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Das Ohr – Ein Gleichgewichtsorgan 09:07 min

Textversion des Videos

Transkript Das Ohr – Ein Gleichgewichtsorgan

Hallo, da bin ich wieder, eure Sabine Blumenthal! Im heutigen Video lernst du dein Ohr als Gleichgewichtsorgan kennen. Am Ende dieses Films kennst du den Bau und die Funktion der Lage- und Drehsinnesorgane im Ohr. Für das Verständnis des Themas wäre es gut, wenn du den Bau des Ohres und die Funktion von Sinneszellen kennst. Schauen wir uns also den Bau unseres Ohres zunächst noch einmal an. Lage und Funktion der für das Hören benötigten Teile des Ohres sind dir ja bereits bekannt. Hier siehst du nun die Teile des Innenohres, die unsere Lagesinnesorgane enthalten, und die Teile des Innenohres, die unsere Drehsinnesorgane enthalten. Lage- und Drehsinn zusammen bilden unseren Gleichgewichtssinn. Wozu wir den brauchen? Bist du schon einmal Achterbahn gefahren? Während einer solchen Fahrt wird dein Körper gedreht und abwechselnd beschleunigt und abgebremst. Du spürst dabei Empfindungen, die schon sehr besonders und auf keinen Fall alltäglich sind. Diese besonderen Empfindungen vermitteln dir die Lagesinnesorgane und die Drehsinnesorgane im Innenohr. Unser Gleichgewichtsorgan befindet sich im Innenohr. Hier siehst du es einmal stark vergrößert. Du erkennst die Bogengänge und den Vorhof der Schnecke. Bogengänge und Vorhof sind, wie auch die anderen Teile des Innenohres, mit der Lymphflüssigkeit gefüllt. Am Vorderende jeder Gehörschnecke liegen 2 bläschenförmige Erweiterungen; das sind die Vorhofsäckchen. Sie enthalten jeweils ein Lagesinnesorgan. Unsere Lagesinnesorgane befinden sich also im Vorhof der Gehörschnecke. Oberhalb der Vorhofsäckchen verlaufen die 3 Bogengänge. Sie stehen jeweils senkrecht zueinander und sind, wie das gesamte Innenohr, mit Ohrlymphe gefüllt. An jeweils einem Ende jedes Ganges befindet sich eine bauchige Ausweitung. Sie heißt Ampulle und jede von ihnen enthält ein Drehsinnesorgan. Unsere Drehsinnesorgane befinden sich also in jeweils einer Ampulle der Bogengänge. Sehen wir uns die Organe unseres Gleichgewichtssinns nun mal etwas genauer an. Beginnen wir mit den Drehsinnesorganen. Wie du nun schon weißt, befindet sich in jeder Ampulle, also dem erweiterten Ende eines Bogenganges, jeweils eines dieser Drehsinnesorgane. An dieser vergrößerten Zeichnung einer Ampulle kannst du erkennen, wie ein Drehsinnesorgan aussieht. Es besteht aus einer Gallertkappe, die auf den Sinneszellen sitzt und in den mit Ohrlymphe gefüllten Bogengang hineinragt. Vergrößern wir dieses Drehsinnesorgan noch einmal. Nun kannst du sehr deutlich die Gallertkappe erkennen. In diese Gallertkappe ragen die Sinneshärchen der Sinneszellen hinein. Von jeder Sinneszelle geht eine Nervenfaser ab. Diese leiten die empfangenen Sinneseindrücke weiter ins Gehirn. Wie funktioniert nun so ein Drehsinnesorgan? Sehen wir uns dazu den Querschnitt einer Ampulle mit dem darin enthaltenen Drehsinnesorgan an. Im Ruhezustand, wenn du dich also nicht oder sehr langsam bewegst, stehen die Sinneshärchen aufrecht in der darüber befindlichen Gallertkappe. Die Ohrlymphe bewegt sich nicht. Drehst du nun deinen Kopf und damit auch das Bogengangsystem in deinem Innenohr, dann bewegt sich die Lymphflüssigkeit in den Bogengängen wegen der Trägheit zunächst nicht mit. Aber das Drehsinnesorgan wird mit dem Kopf mitgedreht. Die träge, ruhende Lymphflüssigkeit wird also durch die Drehbewegung gegen die Gallertkappe gedrückt. Die Gallertkappe wird dabei durchgebogen. Was meinst du, passiert nun wohl mit den Sinneshärchen, die in die Gallertkappe hineinragen? Richtig, die werden natürlich auch verbogen. Dieser mechanische Reiz "Verbiegen der Sinneshärchen" löst nun eine elektrische Erregung der darunterliegenden Sinneszellen aus. Die von den Sinneszellen ausgehenden Nervenfasern leiten die elektrischen Reize dann weiter zum Gehirn, wo sie verarbeitet werden. Erinnere dich noch einmal an die Achterbahnfahrt. Die Drehung hält hier längere Zeit an, sodass die Ohrlymphe nach kurzer Zeit auch in Bewegung gesetzt wird. Bei plötzlicher Richtungsänderung oder Abstoppen des Kopfes strömt die Lymphe dann aber weiter. Sie biegt nun die Gallertkappe nach der anderen Seite um. So kann ein Schwindelgefühl entstehen und du hast den Eindruck, dich entgegen der vorherigen Drehrichtung zu bewegen. Ob du dich aufrecht oder kopfüber befindest, teilen dir die Lagesinnesorgane in den Vorhofsäckchen mit. Hier siehst du ein solches Lagesinnesorgan einmal vergrößert und du kannst erkennen, dass es ebenfalls aus Sinneszellen mit Sinneshärchen besteht. Allerdings ragen hier die Sinneshärchen in eine Gallertplatte hinein. In diese Gallertplatte sind oben Kalkkristalle eingelagert, die das Gewicht der Platte erhöhen sollen. Bei normaler, also aufrechter Kopfhaltung liegt eines der beiden Lagesinnesorgane in jedem Innenohr waagerecht und das andere senkrecht dazu. Wie nimmst du nun eine Lageänderung wahr? Wenn du deinen Kopf neigst, dann verschiebt sich die Gallertplatte. Diese Bewegung der Gallertplatte verbiegt die Sinneshärchen, die in die Gallertplatte hineinreichen. Der mechanische Reiz der Verbiegung löst in den Sinneszellen eine elektrische Erregung aus. Dieser elektrische Reiz wird über die Nervenfasern ins Gehirn geleitet und dort verarbeitet. Jede Lageänderung deines Kopfes führt zu anderen Erregungen deiner Sinneszellen im Innenohr. Dabei sendet jedes deiner Ohren andere Informationen ans Gehirn. Dein Gehirn bestimmt dann aus dem speziellen Erregungsmuster der Lagesinnesorgane beider Ohren die Stellung deines Kopfes. So bist du in der Lage, das Gleichgewicht deines Körpers jederzeit wiederherzustellen. Zum Schluss wie immer eine kurze Zusammenfassung. Unser Ohr ist ein Gleichgewichtsorgan. Im Innenohr enthält es die Lagesinnesorgane und die Drehsinnesorgane. Eine Lageveränderung des Kopfes löst eine Verbiegung der Sinneshärchen aus. Dieser mechanische Reiz führt zu einer elektrischen Erregung der Lage- und Drehsinneszellen. Über Nervenfasern wird die elektrische Erregung ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet. Mithilfe des Gleichgewichtssinnes können wir jederzeit unsere räumliche Lage bestimmen. So, das war's dann mal wieder. Ich hoffe, dir ist nicht schwindelig geworden. Alles ok? Na dann, tschüss! Bis zum nächsten Mal.

1 Kommentar
  1. Gutes Video

    Von Simon W., vor mehr als 4 Jahren

Das Ohr – Ein Gleichgewichtsorgan Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Das Ohr – Ein Gleichgewichtsorgan kannst du es wiederholen und üben.

  • Gib an, welche Sinnesorgane sich im Ohr befinden.

    Tipps

    Auch wenn das Ohr maßgeblich am Druckausgleich beteiligt ist, gibt es dennoch keinen Drucksinn.

    Lösung

    Nachdem wir uns so intensiv mit dem Ohr als Gleichgewichtsorgan beschäftigt haben, dürfen wir seine Funktion als Hörorgan natürlich nicht vergessen.

    Das Hörsinnesorgan befindet sich in der Schnecke.
    Die Lagesinnesorgane liegen in den Vorhofsäckchen der Schnecke.
    Und die Drehsinnesorgane findest du in den Ampullen der drei Bogengänge.

  • Gib an, in welchem Teil des Ohres das Gleichgewichtsorgan liegt.

    Tipps

    Das Gleichgewichtsorgan setzt sich aus den Lagesinnesorganen und den Drehsinnesorganen zusammen.

    Das Gleichgewichtsorgan befindet sich im Innenohr, nämlich im Vorhof der Hörschnecke und den Bogengängen.

    Lösung

    Das Gleichgewichtsorgan setzt sich aus den Lagesinnesorganen und den Drehsinnesorganen zusammen. Sie liegen im Vorhof der Hörschnecke, bzw. in den Bogengängen. Diese Strukturen siehst du im vergrößerten Ausschnitt rechts.

  • Bestimme, wo sich die Dreh- und die Lagesinnesorgane im Innenohr befinden.

    Tipps

    Die bauchige Ausweitung am Ende eines jeden Bogenganges wird als Ampulle bezeichnet.

    Die Begriffe lauten in alphabetischer Reihenfolge:
    Ampulle, Bogengänge, Drehsinnesorgane, Lagesinnesorgane, Schnecke, Vorhofsäckchen.

    Die Vorhofsäckchen liegen am Anfang der Hörschnecke. Der Vorhof ist mit dem Vorhofgang der Schnecke verbunden.

    Lösung

    Die Drehsinnesorgane liegen am Ende der drei Bogengänge. Diese bauchige Ausweitung wird jeweils als Ampulle bezeichnet.

    Die Lagesinnesorgane befinden sich im Vorhof der Schnecke, genauer in den Vorhofsäckchen.

  • Analysiere Gefahren, die beim Ausfall eines Sinnes resultieren können.

    Tipps

    Beachte die Aufgabenstellung: Denke daran, dass mögliche Gefahren aus dem Verlust eines Sinns entstehen.

    Den Duft von Rosen nicht mehr zu riechen ist zwar ärgerlich, aber nicht gefährlich.

    Der Geschmackssinn der Zunge hilft uns dabei, verdorbene oder giftige Nahrungsmittel zu identifizieren, die oft einen bitteren Geschmack aufweisen.

    Lösung

    Wenn man darüber nachdenkt, möchte man auf keinen seiner Sinne verzichten. Auch wenn es bei manchen Sinnen offensichtlicher ist als bei anderen – wichtig sind sie alle.

    • Sehsinn (Augen): warnt uns vor Hindernissen, spitzen Gegenständen, gefährlichen Stellen (z. B. Abgründe), Feuer ...
    • Hörsinn (Ohren): warnt uns vor Autos im Straßenverkehr (neben den Augen), Explosionen, Warnrufe anderer Personen ...
    • Geschmackssinn (Zunge): warnt uns vor giftigen oder verdorbenen Nahrungsmitteln, ...
    • Tastsinn (Haut): warnt uns vor einer heißen Herdplatte, vor Eis, vor zu viel Druck, ...
    • Gerruchssinn (Nase): warnt uns vor giftigen Gasen und anderen Substanzen, Feuer ...
    Neben diesen fünf Sinnen gibt es noch weitere Sinne, wie den Gleichgewichtssinn, den du jetzt bestens kennst, Schmerzempfinden oder den Temperatursinn.

    Andere Tiere besitzen noch weitere Sinne, z. B. den Magnetsinn bei Vögeln oder den Schwingungssinn bei Spinnen.

  • Begründe das entstehende Schwindelgefühl, wenn man sich mehrfach dreht und dann stehen bleibt.

    Tipps

    Das Gleichgewichtsorgan siehst du hier abgebildet. Die drei Bogengänge liegen im Innenohr über der Hörschnecke. Das Gleichgewichtsorgan enthält die Dreh- und die Lagesinnesorgane.

    Lösung

    Wenn wir nach einer starken Drehung wieder geradeaus gucken oder gar gehen möchten, gelingt das kaum. Schuld daran ist die Trägheit der Masse: Die Ohrlymphflüssigkeit in den Bogengängen bewegt sich wegen dieses Prinzips weiter und knickt die Sinneshärchen ab. Diese senden weiter die „Drehinformation“ an das Gehirn, obwohl man sich gar nicht mehr dreht. Das Schwindelgefühl kommt dadurch zustande, dass die Augen dagegen dem Gehirn mitteilen, dass wir stehen. Da das Gehirn nicht „weiß“, welche Information richtig ist und sowieso verwirrt ist, dass zwei widersprüchliche Informationen ankommen, wird uns schwindelig. Erst wenn die Ohrlymphe nicht mehr in Bewegung ist, lässt das Schwindelgefühl nach.

    Hast du mal beobachtet, dass sich die Augen sehr schnell bewegen, wenn wir einen „Drehwurm“ haben? Da die Augen mit dem Ohr verbunden sind, versuchen die Augen, die Drehbewegung auszugleichen und geradeaus zu gucken. Es fällt dann auch schwer, geradeaus zu laufen, da sich die Augen so schnell bewegen. Ganz schön verzwickt, oder?

  • Untersuche den Aufbau des Gleichgewichtsorgans.

    Tipps

    Zur Erinnerung findest du hier eine beschriftete Abbildung vom Aufbau des Ohrs.

    Das Gleichgewichtsorgan ist immer aktiv, da die Schwerkraft auch im Bett wirkt. Deshalb sind mindestens die Lagesinnesorgane aktiv. Wenn wir uns im Bett bewegen, werden auch die Sinneshärchen der Drehsinnesorgane erregt.

    Lösung

    Ich hoffe, du hast keinen DREHWURM bekommen? Dieses Schwindelgefühl kommt zustande, wenn Innenohr und Augen widersprüchliche Informationen an das Gehirn senden.

    Das Gleichgewichtsorgan ist aus den Lagesinnesorganen und den Drehsinnesorganen aufgebaut. Die Drehsinnesorgane befinden sich in den Ampullen der Bogengänge, die Lagesinnesorgane in den beiden Vorhofsäckchen der Schnecke. Daran schließt sich der Vorhofgang an. Er bildet mit dem Schnecken- und dem Paukengang die Hörschnecke. Im Schneckengang befinden sich die Haarsinneszellen. Je nach Frequenz des Geräusches (gibt die Tonhöhe an) werden diese Sinneshärchen an unterschiedlicher Stelle erregt.

    Das Außen- und das Mittelohr sind mit Luft gefüllt. Das Innenohr ist mit Ohrlymphe gefüllt. Das Prinzip der Trägheit der Masse wirkt auch im Gleichgewichtsorgan (deshalb auch der Drehwurm).

    Das Gleichgewichtsorgan ist auch im Schlaf aktiv. Während der Einschlafphase hat man manchmal das Gefühl, man würde fallen und zuckt unwillkürlich zusammen. Das liegt an Fehlinformationen der Sinneshärchen, die auf die Schwerkraft reagieren.