispielhaft ein paar dieser neuen Richtungen etwas genauer:

Der Expressionismus (von lat. expressio, zu Deutsch „Ausdruck“) ist in gewisser Weise der Gegenpart zum Impressionismus und beruft sich auf die unmittelbare Seelenregung des Menschen. In diesem Ausdruck des Inneren überschreitet die Musik Grenzen des ästhetisch Schönen. Durch den Wechsel in die Atonalität sind extreme Kontraste und Dissonanzen möglich. Zum Expressionismus gehören auch die Zweite Wiener Schule und die Zwölftonmusik. Wichtige Vertreter sind u. a. Arnold Schönberg und Anton Webern.

Anton Webern

Der Impressionismus (von lat. impressio, zu Deutsch „Eindruck“) versucht, äußeren Eindruck in inneren Ausdruck umzuwandeln, legt also seinen Fokus auf die subjektive Wahrnehmung. Musikalisch wird weniger Wert auf Form und Struktur gelegt als auf das Klangbild. Es soll eine subjektive und intime Stimmung und Atmosphäre transportieren. Wichtigste Vertreter dieser Richtung sind die französischen Komponisten Claude Debussy und Maurice Ravel.

Eine andere abgrenzende Reaktion auf die Spätromantik findet der Neoklassizismus, der sich den alten Formen und Gattungen der Klassik wieder zuwendet und diese neu auslegt und belebt. Diese Strömung wurde besonders durch Igor Strawinsky geprägt.

Igor Stravinsky

Der Folklorismus greift hingegen folkloristische Elemente auf und arbeitet sie in die Musik ein. Béla Bartók gilt als Hauptvertreter des Folklorismus, seine Kompositionen sind stark von ungarischer Volksmusik geprägt.

Musikalische Merkmale

Durch das Aufbrechen des Dur-Moll-Systems gibt es große Veränderungen in der Harmonik. Große Dissonanzen und Spannungen fordern das Gehör heraus, denn sie sprengen den Rahmen der ästhetischen Hörgewohnheiten. An Stelle der herkömmlichen Harmoniegesetze treten neue, zum Beispiel das der Zwölftonmusik. Auch der Einfluss außereuropäischer Musik sorgt für neue Höreindrücke. Ebenso sind die Melodien häufig von unintuitiven und unsanglichen Tonschritten geprägt. Auf der rhythmischen Ebene sind Taktwechsel, rhythmische Verschiebungen und Synkopen auffällig. Häufig gibt es komplexe Polyrhythmen oder auf der anderen Seite durchgehende, maschinenartige Pulse.