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Nutzen und Schaden von Pestiziden 07:07 min

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Transkript Nutzen und Schaden von Pestiziden

Die Bevölkerung auf unserer Erde nimmt stetig zu. Ein Problem ist die Versorgung der Menschen mit einer ausreichenden Menge an Nahrungsmitteln. Um das zu gewährleisten, muss der Schädlingsbefall an Nutzpflanzen verhindert oder zumindest eingedämmt werden. Ein zweites Problem ist die Unterstützung der medizinischen Versorgung durch eine Vernichtung der Insekten, die schlimme Krankheiten auslösen. In diesem Video wollen wir uns mit Stoffen befassen, die diesen Aufgaben gewachsen sind. Hallo und ganz herzlich willkommen! In diesem Video geht es um Pestizide.

Was sind Pestizide? Zu den Pestiziden zählen Insektizide, Fungizide und Herbizide. Insektizide sind Stoffe, die schädliche Insekten vernichten. Die Begriffe Insektenvertilgungsmittel oder Insektenvernichtungsmittel sind gleichbedeutend. Fungizide sind Stoffe, die schädliche Schimmelpilze vernichten. Herbizide sind Stoffe, die schädliche Pflanzen (so genannte Unkräuter) vernichten. Wenn alles so einfach wäre, könnte ich an dieser Stelle einen Punkt machen und das Video beenden. Aber leider ist die Wirklichkeit komplizierter. Wären die Pestizide für Insekten, Schimmelpilze und Unkräuter schädlich und für den Menschen unschädlich, hätten wir kein Problem. Leider aber sind die meisten Pestizide auch für Warmblütler giftig. Insektizide

Chlorierte Kohlenwasserstoffe Ein vormals sehr verbreitetes Insektizid ist Lindan. Problematisch ist der langsame biologische Abbau und die Anreicherung in der Nahrungskette des Menschen. Zu den negativen Eigenschaften von Lindan zählen: - Es steht im Verdacht, krebserregend zu sein. - In Kombination mit anderen Kohlenwasserstoffen wird Lindan als Mitauslöser der Parkinson - Krankheit diskutiert. - Es führt zur Veränderung der inneren Organe. - Lindan verändert die Blutbildung. - Es kann zu Nervenschädigungen und - zu Multipler Sklerose führen.

Ebenfalls sehr populär war und ist (noch begrenzt) DDT (ausgesprochen: Dichlordiphenyltrichlorethan). Besonders erfolgreich war dieses Insektizid bei der Bekämpfung der Malaria. Die Toxizität von DDT ist relativ gering. Jedoch wie bei Lindan haben wir auch hier die Probleme von unerwünschter Stabilität und Akkumulierung. - DDT führt zu hormonellen Veränderungen. - Ob es Krebsauslöser ist, konnte nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. - Unlängst wurde gezeigt, dass DDT für die Alzheimer - Krankheit mitverantwortlich ist. - DDT ist schädlich für Vögel und Säugetiere.

Man unterscheidet Kontaktgifte, Fraßgifte und Atemgifte. Manche Insektizide vereinigen diese drei Wirkungsmechanismen. Die Substanzen werden von den Pflanzen aufgenommen und im Saftstrom mitgeführt. So werden auch verdecktt sitzende Schädlinge erreicht. Ein Beispiel für ein derartiges Insektizid ist Chlorpyrifos Es ist extrem wirkungsvoll gegen - Ameisen - Fliegen und - Motten.

Chlorpyrifos ist sehr giftig. Fatalerweise wirkt es schädigend auf die Gehirne von Ungeborenen und Kleinkindern. Bedeutsame Insektizide sind Pyrethroide. Sie sind synthetisch und abgeleitet vom natürlichen Pyrethrin. Pyrethroide vereinen Effektivität und geringe Giftigkeit.

Fungizide Das sind Pestizide gegen Pilzbefall. Ein Beispiel dafür ist der Befall mit Mehltau. Als Fungizide sind Quecksilberverbindungen wie Sublimat HgCl2 effektiv. Sie werden heute nicht mehr eingesetzt. Arsenverbindungen wie Trimethylarsin finden nur noch begrenzt Verwendung. Der Kaffee wird von einer gefährlichen Fäule, dem Kaffeerost bedroht. Ein populäres Fungizid dagegen ist Fentinhydroxid. Auch Dithianon und Maneb sind dafür gut geeignet. Tradimefon hingegen ist nicht mehr zugelassen.

Müssen es immer Pestizide sein? Die Frage ist suggestiv, die Antwort lautet: NEIN. Ein eindrucksvoller Beispiel für Alternativen ist die Bekämpfung der Möhrenfliege. Eine einfache Möglichkeit ist der gemeinsame Anbau von Möhren und Zwiebeln. Effektiver noch sind die natürlichen Feinde der Möhrenfliege tätig: Die Laufkäfer und die Kurzflügelkäfer.

Wir resümieren Leider können nicht alle Schädlinge wie die Möhrenfliege biologisch abgebaut werden. Ziel muss es aber sein, die unliebsamen Nebenwirkungen des Einsatzes von Pestiziden zu minimieren. Missbrauch der Pestizide ist unbedingt zu vermeiden. Leider spielen wirtschaftliche und politische Kriterien häufig eine wichtigere Rolle als humane Zielstellungen. Mit diesen gemischten Gefühlen und Gedanken möchte ich mich von euch verabschieden.

Alles Gute und viel Erfolg Euer André