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Kommaregeln und Kommasetzung 05:01 min

Textversion des Videos

Transkript Kommaregeln und Kommasetzung

Hallo, liebe Schüler und Schülerinnen. Hier ist wieder euer Leo!

Heute geht es um das Komma, die Fortsetzung. Dieses Video ist eine Fortsetzung des Videos "Das Komma, Teil 1", dort ging es um generelle Eigenschaften des Kommas und darum, wann man es nicht setzen muss. Jetzt geht es um die Kommaregeln.

Schwache Kommatrennung

Zunächst wollen wir uns aber an ein paar Dinge erinnern. Das Komma ist eine schwache Abtrennung, wie eine Linie auf einem Boden. Es soll dabei helfen, einen Satz zu gliedern und übersichtlicher zu machen. Es dient zur Trennung von Teilsätzen, Wörtern und Wortgruppen. Und wo findet man das alles? Genau, im Regelwerk für deutsche Rechtschreibung. Und aus diesem fehlen uns noch 3 Paragraphen, die Paragraphen über die Kommasetzung, also die Kommaregeln. Und diese schauen wir uns jetzt an.

Nebensatzabgrenzung

Der §74 lautet: Nebensätze grenzt man mit Komma ab; sind sie eingeschoben, so schließt man sie mit paarigem Komma ein.

Schauen wir uns das Beispiel an. Das Haus war verfallen, weil keiner darin wohnte. Das Haus, in dem keiner wohnte, war verfallen.
Der eigentliche Hauptsatz ist: Das Haus war verfallen. Der Nebensatz ist: weil keiner darin wohnte und in dem keiner wohnte.

Hier seht ihr gleich etwas, das man als einfachen und paarigen Gebrauch bezeichnet. In dem einen Fall ist das Komma alleine da und trennt den Satz auch alleine ab, in dem anderen Fall trennen diese beiden Kommas den Nebensatz vom Hauptsatz ab. Sie arbeiten zusammen als Paar, deshalb auch der paarige Gebrauch. Und im ersten Fall seht ihr, dass man ein Komma setzt, wenn ein Einleitwort den Nebensatz einleitet. Wie das Wort "weil", dann setzt man ein Komma vor das Wort weil, weil es zum Nebensatz dazugehört.

Kommatrennung bei Infinitivgruppen

Zudem setzt man ein Komma, wenn Infinitivgruppen da sind und ein paar Bedingungen erfüllt sind. Zu diesem Thema gibt es ein ganzes Video bei uns von der Martina, das solltet ihr euch dann auch besser mal anschauen, weil sie noch mal ganz genau erklärt, wie das mit den Infinitivgruppen läuft. Aber zunächst, was ist überhaupt eine Infinitivgruppe? Das ist ganz einfach, eine Wortgruppe mit zu + Infinitiv. Und dass ein Infinitiv ein Wort ist, das keine Menge angibt, wisst ihr bestimmt, also quasi unendlich viel oder auf Englisch: infinitive!

Und wann man hier ein Komma setzt, kann man sich so ungefähr in 3 Regeln merken. Natürlich gibt es da viel mehr zu sagen und Ausnahmen und, und, und, aber für unsere Zwecke hier reicht das erst mal. Als, um, ohne, statt, anstatt, außer leiten den Satz ein, dann kommt ein Komma, also zum Beispiel: Sie ließ sich eine Feile bringen, um aus dem Gefängnis abzuhauen. Oder wenn die Infinitivgruppe von einem Substantiv abhängt, also: Sie fasste den Plan, endlich abzuhauen. Um abzuhauen, muss sie ja schließlich einen Plan fassen. Und es hängt auch davon ab, ob man ein Komma bei einer Infinitivgruppe setzt, wenn ein Korrelat dabei ist, also ein Verweiswort. Es gelingt ihr schwer, sich zu befreien. Hier ist "es" ein Korrelat. Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob "es" eines ist, dann stellt den Satz einfach um. Wenn in diesem Fall das "es" verschwindet, dann war es meistens ein Korrelat. Sich zu befreien gelingt ihr schwer. Dies war übrigens der §75.

Kommasetzung bei Zusätzen und Nachträgen

Und zu guter Letzt der §77. Der ist recht einfach, er sagt schlicht: Zusätze oder Nachträge grenzt man mit Komma ab; sind sie eingeschoben, so schließt man sie mit paarigem Komma ein. Das heißt wörtlich, bei Parenthesen, Substantivgruppen als Nachträgen, sogenannten Appositionen, Orts-, Wohnungs-, Zeit- und Literaturangaben ohne Präposition, Erläuterungen und angekündigten Wörtern oder Wortgruppen.

Ihr denkt euch jetzt, ich habe einen Witz gemacht, aber nein, das ist wirklich einfach. Wenn ihr mal eine Bewerbung schreibt, dann heißt es: Hiermit möchte ich, Andi Arbeit, mich für die Stelle als Arbeiter bewerben. Oder bei Sachen mit vielen Zeitangaben, wie ein Kalenderblatt: Mittwochs, den 1. Dezember, um 12 Uhr, auf dem Teufelsberg treffen wir uns. Also fast immer, wenn etwas als eben Zusatz oder Nachtrag funktioniert, sei es ein Name, eine nähere Bezeichnung, Infinitivgruppen usw., setzt man ein Komma. Und das war es auch schon. Denkt an eine Sache: Zu jeder Regel gibt es eine Ausnahme! Deshalb informiert euch weiter zu den Kommas, manchmal könnt ihr auch überrascht werden.

Tschöß!

80 Kommentare
  1. Hallo Bettina,
    zu den Kommaregeln haben wir viele verschiedene Videos zu verschiedenen Klassenstufen in unserem Angebot. Vielleicht ist dieses Video für dich noch etwas irreführend, weil es die Fachbegriffe schon voraussetzt und eher für eine höhere Klassenstufe konzipiert wurde. Hast du dieses Video schon gesehen: https://www.sofatutor.com/deutsch/videos/kommasetzung-im-einfachen-satz ? Falls du dir weiterhin bei den Fachbegriffen unschlüssig bist, kannst du gerne unser Fachlehrer im Hausaufgaben-Chat kontaktieren oder auch einmal über die Suche schauen, ob es weitere Videos zu den Kommaregeln gibt, die diese Fremdwörter nicht verwenden.
    Viele Grüße aus der Redaktion

    Von Carolin Kasper, vor 5 Monaten
  2. Es wurde zwar gut erklärt, aber ich kenne Fachbegriffe wie z.B. Appositionen, Parenthesen nicht. Ich gehe in Hamburg zur Schule, bei mir wurde das nicht unterrichtet.

    Von Bettina 58, vor 5 Monaten
  3. Habe es ein bissen verstanden

    Von Bernsteinkathleen, vor 6 Monaten
  4. Gut erklärt hab ich verstanden

    Von Simone Marcopfeiffer, vor 7 Monaten
  5. gut erklärt

    Von L. A., vor 10 Monaten
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Kommaregeln und Kommasetzung Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Kommaregeln und Kommasetzung kannst du es wiederholen und üben.

  • Bestimme die Wörter, die darauf hinweisen, dass du ein Komma setzen musst.

    Tipps

    Das erste Hinweiswort findest du im zweiten Satz.

    Versuche zunächst, die Prädikate in jedem Satz zu bestimmen. Findest du zwei Prädikate (nicht Verben), handelt es sich um zwei Teilsätze, die in der Regel durch ein Komma oder durch eine Konjunktion getrennt werden.

    Wenn ein Hinweiswort am Satzanfang steht, wird das Komma hinter dem Infinitiv gesetzt.

    Lösung

    In diesem Text werden fast alle Kommata aufgrund von Infinitivgruppen mit zu gesetzt. Diese Gruppen werden in der Regel durch Hinweiswörter eingeleitet. Beispiele für diese Hinweiswörter sind als, um, ohne, statt, außer.

    Nicht immer steht dabei das Komma vor den Hinweiswörtern. Wenn die Wörter am Satzanfang stehen, wird das Komma hinter den Infinitiv gesetzt, zum Beispiel:

    • Ohne lange zu warten, springen wir ins kühle Nass.
    Das Komma nach Liebe Oma wird typischerweise nach der Anrede in Briefanfängen gesetzt.
  • Definiere die grammatischen Begriffe.

    Tipps

    Parenthese ist das griechische Wort für Einschub.

    Apposition kommt vom Lateinischen appositio und bedeutet „das Hinsetzen“ bzw. „der Zusatz“.

    Korrelat stammt vom Lateinischen con referre und bedeutet „mit auf etwas beziehen“.

    Lösung

    Appositionen (Beifügungen, Beisätze) sind substantivische nähere Bestimmungen, die meist im gleichen Fall stehen wie das Substantiv oder Pronomen, zu dem sie gehören. Ein Beispiel ist:

    • Sarah, meine Schwester, geht jetzt in den Kindergarten.
    Eine Parenthese (Einschub) ist ein eingeschobener (außerhalb des eigentlichen Satzverbandes stehender) Satz oder Teil eines Satzes. Die Parenthese wird durch Kommas oder durch Gedankenstriche vom Satzverband abgegrenzt:

    • Eines Tages, es war ein herrlicher Frühlingstag, kam sie über den Hügel gelaufen.
    • Eines Tages – es war ein herrlicher Frühlingstag – kam sie über den Hügel gelaufen.
    Eine Infinitivgruppe ist eine Wortgruppe, deren Kern ein Infinitiv ist, der mit „zu“ eingeleitet wird. Zum Beispiel:

    • Er wollte früher gehen, um früher anzukommen.
    Ein Korrelat ist ein Wort, das grammatisch oder im Hinblick auf seine Bedeutung auf ein anderes Wort bezogen ist. Dabei handelt es sich vor allem um Pronomen. Zum Beispiel:

    • Der Satz, der ein Komma benötigt, steht hier. (Relativpronomen)
  • Untersuche, an welcher Stelle im Satz das Komma auftritt.

    Tipps

    Denke daran, dass das Wort am Satzanfang immer groß geschrieben werden muss und dass der Punkt am Satzende gesetzt wird.

    Überlege, welches die Haupttätigkeit (Hauptsatz) ist, die im Satz beschrieben wird oder welche Person/welcher Gegenstand näher beschrieben wird.

    Hinweiswörter wie anstatt oder weil stehen zumeist hinter einem Komma oder am Satzanfang.

    Lösung

    Schau dir zunächst die einzelnen Abschnitte eines Satzes an und überlege, wie er als Ganzes inhaltlich und grammatikalisch sinnvoll klingt. Danach kannst du die Bestandteile sortieren.

    1. Hierbei handelt es sich um zwei Teilsätze, die in einem Satz zusammengeführt werden (Satzgefüge) und durch Kommata abgetrennt werden müssen. Der Hauptsatz lautet: Ich komme heute zu Fuß. Das ist die Haupttätigkeit in dem gesamten Satz. Der Nebensatz beschreibt das Warum der Tätigkeit: weil mein Fahrrad kaputt ist.
    2. Im dritten Satz findest du eine Infinitivgruppe mit zu, die vom Hauptsatz durch ein Komma abgetrennt wird. Oft werden die Infinitivgruppen durch Hinweiswörter eingeleitet, in diesem Fall anstatt: Sie liest ein Buch, anstatt den Fernseher anzumachen.
    3. Im letzten Satz hast du es mit einem Nachtrag zu einer Zeitangabe (Apposition) zu tun, der paarig durch Kommata abgetrennt wird. Der Samstag wird durch ein Datum näher beschrieben: Bitte kommt am Samstag, den 14.Januar, zu meiner Feier.
  • Prüfe, ob es in dem Text Kommafehler gibt.

    Tipps

    Es kann dir helfen, zunächst die Prädikate in einem Satz zu bestimmen. Findest zu zwei Prädikate, handelt es sich um zwei Teilsätze, die in der Regel durch ein Komma oder durch eine Konjunktion getrennt werden.

    Kommata werden bei der Abtrennung von Haupt- und Nebensatz, bei näheren Bestimmungen und bei Infinitivgruppen mit zu gesetzt.

    Vor obwohl, um...zu und Relativpronomen steht immer ein Komma.

    Lösung
    1. Beim ersten Satz findest du eine angeschlossene Infinitivgruppe mit zu, die durch ein Komma abgetrennt wird. Das Komma nach Heute trennt keine Teilsätze. Das Wort Heute wird auch nicht näher bestimmt. Das Komma an dieser Stelle ist also falsch. Ebenso das Komma nach Hamlet, weil Hamlet von Shakespeare ein zusammengehöriges Satzglied ist. Die richtige Version lautet: Heute sind wir mit der Klasse ins Theater gegangen, um uns „Hamlet“ von Shakespeare anzuschauen.
    2. Im zweiten Satz gibt es keinen Kommafehler. Hier hast du es mit einem Satzgefüge zu tun, also mit zwei Teilsätzen, die durch ein Komma voneinander abgetrennt werden.
    3. Auch im dritten Satz gibt es keinen Fehler. Die Leute werden näher bestimmt durch den Relativsatz die es sich leisten konnten, der durch Kommata paarig abgetrennt werden muss.
    4. Im vierten Satz sollte es gar kein Komma geben, denn hier werden zwei Hauptsätze durch eine Konjunktion (und) verbunden und das Wir wird nicht näher bestimmt.
    5. Der letzte Satz ist ein wenig schwieriger. Hier hast du es mit mehreren Teilsätzen zu tun, die durch Kommata voneinander abgetrennt werden müssen. Lediglich nach aber folgt kein Komma, weil es sich bei dem folgenden Teilsatz nicht um einen Einschub handelt.
  • Gib an, in welchem Fall man ein Komma setzt.

    Tipps

    Appositionen sind nähere Bestimmungen eines Bezugsworts.

    Konjunktionen sind Bindewörter wie aber, weil, dass und oder. Steht hinter diesen Wörtern immer ein Komma oder eher nicht?

    Lösung

    Zum einen werden Kommata gesetzt, um Nebensätze und Hauptsätze voneinander abzugrenzen. Dabei treten zumeist bestimmte Konnektoren auf, die die beiden Teilsätze aufeinander beziehen wie weil, um, damit, weswegen, wodurch etc.

    Auch Appositionen, also substantivische nähere Bestimmungen, die neben ein Bezugswort gestellt werden können, werden durch Kommata abgetrennt. Zum Beispiel:

    • Herr Schneider, der Lehrer meines Sohnes, kommt aus Berlin.
    Zum Schluss werden auch Infinitivgruppen mit „zu“ durch ein Komma angetrennt. Auch hier werden die Gruppen oft durch bestimmte Hinweiswörter eingeleitet, wie als, um, ohne, statt, anstatt, außer etc.

  • Entscheide, an welcher Stelle im Satz die Kommata gesetzt werden müssen.

    Tipps

    Wenn etwas näher bestimmt wird, dann benötigst du ein Komma.

    Hauptsätze und Nebensätze werden durch Kommata abgetrennt.

    Nebensätze werden oftmals durch bestimmte Hinweiswörter eingeleitet. Vor diesen Wörtern steht in der Regel ein Komma, wenn sie sich nicht am Satzanfang befinden.

    Lösung
    1. Die Lösung lautet: Den Tag, an dem er abreiste, würde er so schnell nicht vergessen. Hier hast du es mit einer Apposition zu tun, weil der Tag näher bestimmt wird. Appositionen werden durch Kommata (paarig) abgetrennt.
    2. Die Lösung lautet: Sie fahren ans Meer, um die Sonne zu genießen. Hier taucht eine Infinitivgruppe mit zu auf, die vom Hauptsatz durch ein Komma abgetrennt wird. Oft werden die Infinitivgruppen durch Hinweiswörter eingeleitet, in diesem Fall mit um.
    3. Die Lösung lautet: Damit wir uns besser kennenlernen, gehen wir gemeinsam essen. Hierbei handelt es sich um zwei Teilsätze, die in einem Satz zusammengeführt (Satzgefüge) und durch Kommata abgetrennt werden müssen. Die Haupttätigkeit ist das gemeinsame Essengehen, die durch einen Nebensatz begründet wird: damit wir uns besser kennenlernen.
    4. Die Lösung lautet: Er schaut sich den neuen Film an, um bei den Gesprächen mitreden zu können. Auch hier findest du ein Satzgefüge, bei dem Haupt- und Nebensatz durch Kommata abgetrennt werden müssen. Die Haupttätigkeit ist das Anschauen des Films, die durch einen Nebensatz begründet wird: um bei den Gesprächen mitreden zu können.