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Blutkrankheiten

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Team Wissenswelt
Blutkrankheiten
lernst du in der 7. Klasse - 8. Klasse

Grundlagen zum Thema Blutkrankheiten

Inhalt

Was sind Blutkrankheiten? – Biologie

In diesem Lerntext werden Blutkrankheiten einfach erklärt. Der Mensch kann ohne Blut nicht überleben, deswegen wird das Blut auch als flüssiges Organ bezeichnet. Das Blut hat die Aufgabe, Nährstoffe und Sauerstoff durch unseren Körper zu allen Organen zu transportieren. Sauerstoff wird dabei an das Protein Hämoglobin gebunden. Erkrankt nun das Blut oder die Blutbildung ist gestört, kann das schlimme Folgen haben. Welche das sind, sehen wir uns nun an.

Welche Blutkrankheiten gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Blutkrankheiten. Diese können sich durch verschiedene Symptome äußern, die spezifisch für die jeweiligen Krankheiten sind. Einige Beispiele für Blutkrankheiten sind:

  • Leukämie (Blutkrebs)
  • Hämophilie (seltene, vererbte Blutkrankheit)
  • Anämie (Blutarmut)
  • Eisenspeicherkrankheit
  • Krankhafte Vermehrung roter Blutkörperchen (Polyglobulie)

Und wie viele Blutkrankheiten gibt es? Es gibt eine Vielzahl an Blutkrankheiten. Zu den drei häufigsten zählen die Leukämie, die Hämophilie und die Anämie.

Was ist Leukämie? – Blutkrankheiten

Wenn die Bildung der Blutzellen im Knochenmark nicht mehr richtig funktioniert und unkontrolliert weiße Blutkörperchen produziert werden, spricht man von der Leukämie oder Blutkrebs.

Zu Beginn der Krankheit bildet der Körper viele weiße Blutkörperchen und gibt diese in das Blut ab. Die weißen Blutkörperchen haben keine Funktion, aber durch die Überproduktion kommt es zu Problemen mit der Infektabwehr. Es gibt verschiedene Unterformen der Leukämie. Diese können akut oder chronisch sein. Akute Leukämien müssen umgehend behandelt werden, da die weißen Blutzellen explosionsartig zunehmen. Unbehandelt kann eine akute Leukämie innerhalb von nur wenigen Wochen zum Tod führen. Die Leukämiezellen chronischer Leukämien vermehren sich weniger rasch. Diese verlaufen daher deutlich langsamer.

Die Behandlungsmöglichkeiten richten sich nach der Art der Leukämie. Eine chronische Leukämie kann oft mit Medikamenten unter Kontrolle gehalten werden. Gelingt dies nicht, kann eine Stammzelltransplantation erfolgen. Diese Behandlungsform ist jedoch sehr risikoreich. Verschlechtert sich der Zustand des Erkrankten innerhalb kurzer Zeit, bleibt bei der chronischen sowie bei einer akuten Leukämie nur noch die Chemotherapie als Behandlungsmöglichkeit. Der Erkrankte erhält dabei spezielle Medikamente, die Zytostatika genannt werden. Diese hindern zwar die Krebszellen am Wachsen, jedoch richten sie oft auch im Rest des Körpers Schaden an.

Warum Leukämie überhaupt ausbricht, ist noch nicht geklärt. Es wird vermutet, dass verschiedene Chemikalien, atomare Strahlungen oder unerwünschte Nebenwirkungen von Medikamenten die Krankheit auslösen können.

Übersicht Blutkrankheiten: Leukämie Vergleich normales Blutbild

Was ist Hämophilie? – Blutkrankheiten

Wenn die Blutgerinnung gestört ist, handelt es sich um die Bluterkrankheit, die in der Fachsprache Hämophilie genannt wird. Menschen mit dieser Krankheit werden auch als Bluter bezeichnet. Aber warum ist diese Blutkrankheit so gefährlich? Das Problem dabei ist, dass das Blut gar nicht oder nur sehr langsam gerinnt. Das hat zur Folge, dass auch kleinere Wunden zum Verbluten führen können. Die Bluterkrankheit endet unbehandelt tödlich. Sie war sehr lange nur schwer bis gar nicht behandelbar. Heutzutage können den Patienten die fehlenden Gerinnungsfaktoren gespritzt werden. Dadurch funktioniert die Blutgerinnung wieder und der Mensch mit Hämophilie kann leben. Betroffene sind jedoch ihr Leben lang auf die regelmäßige Behandlung mit Gerinnungsfaktoren angewiesen. Hämophilie ist bisher also nur behandelbar, jedoch nicht heilbar.

Hämophilie ist eine genetisch bedingte Blutkrankheit, die hauptsächlich Männer betrifft. Der Defekt, der die Hämophilie hervorruft, liegt nämlich auf dem X-Chromosom. Frauen besitzen davon zwei, während Männer jeweils ein X- und ein Y-Chromosom haben. Bei Frauen kann damit der Gendefekt durch das fehlerlose X-Chromosom ausgeglichen werden, aber bei Männern geht das nicht.

Lange Zeit war die Bluterkrankheit im europäischen Hochadel überproportional stark verbreitet, da man damals nur Mitglieder des gleichen Standes heiratete. Dadurch konnte sich dieser Gendefekt in einer vergleichsweise kleinen Personengruppe stark ausbreiten.

Was ist Anämie? – Blutkrankheiten

Die Blutarmut wird in der Medizin Anämie genannt. Bei dieser Blutkrankheit ist entweder zu wenig Hämoglobin im Blut oder es sind zu wenig rote Blutkörperchen vorhanden. Manchmal kommt auch beides gleichzeitig vor. Ist die Bildung der roten Blutkörperchen gestört, spricht man auch von der Blutkrankheit Thalassämie. Die Folge ist, dass der Körper mit zu wenig Sauerstoff versorgt wird. Der Körper reagiert darauf, indem die Herzfrequenz erhöht wird. So bekommt der Körper trotzdem ausreichend Sauerstoff. Durch das Erhöhen der Herzfrequenz gelangt der Körper jedoch schnell an seine Belastungsgrenze. Leichte Ermüdung, Leistungsschwäche, blasse Hautfarbe und häufige Kopfschmerzen sind die typischen Symptome der Anämie.

Die Behandlung der Blutkrankheit Anämie ist abhängig von der Ursache. Wird die Bildung der roten Blutkörperchen durch Eisenmangel oder Vitamin-B12-Mangel gestört, kann die Krankheit mit entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln behandelt werden.

Wie äußert sich eine Blutkrankheit? Anämie Vergleich normales Blutbild

Blut und Blutkrankheiten

Viele Krankheiten können durch Blutuntersuchungen entdeckt werden. Aus diesem Grund wird dem Patienten bei medizinischen Untersuchungen Blut abgenommen und im Labor weiteruntersucht. Es wird ein Blutbild erstellt. Darauf ist zu erkennen, ob die Blutzusammensetzung – also zum Beispiel die zellulären Bestandteile wie Erythrozyten (rote Blutkörperchen) und Leukozyten (weiße Blutkörperchen) – in Ordnung sind und in der richtigen Anzahl vorliegen. Außerdem kann das Blutbild unter anderem zeigen, ob eine Entzündung im Körper vorliegt, ob ein Herzinfarkt stattgefunden hat, und auch der Mineraliengehalt kann dazu beitragen, herauszufinden, welche Krankheit vorliegt.

Bei Operationen kann der Patient viel Blut verlieren, sodass Blutkonserven griffbereit sein sollten. Allerdings kann nicht jedes Blut verwendet werden. Blut wird in einem sogenannten AB0-System und Rhesussystem klassifiziert. Die folgende Tabelle gibt dir eine Erklärung darüber, wer welche Blutgruppe empfangen darf, ohne dass das Blut gerinnt. Bevor das Blut dem Patienten gegeben wird, wird aber noch eine Kreuzprobe im Labor mit dem Blut des Patienten und der Blutkonserve durchgeführt. Erst wenn diese unauffällig verläuft, bekommt der Patient die Bluttransfusion.

Deine Blutgruppe Du kannst an diese Blutgruppe spenden Du kannst Blut mit dieser Blutgruppe erhalten
AB+ AB+ 0- 0+ B- B+ A- A+ AB- AB+
AB- AB- AB+ 0- B+ A- AB-
A+ A+ AB+ 0- 0+ A- A+
A- A- A+ AB- AB+ 0- A-
B+ B+ AB+ 0- 0+ B- B+
B- B- B+ AB- AB+ 0- B-
0+ 0+ B+ A+ AB+ 0- 0+
0- 0- 0+ B- B+ A- A+ AB- AB+ 0-

Weitere Behandlungsformen und Therapiemöglichkeiten

Im Folgenden wollen wir uns mit weiteren Behandlungen und Therapien gegen Krankheiten des Blutes und der Leber und Niere beschäftigen. Auch wenn nicht direkt eine Blutkrankheit vorliegt, können über die Behandlung des Blutes andere Krankheiten wie Leber- und Nierenschäden therapiert werden.

Im Mittelalter wurde versucht, Krankheiten zu heilen, indem dem Patienten viel Blut abgenommen wurde. Diese Therapie wird als Aderlass bezeichnet. Man dachte, dass sich dadurch die Krankheit verbesserte. Aber es wurde sehr häufig zu viel Blut abgenommen, was lebensbedrohlich ist.

Heutzutage wird eine Art des Aderlasses zur Behandlung von Krankheiten wie der Eisenspeicherkrankheit oder der krankhaften Vermehrung roter Blutkörperchen durchgeführt.

Der Speichel des Medizinischen Blutegels (Hirudo medicinalis) trägt zur Hemmung der Blutgerinnung und Entzündungen bei. Außerdem hat dieser eine antithrombotische und gefäßkrampflösende Wirkung und hat sich aus diesen Gründen in den letzten Jahren als alternative Behandlungsmethode etabliert.

Droht Nieren- oder Leberversagen, wird über eine Dialyse maschinell das Blut gereinigt.

Dieses Video

In diesem Video werden dir einige Erkrankungen, die mit dem Blut zusammenhängen, vorgestellt. Dabei wird auch auf mögliche Diagnosemethoden und Behandlungsmethoden eingegangen. Am Ende wird dir zusätzlich die Funktion von Leber und Nieren erklärt, da diese eine wesentliche Rolle bei der Reinigung des Blutes spielen.

Im Anschluss an das Video und diesen Text findest du Übungsaufgaben, um dein erlerntes Wissen zu überprüfen. Viel Spaß!

Transkript Blutkrankheiten

Das Blut wird auch als flüssiges Organ bezeichnet. Ohne Blut können wir nicht überleben. Es versorgt jeden Teil unseres Körpers mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die Kehrseite: Weil Blut in alle Winkel unseres Körpers kommt, ist es auch ein idealer Weg für verschiedene Krankheitserreger sich im Körper zu verbreiten. Auch das Blut selbst kann erkranken oder die Blutbildung kann gestört werden. Gravierend ist es, wenn die Bildung der Blutzellen im Knochenmark nicht mehr richtig funktioniert. So etwas passiert, wenn man an Leukämie erkrankt. Hier kommt es dazu, dass der Körper unkontrolliert bestimmte weiße Blutkörperchen bildet, die aber keine Funktion mehr haben. Man nennt die Leukämie auch Blutkrebs. Der Beginn dieser Erkrankung zeichnet sich dadurch aus, dass der Körper ganz viele weiße Blutkörperchen bildet und sie ins Blut ausschüttet. Da diese Zellen keine Funktion haben, ist es häufig so, dass man Probleme mit der Infektabwehr bekommt. Die akute Leukämie führt unbehandelt innerhalb weniger Wochen zum Tod. Was eine Leukämie auslösen kann ist noch nicht geklärt. In Verdacht stehen verschiedene Chemikalien, atomare Strahlungen, aber auch eine unerwünschte Nebenwirkung von Medikamenten, wie zum Beispiel Zytostatika kann nicht ausgeschlossen werden. Die Bluterkrankheit wird auch Hämophilie genannt. Bei der Bluterkrankheit ist die Blutgerinnung gestört. Bei blutenden Wunden gerinnt das Blut nicht oder nur sehr langsam. Hämophilie tritt hauptsächlich bei Männern auf. Betroffene Personen werden umgangssprachlich auch als Bluter bezeichnet. Die Bluterkrankheit ist erblich bedingt. Sie war lange Zeit im europäischen Hochadel überproportional stark verbreitet. Damals heiratete man nur Mitglieder des gleichen Standes. Dadurch konnte sich der Gendefekt in einer vergleichsweise kleinen Personengruppe stark ausbreiten. Lange Zeit war die Behandlung der Hämophilie nicht oder nur schwer möglich. Heute werden den betroffenen Personen regelmäßig die fehlenden Gerinnungsfaktoren gespritzt, sodass die Blutgerinnung wieder deutlich besser funktioniert. Die Blutarmut wird auch Anämie genannt. Bei dieser Krankheit ist entweder zu wenig Hämoglobin im Blut oder es sind zu wenig rote Blutkörperchen vorhanden oder auch beides. Dadurch wird nur wenig Sauerstoff zu den Organen transportiert. Um den Körper trotzdem mit Sauerstoff zu versorgen, reagiert der Organismus typischerweise mit einer Steigerung der Herzfrequenz, sodass das wenige Blut den Körper trotzdem noch mit ausreichend Sauerstoff versorgen kann. Dadurch gerät der Körper aber leichter an seine Belastungsgrenzen. Typische Symptome einer Anämie sind: Leichte Ermüdbarkeit, Leistungsschwäche, blasse Hautfarbe und häufig auch Kopfschmerzen. Viele Krankheiten können durch Blutuntersuchungen festgestellt werden. Deshalb werden Patienten beim oder in Krankenhäusern oft als erstes gestochen, um Blut für Untersuchungen abzunehmen. Das Blut wird dann im Krankenhauslabor untersucht. Ein sogenanntes Blutbild wird erstellt, um zu erkennen ob die zellulären Bestandteile wie Erythrozyten und Leukozyten in Ordnung sind. Daneben können viele andere Bestandteile des Blutes untersucht werden. Befinden sich bestimmte Enzyme im Blut wissen Ärzte, ob man zum Beispiel einen Herzinfarkt hatte. Andere Stoffe zeigen, dass sich irgendwo im Körper eine Entzündung befindet. Auch die Mineralien wie Natrium, Magnesium und die Fette wie Cholesterin, aber auch die Antikörper können analysiert werden und zeigen Krankheiten auf. Man kann die Blutgerinnung überprüfen, aber auch die Funktion verschiedener Organe wie Leber und Niere. Im Krankenhaus steht eine Operation bevor. Die Ärzte wissen aus Erfahrung, dass ihr Patient dabei viel Blut verlieren wird. Daran könnte der Mensch sterben. Im Krankenhauslabor kümmert man sich darum, dass rechtzeitig die passenden Blutkonserven bereitgestellt werden. Dazu wird dem Patienten Blut entnommen, damit seine Blutgruppe festgestellt werden kann. In diesem Fall müssen Konserven der Blutgruppe A mit dem Rhesusfaktor positiv in ausreichender Menge beim Blutspendedienst bestellt werden und für die OP griffbereit sein. Noch bevor die Operation beginnt, treffen die Blutkonserven im Krankenhaus ein. Obwohl Blutgruppe und Rhesusfaktor übereinstimmen, muss im Labor getestet werden, ob Patientenblut mit der Blutkonserve Reaktionen hervorruft. Dazu macht der Laborant eine sogenannte Kreuzprobe. Dabei werden einige Tropfen Blut miteinander vermischt. Bereits nach wenigen Minuten ist sichtbar, ob die Blutkonserven geeignet sind. Die Operation kann beginnen. Im Mittelalter versuchten Mediziner häufig ihre Patienten zu heilen, indem sie sie zur Ader ließen oder schröpften. Dabei wurde dem Menschen einfach ganz viel Blut abgenommen, weil man vermutete, dass sich dadurch die Krankheit besserte. Doch häufig übertrieb man die Behandlung in Unkenntnis der Zusammenhänge. Bei einer fachgerechten Behandlung wird dem Patienten aus einer Vene das Blut entnommen. Bei einigen Krankheiten wie der Eisenspeicherkrankheit oder der krankhaften Vermehrung der roten Blutkörperchen ist es noch heute eine gängige Behandlungsmethode. Auch der Einsatz von Blutegeln hat in den vergangenen Jahren eine Renaissance erlebt. Bei seiner Reise durch den Körper reichert sich das Blut nicht nur mit Kohlenstoffdioxid, sondern auch mit Stoffwechselprodukten. Diese Abbauprodukte würden sich im Körper in immer größerer Konzentration ansammeln. Also müssen sie möglichst schnell aus dem Körper entfernt werden. Dazu werden sie über den Blutkreislauf zu Leber und Nieren transportiert und dort ausgeschieden. Vor allem die Leber ist ein effektiver Filter für viele Giftstoffe. Sie kann die unerwünschten Stoffe, seien es Abbauprodukte des Stoffwechsels oder Blutgifte wie Alkohol, Nikotin, aber auch Arsen und Bleiverbindungen aus dem Blut entfernen. Die Giftstoffe werden anschließend mit dem Stuhlgang ausgeschieden. Die Niere hat ebenfalls eine wichtige Filterfunktion und sie sorgt vor allem auch für ein Gleichgewicht der Elektrolyte. Dabei werden dann die schädlichen Stoffe über den Urin entfernt. Bei drohendem Leber- oder Nierenversagen kann für einen gewissen Zeitraum eine maschinelle Blutwäsche, die Dialyse, die Organfunktion übernehmen.

1 Kommentar

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  1. Sehr gut erklärt

    Von Hadilanouz, vor fast 3 Jahren
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