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Blutspende 05:50 min

Textversion des Videos

Transkript Blutspende

Hallo. Bei Operationen, Verkehrsunfällen und der Behandlungen schwerer Krankheiten brauchen viele Patienten fremdes Blut und Blutplasma. Deshalb sind sie auf Spenden angewiesen. In Deutschland zum Beispiel werden täglich circa 15000 Blutspenden benötigt. Blutplasma muss sogar im Umfang von 200000 Litern pro Jahr importiert werden, zum Beispiel aus den USA. Was man unter Blut- und Plasmaspenden versteht, warum die Blutgruppe so wichtig ist, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es gibt und mehr Infos wie und ab wann Blut gespendet werden darf, erfährst du in diesem Video. Schauen wir uns zunächst an, was man unter einer Blut- oder Plasmaspende versteht. Hier wird freiwillig circa ein halber Liter Blut von Fachpersonal entnommen, untersucht und aufbereitet, um es für medizinische oder wissenschaftliche Zwecke zu verwenden. Spender und Spenderin werden zuvor auf Krankheiten wie HIV oder Gelbsucht gecheckt und müssen einen Fragebogen ausfüllen. Die geläufigste Form ist die Vollblutspende. Vier bis sechs Wochen vor einer Operation wird oft eine Eigenblutspende durchgeführt. Dabei wird dem oder der Patientin mehrmals Blut abgenommen, eingelagert und bei Blutverlust während des Eingriffs verwendet. Natürlich können auch einzelne Blutbestandteile entnommen werden. Bei einer Plasmaspende wird zum Beispiel nur die gelbe, klare Plasmaflüssigkeit entnommen. Die Zellen im Blut, also die roten und weißen Blutkörperchen, Blutplättchen und so weiter, werden noch während der Spende in den Körper des Freiwilligen zurückgeführt. Diese Trennung heißt Plasmapherese. Wichtig bei einer Transfusion, also der Einführung des gespendeten Blutes oder Plasmas in den Kreislauf des Empfängers ist, dass beide Blutgruppen, also die des Spenders und des Empfängers, zueinander passen. In Notsituationen werden auch Blutkonserven mit Konzentraten verwendet, die möglichst wenig Antikörper enthalten. Das sind Eiweiße im Blut, die mit bestimmten Eiweiß-Zucker-Verbindungen, den Antigenen, auf der Oberfläche roter Blutzellen nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip reagieren. Wird Blut der falschen Blutgruppe gespendet, sind die Folgen fatal: Das Blut verklumpt. Schauen wir uns noch kurz die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Blut- und Plasmaspenden an. Bei beiden Verfahren ist es wichtig, dass Spender und Empfänger miteinander verträgliche Antigene und Antikörper haben. Bei beiden Eingriffen werden Spender und Spenderin nach gesundheitlich ähnlichen Kriterien gecheckt. Während bei der Blutspende alle Bestandteile entnommen werden, wird bei einer Plasmaspende nur das Plasma gewonnen. Deshalb kann theoretisch jeden dritten Tag gespendet werden, während Blut von Männern nur circa sechs Mal, von Frauen sogar nur vier Mal im Jahr gespendet werden darf. Eine Plasmaspende dauert circa 45 bis 60 Minuten, eine Blutspende nur 20 bis 30 Minuten. Kommen wir zu den konkreten Infos, unter welchen Voraussetzungen gespendet werden darf. In Deutschland musst du zwischen 18 und 68 Jahre alt sein. Außerdem gesund, über 50 Kilogramm wiegen und darfst nicht schwanger sein. Zum Spenden musst du einen gültigen Ausweis mitbringen. Außerdem wird mit einem Fragebogen geprüft, ob du zu einer sogenannten Risikogruppe gehörst. Dabei wird zum Beispiel deine Krankheit- und Reisegeschichte abgefragt. Hattest du beispielsweise schon mal Malaria, darfst du nicht spenden, da dadurch andere gefährdet werden können. Auch Menschen, die verschiedene Sexualpartnerinnen haben, werden nicht zugelassen. Eine in Deutschland veraltete Regelung ist, dass homo- oder bisexuelle Männer ebenfalls dieser Gruppe zugeordnet werden und nicht spenden dürfen. Das wird damit begründet, dass das Blut nicht in andere Länder exportiert werden kann, die vielleicht homophobe, also schwulenfeindliche, Gesetze haben. Nach der Spende sollte man sich ausruhen und viel trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Fassen wir nochmal zusammen: Blut- und Plasmaspenden sind wichtig, um Transfusionen nach Verkehrsunfällen, Operationen oder zur Behandlung von Krankheiten durchzuführen. Dabei unterscheidet man Vollblut- und Eigenblutspenden von zum Beispiel der Plasmaspende, bei der alle Blutbestandteile außer das Blutplasma in den Körper zurückgeführt werden. Bei allen Verfahren ist es wichtig, dass im Blut des Spenders oder der Spenderin keine Antikörper enthalten sind, die mit den Antigenen auf der Oberfläche der Blutzellen der Empfänger oder der Empfängerin nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip reagieren. Dann verklumpt das Blut. Plasma darf viel öfter gespendet werden als Vollblut. Spenden dürfen nur Volljährige, die gesund sind, über 50 Kilogramm wiegen und ihren Ausweis mitbringen. Mehr Informationen findest du im Internet. Vielleicht wurde ja dein Interesse geweckt. Tschüss und bis zum nächsten Mal.

1 Kommentar
  1. Gutes Video!

    Von Robin L., vor fast 2 Jahren

Blutspende Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Blutspende kannst du es wiederholen und üben.

  • Fasse die Unterschiede zwischen Blutspende und Plasmaspende zusammen.

    Tipps

    Der Name Plasmaspende verrät es dir schon: Hier wird nur das Blutplasma entnommen.

    Die Plasmaspende dauert länger als die Blutspende, dafür ist die Belastung für den Körper deutlich geringer.

    Lösung

    Die Unterschiede zwischen Blut- und Plasmaspende liegen vor allem in dem „Material“, das der Körper abgibt. Bei der Blutspende (auch Vollblutspende) spendet man etwa einen halben Liter Blut mit allen Bestandteilen. Dementsprechend lange dauert es dann auch, bis sich der Körper davon vollständig erholt hat. Deswegen darf man nur 4-6 mal im Jahr Blut spenden. Da das Blut während der Spende nicht weiter bearbeitet wird, dauert eine Blutspende nur etwa 20-30 min. Eine besondere Form der Vollblutspende ist die Eigenblutspende: Hier spendet der betroffene Patient einige Wochen vor einer Operation wiederholt Blut. Dieses Blut bekommt er dann bei der Operation oder danach, falls nötig, als Transfusion. Beim eigenen Blut ist die Wahrscheinlichkeit für Probleme bei der Transfusion am geringsten.

    Bei der Plasmaspende wird nur das Blutplasma gespendet. Dafür läuft das Blut während der Spende durch eine Maschine. Dort wird das Plasma von den restlichen Blutbestandteilen getrennt. Diese fließen zurück in den Körper des Spenders, sodass er kaum rote Blutkörperchen verliert. Die roten Blutkörperchen sind ein besonders wichtiger Bestandteil des Blutes, weil sie für den Sauerstofftransport verantwortlich sind. Wegen des aufwändigen Verfahrens dauert eine Plasmaspende 40-60 min. Gleichzeitig ist die Belastung für den Körper deutlich geringer, da er nur den Flüssigkeitsverlust ausgleichen muss. Andere Bestandteile des Blutes gehen kaum verloren. So ist eine Plasmaspende jeden 3. Tag möglich.

    Zusatzinfo: Obwohl in Deutschland täglich mehrere Blutspendeaktionen laufen und es in Kliniken immer möglich ist, Blut zu spenden, ist der Bedarf an weiteren Blut- und Plasmaspenden groß. Merk dir das! Wenn du 18 bist, kannst du auch Blut spenden gehen. Oder jetzt schon deine Eltern zur nächsten Blutspende schicken.

  • Nenne Gründe für eine Bluttransfusion.

    Tipps

    Eine Bluttransfusion ist immer dann nötig, wenn ein Mensch viel Blut verloren hat.

    Beim Tätowieren verliert man gar kein oder nur ganz wenig Blut.

    Lösung

    Eine Bluttransfusion ist nur dann nötig, wenn man große Mengen an Blut verloren hat. Ab dem Verlust von etwa einem Liter Blut wird es für den menschlichen Körper gefährlich. Deswegen darf man bei einer Blutspende auch nur einen halben Liter Blut abgeben. Wann der Blutverlust für den einzelnen Menschen tatsächlich lebensbedrohlich wird, hängt von Größe, Gewicht, Geschlecht und weiteren Faktoren ab.

    (Auto)Unfälle, Operationen oder Krankheiten, bei denen die Blutbildung gestört ist, können Gründe für eine Bluttransfusion sein. Wenn der Patient hierbei viel Blut verliert (bzw. im letzten Fall selbst nicht genug bilden kann), ist eine Blutspende nötig. Bei Schürfwunden oder nach dem Tätowieren hat man nur wenig (oder gar kein) Blut verloren. Diesen geringen Verlust kann der Körper auch ohne Hilfe ausgleichen. Wenn man dauerhaft müde ist, hilft keine Bluttransfusion. Da ist Schlaf das beste Mittel.

  • Gib wieder, warum die passende Blutgruppe für die Transfusion wichtig ist.

    Tipps

    Eine Bluttransfusion der falschen Blutgruppe kann tatsächlich lebensbedrohlich sein.

    Die meisten Blutgruppen besitzen Antikörper gegen die Antigene anderer Blutgruppen.

    Lösung

    Bei einer Bluttransfusion ist die richtige Blutgruppe des Spenderblutes extrem wichtig. Jede Blutgruppe ist nur mit bestimmten anderen Blutgruppen kompatibel. Kommt es aus Versehen zur Transfusion einer falschen Blutgruppe, kann das schwere Folgen haben. Gelangt Blut einer nicht passenden Blutgruppe in den Körper, verklumpen die verschiedenen Blutzellen miteinander. Das führt zu verstopften Adern und unter Umständen zum Tod.

    Aber keine Angst, vor jeder Bluttransfusion werden die Blutgruppe des Patienten und die der Transfusion nochmal kontrolliert. So kann nichts schief gehen.

  • Zeige, wo das Schlüssel-Schloss-Prinzip in der Biologie noch Anwendung findet.

    Tipps

    Zur Erinnerung: Beim Schlüssel-Schloss-Prinzip wird die Verbindung zweier Moleküle modellhaft dargestellt. Dabei passt das eine Molekül wie ein Schlüssel in das Schloss, also das zweite Molekül. Dabei ist diese Verbindung nicht von Dauer.

    Hier siehst du einen Enzym-Substrat-Komplex. Das Substrat ist grün, das Enzym braun.

    Lösung

    Das Modell des Schlüssel-Schloss-Prinzips lässt sich neben den Blutgruppen auch auf den Bereich der Enzyme (Enzymatik), der Hormone (Endokrinologie) und der Immunabwehr des Körpers anwenden.

    Die Nährstoffaufnahme durch Pflanzen und der Wundverschluss durch Blutgerinnung lassen sich jedoch nicht durch dieses Modell erklären.

    Die Nährstoffaufnahme der Pflanze läuft über die Wurzel. Es ist auch richtig, dass die Nährstoffe teilweise mithilfe von Kanalproteinen in das Zellinnere transportiert werden. Jedoch geht das Nährstoffmolekül dabei keine Schlüssel-Schloss-Bindung mit dem Kanalprotein ein.

    Der Wundverschluss mithilfe von Thrombozyten hat ebenfalls nichts mit dem Schlüssel-Schloss-Prinzip zu tun. Die Thrombozyten verkleben aufgrund ihrer Oberfläche miteinander. Im aktivierten Zustand sind sie kugelförmig und haben lange Zellfortsätze, mit denen sie untereinander verkleben. Hier sind alle Zellen gleich gestaltet, ganz anders als beim Schlüssel-Schloss-Prinzip.

  • Leite her, warum die Voraussetzungen zum Blutspenden erfüllt sein müssen.

    Tipps

    Mit dem Erreichen der Volljährigkeit ist die Wachstumsphase des Körpers meist abgeschlossen. Eine Blutspende beeinflusst dann nicht mehr die Entwicklung des Jugendlichen.

    Personen mit einer schweren Infektionskrankheit (z. B. Hepatitis oder HIV), mit Herz- und Gefäßerkrankungen oder mit häufig wechselnden Sexualpartnern und noch ein paar weitere Personen gehören zu den Risikogruppen. Ihr Blut darf nicht für Transfusionen verwendet werden, da es für den Empfänger gefährlich sein kann.

    Lösung

    Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Gründe, warum man nicht zu einer Blutspende zugelassen werden kann. Entweder schadet die Blutspende dem Spender selbst oder das Spenderblut ist nicht in Ordnung und eine Transfusion würde den Empfänger gefährden.

    Damit der erstgenannte Fall nicht eintritt, müssen Blutspender körperlich fit und gesund sein. Das wird zum einen durch das Körpergewicht und den Blutdruck überprüft. Ein Blutspender muss mindestens 50 kg wiegen. Menschen, die weniger wiegen, sind je nach Größe nah am Untergewicht oder bereits untergewichtig. Ihr Körper ist geschwächt und sie besitzen oft schon weniger Blut als gut für sie ist. Ein stabiler Blutdruck weist darauf hin, dass das Herz-Kreislauf-System des Spenders gut funktioniert und hier keine Krankheiten vorliegen. Zudem wird der Hämoglobinwert (Hb-Wert) des Blutes gemessen. Er gibt an, wie viel Hämoglobin und damit auch, wie viel Eisen im Blut enthalten ist. Das Hämoglobin ist für den Sauerstofftransport der roten Blutkörperchen über die Blutbahnen zuständig. Ohne Eisen verliert es seine Fähigkeit, Sauerstoff zu binden. Ist der Hb-Wert zu niedrig, darf kein Blut gespendet werden. Es ist für den Körper dann nur schwer oder gar nicht möglich, die nötige Anzahl an roten Blutkörperchen wiederherzustellen.

    Die Altersgrenze von 18 Jahren hat nicht nur rechtliche Gründe. Mit Beginn der Volljährigkeit sind die wichtigsten Wachstumsprozesse im Körper abgeschlossen. Verschiedene Prozesse haben auf den Körper jetzt nicht mehr die gleiche Wirkung wie während der Pubertät. Der Körper kann vieles besser verkraften. Auch eine Blutspende kann jetzt gut kompensiert werden. Im Alter lassen viele Körperfunktionen hingegen wieder nach. Jetzt ist der Körper wieder anfälliger für Einwirkungen von außen. Deswegen ist eine Blutspende ab einem bestimmten Alter nicht mehr ratsam. Dieses Alter wurde auf 68 festgelegt. In Einzelfällen kann ein Arzt aber auch eine Blutspende von älteren Spendern zulassen.

    Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören, dürfen nicht spenden, da ihr Blut eine Gefährdung für den Empfänger darstellt. Neben den bereits genannten gibt es noch weitere Risikogruppen:

    • Personen, die in einem Malariagebiet geboren oder aufgewachsen sind.
    • Personen, die an bösartigen Neoplasmien (Krebs) leiden oder litten.
    • Personen, die Hirnhaut- oder Hornhauttransplantate erhalten haben.
    • alkohol-, drogen- oder medikamentenabhängige Personen
    • etc.
    Neben den dauerhaft von einer Blutspende ausgeschlossenen Risikogruppen gibt es noch Gruppen, die nur zeitweise von einer Spende ausgeschlossen sind. Dazu gehören auch Schwangere. Eine Schwangerschaft ist immer auch eine Belastung für den Kreislauf der Frau. Vor allem die Plazenta muss immer sehr gut durchblutet werden, da hier der Gas- und Nährstoffaustausch zwischen Mutter und Kind stattfindet. Eine Blutspende belastet den Kreislauf von Mutter und Kind also unnötig. In diese Gruppe gehört man z. B. auch kurz nach einer Impfung, nach einer Erkältung, nach einer Zahnarztbehandlung oder einer Antibiotikaeinnahme.

  • Erschließe, wie die unterschiedlichen Blutgruppen zu ihrem Namen kommen.

    Tipps

    Die Blutgruppe AB besitzt zwei verschiedene Arten von Antikörpern.

    Welches Teil gibt den Namen vor? Antigen oder Antikörper?

    Lösung

    Wenn du die Aufgabe richtig lösen konntest, hast du auch verstanden, nach welchem System die Blutgruppen benannt werden. Die vorhandenen Antigene geben den Namen vor. In der rechten Abbildung siehst du nochmal die vier Blutgruppen mit Antigenen und Antikörpern. Es handelt sich dabei nur um schematische Abbildungen. Die Formen und Farben der Antigene und Antikörper sind also nicht realistisch.
    Schauen wir uns nochmal ein paar der vorgeschlagenen Blutgruppen an. Beim ersten Bild in der Aufgabe handelt es sich um Blutgruppe A. Das kannst du an den blauen Dreiecken erkennen, den Antigenen A. Bei dem Bild darunter handelt es sich um die Blutgruppe AB, da hier sowohl Antigene A und B auf dem roten Blutkörperchen sitzen.

    Erinnerst du dich noch, was passiert, wenn bei einer Transfusion die falschen Blutgruppen miteinander gemischt werden? Genau, das Blut verklumpt. Und nach dieser Aufgabe kannst du auch verstehen warum: Würde ein Mensch mit der Blutgruppe A Blut der Blutgruppe B bekommen, dann würden die Antikörper B im Blut des Patienten mit den Antigenen B im Spenderblut eine Verbindung nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip eingehen. Dadurch verklumpt das Blut.
    Menschen mit der Blutgruppe 0 können jeder Blutgruppe Blutzellen spenden, weil sie keine Antigene haben. Deshalb kann es zu keiner Verklumpung kommen.