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Filmanalyse – filmische Gestaltungsmittel 06:49 min

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Transkript Filmanalyse – filmische Gestaltungsmittel

Hey Leute, ich bins, Tim! Wir schauen uns hier mal an, wie Filmanalyse im Detail aussieht, denn nur mit genauem Hinschauen sehen wir, wie die einzelnen filmischen Gestaltungsmittel zusammenwirken. Gute Unterhaltung! Filme haben eine eigene Sprache, die mit eigenen Werkzeugen untersucht werden kann. Diese Werkzeuge sind bei Filmen sehr umfassend, da hier Bild, Sprache, Ton und Zeit ineinanderfließen wie bei sonst keinem Medium. Um eine Detailanalyse zu machen, die man in die Makroanalyse einfließen lässt, suchen wir uns einzelne Schlüsselsequenzen aus, die wir auf ihre filmsprachliche Struktur untersuchen.

Wenn wir eine besonders wichtige Szene gefunden haben, sehen wir uns die Einstellungsgröße der Szene an. Das ist die Größe des fokussierten Objekts innerhalb des Bildes. Ist die Kamera nah an einem Objekt, entdeckt man als Zuschauer Details, Feinheiten, Emotionen, während wir bei größerer Distanz den Überblick und Gelassenheit behalten.

Beim Film unterscheidet man dabei 7-8 verschiedene Einstellungen, die von Distanz zu Nähe verschiedene Stufen und Funktionen abdecken: - mit der Einstellung “Weit” werden ganze Landschaften gezeigt - die Totale gibt räumliche Orientierung, häufig auch von oben, um uns einen Überblick zu geben - die Halb-Totale zeigt ganze Körper in deren Umgebung. Damit wird die Aufmerksamkeit auf Handlungen und Körpersprache gelenkt. - die Einstellung “Halb-Nah” zeigt Personen von den Knien aufwärts und dient für die Darstellung von Gesprächen und auch um Gestik und Mimik verfolgen zu können - die amerikanische Einstellung, die der halbnahen ähnelt, aber die Personen von der Hüfte aufwärts zeigt, kommt aus den Western-Filmen. Könnt ihr euch denken, für was sie verwendet wird? - die Einstellung “Nah” zeigt Personen von der Brust nach oben und fokussiert damit Gestik und vor allem Mimik - mit der Einstellung “Groß” sieht man die Großaufnahme von z.B. Gesichtern, womit man Intimität herstellt, denn wir können die Gefühle der Person im Gesicht ablesen. - und zuletzt die Detaileinstellung. Durch sie ist der Zuschauer sehr nah an den Objekten dran, was eine starke emotionale Beteiligung, Interesse und dadurch Spannung bewirkt.

Weiterhin kann man fragen: Aus welchem Winkel schaut der Beobachter auf das Geschehen? Wir unterscheiden dabei drei Kameraperspektiven, die eigene Wirkungen entfalten: 1. die Normalsicht, die Objektivität und Realität darstellt 2. die Froschperspektive, die als Untersicht den Zuschauer kleiner macht und dadurch das Objekt bedrohlich und mächtig erscheinen lässt und 3. die Vogelperspektive, bei der der Zuschauer die Übersicht bewahrt und sich überlegen fühlt, im Gegensatz zum Objekt im Bild, das als klein wahrgenommen wird.

Dazu kommt die Bewegung: Im Film können sich sowohl die handelnden Personen als auch die Kamera bewegen. Was sich vor der Kamera bewegt, also Objekte oder Personen, nennt man Handlungsachse, während die Bewegung der Kamera die Kameraachse heißt. Dabei müssen wir uns immer vor Augen halten, dass wir als Zuschauer durch die Kamera blicken und uns deshalb mit ihr identifizieren: Ihr Blick ist unser Blick. Wenn sie schwenkt, drehen wir unseren Kopf, wenn sie fährt, laufen wir mit, beim Zoom sehen wir genauer hin. Habe einen Blick darauf, wie sich Kamera und gefilmtes Objekt zueinander bewegen und welche Wirkung damit erreicht werden will! Ein sehr wichtiger Begriff ist die Mise-en-Scene oder das In-Szene-Setzen. Das ist die Bildkomposition, die wie ein Foto aufgebaut ist: Hier spielen z.B. Perspektive, aber auch Ästhetik eine Rolle: räumliche Anordnung, Lichtverhältnisse, Farben, Formen, Flächen, Tiefe, Schärfe etc.

Hat der Regisseur die Bilder einmal in Szene gesetzt, kann er sie zusammensetzen. Das nennt man die Montage oder Schnittfolge der Bilder, wodurch ein ablaufender Film entsteht. Die Montage ist daher wesentliches Merkmal des Films, da er ihn von der Fotografie abhebt. Stell dir drei Fotos mit einer Pistole, einem lachenden und einem weinenden Gesicht vor. Je nachdem, wie du sie anordnest, können sie verschiedene Geschichten ergeben und andere Wirkungen ausüben! Die Montage bewirkt, dass verschiedene Assoziationen entstehen und der Film sich frei in Zeit und Ort bewegen kann.

Zu guter Letzt untersucht man noch die Bild-Ton-Beziehung. Hierbei spielt die Filmmusik eine tragende Rolle, denn Musik beeinflusst unsere Emotionen im höchsten Maße und kann dadurch Szenen so richtig zur Geltung bringen. Außerdem kann sie als Leitmotiv verschiedenen Personen oder Szenen zugeordnet sein und so zur Wiedererkennung beitragen.

Die wichtigsten Begriffe, die du zur Detailanalyse eines Filmes brauchst, sind also: - die 7-8 unterschiedlichen Einstellungen der Kamera - die Perspektive der Kamera - die Bewegungen der Objekte und der Kamera - das Mise-en-scene oder das In-Szene-Setzen - die Montage - und die Beziehung von Bild und Ton, also zur Musik So einfach ist das! Ich sag: C ya!

2 Kommentare
  1. Default

    Schade, dass die Kameraeinstellungen nicht am Ende nochmal wiederholt wurden. Diese sind am Wichtigsten für den Unterricht.

    Von Bine123, vor 9 Monaten
  2. Default

    Könntet ihr dieses theoretische Video an einem Beispiel erklären?

    Von Matthiasraschke, vor fast 4 Jahren