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Reflexe – Merkmale und Beispiele

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Lerntext zum Thema Reflexe – Merkmale und Beispiele

Reflexe in der Biologie – Merkmale und Beispiele

Hast du schon einmal beobachtet, dass Pupillen größer und kleiner werden, wenn sich das Licht verändert? Diese Pupillenreaktion ist ein Reflex des Menschen.
Sicher kennst du einige Reflexe und hast sie auch schon an dir selbst beobachtet. Zum Beispiel den Speichelflussreflex, den Hustenreflex oder den Kniesehnenreflex. Doch was genau ist ein Reflex? Das erfährst du in dem folgenden Text.

Was sind Reflexe?

Ein Reflex ist eine schnelle, unwillkürlich ablaufende Reaktion auf einen Reiz. Diese wird von dem Reflexzentrum gesteuert. Das Reflexzentrum kannst du dir als Steuerungszentrale vorstellen. Dort werden Erregungen verarbeitet. Dies passiert im Zentralnervensystem (ZNS), also dem Gehirn oder Rückenmark. Bei Reflexen handelt es sich um immer gleich ablaufende Handlungen, die nur Bruchteile von Sekunden dauern. Es werden zwei Arten von Reflexen unterschieden: die unbedingten und die bedingten Reflexe. Doch was unterscheidet eigentlich einen unbedingten von einem bedingten Reflex? Im Folgenden werden die beiden Arten von Reflexen näher erklärt.

Was sind unbedingte Reflexe?

Einfach erklärt liegen unbedingten Reflexen unwillkürliche Reaktionen zugrunde. Sie sind angeboren, willentlich nur wenig beeinflussbar und dienen oft dem Schutz des Körpers.

Beispiele für unbedingte, angeborene Reflexe sind der Speichelflussreflex bei der Nahrungsaufnahme und der Hustenreflex, wenn du dich am Essen verschluckst.

Was sind bedingte Reflexe?

Ein unbedingter Reflex ist angeboren, doch was ist dann ein bedingter Reflex? Ein bedingter Reflex ist eine erworbene Reaktion, das heißt, es ist ein erlerntes Verhalten.

Ein Beispiel für einen bedingten, also erworbenen Reflex ist die Konditionierung. Eines der bekanntesten Beispiele für diese Art des erlernten Reflexes ist der pawlowsche Hund. Pawlow hat in seinen Experimenten Hunde mit einer Glocke konditioniert. Das kannst du auch leicht nachmachen. Du kannst zum Beispiel deinen Hund auf etwas konditionieren. Dazu kannst du jedes Mal einen Glockenton abspielen, bevor der Hund Futter bekommt. Bekommt der Hund Futter, ist Speichelfluss ein angeborener Reflex. Nach einiger Zeit produziert der Hund Speichel, wenn er den Glockenton hört, obwohl es gar kein Futter gibt. Somit sind der Hund und sein Speichelflussreflex auf den Glockenton konditioniert und der Glockenton löst einen bedingten Reflex aus. Du kannst auch sagen, dass deinem Hund ein Reflex angelernt wurde.

Wie läuft der Reflex ab?

Ein Reflex läuft also immer nach dem gleichen Muster ab, das unter dem Begriff Reflexbogen bekannt ist. Der Ablauf des Vorgangs folgt also einem festen Schema und umfasst die folgenden Schritte:

  1. Ein Reiz (z. B. Licht) wird vom Rezeptor, also einer Sinneszelle, aufgenommen.
  2. Die Sinneszelle leitet den Reiz über sensible Nerven zum Reflexzentrum (ZNS) weiter.
  3. Im Reflexzentrum findet die Erregungsverarbeitung statt. Die Erregungsleitung erfolgt mittels elektrischer Impulse über motorische Nerven zum Effektor.
  4. Die elektrischen Impulse erreichen den Effektor (z. B. einen Muskel).
  5. Es erfolgt eine Reaktion (z. B. Dehnen/Zusammenziehen des Muskels).

Der Reflexbogen beschreibt also den Weg der Erregung über die Nervenbahnen und Nervenzellen, beginnend beim Reiz, den eine Sinneszelle wahrnimmt, bis zum Erfolgsorgan, das eine Reaktion ausführt. Dabei folgt der Reflexbogen immer dem gleichen Muster. Das ist schematisch in dem Bild zu sehen:

Reflexbogen Schema

Dieses Video

In diesem Video lernst du einige Beispiele für Reflexe des Menschen kennen. Reflexe laufen immer nach dem gleichen Muster ab, das man auch Reflexbogen nennt.
Reflexe werden in unbedingte (angeborene) und in bedingte (erlernte) Reflexe unterteilt. In der Tabelle sind weitere Beispiele für Reflexe zusammengefasst:

Unbedingter Reflex Bedingter Reflex
angeborener, unkonditionierter Reflex erworbenes, erlerntes Verhalten
Beispiele: frühkindliche Reflexe wie der Greifreflex, Lidschlussreflex, Speichelflussreflex Beispiele: klassische Konditionierung, z. B. bei einem Hund oder bei der Dressur von Pferden

Im Anschluss an das Video und diesen Text findest du Übungsaufgaben, um dein erlerntes Wissen zu überprüfen. Viel Spaß!

Reflexe – Merkmale und Beispiele Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Lerntext Reflexe – Merkmale und Beispiele kannst du es wiederholen und üben.
  • Nenne vier Reflexe und ihre jeweils auslösenden Reize.

    Tipps

    Ein bestimmter Reflex kann verschieden ausgelöst werden – man hustet nicht nur, wenn man krank ist.

    Die schnelle Streckung des Beines kann in einer problematischen Laufsituation von Vorteil sein.

    Lösung

    Reflexe mit ihren jeweils auslösenden Reizen:

    • Pupillenreflex bei starkem Lichteinfall
    • Speichelreflex, wenn Nahrung die Zunge berührt
    • Hustenreflex, wenn du dich verschluckst
    • Kniesehnenreflex, wenn du stolperst.
    Diese Reflexe können jedoch auch auf andere Art und Weise ausgelöst werden. So kann zum Beispiel ein/-e Arzt/Ärztin mithilfe eines Reflexhammers den Kniesehnenreflex auslösen, um dein Rückenmark und entsprechende Nerven zu prüfen.

  • Definiere den Begriff „Reflex“.

    Tipps

    Überlege, ob zum Schutz des Körpers eine schnelle oder eine langsame Reaktion sinnvoller ist.

    Lösung

    Ein Reflex ist eine unwillkürlich ablaufende Reaktion auf einen Reiz. Es ist eine vom Reflexzentrum gesteuerte, stets gleich ablaufende Handlung. Typisch für einen Reflex ist, dass er immer nach dem gleichen Muster abläuft und die Reaktion auf den Reiz sehr schnell erfolgt. Reflexe dienen oft dem Schutz unserer Körper.

  • Erläutere den Reflexbogen anhand der einzelnen Ablaufschritte eines Reflexes.

    Tipps

    Sensible Nerven leiten Erregungen zum zentralen Nervensystem (ZNS).

    Motorische Nerven leiten Erregungen vom ZNS zu Organen oder Muskeln.

    Lösung

    Der Ablauf eines Reflexes in Form eines Reflexbogens:

    • Ein Reiz wird vom Rezeptor einer Sinneszelle aufgenommen.
    • Die Erregung wird über die sensiblen Nerven weitergeleitet.
    • Die Erregungsverarbeitung erfolgt im Reflexzentrum.
    • Über motorische Nerven geht die Erregungsleitung nun zum Effektor, also beispielsweise einem Muskel.
    • Dadurch erfolgt eine Reaktion auf den Reiz, wie das Zusammenziehen des Muskels.

  • Beschreibe die Funktionsweise des Lidschlussreflexes anhand sinnvoller Verknüpfungen von Fachbegriffen und Ereignissen.

    Tipps

    Überlege dir, wie der Reflexbogen verläuft und welche Körperbestandteile jeweils beteiligt sind.

    Lösung

    Der Lidschlussreflex in Stichworten:

    • Fliege am Auge - Reiz
    • Sinneszellen im Auge nehmen dies wahr - Rezeptor der Sinneszelle
    • Weitergabe der Information - Erregungsleitung, sensible Nerven
    • Hirnstamm - Erregungsverarbeitung
    • Information an den Augenringmuskel - Erregungsleitung, motorischer Nerv
    • Augenringmuskel zieht sich zusammen - Reaktion durch den Effektor
    Der Reiz kann hierbei sehr unterschiedlich erfolgen. Er kann sowohl rein visuell, als auch taktil oder akustisch ausgelöst werden. So schließen sich deine Augen, wenn dich die Sonne blendet, etwas an deine Hornhaut kommt oder du einen lauten Knall hörst. Interessant ist hierbei, dass sich immer beide Augen schließen. Fliegt dir also eine Fliege in das linke Auge, schließt sich das linke, gleichzeitig aber auch das rechte Auge durch den Lidschlussreflex.

  • Nenne Fakten zu unbedingten Reflexen.

    Tipps

    Reize laufen oft über das Rückenmark, ohne Denkprozesse im Gehirn auszulösen, ehe sie eine Reaktion auslösen.

    Lösung

    Unbedingte Reflexe:

    • dienen oft dem Schutz des Körpers
    • sind angeboren und willentlich nur wenig zu beeinflussen.
    Denkprozesse und Überlegungen sind bei Reflexen nicht vorgesehen, da jene den Ablauf unnötig verzögern würden. Der Ablauf eines Reflexes ist stets ähnlich und kann daher in einem Reflexbogen dargestellt werden.
    Nur bedingte Reflexe sind erlernbar.

  • Begründe, welche Schlussfolgerungen ein Pupillenreflex-Test bei einer ärztlichen Untersuchung oder Straßenverkehrskontrolle zulässt.

    Tipps

    Der Pupillenreflex ist ein unbedingter Reflex.

    Sind die Nerven geschädigt, können die Informationen nicht so schnell weitergegeben werden wie bei einer gesunden Person.

    Zahlreiche Drogen, darunter auch Alkohol, können den Pupillenreflex beeinflussen.

    Lösung

    Drogen, wie auch Alkohol, aber auch Verletzungen der Nerven oder des Gehirns, können dazu führen, dass der Pupillenreflex verzögert oder überhaupt nicht ausgeführt wird.
    Dies überprüft die Polizei in einer Kontrolle oder es wird bei einer ärztlichen Untersuchung überprüft.
    Hierfür werden die Augen der getesteten Person zunächst einzeln und anschließend zusammen durch Licht gereizt. Oftmals wird hierbei eine Taschenlampe verwendet.
    Trainieren kann man diesen Reflex nicht, da er unbedingt ist.

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sofatutor Team
Reflexe – Merkmale und Beispiele
lernst du in der 9. Klasse - 10. Klasse