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Die Entstehung von Arten

Artbildung erklärt, wie aus einer Ursprungsart durch verschiedene Prozesse neue Arten entstehen. Ob durch geografische Isolation oder genetische Mutation – erfahre mehr über die Artbildung und teste dein Wissen mit unseren interaktiven Übungen!

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Die Entstehung von Arten
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Die Entstehung von Arten – Artbildung – Biologie

Es existieren unzählige Arten auf der Erde. Immer wieder liest man, dass eine neue Insektenart gefunden wurde oder dass eine bestimmte Pflanzenart in einem Gebiet ausgestorben ist. Aber wie können überhaupt neue Arten entstehen?

Vielleicht stehst du kurz vor deinem Abitur und möchtest genau diese Frage über die Entstehung der Arten auffrischen? Dann bist du hier genau richtig! In diesem Text erklären wir dir auf einfache Art und Weise, wie sich Arten umwandeln oder auf verschiedene Weisen aufspalten können und neue Arten entstehen.

Artumwandlung – Definition

Die Veränderung von genotypischen und phänotypischen Merkmalen muss nicht unbedingt die Bildung einer neuen Art zur Folge haben. Eine bereits bestehende Art kann sich also auch einfach weiterentwickeln. Man bezeichnet das auch als Artumwandlung oder Anagenese.

Artumwandlung kommt häufig dort vor, wo sich die Umweltbedingungen nur minimal verändern. Gleichzeitig muss aber auch ein leichter Selektionsdruck in eine bestimmte Richtung vorliegen.

Artbildung und Artaufspaltung – Definition

Einfach erklärt findet eine Artaufspaltung oder Artbildung statt, wenn sich aus einer Ursprungsart zwei neue Arten bilden. Kannst du dir vorstellen, was das entscheidende Kriterium zur Abgrenzung von zwei Arten ist? Entscheidend ist, dass sich aus einer Art zwei Populationen unabhängig voneinander entwickeln. Das heißt also, bei der Entwicklung von Arten kommt es bei einer Artaufspaltung immer zu einer Anagenese.

Welche Arten der Artbildung gibt es nun? Und wie werden aus einer Art zwei Arten? Es gibt verschiedene Formen der Artbildung. Man unterscheidet hier die allopatrische, die sympatrische und die parapatrische Artbildung.

Typen der Artbildung
Allopatrischer Weg vollständige geografische Trennung – kein gemeinsamer Lebensraum
Sympatrischer Weg keine geografische Trennung – weitestgehend gemeinsamer Lebensraum
Parapatrischer Weg keine geografische Trennung – aber eigene Gebiete

Vielleicht fragst du dich jetzt, wie die verschiedenen Formen der Artbildung denn nun genau funktionieren und welche Prozesse dabei ablaufen? Wir zeigen es dir hier!

Allopatrische Artbildung

Beginnen wir mit der allopatrischen Artbildung, zu der es durch geografische Isolation kommen kann. Stell dir z. B. einen See vor, der durch Sedimentablagerungen in zwei Bereiche geteilt wird. Durch eine solche geografische Isolation ist es leicht vorstellbar, dass es zu einer Unterbrechung des Genflusses zwischen zwei Populationen kommt und sich die beiden Populationen unabhängig voneinander weiterentwickeln. Nach einer gewissen Zeit sind sie dann so unterschiedlich, dass keine Fortpflanzung mehr stattfinden kann.

Die allopatrische Artbildung ist die häufigste Form der Artbildung.

Entstehung von Artenallopatrische ArtbildungBeispiel

In Deutschland gibt es z. B. zwei Krähenarten, die aus einer einzigen Ursprungsart hervorgegangen sind. Östlich der Elbe gibt es die grauen Nebelkrähen und westlich der Elbe die schwarzen Rabenkrähen. Dieses Beispiel zeigt sehr anschaulich, wie die Bildung einer neuen Art durch eine räumliche Trennung verursacht wird. Vermutlich kam es während der letzten Eiszeiten zu einer geografischen Isolation, sodass zwei unterschiedliche Rabenarten aus der Ursprungsart entstanden sind.

Sympatrische Artbildung

Bei der sympatrischen Artbildung findet eine Artbildung ohne räumliche Trennung statt – man spricht hier von einer Artbildung im gleichen Lebensraum oder im Gebiet der Ursprungsart. Bei dieser Artbildung muss sich also zunächst z. B. durch eine Mutation eine phänotypische Eigenschaft oder auch das gesamte Genom ändern, wodurch es zu einer Fortpflanzungsschranke kommt. Das heißt, eine Fortpflanzung findet dann nicht mehr statt und die Arten trennen sich.

Entstehung von Artensympatrische ArtbildungBeispiele

Bei Pflanzen kommt die sympatrische Artbildung ziemlich oft vor – durch Genommutationen, bei denen sich aus einer diploiden Ausgangsart polyploide Individuen bilden. Diese besitzen dann nicht mehr ihren üblichen Chromosomensatz, sondern mehrfache Chromosomensätze. Bei Rosen, Weizen oder auch Tabak kann man solche polyploiden Arten finden. Polyploide Pflanzen können zwar noch unter sich gekreuzt werden, allerdings nicht mehr mit der Ursprungsart. Die mutierte Pflanze hat dann also keinen Allelaustausch mehr mit der restlichen Population. Deshalb kommt es zur Artaufspaltung ohne räumliche Trennung.

Aber nicht nur solche Mutationen führen zur sympatrischen Artbildung. Die sympatrische Artbildung kann auch durch eine neue Eigenschaft stattfinden. Es kann z. B. auch zu einer ökologischen Isolation kommen. Eine Pflanzenart kann beispielsweise plötzlich auf einem schwermetallhaltigen Boden wachsen. Dann ist sie ökologisch isoliert und das könnte dann auch wieder zur Bildung einer neuen Art führen. Es gibt dabei verschiedene Isolationsformen, auch Isolationsmechanismen genannt.

Tiere, bei denen der Chromosomensatz durch eine Mutation vervielfältigt worden ist, sind im Vergleich zu den Pflanzen weder lebensfähig noch können sie sich fortpflanzen. Deshalb findet man solche Mutationen nur im Pflanzen- und nicht im Tierreich.

Vielleicht fragst du dich jetzt, wie denn nun neue Arten von Tieren durch die sympatrische Artbildung entstehen können? Bei Tieren kann man sich gut vorstellen, dass sich z. B. ein phänotypisches Merkmal wie die Färbung durch eine Mutation ändert. Dieser neue Phänotyp kann zu einer neuen Präferenz in der Partnerwahl zwischen Männchen und Weibchen führen. Dadurch können sich aus einer Ursprungsart zwei oder mehrere Arten bilden.

Parapatrische Artbildung

Die parapatrische Artbildung stellt praktisch eine Kombination aus allopatrischer und sympatrischer Artbildung dar. Dabei leben zwei Arten nicht vollständig voneinander getrennt. Sie sind also geografisch nicht isoliert, leben aber trotzdem in zwei unterschiedlichen Gebieten. Die beiden Gebiete überlappen sich nur in einem kleinen Bereich.

Zusammenfassung – Artbildung

In der folgenden Abbildung kannst du dir nochmals die verschiedenen Typen der Artbildung ansehen:

Entstehung der Arten Zusammenfassung

Übrigens: 1859 veröffentlichte Charles Darwin (1809–1882) sein Buch The origin of species. In diesem Buch über die Entstehung der Arten erklärt Darwin seine Evolutionstheorie durch natürliche Selektion. Die Entstehung der Arten ist also das zentrale Thema seiner Evolutionstheorie!

Auch zum Thema Die Entstehung von Arten habe wir einige interaktive Übungen und Arbeitsblätter vorbereitet. Du kannst dein neu gewonnenes Wissen also direkt testen. Viel Spaß!

Teste dein Wissen zum Thema Artbildung!

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Vorschaubild einer Übung

Die Entstehung von Arten Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Die Entstehung von Arten kannst du es wiederholen und üben.
  • Tipps

    Artbildung oder auch Artaufspaltung bedeutet, dass sich aus einer Ursprungsart zwei neue Arten unabhängig voneinander entwickeln.

    Die Veränderung von genotypischen oder phänotypischen Merkmalen bedeutet nicht automatisch, dass es zur Artaufspaltung kommt.

    Lösung

    Das entscheidende Kriterium zur Abgrenzung zweier Arten, also zur Artbildung oder Artaufspaltung, ist der fehlende Genfluss bzw. die fehlende Fortpflanzungsmöglichkeit zwischen ihnen:

    • Arten entstehen, wenn zwei Populationen keinen Genfluss mehr miteienander haben.
    • Sie können sich nicht mehr miteinander fortpflanzen.
    • Dies wird auch als reproduktive Isolation bezeichnet.

    Die reine Weiterentwicklung einer Art ohne eine derartige Isolation ist eine Artumwandlung (Anagenese); sie führt nicht zur Entstehung neuer Arten.

  • Tipps

    Mit Anagenese oder Artumwandlung wird die Weiterentwicklung einer Art beschrieben.

    Bei einer parapatrischen Artbildung kommt es durch Veränderungen der Umwelbedingungen in Teilgebieten eines gemeinsamen Verbreitungsgebiets zur Artaufspaltung.

    Lösung

    Eine Art kann sich durch Anagenese, also durch Artumwandlung, weiterentwickeln, ohne dass neue Arten entstehen.
    Kommt es jedoch zu einer geografischen Isolation, kann die Fortpflanzung zwischen zwei Populationen unterbrochen werden. Sie sind dann reproduktiv isoliert.
    Bei Pflanzen führt manchmal eine Mutation zu einer polyploiden Veränderung des Chromosomensatzes. So kann es auch zu einer Artaufspaltung im gleichen Lebensraum kommen, also zu einer sympatrischen Artbildung.
    Die allopatrischen Artbildung basiert immer auf einer räumlichen Trennung und ist die häufigste From der Artbildung.

  • Tipps

    Zu Beginn kommt es durch eine räumliche Trennung zur Unterbrechung des Genflusses.

    Wird eine Population in zwei Teilpopulationen aufgeteilt, ist kein Austausch von Genen mehr möglich.

    Lösung

    Die allopatrische Artbildung kannst du in mehrere einzelne Schritte unterteilen:
    Schritt 1: Geografische Barriere entsteht
    Zuerst passiert etwas in der Umwelt, das die Population räumlich trennt, z. B. entsteht ein neuer Fluss, ein See teilt sich oder ein Gebirge bildet sich. So können zwei getrennte Gruppen derselben ursprünglichen Art entstehen.
    Schritt 2: Genfluss wird unterbrochen
    Durch die Barriere können sich die Tiere oder Pflanzen aus den beiden Gruppen nicht mehr erfolgreich miteinander fortpflanzen. Es findet kein Austausch von Genen (kein Genfluss) mehr statt.
    Schritt 3: Unabhängige Weiterentwicklung
    Die getrennten Populationen sind nun unterschiedlichen Umweltbedingungen ausgesetzt (z. B. anderes Klima, andere Feinde, andere Nahrung). Jede Population kann sich separat an ihre Umwelt anpassen.
    Schritt 4: Genetische Unterschiede sammeln sich an
    Mit der Zeit entstehen durch Mutation, Rekombination und Selektion immer mehr Unterschiede im Erbgut. Die Populationen werden sich genetisch und äußerlich immer unähnlicher.
    Schritt 5: Reproduktive Isolation – neue Arten
    Am Ende sind die Unterschiede so groß, dass sich Individuen der beiden Gruppen nicht mehr erfolgreich fortpflanzen können (z. B. keine fruchtbaren Nachkommen). Die Populationen sind reproduktiv isoliert – aus einer Ursprungsart sind zwei neue Arten entstanden.

    Beispiel: in Deutschland gibt es zwei Krähenarten, die sich aus einer Ursprungsart entwickelt haben: die grauen Nebelkrähen östlich und die schwarzen Rabenkrähen westlich der Elbe. Zu dieser geografische Isolation kam es wahrscheinlich während der letzten Eiszeiten.

  • Tipps

    Durch Mutationen kann eine neue Art im gleichen Lebensraum entstehen.

    Lösung

    Für die Zuordnung der Beispiele ist die Unterscheidung der allopatrischen und sympatrischen Artbildung Voraussetzung:

    • Allopatrische Artbildung: neue Arten enstehen durch geografische Isolation, z. B. durch Meere, Flüsse, Gebirge, getrennte Inseln.
    • Sympatrische Artbildung: neue Arten entstehen ohne geografische Trennung, z. B. durch Mutation, Polyploidisierung oder unterschiedliche Partnerwahl.

    Diese Unterscheidung ist der Schlüssel für die Zuordnung.

    Allopatrische Artbildung:

    • Finkenarten (Galapagos-Inseln) – durch das Leben auf verschiedenen Inseln komm es zur räumlichen Trennung
    • Krähenarten (Elbe) – durch die Elbe werden die Lebensräume getrennt


    Sympatrische Artbildung:
    • Orchideenarten (Polyploidisierung) – durch die Vervielfachung des Chromosomensatzes entsteht plötzlich eine neue, nicht mehr kreuzbare Linie im gleichen Gebiet
    • Fruchtfliegen (bevorzugte Partnerwahl) – im gleichen Gebiet werden bevorzugt Partner mit bestimmten Merkmalen ausgesucht (z.B. Geruch, Farbe, Verhalten)
  • Tipps

    Die sympatrische Artbildung erfolgt ohne räumliche Trennnung, z. B. durch Mutation oder ökologische Isolation.

    Lösung

    Artbildungsformen unterscheiden sich vor allem darin, wie stark die Populationen räumlich voneinander getrennt sind:

    • Allopatrische Artbildung ensteht durch vollständige geografische Trennung.
    • Sympatrische Artbildung entsteht ohne räumliche Trennung, die Artbildung findet im gleichen Lebensraum statt.
    • Parapatrische Artbildung ensteht in benachbarten Gebiete mit nur kleinem Überlappungsbereich.
  • Tipps

    Artbildungsformen:

    • Allopatrische Artbildung: benötigt räumliche Trennung
    • Parapatrische Artbildung: Populationen leben in angrenzenden Gebieten
    • Sympatrische Artbildung: neue Arten entstehen im gleichen Gebiet

    Lösung

    Da die Tiere weiterhin gemeinsam im gleichen Lebensraum vorkommen, aber durch Verhaltensänderungen oder Zeitverschiebungen keine Paarung mehr zwischen den Teilpopulationen stattfindet, entsteht eine Fortpflanzungsbarriere ohne räumliche Isolation.
    Das ist das Kennzeichen der sympatrischen Artbildung.

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