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Taubheit 06:46 min

Textversion des Videos

Transkript Taubheit

Hallo! In Deutschland leben etwa 80.000 gehörlose Menschen. 15% davon haben die Gehörlosigkeit geerbt, bei den anderen wurde sie erworben. Wie kann Gehörlosigkeit entstehen? Wie sieht eine Therapie aus? Wie funktioniert überhaupt hören? Und wie leben gehörlose Menschen in unserer Gesellschaft? In diesem Video wollen wir mehr darüber erfahren.

Überblick über Ohr und Gehör

Wie wird also ein Geräusch wahrgenommen? Klatscht man in die Hände, wird die Luft in Schwingung versetzt. Die schwingende Luft - also die Schallwellen - werden von der Ohrmuschel aufgefangen und ins Innere des Ohrs geleitet. Über den gekrümmten Gehörgang gelangen die Schallwellen zum Trommelfell, das den Gehörgang abschließt.

Durch die Schallwellen gerät das Trommelfell in Schwingung. Diese Schwingungen werden wiederum auf die drei Gehörknöchelchen - Hammer, Amboss und Steigbügel - übertragen und weiter zum Innenohr geleitet. Die Gehörknöchelchen sind die kleinsten Knochen im menschlichen Körper und haben die Aufgabe, die Schwingungen zu verstärken.

Im Innenohr liegen die drei Bogengänge sowie die knöcherne Hörschnecke mit ihren zweieinhalb Windungen - zusammen nennt man das das Cortische Organ. Die Verbiegung der im Innenohr befindlichen Sinneshärchen - der sogenannten Cilien - wird von den Sinnenszellen wahrgenommen und als Reiz über den Hörnerv weiter zum Gehirn geleitet. Dort entsteht der Höreindruck.

Lärm und Beeinträchtigung des Gehörs

Durch zu laute Musik, andauernde Lärmbelastung - z.B. am Arbeitsplatz, Alkohol, Nikotin und einige Medikamente können die Sinneshärchen beeinträchtigt und beschädigt werden. Je mehr Sinneshärchen beschädigt sind, desto schlechter hört man. Untersuchungen an Völkern die tief im Regenwald leben haben gezeigt, dass 70-Jährige noch genauso gut hören können wie 30-Jährige. In unserer Gesellschaft ist das aber so gut wie nie der Fall. Altersschwerhörigkeit ist weit verbreitet.

Taubheit

15% aller Gehörlosen haben ihre Erkrankung geerbt. Bei erblich bedingter Taubheit, ist das Mittelohr, das Innenohr oder der Hörnerv nur unvollständig ausgebildet. Die Geräuschwahrnehmung kann nicht stattfinden.

Die anderen 85% der Gehörlosen haben die Taubheit erworben. Das passiert zum Teil schon im Mutterleib. Meist ist die Ursache dafür eine Infektionskrankheit der Mutter - zum Beispiel Röteln. Andere Ursachen sind Gifte, etwa bestimmte Medikamente wie Antibiotika, Alkohol oder Nikotin.

Auch während der Geburt kann die Hörfähigkeit geschädigt werden - Frühgeburten sind dabei besonders gefährdet. Auch Atemstillstand und mechanische Geburtstraumata gelten als Auslöser. Ursachen für eine erworbene Taubheit nach der Geburt sind Infektionskrankheiten wie Mumps oder Masern oder eine Gehirnhautentzündung - die Meningitis.

Entscheidung für eine bestmögliche Therapie ist eine rasche Diagnose. Deshalb werden heute schon bei Neugeborenen erste Hörtests vorgenommen.

Therapie

Die Therapie wiederum hängt vom Ausmaß der Taubheit ab. Handelt es sich um eine mittlere Schwerhörigkeit, kann mitunter ein Hörgerät die Hörleistung verbessern. Hörgeräte werden entweder direkt im Ohr oder dahinter platziert. Ist die Schwerhörigkeit zu stark, können auch Hörgeräte keine Verbesserung bringen.

In diesem Fall kann ein Implantat - eine Innenohrprothese - eingesetzt werden, was eine gewisse Hörfähigkeit wieder herstellen kann. Das passiert meist zwischen dem 2. und 4. Lebensjahr und erleichtert die Spracherlernung. Menschen lernen Sprechen durch Nachahmung. Ist das Gehör stark geschädigt oder komplett ausgeschaltet, ist es fast unmöglich die Sprache zu erlernen.

Viele Kinder sind auch nur auf einem Ohr taub. In diesem Fall werden sie meist gar nicht behandelt, weil das Hören und das Erlernen der Sprache auch mit nur einem funktionierendem Ohr möglich ist. Eine Therapie wäre aber dennoch ratsam, denn das Ausblenden von Neben- und Störgeräuschen ist nur mit zwei Ohren möglich.

Kinder mit einseitiger Taubheit haben deshalb spätestens in der Schule Nachteile, weil die Konzentrationsfähigkeit aufgrund der nicht ausblendbaren Nebengeräusche schlechter ist als von anderen. Auch das räumliche Hören - also die Bestimmung der Richtung, aus der ein Geräusch kommt - ist mit nur einem Ohr nicht möglich. Das hat etwa eine größere Gefährdung im Straßenverkehr zur Folge. Ein Hörgerät oder ein Implantat für einseitig taube Kinder kann also in jedem Fall hilfreich sein.

Gehörlose untereinander können sich auch mithilfe der Gebärdensprache verständigen. Die Gebärdensprache ist eine Sprache mit eigener Grammatik und länderspezifischen Unterschieden und Dialekten. Zum Buchstabieren von Eigennamen und Fremdwörtern können Gehörlose das Fingeralphabet zur Hilfe nehmen.

Zusammenfassung

Man unterscheidet geerbte und erworbene Gehörlosigkeit. Ursachen für das Erwerben von Taubheit vor oder auch nach der Geburt können Infektionskrankheiten oder Gifte wie Medikamente und Alkohol sein. Früh erkannt, können Hörgeräte und Implantate helfen, die Sprache zu erlernen. Für Gehörlose ist aber vor allem die Gebärdensprache ein wichtiges Instrument zur Verständigung. Tschüss und bis zum nächsten Mal

4 Kommentare
  1. echt gut
    :-)

    Von Samara M., vor etwa einem Monat
  2. echt gut

    Von Luofamilie, vor etwa 2 Monaten
  3. lol lol lol lol lol lol lol lol lol
    :) :) :)

    Von Alichtmaneker, vor 6 Monaten
  4. gut gut gut gut gut gut gut gut gut gut gut gut gut gut gut
    sam sam sam sam ist guter kumpel

    Von Itslearning Nutzer 2535 79801, vor 10 Monaten

Taubheit Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Taubheit kannst du es wiederholen und üben.

  • Beschrifte die Abbildung des menschlichen Ohres.

    Tipps

    Die Gehörknöchelchen haben die Aufgabe, die Schallwellen zu verstärken. Treffen Schallwellen auf das Trommelfell, bringt das zuerst den Hammer in Schwingung, dann den Amboss. Weißt du, wie es weitergeht?

    Die drei Bogengänge befinden sich über der Hörschnecke. Bogengänge und Hörschnecke bilden zusammen das Cortische Organ.

    Lösung

    Schau dir die Abbildung noch einmal an und verfolge, wie sich der Schall ausbreitet:

    1. Schallwellen treffen zuerst auf das Außenohr, zu dem u.a. die Ohrmuschel und der äußere Gehörgang gehören.
    2. Zum Mittelohr gehören u.a. das Trommelfell und die Gehörknöchelchen. Der Schall wird also vom Trommelfell auf die drei Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel übertragen.
    3. Das Innenohr setzt sich u.a. aus der Gehörschnecke und den Bogengängen zusammen. Hier sitzt auch das Gleichgewichtsorgan. Über Haarsinneszellen und Nerven gelangen Informationen an das Gehirn.

  • Gib an, welche Nachteile sich daraus ergeben, wenn man „nur“ auf einem Ohr taub ist.

    Tipps

    Wenn wir das Sprechen erlernen, funktioniert das über Imitation: Eine Person spricht etwas vor, das Kind spricht es nach (oder versucht es zumindest).
    Das funktioniert aber auch bei einseitiger Taubheit. Deshalb wird diese Form der Taubheit auch selten behandelt.

    Ein Hörgerät bietet die Möglichkeit, bei Schwerhörigkeit nicht auf den Hörsinn verzichten zu müssen. Es kann sowohl bei einseitiger als auch bei beidseitiger Schwerhörigkeit eingesetzt werden.

    Lösung

    Auch bei einseitiger Taubheit ist es möglich, für Kinder durch Imitation sprechen zu lernen. Deshalb wird eine einseitige Taubheit oft nicht behandelt.

    Auf einem Ohr taub zu sein ist aber in anderen Lebenslagen durchaus gefährlich. Zum Beispiel im Straßenverkehr. Es ist mit einer einseitigen Taubheit sehr schwer, die Richtung einer Geräuschquelle zuverlässig zu orten. Beim Überqueren der Straße kann es so passieren, dass man ein herannahendes Auto von woanders erwartet.
    Neben dem Richtungshören ist auch das räumliche Hören gestört.

    Auch das Filtern von Hintergrundgeräuschen funktioniert bei einseitiger Taubheit nicht gut. Deshalb ist es vor allem in der Schule, aber auch in einem vollen Restaurant oder in der Straßenbahn schwierig, sich auf ein Gespräch zu konzentrieren, da die Nebengeräusche nur unzureichend unterdrückt werden können.

    Ein Hörgerät kann da Abhilfe schaffen.

  • Arbeite die Lärmbelastung verschiedener Lärmquellen heraus.

    Tipps

    Das Düsenflugzeug ist in dieser Auflistung mit 150 dB die größte Lärmquelle.

    Ist man über längere Zeit Schalldruckpegeln von 85 dB (und mehr) ausgesetzt, sind Gehörschäden eine wahrscheinliche Folge. Umso erschreckender, dass sowohl der Drucklufthammer als auch der Lärm in Diskotheken bis zu 100 dB erreichen können (jeweils 1m Entfernung).

    Ab einem bestimmten Schalldruckpegel ist es auch den Ohren zu viel. Die Schmerzschwelle liegt bei 134 dB. Nur 2 Schallquellen in dieser Liste sind lauter.

    Lösung

    Es ist schon erstaunlich, mit welcher Lärmbelastung (und Lärmbelästigung) unsere Ohren täglich zu kämpfen haben. Da Lautstärke auch in gewisser Weise subjektiv ist, wird jeder die Schmerzgrenze bei sich etwas woanders setzen. Im Folgenden findest du eine Auflistung mit vielen bekannten Schallquellen (die Angaben in dB können je nach Quelle unterschiedlich sein):

    • 150 dB: Feuerwerk, Düsenflugzeug (30m)
    • 140 dB: Gewehrschuss
    • 134 dB: Schmerzschwelle
    • 130 dB: Gewitter
    • 120 dB: Polizeisirene
    • 120 dB: Gehörschäden bei kurzfristiger Einwirkung
    • 110 dB: Rockkonzert
    • 100 dB: Düsenjäger (300m), Diskothek
    • 95 dB: Geige, Presslufthammer
    • 85 dB: Gehörschäden bei langfristiger Einwirkung
    • 80 dB: Güterverkehr, Wecker, Hauptverkehrsstraße
    • 75 dB: volles Restaurant
    • 70 dB: Staubsauger
    • 60 dB: Stimmengeräusche, Fernseher auf Zimmerlautstärke
    • 50 dB: Unterhaltung zwischen zwei Menschen
    • 30 dB: Flüstern
    • 20 dB: Blätterrauschen
    • 10 dB: ruhiges Atmen
    • 0 dB: Hörschwelle
    Erschreckend ist wohl, dass Konzerte, Diskobesuche oder das Geigenspiel Hörschäden nach sich ziehen können, wenn man den jeweiligen Schallquellen zu lange ausgesetzt ist. Auch Feuerwerk ist eine große Belastung für das Gehör.
    Deshalb ist es umso wichtiger, dass man bei Lärmbelastungen wie Konzerten rechtzeitig Schutzmaßnahmen (z.B. Ohrstöpsel) ergreift. Denn einmal geschädigte Hörsinneszellen sind für immer zerstört!

  • Fasse mögliche Beeinträchtigungen von Haarsinneszellen zusammen.

    Tipps

    Durch Drogen (wie Alkohol oder Nikotin) können die Haarsinneszellen geschädigt werden.

    Zu laute Musik oder andere laute Lärmquellen (z.B. Presslufthammer, Flugzeug, Feuerwerk) können die feinen Sinneshärchen ebenfalls schädigen.

    Müde oder gestresste Menschen hören vielleicht nicht richtig zu. Das hat aber nichts mit beschädigten Haarsinneszellen zu tun.

    Lösung

    Eine Beeinträchtigung des Gehörs kann viele Ursachen haben. Dabei ist es nicht verwunderlich, dass vor allem laute Musik und andere Lärmquellen die feinen Haarsinneszellen schädigen können. Aber auch Drogen wie Alkohol oder Nikotin und auch Medikamente können das Gehör negativ beeinträchtigen. Denn Drogen (und Medikamente) beeinflussen meistens die Signalübertragung im Nervensystem. Und da auch die Haarsinneszellen mit Nerven verbunden sind, kann die Signalübertragung gestört werden.

    Vitamine, Milch, verdeckte Augen, Stress oder Müdigkeit können vielleicht das allgemeine Befinden stören, sind aber keine Ursachen für geschädigte Sinneshärchen im Ohr.

  • Erläutere die Funktion eines Hörgerätes.

    Tipps

    Hörgeräte verstärken den Schall. Deshalb können sie nur zur Anwendung kommen, wenn keine Defekte im Mittel- oder Innenohr (z.B. der Hörschnecke) vorliegen.

    Cochlea steht im Lateinischen für Schnecke oder Schneckengehäuse. Die Hörschnecke ist Teil des Innenohrs. Ist es in seiner Funktion gestört, kann ein Cochlea-Implantat Abhilfe schaffen.

    Die Hörsinneszellen wandeln die mechanischen Schwingungen der Schall- bzw. Druckwellen in elektrische Signale um. Elektrische Impulse sind die „Sprache“ des Nervensystems.

    Lösung

    Hörgeräte verstärken den Schall. Deshalb können sie nur zur Anwendung kommen, wenn keine Defekte im Mittel- oder Innenohr (z.B. der Hörschnecke) vorliegen. Über ein Mikrofon werden Schallwellen aufgenommen. Ein Lautsprecher befindet sich nahe des Trommelfells, wo die Schallwellen nun wesentlich stärker ankommen. Moderne Hörgeräte machen Geräusche aber nicht nur lauter, sie filtern sie auch, um so störenden Hintergrundlärm auszublenden.

    Cochlea steht im Lateinischen für Schnecke oder Schneckengehäuse. Die Hörschnecke ist Teil des Innenohrs. Ist es in seiner Funktion gestört, kann ein Cochlea-Implantat Abhilfe schaffen. Dieses stellt eine direkte Verbindung zum Hörnerv her und wandelt die mechanischen Schwingungen der Schall- bzw. Druckwellen in elektrische Signale um. Elektrische Impulse sind die „Sprache“ des Nervensystems. Ein Teil dieser Innenohrprothese wird, wie das Hörgerät auch, hinter dem Ohr getragen. Voraussetzung für das Implantat ist ein funktionierender Hörnerv.

  • Untersuche die Gebärdensprache als Kommunikationsmedium.

    Tipps

    Die Gestik (Bewegungen der Arme, Hände, Kopf) sind für die Gebärdensprache ebenso wichtig wie die Finger- und Handhaltung.

    Auch die Körperhaltung ist für die Gebärdensprache relevant.

    Lösung

    Die Gebärdensprache ist ein Mittel zur Kommunikation zwischen nicht oder schwer hörenden Menschen. Sie umfasst die Gestik, insbesondere die Haltung der Hände und Finger, die Mimik, lautlos gesprochene Wörter und auch die Körperhaltung.
    Rund 140 verschiedene Gebärdensprachen gibt es weltweit. Gebärdensprache besitzt eine eigene Grammatik und weist sprachliche Unterschiede auf.

    Menschen, die unter Schwerhörigkeit oder Taubheit leiden, können entsprechend nicht oder gar nicht hören. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Sprechlautstärke und die Sprechmelodie nicht Teil der Gebärdensprache sind. Auch die Anzahl von Wimpernschlägen, Knacklauten oder Ohrenwackeln sind für die Gebärdensprache unerheblich.