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Tonleitern 07:04 min

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Transkript Tonleitern

Das Thema dieses Films sind die verschiedenen Tonleitern in der Musik. Das abendländische Tonsystem ist in Oktavräume von zwölf Halbtonschritten eingeteilt. Diese entsprechen genau 12 Tönen. Unsere zeitgenössische Musik entsteht durch die Variation dieser zwölf Töne. Welche der zwölf Töne nun vorrangig in einem Stück verwendet werden, bestimmt die Tonart und damit die entsprechende Tonleiter. Heute werden vor allem die Dur- und die Moll-Tonleitern verwendet. Sie bestehen jeweils aus 7 Tönen, unterscheiden sich aber in einer Sache, nämlich den Abständen zwischen den einzelnen Tönen. Die Abfolge der sieben Stammtöne ausgehend von Ton C entspricht zum Beispiel der C-Dur-Tonleiter. Die ersten beiden Tonabstände betragen einen Ganztonschritt. Dann gibt es den ersten Halbtonschritt zwischen E und F, gefolgt von drei weiteren Ganztonschritten und zuletzt der zweite Halbtonschritt zwischen H und C. Diese Abfolge der Abstände zwischen den sieben Tönen ist charakteristisch für jede Dur-Tonleiter. Mit etwas Köpfchen kann man daher nun jede Dur-Tonleiter bilden, zum Beispiel die G-Dur-Tonleiter, bei der genau das G der Grundton ist. Die ersten beiden Ganztonschritte entsprechen den Tönen A und H. Jetzt kommt der erste Halbtonschritt zum C. Dann folgen wieder drei Ganztonschritte, also D, E und Fis. Und mit dem letzten Halbtonschritt gelangt man wieder zum Grundton, dem G. Nach diesem Schema lassen sich, ausgehend vom jeweiligen Grundton, alle zwölf Dur-Tonarten erschließen. Bei einigen der Dur-Tonleitern müssen dazu nur wenige Stammtöne erhöht oder erniedrigt werden, wie wir bei der G-Dur-Tonleiter gesehen haben. Es gibt aber auch Tonleitern, bei denen eine ganze Menge an Stammtönen erhöht oder erniedrigt werden, zum Beispiel bei Fis-Dur. Hier erfordert das Lesen der Noten dann schon ein bisschen Übung. Neben der Dur-Tonleiter gibt es verschiedene Moll-Tonleitern, die sich von dieser durch andere charakteristische Abstände zwischen den sieben Tönen unterscheiden. Am häufigsten verwendet wird heute die reine Moll-Tonleiter. Die für sie charakteristischen Tonabstände lassen sich gut an der Abfolge der sieben Stammtöne der a-Moll-Tonleiter aufzeigen. Wie sich aus dem Namen der Tonleiter schließen lässt, bildet der Ton A den Grundton. Der Abstand zwischen den ersten beiden Tönen entspricht einem Ganztonschritt. Nun folgt bereits der erste Halbtonschritt. Als nächstes gibt es dann zwei Ganztonschritte, der zweite Halbtonschritt folgt. Den Abschluss bilden wieder zwei Ganztonschritte. Mit diesen für die reinen Moll-Tonleitern typischen Abständen, lassen sich nun alle zwölf reinen Moll-Tonleitern bilden. Am Beispiel der e-Moll-Tonleiter sieht das so aus. Sie startet mit dem Grundton E. Es folgt der erste Ganztonschritt zum Fis. Der erste Halbtonschritt führt dann zum Ton E, die beiden nächsten Ganztonschritte zu A und H. Dann folgt der zweite Halbtonschritt zum C. Und schließlich führen die beiden letzten Ganztonschritte über das D wieder zum E. Neben der reinen gibt es noch die harmonische und die melodische Moll-Tonleiter. Alle beginnen gleich, mit einem Ganztonschritt, einem Halbtonschritt und dann wieder zwei Ganztonschritten. Bei der harmonischen Moll-Tonleiter sind die Abstände zwischen den letzten vier Tönen, dann ein Halbtonschritt, ein Eineinhalbtonschritt und wieder ein Halbtonschritt. Bei der melodischen Moll-Tonleiter folgen stattdessen zwei Ganztonschritte und ein Halbtonschritt. Beim Bilden der harmonischen e-Moll-Tonleiter sind also die ersten vier Tonabstände identisch mit denen der reinen e-Moll-Tonleiter. Dann folgt ein Halbtonschritt, also das C. Der Eineinhalbtonschritt entspricht dem Dis. Mit dem letzten Halbtonschritt gelangt man wieder zum Grundton, dem E. Auch die ersten fünf Töne der melodischen e-Moll-Tonleiter entsprechen denen der reinen e-Moll-Tonleiter. Auf das H folgen dann aber zwei Ganztonschritte, also Cis und Dis. Der letzte Halbtonschritt führt wieder zum Grundton E. Lernt man also die jeweiligen Tonabstände der einzelnen Tonleitern auswendig, lassen sich ganz einfach alle möglichen Tonarten bestimmen. Und wer die Töne der einzelnen Tonleitern und damit auch der entsprechenden Tonarten verinnerlicht hat, dem fällt es auch leichter, Stücke mit vielen Vorzeichen vom Blatt zu spielen. Alle Dur- und Moll-Tonarten zusammen ergeben übrigens das sogenannte Dur-Moll-tonale Tonsystem, das unsere zeitgenössische westliche Musik bestimmt. Es hat seit dem 17. und 18. Jahrhundert das bis dahin vorherrschende System der Kirchentonarten, abgelöst. Tatsächlich gibt es aber zum Beispiel in der arabischen oder indischen Musik auch noch ganz anders gelagerte Tonsysteme und entsprechende Tonleitern.