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Blutkrankheiten 07:06 min

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Transkript Blutkrankheiten

Das Blut wird auch als flüssiges Organ bezeichnet. Ohne Blut können wir nicht überleben. Es versorgt jeden Teil unseres Körpers mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die Kehrseite: Weil Blut in alle Winkel unseres Körpers kommt, ist es auch ein idealer Weg für verschiedene Krankheitserreger sich im Körper zu verbreiten. Auch das Blut selbst kann erkranken oder die Blutbildung kann gestört werden. Gravierend ist es, wenn die Bildung der Blutzellen im Knochenmark nicht mehr richtig funktioniert. So etwas passiert, wenn man an Leukämie erkrankt. Hier kommt es dazu, dass der Körper unkontrolliert bestimmte weiße Blutkörperchen bildet, die aber keine Funktion mehr haben. Man nennt die Leukämie auch Blutkrebs. Der Beginn dieser Erkrankung zeichnet sich dadurch aus, dass der Körper ganz viele weiße Blutkörperchen bildet und sie ins Blut ausschüttet. Da diese Zellen keine Funktion haben, ist es häufig so, dass man Probleme mit der Infektabwehr bekommt. Die akute Leukämie führt unbehandelt innerhalb weniger Wochen zum Tod. Was eine Leukämie auslösen kann ist noch nicht geklärt. In Verdacht stehen verschiedene Chemikalien, atomare Strahlungen, aber auch eine unerwünschte Nebenwirkung von Medikamenten, wie zum Beispiel Zytostatika kann nicht ausgeschlossen werden. Die Bluterkrankheit wird auch Hämophilie genannt. Bei der Bluterkrankheit ist die Blutgerinnung gestört. Bei blutenden Wunden gerinnt das Blut nicht oder nur sehr langsam. Hämophilie tritt hauptsächlich bei Männern auf. Betroffene Personen werden umgangssprachlich auch als Bluter bezeichnet. Die Bluterkrankheit ist erblich bedingt. Sie war lange Zeit im europäischen Hochadel überproportional stark verbreitet. Damals heiratete man nur Mitglieder des gleichen Standes. Dadurch konnte sich der Gendefekt in einer vergleichsweise kleinen Personengruppe stark ausbreiten. Lange Zeit war die Behandlung der Hämophilie nicht oder nur schwer möglich. Heute werden den betroffenen Personen regelmäßig die fehlenden Gerinnungsfaktoren gespritzt, sodass die Blutgerinnung wieder deutlich besser funktioniert. Die Blutarmut wird auch Anämie genannt. Bei dieser Krankheit ist entweder zu wenig Hämoglobin im Blut oder es sind zu wenig rote Blutkörperchen vorhanden oder auch beides. Dadurch wird nur wenig Sauerstoff zu den Organen transportiert. Um den Körper trotzdem mit Sauerstoff zu versorgen, reagiert der Organismus typischerweise mit einer Steigerung der Herzfrequenz, sodass das wenige Blut den Körper trotzdem noch mit ausreichend Sauerstoff versorgen kann. Dadurch gerät der Körper aber leichter an seine Belastungsgrenzen. Typische Symptome einer Anämie sind: Leichte Ermüdbarkeit, Leistungsschwäche, blasse Hautfarbe und häufig auch Kopfschmerzen. Viele Krankheiten können durch Blutuntersuchungen festgestellt werden. Deshalb werden Patienten beim oder in Krankenhäusern oft als erstes gestochen, um Blut für Untersuchungen abzunehmen. Das Blut wird dann im Krankenhauslabor untersucht. Ein sogenanntes Blutbild wird erstellt, um zu erkennen ob die zellulären Bestandteile wie Erythrozyten und Leukozyten in Ordnung sind. Daneben können viele andere Bestandteile des Blutes untersucht werden. Befinden sich bestimmte Enzyme im Blut wissen Ärzte, ob man zum Beispiel einen Herzinfarkt hatte. Andere Stoffe zeigen, dass sich irgendwo im Körper eine Entzündung befindet. Auch die Mineralien wie Natrium, Magnesium und die Fette wie Cholesterin, aber auch die Antikörper können analysiert werden und zeigen Krankheiten auf. Man kann die Blutgerinnung überprüfen, aber auch die Funktion verschiedener Organe wie Leber und Niere. Im Krankenhaus steht eine Operation bevor. Die Ärzte wissen aus Erfahrung, dass ihr Patient dabei viel Blut verlieren wird. Daran könnte der Mensch sterben. Im Krankenhauslabor kümmert man sich darum, dass rechtzeitig die passenden Blutkonserven bereitgestellt werden. Dazu wird dem Patienten Blut entnommen, damit seine Blutgruppe festgestellt werden kann. In diesem Fall müssen Konserven der Blutgruppe A mit dem Rhesusfaktor positiv in ausreichender Menge beim Blutspendedienst bestellt werden und für die OP griffbereit sein. Noch bevor die Operation beginnt, treffen die Blutkonserven im Krankenhaus ein. Obwohl Blutgruppe und Rhesusfaktor übereinstimmen, muss im Labor getestet werden, ob Patientenblut mit der Blutkonserve Reaktionen hervorruft. Dazu macht der Laborant eine sogenannte Kreuzprobe. Dabei werden einige Tropfen Blut miteinander vermischt. Bereits nach wenigen Minuten ist sichtbar, ob die Blutkonserven geeignet sind. Die Operation kann beginnen. Im Mittelalter versuchten Mediziner häufig ihre Patienten zu heilen, indem sie sie zur Ader ließen oder schröpften. Dabei wurde dem Menschen einfach ganz viel Blut abgenommen, weil man vermutete, dass sich dadurch die Krankheit besserte. Doch häufig übertrieb man die Behandlung in Unkenntnis der Zusammenhänge. Bei einer fachgerechten Behandlung wird dem Patienten aus einer Vene das Blut entnommen. Bei einigen Krankheiten wie der Eisenspeicherkrankheit oder der krankhaften Vermehrung der roten Blutkörperchen ist es noch heute eine gängige Behandlungsmethode. Auch der Einsatz von Blutegeln hat in den vergangenen Jahren eine Renaissance erlebt. Bei seiner Reise durch den Körper reichert sich das Blut nicht nur mit Kohlenstoffdioxid, sondern auch mit Stoffwechselprodukten. Diese Abbauprodukte würden sich im Körper in immer größerer Konzentration ansammeln. Also müssen sie möglichst schnell aus dem Körper entfernt werden. Dazu werden sie über den Blutkreislauf zu Leber und Nieren transportiert und dort ausgeschieden. Vor allem die Leber ist ein effektiver Filter für viele Giftstoffe. Sie kann die unerwünschten Stoffe, seien es Abbauprodukte des Stoffwechsels oder Blutgifte wie Alkohol, Nikotin, aber auch Arsen und Bleiverbindungen aus dem Blut entfernen. Die Giftstoffe werden anschließend mit dem Stuhlgang ausgeschieden. Die Niere hat ebenfalls eine wichtige Filterfunktion und sie sorgt vor allem auch für ein Gleichgewicht der Elektrolyte. Dabei werden dann die schädlichen Stoffe über den Urin entfernt. Bei drohendem Leber- oder Nierenversagen kann für einen gewissen Zeitraum eine maschinelle Blutwäsche, die Dialyse, die Organfunktion übernehmen.

1 Kommentar
  1. Sehr gut erklärt

    Von Hadilanouz, vor 9 Monaten