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Lösen von Stoffen 05:06 min

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Transkript Lösen von Stoffen

Gibt man Salz in ein Glas Wasser, scheint es zu verschwinden. Das Wasser sieht immer noch aus wie vorher. Ist es aber nicht, spätestens am Geschmack wird es deutlich. Das Salz muss also im Wasser drin sein, obwohl man es nicht mehr sieht. Schauen wir doch mal genauer hin und betrachten die einzelnen Wasserteilchen. Diese sind nicht auf allen Seiten gleich, sondern haben zwei unterschiedliche Seiten. Sie unterscheiden sich vor allem darin, dass sie schwach geladen sind, eine Seite ist etwas negativer geladen und die andere Seite etwas positiver, insgesamt ist das Wasserteilchen aber neutral. Teilchen, die zwei solche verschieden geladene Seiten haben, nennt man „Dipole“. Das Wasserteilchen ist also ein Dipol und das führt zu all den Besonderheiten, die wir am Wasser beobachten können. Im flüssigen Wasser bewegen sich die Teilchen, sie ziehen sich immer wieder an. Der Grund dafür liegt im Dipolcharakter des Wassers. Wenn sich zwei Wasserteilchen einander annähern, zieht die negative Seite des einen Wasserteilchens die positive Seite des anderen an, die Teilchen bleiben kurz aneinander hängen. Im flüssigen Wasser ziehen sich die entgegengesetzten Ladungen der Wasserdipole also ständig gegenseitig an. Da die Teilchen sich aber stark bewegen und die Anziehungen schwach sind, lösen sie sich auch immer wieder und die Teilchen bewegen sich weiter. Das Wasser kann fließen. Das Eisteepulver löst sich in null Komma nix auf und dank des Farbstoffes sieht man jetzt auch, dass seine Bestandteile noch im Wasser vorhanden sein müssen. Aber wie funktioniert das, „Lösen“? Eisteepulver ist, wie Salz, aus kleinsten Teilchen aufgebaut. In einem Salzkristall gibt es zwei Arten von Teilchen, positiv geladene und negativ geladene Teilchen. Diese geladenen Teilchen nennt man übrigens „Ionen“. Wirft man nun ein Salzkorn ins Wasser, begegnen sich die geladenen Ionen des Salzes und die Dipolteilchen des Wassers. Zwar haben die Wasserteilchen nur relativ schwach geladene unterschiedliche Seiten, aber es reicht für eine Anziehung. Nähern sich Wasserteilchen einem negativ geladenen Ion, so wird ihre positive Seite angezogen. Mehrere Wasserteilchen treten mit dem Ion in Wechselwirkung und lösen es aus dem Verbund. Es werden so lange weitere Wasserteilchen an das Ion gebunden, bis kein Platz mehr ist. Umgekehrt geschieht dasselbe, die negativ geladene Seite der Wasserteilchen wird von den positiven Ionen angezogen, auch hier lösen die Wasserteilchen Ionen aus dem Verbund und bilden eine sogenannte „Hydrathülle“. Die meisten Stoffe, die genauso wie Wasser, aus geladenen Teilchen bestehen, können auf diese Weise vom Wasser gelöst werden. Zum Beispiel der Farbstoff des Eisteepulvers, Zucker oder Kochsalz, sie alle gehen im Wasser in Lösung. Die meisten Flüssigkeiten, die uns im Alltag begegnen, sind solche wässrigen Lösungen. Nicht nur Eistee, auch alle anderen Getränke, auch die alkoholischen; Wein zum Beispiel ist eine wässrige Lösung von Alkohol, Farbstoffen, Duftstoffen und vielen anderen Substanzen. Blut ist eine wässrige Lösung, die neben vielen gelösten Salzen auch Blutzellen enthält. Auch unser Leitungswasser enthält viele gelöste Salze. Und wir geben gern auch noch etwas Seife und Duftstoffe hinein, damit kriegen wir dann auch den widerspenstigsten Schmutz dazu, sich im Wasser zu lösen.