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Pjotr Iljitsch Tschaikowski 04:00 min

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Transkript Pjotr Iljitsch Tschaikowski

Im Oktober 1893 wird in Petersburg die 6.Symphonie in h-Moll genannt „Pathetique“ von Pjotr Iljitsch Tschaikowski uraufgeführt. Der Komponist dirigiert selbst. Das Publikum empfängt das neue Werk des russischen Meisters kalt. Dieser ist wegen des Misserfolgs tief enttäuscht. Tschaikowski ist 53 Jahre alt und gilt als einer der größten lebenden Komponisten. Seine vorangegangenen Kompositionen, vor allem die Ballette “Schwanensee“, “Der Nussknacker“ und “Dornröschen“, haben ihm zu internationalem Ruhm verholfen. Die ersten Hinweise auf die Idee der „Pathetique“ gehen auf den Februar des Jahres 1893 zurück. In einem Brief an seinen Neffen schreibt Tschaikowski: “Als ich mich im vergangenen Dezember nach Paris begeben habe, ist mir die Idee zu einer Programmsymphonie gekommen, die für alle ein Rätsel bleiben wird. Das Programm bezieht sich auf sehr persönliche Erfahrungen und ich verheimliche es nicht! Während ich im Geiste daran arbeitete, habe ich viel geweint. Kaum war ich zu Hause, habe ich in aller Eile die ersten Notizen hingeworfen. Die Arbeit ist so schnell voran gegangen, dass das erste Tempo nach weniger als vier Tagen vollendet war.” In formaler Hinsicht, weist die 6.Symphonie zahlreiche Neuheiten auf. So wird das Finale nicht von einem lauten Allegro, sondern einem breiten Adagio gebildet. Die Arbeit an der Komposition erfüllt Tschaikowski mit großem Enthusiasmus, der ihn treibt, das Werk in einem Guss fertigzustellen. Im Juni 1893 erfolgt allerdings eine Unterbrechung. Der berühmte Musiker reist nach England, wo er seine 4.Symphonie dirigiert und an der Universität von Cambridge den Doktortitel honoris causa verliehen bekommt. Nach Russland zurückgekehrt, nimmt Tschaikowski die Arbeit sofort wieder auf und beginnt die Instrumentierung des Werkes. Den Elan der Anfangszeit erreicht er aber nicht mehr. Vor allem wegen häufiger Depressionen, die ihn quälen. Trotzdem ist die Symphonie zum Ende des Sommers fertig und die Proben beginnen. Schon nach der ersten Aufführung rät sein Bruder, Tschaikowski die Symphonie „Pathetique“ zu nennen. Das autobiografische Programm, das in großer Ausdruckskraft und heftigen Stimmungsschwankungen seinen Niederschlag findet, ist vor allem auf den ersten und letzten Satz konzentriert. Der erste Satz zeigt schöne Proportionen. Verschiedene Themen werden vorgestellt und tauchen in Variationen wieder auf. Das große Adagio am Schluss der Symphonie beginnt mit Episoden von großem Gefühlsreichtum und geht dann in feierliche Ruhe über, die an Vorahnungen des Todes erinnert. Tatsächlich stirbt Tschaikowski kurz nach der Uraufführung am 6.November 1893 als Opfer einer Cholera Epidemie.