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Erkrankungen des Nervensystems 07:14 min

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Transkript Erkrankungen des Nervensystems

Hallo! Epilepsie, Chorea Huntington, Schlaganfall, Multiple Sklerose, Gehirnhautentzündung, Querschnittslähmung. Was haben all diese Begriffe gemeinsam? Genau, es sind alles Krankheitsbilder. Darüber hinaus haben sie alle etwas mit unserem Nervensystem zu tun. In diesem Video geht es um Erkrankungen des Nervensystems. Wir werden uns Ursachen anschauen und Beispiele anhand der Symptome unterscheiden. Du wirst mehr über Vererbbarkeit und Therapiemöglichkeiten erfahren. Schauen wir uns zunächst die Ursachen an. Ein Faktor, den du beeinflussen kannst, ist die Reizüberflutung. Werden Sinneszellen lange und stark erregt, können sie beschädigt werden. Auch Überforderung, Stress und soziale oder berufliche Probleme können Nervenerkrankungen begünstigen. Die meisten Ursachen sind aber kaum beeinflussbar, zum Beispiel Verletzungen. Werden motorische Nervenbahnen durchtrennt oder Nervenzellkörper zerstört, kommt es zu Lähmungen. Wird das Rückenmark verletzt, spricht man von einer Querschnittslähmung. Bei Stürzen oder Fallen auf den Kopf kann eine Gehirnerschütterung die Folge sein. Ein weniger bekannter Grund sind Viren als Krankheitsauslöser. Werden im Rückenmark Nervenzellen von Viren zerstört, kommt es zur sogenannten Kinderlähmung. Darüber hinaus gibt es Krankheiten, die genetisch bedingt sind. Durch veränderte Gene kommt es zum Beispiel zu Chorea Huntington und vermutlich auch zum Tourette-Syndrom. Die Ursachen mancher Krankheiten sind noch ungeklärt, beispielsweise der Multiplen Sklerose. Schauen wir uns einige Beispiele anhand der Symptome an. Die einzelnen Krankheiten greifen unterschiedlich stark in den Alltag der PatientInnen ein. Manche sind heilbar, wie zum Beispiel Meningitis, die Hirnhautentzündung. Hier treten Schmerzempfindlichkeit, Kopfschmerzen, Erbrechen und Übelkeit auf. Auch von einer Gehirnerschütterung mit ähnlichen Symptomen erholen sich die Betroffenen. Diesem voraus geht eine Phase der Bewusstlosigkeit, die einige Minuten oder sogar Tage dauern kann. Ein Schädelbasisbruch, der Bruch des Gehirnschädels am Schädelgrund, kann heilbar sein. Neben den Blutungen an Ohren, Augen, Nase und Mund sind vor allem Knochensplitter gefährlich, die das Gehirn verletzen können. Auch kann es zu Infektionen und bleibenden Lähmungen kommen. Nicht heilbar hingegen sind die erblichen Krankheiten. Bei Chorea Huntington werden Teile des Gehirns zerstört, sodass nicht nur das Gefühlsleben beeinträchtigt ist, sondern auch der Bewegungsapparat einschließlich der Mimik. Schließlich kommt es zur Demenz und sogar zum frühzeitigen Tod. Beim Tourette-Syndrom kommt es zu schnellen, heftigen Bewegungen vielfach hintereinander, die von unkontrollierten Geräuschen begleitet sind. Sichtbar ist auch die Parkinson-Krankheit, bei der die PatientInnen unter Muskelstarre oder Muskelzittern und verlangsamten Bewegungen leiden. Auslöser hier ist ein Dopaminmangel im Alter. Der Verlauf der Multiplen Sklerose ist hingegen sehr unterschiedlich. Eigene Antikörper greifen die Myelinschichten an. Das sind Schutzschichten, die unsere Nervenzellen umgeben. Fehlen sie, kommt es zu Fehlimpulsen und Beeinträchtigungen in allen Bereichen. Manche sind sogar auf einen Rollstuhl angewiesen. Angeborene, durch Verletzung des Embryos oder durch eine Infektion ausgelöste Epilepsie führt zu ab und zu auftretenden plötzlichen Krämpfen und Bewusstlosigkeit. Dauerhaft beeinträchtigend sind Schlaganfälle. Sie werden durch einen Sauerstoffmangel im Gehirn ausgelöst, der zum Ausfall größerer Hirnbereiche führt. Häufig folgen langfristige Muskellähmungen. Ein letztes Beispiel ist die Demenz. Im Alter kann es zu einem Schwund der Gehirnrinde kommen. Fortschreitende Vergesslichkeit, Sprachstörungen und Muskelspannungen sind die Folgen. Einige der genannten Krankheiten sind therapierbar oder sogar heilbar, andere nicht. Meningitis, Epilepsie und Parkinson sind mit Medikamenten behandelbar. Diese mildern teilweise nur den Verlauf und schlagen unterschiedlich gut an. Auch bei der Multiplen Sklerose versucht man mit Pillen gegen die Krankheitsschübe anzugehen. Bei Gehirnerschütterung hilft vor allem Bettruhe. Nervenerkrankungen als Folge von Reizüberflutung, Stress und Überforderung, aber auch das Tourette-Syndrom können mit Psychotherapie und einer parallel laufenden medikamentösen Behandlung bekämpft werden. Die meisten Krankheiten sind jedoch nicht heilbar, sodass nur Schübe aufgehalten und Symptome abgemildert werden. So wird den PatientInnen ein angenehmeres Leben ermöglicht. Um umgangssprachlich deine Nerven zu schonen, kannst du Hektik vermeiden und in einem regelmäßigen Rhythmus leben. Besonders wichtig sind gleichmäßige Schlaf- und Erholungsphasen. Fassen wir noch einmal zusammen: Die Ursachen von Nervenerkrankungen liegen in Reizüberflutung, Verletzung und Vireninfektionen oder sind genetisch vererbt. Die Symptome sind sehr vielfältig. Heilbar sind Meningitis, Gehirnerschütterung und teilweise Schädelbasisbrüche. Bei den ersten beiden Krankheiten kommt es zu Erbrechen und Kopfschmerzen. Beim Letzteren zu Blutungen an Augen, Ohren, Nase und Mund. Nicht heilbar und sichtbar den Bewegungsapparat einschränkend sind Chorea Huntington, das Tourette-Syndrom, Schlaganfälle, Multiple Sklerose und Parkinson. Bei Epilepsie leiden Patienten und Patientinnen unter plötzlichen Anfällen und Bewusstlosigkeit. Bei Gehirnerschütterung kommt es zu zeitweiligem, bei Demenz zu dauerhaftem Gedächtnisverlust. Die Symptome der meisten Krankheiten sind mit Medikamenten therapierbar oder deren Schübe können zumindest abgeschwächt werden. Bei einigen hilft auch eine Psychotherapie. Jetzt weißt du, warum ein gesundes Nervensystem so wichtig ist und hast einen groben Überblick über mögliche Krankheiten. Bis zum nächsten Mal.

Erkrankungen des Nervensystems Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Erkrankungen des Nervensystems kannst du es wiederholen und üben.

  • Benenne Symptome der Erkrankungen des menschlichen Nervensystems.

    Tipps

    Parkinsonpatienten haben oft zitternde Hände. Wenn sie ein Objekt, wie z.B. ein Glas Wasser fixieren und ansteuern, hört dieses Zittern auf.

    Lösung

    Die Symptome der Erkrankungen sind vielfältig und oftmals nicht klar voneinander zu unterscheiden. Vergleicht man jedoch die Krankheiten Chorea Huntington, Parkinson und das Tourette-Syndrom, so sind deutliche Unterschiede bezüglich der Symptomatik sichtbar.

    Bei der Erkrankung Chorea Huntington kann es zu einer Überbeweglichkeit kommen, einer sogenannten Hyperkinese. Im fortgeschrittenen Stadium der Chorea Huntington kann es zudem zur Ausbildung einer Demenz kommen.

    Unkontrollierte Bewegungen treten auch beim Tourette-Syndrom auf in Form der sogenannten „Tics".

    Bei der Krankheit Parkinson kommt es zu einer Muskelsteifheit. Patienten sind in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt. Außerdem kommt es bei Parkinsonpatienten zu einem Ruhetremor, einem unkontrollierten Zittern der Hände, sobald sich diese in Ruhe befinden.

  • Beurteile die Erkrankungen bezüglich ihrer Chance auf Heilung.

    Tipps

    Nicht heilbar sind die erblich bedingten Krankheiten.

    Lösung

    Eine Meningitis und eine Gehirnerschütterung sind heilbar. Hierbei muss man oft eine Weile im Krankenhaus bleiben, danach kann man jedoch wieder vollständig gesund werden. Auch ein Schädelbasisbruch kann geheilt werden. Mögliche Splitter, die in das Gehirn eindringen, können hier allerdings sehr gefährlich werden.

    Die Krankheiten, die erblich bedingt sind, sind nicht heilbar. Hierzu gehört die Krankheit Chorea Huntington. Patienten leiden an starken Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates und des Gefühlslebens. Auch die Krankheit Parkinson und das Tourette-Syndrom können nicht geheilt werden. Lediglich die Symptome können durch Medikamenteneinnahme gelindert werden.

  • Charakterisiere die Merkmale der Krankheit Meningitis.

    Tipps

    Bakterien und Viren können die Auslöser einer Meningitis sein.

    Lösung

    Eine Meningitis ist eine Entzündung der Hirnhäute, die auch Meningen genannt werden. Eine solche Erkrankung kann durch Viren oder Bakterien ausgelöst werden. Erste Anzeichen einer Meningitis sind grippeähnliche Symptome. Da eine frühe Diagnose der Meningitis lebensrettend sein kann, sollte bei Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen ein Arzt aufgesucht werden. Teils kann es bei Betroffenen zu bleibenden neurologischen Schäden kommen. Durch die Gabe von Antibiotika wird jedoch versucht die Krankheit zu bekämpfen. Um sich bereits frühzeitig vor der Krankheit Meningitis zu schützen, kann man sich bereits im Kindesalter impfen lassen.

  • Erkläre die Ursache und den Verlauf der Krankheit Parkinson.

    Tipps

    Parkinsonpatienten laufen oft langsam, schlurfend und leicht gebeugt.

    Die Hände von Parkinsonpatienten zittern oft, wenn sie sich in Ruhe befinden.

    Lösung

    Parkinson ist eine degenerative Erkrankung des Nervensystems. Ausgelöst durch die Degeneration der Zellen der Substantia nigra des menschlichen Gehirns wird zu wenig Dopamin gebildet. Bewegungsarmut und Ruhetremor sind die unmittelbaren Symptome. Parkinson bekommen insbesondere Menschen in höherem Alter. Nur etwa 10% der Patienten sind bei Diagnosestellung jünger als 40 Jahre. Eine mögliche Therapie besteht darin, den Patienten Medikamente zu geben, die dem Dopamin sehr ähnlich sind, um so die Symptome zu lindern.

  • Bestimme Methoden um sprichwörtlich „deine Nerven zu schonen".

    Tipps

    Während stressiger Arbeitsphasen sind Pausen sehr wichtig.

    Lösung

    Um deinen Alltag gut zu bewältigen und sprichwörtlich „deine Nerven zu schonen", ist es wichtig, dass du immer wieder Entspannungspausen einlegst. Das können kleinere Pausen sein, in denen du einen kurzen Spaziergang machst oder auch ein entspannendes Bad nimmst. Prinzipiell solltest du Hektik und Stress vermeiden. Gleichmäßige Schlaf- und Erholungsphasen helfen deinem Körper, aber auch deinem Gehirn, zu regenerieren. Ein regelmäßiger Rhythmus ist wichtig, denn durch einen unregelmäßigen Rhythmus kann es dazu kommen, dass der Körper zu Zeiten müde ist, in denen er eigentlich wach sein sollte und umgekehrt. Schlafstörungen und Müdigkeit während des Tages können die Folge sein.

  • Bestimme die Bestandteile des menschlichen Nervensystems.

    Tipps

    Vom Sympathikus und Parasympathikus werden innere Organe unwillkürlich gesteuert.

    Das Wort „peripher" kann mit „randständig" übersetzt werden.

    Das vegetative Nervensystem steuert lebenswichtige Körperfunktionen wie die Atmung, die Verdauung und den Stoffwechsel.

    Lösung

    Das Nervensystem des Menschen lässt sich anatomisch einteilen in das zentrale Nervensystem (ZNS) und in das periphere Nervensystem (PNS). Das ZNS wird durch das Gehirn und das Rückenmark gebildet. Alle anderen Nerven bilden das PNS. Funktionell lässt sich das menschliche Nervensystem außerdem noch in das somatische Nervensystem und in das vegetative Nervensystem unterteilen. Die Nerven des somatischen Nervensystems sind mit den Skelettmuskeln und mit den Sinnesorganen assoziiert und steuern so z.B. Bewegung. Das vegetative Nervensystem besteht aus Sympathikus und Parasympathikus. Hierdurch werden Organe unwillkürlich gesteuert.