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Filmanalyse – Überblick 07:20 min

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Transkript Filmanalyse – Überblick

Hey Leute, ich bins, Tim! Du magst Filme? Dann ist das dein Video, denn es geht hier darum, die Struktur eines Spielfilms zu analysieren. Gute Unterhaltung! Im Film fließen Realität und Fiktion zusammen. Heutzutage werden Filme immer realer, und die Bilder und Geräusche des Films stellen die Wirklichkeit sehr genau dar. Da der Film aber prinzipiell nicht anders funktioniert als Theater und nur um einige Faktoren erweitert wurde, können wir auch dieselben Mittel zur Analyse anwenden. Dabei untersuchen wir die drei Ebenen und Verknüpfungen von Bild, Sprache und Ton bzw. Musik.

Zur Makroanalyse eines ganzen Filmes empfiehlt sich eine genauerer Betrachtung des Aufbaus der Sequenzen, des Handlungsverlaufs, der Entwicklung des Problems und der Figurenkonstellation. Dafür können wir einen Sequenzplan erstellen, in dem wir Sequenzen untersuchen, d.h. inhaltliche Einheiten, die örtlich oder zeitlich von anderen Einheiten abgegrenzt sind. Ganz eindeutig ist das manchmal nicht. Ein solcher Plan könnte sich aber aus den Kategorien “Sequenz”, “Dauer”, “Figuren”, “Inhalt” und “Kommentar” zusammensetzen. Unter “Kommentar” kannst du alles zusammenfassen, was dir sonst noch auffällt. Damit hast du schon ein gutes erstes Analyseinstrumentarium zur Hand.

Daneben sollten wir aber noch auf weitere Elemente achten wie z.B. Leitmotive. Das sind wiederkehrende Phänomene mit symbolischer Bedeutung wie z.B. Objekte, Farben, wiederkehrende Szenen mit gleichem Aufbau usw. Wichtig ist auch die Musik, die ähnliche Szenen verbindet oder bestimmte Personen begleitet, oder die Dialoge zwischen den Personen. Zuletzt gibt es noch filmtechnische Mittel wie z.B. Schwarz-Weiß, Zeichentrick, Zeitlupe, Zeitraffer etc. Daneben gibt es aber auch noch andere Analysekriterien: Wichtig ist auch die Frage: Um was geht es eigentlich in dem Film? Wir untersuchen die Handlung oder den Stoff. Das kann unterschiedlich genau geschehen: Die Story ist eine sehr genaue und ausführliche Inhaltsangabe. Der Plot ist das Grundmuster, das den Film durchzieht, unter Angabe der Protagonisten, deren Handlungen und Handlungsmotivationen, er ist viel kürzer als die Story. Außerdem kann man den Stoff eines Filmes immer einer gewissen Problematik und einem Thema zuordnen, z.B. der Kampf des Guten gegen das Böse oder der Suche nach dem Platz in der Gesellschaft. Dabei ist die Handlung häufig am dramaturgischen Aufbau des Theaters angelehnt, wie in den klassischen Western-Filmen: Einleitung, Konfliktaufbau, Höhepunkt, retardierendes d.h. verzögerndes Element, und Schluss.

Sofern es sich nicht um Dokumentationen handelt, gibt es im Spielfilm immer handelnde Subjekte oder Figuren. Meistens sind das Personen, die einen bestimmten Platz in der Handlung einnehmen und ein gewisses Menschenbild porträtieren. Wir untersuchen daher die einzelnen Charaktere und Beziehungen: Wer ist die Person? Wie sieht sie aus? Was für einen Charakter hat sie, und macht die Person Veränderungen durch? Welche Rolle spielt sie in der Filmhandlung und welchen Platz hat sie in der Gesellschaft? Die Lebensgeschichte der Person spielt dabei eine große Rolle, um ihre Handlungen und Motive zu verstehen. Solche Lebensgeschichten werden häufig mit Rückblenden oder durch Erzählungen dargestellt. Da wir aber nicht das ganze Leben eines Mensch beobachten können, sondern meistens nur bis zu drei Stunden Zeit haben, wird die erzählte Zeit - also häufig mehrere Tage, Wochen oder sogar Jahre - in wenige Stunden Erzählzeit gerafft. Es gibt nur selten Filme, in denen Realzeit und Filmzeit übereinstimmen. Andererseits gibt es nicht nur geraffte Zeit, die einen heiklen Moment schnell heranrücken lassen kann, sondern auch gedehnte Zeit, die Momente detailreich und verlängert darstellt und somit einen erwarteten Zeitpunkt mit Spannung hinauszögern kann.

Für die Charakterisierung der Figuren kann das Filmscript nützlich sein, soweit es verfügbar ist. Der entworfene und von den Schauspielern nachgestellte Text ist der Ansatzpunkt für eine literaturwissenschaftliche Analyse. Hier können wir wie beim Theater den Text auf Regieanweisungen, Dialoge, Stilmittel usw. untersuchen. Hier hat man schwarz auf weiß, was einen Großteil eines Filmes ausmacht, nämlich die Elemente der Filmkonstruktion im Unterschied zur Ausführung oder Darstellung. Oft unterscheiden sich aber auch geplante und ausgeführte Elemente, der Blick in das Script ist daher unerlässlich!

Ein letzter Punkt ist die Filmtradition, sozusagen das Genre des Films, denn jedes Genre hat eigene Merkmale, Stilmittel und Themen: Ist es ein Western, bei dem es häufig über die Beziehung zu Gesetz und Ordnung geht, oder ein Horrorfilm, der sich vor allem mit der Psyche des Menschen auseinandersetzt? Dabei wird häufig auf andere Filme Bezug genommen, z.B. durch ähnliche Kamereinstellungen, Zitate oder sogar wörtliche Erwähnungen. Es lohnt sich also immer, auf die Vorgänger des Films zu blicken und Spuren zu anderen Filmen zu folgen!

Wie analysieren wir also einen Film? - Wir untersuchen den Sequenzaufbau, z.B. mithilfe einer Liste. Dabei achten wir auf Leitmotive, Musik, Dialoge und filmtechnische Mittel. - Sodann sehen wir uns den Stoff und die Handlung an, indem wir die Story, den kurzen Plot oder das Thema beschreiben. Wie ist der Aufbau der Handlung? - Und welche Personen tauchen darin auf? Wie sind ihre Charaktere? Und wie ist ihre Beziehung? - Wie ist die Erzählzeit im Verhältnis zur erzählten Zeit? Wie ist Raffung und Dehnung, wie schnell oder langsam wird erzählt? - Im Script schauen wir, wenn das möglich ist, nach, wie Regieanweisungen und Dialoge gestaltet sind. - Und zu guter Letzt versuchen wir den Film in eine Tradition und ein Genre einzuordnen, indem wir ihn mit anderen vergleichen. Fertig! Probiers mal aus, in Filmen steckt sehr viel mehr, als man auf den ersten Blick sieht! Wenn du noch mehr wissen willst, schau dir auch das zweite Video zur Detailanalyse des Films an. C ya dann!

Filmanalyse – Überblick Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Filmanalyse – Überblick kannst du es wiederholen und üben.

  • Nenne die Elemente, die ein Sequenzplan umfassen sollte.

    Tipps

    Nur die Daten, die wir innerhalb der Handlung finden, sollten uns in einem Sequenzplan interessieren.

    Lösung

    Um einen Filmaufbau nach und nach zu analysieren, können wir einen Sequenzplan erstellen. Sequenzen sind die Teile eines Films, die zeitlich und örtlich voneinander abgetrennt sind, z.B. durch Szenenwechsel, Rückblenden, Zeitwechsel, Ortswechsel etc.

    Ein Sequenzplan sollte dabei immer aus den folgenden Kategorien bestehen:

    • Sequenznummer
    • Sequenzdauer
    • Sequenzinhalt, also Handlung der Sequenz
    • auftretende Figuren
    • zusätzliche Kommentare
    Diesen Plan können wir auch beliebig erweitern, z.B. um Ort, Zeit, Wetter, filmtechnische Merkmale und alles, was dir sonst wichtig zur Analyse erscheint und auffällig ist.

    Was wiederum nicht in einem Sequenzplan interessiert, sind die Namen der realen Personen wie des Regisseurs und der Schauspieler, ebenso wenig das Genre (außer es wechselt zwischen einzelnen Sequenzen) und alle Dinge, die nicht in der Sequenz selbst auftauchen.

  • Fasse zusammen, wie der Handlungsverlauf eines Films analysiert werden kann.

    Tipps

    Die Story ist am detailreichsten, nennt dabei am meisten Besonderheiten des Films, während das Thema Eigennamen und Details möglichst weglässt.

    Lösung

    Die Handlung eines Films kann auf unterschiedliche Weise wiedergegeben werden. Will man eine ausführliche Inhaltsangabe vornehmen, so schreibt man die Story auf und geht dabei kleinschrittig, an Szenen angelehnt und mit Nennung aller wichtigen Protagonisten und Ereignisse vor.

    Will man nur das Grundmuster erklären, so reicht der Plot aus. Diesen kann man auf ein bis zwei Absätze zusammenkürzen. Die etlichen Verwirrungen der Geschichte, unterschiedliche Handlungsstränge, Rückblenden und Details lässt man jedoch weg.

    Am schnellsten zusammengefasst ist der Film durch Angabe des Themas oder der Grundproblematik. Dabei versucht man, ein in vielen Filmen wiederkehrendes Thema oder Motiv zu finden, auch um den Film einordnen oder vergleichen zu können. Wiederkehrende Motive sind z.B. der Kampf von Gut und Böse oder die Selbstverwirklichung.

  • Gib wieder, wie die Zeit im Film gestaltet werden kann.

    Tipps

    Die Zeit kann man in einem Film verlangsamen oder beschleunigen, so z.B. bei einer Zeitlupe oder beim Vorspulen. Damit verändert sich zwar die Erzählzeit, nicht aber die erzählte Zeit.

    Lösung

    Die Zeitgestaltung ist ein wichtiges Analysekriterium im Film. Sie kann einen Film langsam oder schnell, spannend, actionreich oder romantisch machen.

    • Es gibt die erzählte Zeit: Sie umfasst die gesamte Zeitspanne, von der im Film erzählt wird. Würden wir einen Film über die Geschichte der Menschheit anschauen, wären es also ein paar Millionen Jahre erzählte Zeit.
    • Die andere wichtige Zeitebene ist die Erzählzeit: Sie ist die Zeit, die es dauert, den Film anzuschauen oder abzuspielen, also meist zwischen einer und drei Stunden.
    Häufig wechselt das Tempo im Film und damit das Verhältnis zwischen erzählter Zeit und Erzählzeit:
    • Wird eine Handlung viel detailreicher und genauer gezeigt, als sie wirklich passiert, ist die Erzählzeit länger als die erzählte Zeit. Der Film ist gedehnt, wie bei deiner Darstellung in Zeitlupe.
    • Ist andersherum die erzählte Zeit länger als die Erzählzeit, dann wird die Zeit gerafft, z.B. bei einer Montage, bei der in wenigen Minuten die Entwicklungsphase einer Figur dargestellt wird.
    • Im Film gleichen sich oftmals auch erzählte Zeit und Erzählzeit, vor allem bei Dialogen. Man spricht dann von Zeitdeckung.

  • Ordne die Filmtitel einem der aufgelisteten Genres zu.

    Tipps

    Die meisten Filme besitzen Merkmale aus verschiedenen Genres. Hier sollen sie aber entsprechend ihrer Hauptmerkmale zugeordnet werden.

    Lösung

    Die Gattung des Films ist eine der jüngsten Kunstrichtungen. Trotz allem kann sie - auch aufgrund ihrer massenhaften Produktion - inzwischen auf eine lange Tradition und eine weite Verzweigung von Genres zurückblicken. Manche Genres haben dabei spezifische Formen, Themen und Inhalte gefunden und sind an einer bestimmten Zielgruppe ausgerichtet. Für die Analyse eines Films ist es häufig auch wichtig, Zitate und Anspielungen auf andere Filme zu suchen. Häufig sind die Genres jedoch nicht eindeutig festzulegen, sie überschneiden sich.

    • „Matrix“ ist beispielsweise ein Science-Fiction-Film ebenso wie ein Action- und ein Kampfkunstfilm. Weitere Science-Fiction-Filme sind „Star Wars“ und „Terminator“.
    • Kinderfilme: „Wall-E“, „Das Dschungelbuch“ und „Findet Nemo“
    • Komödien: „Das Leben des Brian“, „Fluch der Karibik“, „Der große Diktator“
    • Horrorfilme: „Shining“, „Zombie“, „Psycho“
  • Begründe, warum das Filmscript für die Filmanalyse wichtig sein kann.

    Tipps

    Welche Aufgabe hat der Regisseur bei der Umsetzung des Drehbuchs? Wo geht er über das Filmscript hinaus? Welche Funktion kann das Filmscript nicht erfüllen?

    Lösung

    Bei der Analyse eines Films ist ein Blick in das Drehbuch bzw. Filmscript ein wesentlicher Bestandteil. Denn hier sind in schriftlicher Form fast alle Elemente aufgeführt, die den Film ausmachen. Da der Film auf dem Bildschirm sehr kompliziert zu überblicken ist, fungiert das Drehbuch wie eine Art Anleitung und Masterplan: Hier sind viele Regieanweisungen und Charakterisierungen enthalten, die im Film selbst wegfallen und nicht mehr ersichtlich sind. Der Script erleichtert das Springen zwischen einzelnen Szenen, man kann vor und zurück blättern. Auch die Analyse der sprachlichen Mittel und der Dialoge geht mit dem Script leichter von der Hand.

    Die Aufgaben des Regisseurs gehen über die Angaben des Drehbuchs hinaus. Der Regisseur ist für die Visualisierung des Films, das In-Szene-Setzen, den Einsatz der Technik bei der Umsetzung und für detailliertere Anweisungen an die Schauspieler zuständig. Diese Elemente lassen sich nur aus dem Film heraus bestimmen. Denn Film und Script können sich - wie beim Theater das Drama und die Inszenierung - stark unterscheiden.

  • Bestimme den dramaturgischen Aufbau des Western-Plots.

    Tipps

    Probiere unterschiedliche Versionen aus. Im retardierenden Moment scheint sich das Glück zum Unglück zu wenden.

    Lösung

    Der beschriebene und sehr grob vereinfachte Plot fasst den Film „Zwei glorreiche Halunken“ zusammen, ein Western-Film von Sergio Leone aus dem Jahr 1966. Dieser Western-Film hat, wie viele seiner Art, einen klassisch dramaturgischen Handlungsaufbau:

    • Die Geschichte wird eingeleitet durch die Kooperation zweier Männer, die verschiedene Sheriffs um Kopfgeld betrügen.
    • Der Konflikt baut sich auf, als sie sich zerstreiten und der eine in des anderen Gefangenschaft fällt.
    • Am Höhepunkt der Geschichte erfährt der Gefangene den Ort eines Schatzes und kann sich damit am Leben erhalten. Sie reiten gemeinsam in Richtung dieses Ortes.
    • Doch im retardierenden Moment scheint alles falsch zu laufen: Ein Dritter nimmt sie gefangen, lässt den Zweiten angeblich umbringen und reitet mit dem Ersten zum Schatz. Der Zweite konnte sich inzwischen befreien und reitet ihnen nach.
    • Der Schluss ist ein grandioses Showdown zwischen den drei Konkurrenten, in dem sich der Erste durchsetzen, den Dritten umbringen und sich den Zweiten vom Leibe halten kann.