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Lernmethoden – Übungen für die Schule und Zuhause 07:52 min

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Transkript Lernmethoden – Übungen für die Schule und Zuhause

Lernmethoden, Übungen für die Schule und Zuhause. Unser Gehirn. Alles, was uns stark interessiert oder von besonderer Bedeutung für uns ist, lernt es beinahe von selbst. Alles andere müssen wir aktiv lernen. Die beste Art, aktiv zu lernen, ist gehirngerecht zu lernen. Die Routen- oder Loci-Methode und das Mastersystem sind zwei der ältesten und besten Methoden, gehirngerecht zu lernen. Beide haben gemeinsam, dass sie unsere Fantasie nutzen, um nüchterne Informationen für uns merkbar zu machen. Der Trick dabei ist, beim Lernen beide Gehirnhälften zu aktivieren. Die Routen-, oder Loci-Methode. Bereits die alten Römer benutzten sie, „Loci“ bedeutet Lateinisch „Ort“. Die Loci-Methode eignet sich, wenn man sich große Mengen an Zahlen und Fakten oder Daten merken muss, beispielsweise Formeln für den Chemie- und Physikunterricht oder Namen für den Geschichts- oder Gemeinschaftskundeunterricht. Wie funktioniert sie? Zunächst sucht man sich eine feste Route in seiner Umgebung, zum Beispiel eine Route durch das eigene Zimmer, von der Tür geht es zum Schrank, von dort zum Schreibtisch, dann auf den Stuhl und so weiter. Als Beispiel die Namen der Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland Heuss, Lübke, Heinemann, Scheel in der Reihenfolge ihrer Amtszeit. Besonders geeignet ist die Routenmethode nämlich für Daten, die in einer bestimmten Reihenfolge wiedergegeben werden müssen. Die Namen der Bundespräsidenten werden zunächst den Stationen der Route zugeordnet. Als nächstes werden die Stationen mit den Begriffen verknüpft, das funktioniert indem man die Fantasie einsetzt und zu jeder Station überlegt man sich eine kleine Geschichte. An der Tür öffnet uns Heuss, Heuss hat Heuschnupfen und niest uns ins Gesicht. Als wir die Jacke in den Schrank hängen, steht da Lübke und grinst uns an, „Herr Lübke“, sagen wir, „Sie haben ja eine Zahnlücke.“ Dann wollen wir unsere Sachen auf den Schreibtisch legen, aber dort liegt ein Zettel mit der Nachricht „Komme um fünf zum Fußballspielen, dein alter Freund Heinemann“. Erschöpft lassen wir uns in den Stuhl fallen, der Stuhl quietscht als wir vor- und zurückwippen, das Quietschen hört sich an wie „scheel, scheel, scheel“ und so weiter. Wenn man das geschafft hat, geht man im Gedächtnis die Route durch. An der Tür, wir erinnern uns, wer niest uns da ins Gesicht? Ach ja, es war Heuss mit seinem Heuschnupfen und so weiter. So kann man jederzeit, wenn man sich an die Namen erinnern muss, die Route einfach im Geist durchgehen. Ihr werdet sehen, wie schnell einem die Namen im Gedächtnis bleiben. Das Besondere an dieser Methode, es ist egal ob man sich zehn Stationen merkt oder 100. Die Loci-Methode ist eine der ältesten und besten Methoden, um sich eine große Anzahl von Daten zu merken. Die zweite bekannte Methode um sich etwas zu merken, ist das Mastersystem. Mit dem Mastersystem wird es dem Gehirn vor allem leichtgemacht, sich Zahlen zu merken. Dazu werden Zahlen durch Begriffe ersetzt und aus den Begriffen wird eine Geschichte gebildet. Damit diese Verwandlung funktioniert, sind die Zahlen mit einem Code versehen. Beim Mastersystem sind den Zahlen Null bis Neun Konsonanten, also Mitlaute zugeordnet. Null gleich z, eins steht für t, zwei für n, drei m, vier r, fünf l, sechs für s c h, sieben ist gleich k, acht steht für v und neun für b. Mit diesem Code lassen sich aus Zahlen spielend Wörter bilden. Auch diesmal wird dazu Fantasie benötigt. Zum Beispiel die Zahl 5 2 7 4 2 6 3 1. Zunächst wird sie in Zahlenpaare zerlegt. Die Zahl 52 wandeln wir in einen Begriff um. Fünf steht für den Mitlaut l und zwei für den Mitlaut n. Beispielsweise lässt sich daraus das Wort Lanze bilden. Auf die gleiche Weise bilden wir aus 74 das Wort Kerker, aus 26 das Wort Nische, aus 31 das Wort Matte. Die beiden ersten Mitlaute im Wort bilden immer die Zahl. Jetzt denken wir uns daraus eine Geschichte aus. Ohne meine Lanze lag ich im Kerker, zwar in einer dunklen Nische aber auf einer weichen Matte. Der Satz steht für die Zahl 5 2 7 4 2 6 3 1. Das klingt zwar kompliziert, hat man die Technik aber erst einmal verinnerlicht, dann ist es sogar möglich, sich hundertstellige Zahlen innerhalb von wenigen Minuten zu merken. Beispielsweise lassen sich mit dem Mastersystem sehr gut Geschichtsdaten merken. Ebenso wichtig wie sich Dinge schnell einzuprägen, ist es sie lange im Gedächtnis zu behalten. Der beste Weg sich zu erinnern, besteht in der ständigen Wiederholung des Gelernten. Doch Wiederholen ist nicht gleich Wiederholen. Die Devise lautet optimales Wiederholen. Dazu gibt es eine Faustregel. Erstes Wiederholen nach einer Stunde. Zweites Wiederholen nach einem Tag. Drittes Wiederholen nach einer Woche und viertes Wiederholen nach einem Monat. Das bekannteste Hilfsmittel um systematisch zu lernen und zu wiederholen ist die Lernkartei. Für die Lernkartei benötigt man einen Karteikasten mit fünf Fächern. Die Fächer haben eine unterschiedliche Größe. Fach eins ist das kleinste Fach und Fach fünf das größte. So einen Kasten kann man sich selber basteln oder in einem Schreibwarenladen kaufen. Außerdem benötigt man Karteikarten. Auf die Karteikarten wird der Lernstoff geschrieben. Vorne die Fragen, Vokabeln oder Formeln und hinten die Lösung. Das sorgfältige Beschriften der Karteikarten genügt oft schon, um die Inhalte am nächsten Tag noch zu wissen. Ein Tipp: Es ist beim Lernen von Vokabeln immer leichter, sich ganze Sätze zu merken als nur einzelne Wörter. Man sollte sich die Sätze am besten selbst ausdenken und Sätze wählen, mit denen man etwas verbindet, zum Beispiel eine schöne Erinnerung. Neue Karteikarten gibt man in das erste Fach. Am nächsten Tag überprüft man sein wissen, man liest dabei die Vorderseite, beantwortet die Frage und kontrolliert mit Hilfe der Rückseite, ob die Antwort richtig war. Weiß man eine Karte nicht, wandert sie ins Fach eins, hinter die Karten die schon drin sind. Eine gewusste Karte wandert ins Fach zwei, auch wieder ans Ende des Fachs. Ist Fach zwei voll, wiederholt man die vordere Hälfte der Karten. Gewusste Karten wandern ins Fach drei. Nicht gewusste Karten wandern zurück ins Fach eins, immer hinter die Karten die schon drin sind, sie werden am nächsten Tag wiederholt. Dadurch wiederholt man gezielt die schwierigen Karten und die leichten laufen durch. Ist Fach drei schließlich voll, wird auch dieses von Anfang an durchgeprüft. Gewusste Karten wandern ins Fach vier, nicht gewusste zurück in Fach eins, die man dann am nächsten Tag wiederholt. Mit der Zeit verteilen sich die Karten über die Fächer eins bis fünf. Karten, die im Fach fünf angekommen sind, gelten als gelernt und können herausgenommen werden. Mit den richtigen Methoden trainieren wir unser Gehirn, und mit dem Erfolg kommt dann auch der Spaß. Lernen als Sport, warum eigentlich nicht. Probiert es einfach mal aus.