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Anführungszeichen 08:16 min

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Transkript Anführungszeichen

Die Anführungszeichen im Deutschen, die umgangssprachlich auch oft „Gänsefüßchen“genannt werden, gehören zu den Satzzeichen. Sie verdanken diesen Spitznamen dem Umstand, dass ihre Form an den Abdruck eines Gänsefußes erinnert.

Die„Gänsefüßchen“ spielen eine wichtige Rolle in der Schriftsprache, beispielsweise bei der Wiedergabe wörtlicher Rede oder bei der Hervorhebung von Wörtern, Wortgruppen oder Textteilen. Sie geben dem Leser also wichtige Informationen. Daher ist es wichtig zu wissen, wann und wie du Anführungszeichen richtig setzen musst. In diesem Video möchte ich dir erklären - wann Wörter oder Sätze in Anführungszeichen gesetzt werden, - wann halbe Anführungszeichen verwendet werden - und wann die Satzschlusszeichen (also Punkte, Fragezeichen und Ausrufezeichen) innerhalb der Anführungszeichen stehen und wann nicht.

Zuerst ist es wichtig, dass du einen Überblick bekommst, wann Anführungszeichen verwendet werden. Hier unterscheidet man im Prinzip vier verschiedene Verwendungen :

  1. Die Verwendung vor und hinter wörtlich wiedergegebenen Äußerungen. Das ist die sogenannte wörtliche oder direkte Rede.

  2. Die Verwendung vor und hinter wörtlich wiedergegebenen Textstellen. Das sind die sogenannten Zitate.

  3. Die Verwendung vor und hinter zitierten Überschriften sowie Titeln von Büchern, Filmen, Gedichten, Namen von Zeitungen usw.

  4. Die Verwendung zur Hervorhebung einzelner Wortteile, Wörter oder Textteile, z.B. bei Fachwörtern oder Redewendungen.

Beginnen wir mit der Verwendung vor und hinter wörtlich wiedergegebenen Äußerungen, der sogenannten wörtlichen oder direkten Rede. Immer, wenn du Äußerungen und Gedanken wörtlich wiedergibst, dann musst du diese in Anführungszeichen setzen. Hier sind auch mehrere Sätze innerhalb der wörtlichen Rede möglich. z.B. Er sagte: „Die Fenster sind geschlossen.“ Marie kam aus ihrem Zimmer und fragte: „Können wir jetzt essen? Ich habe Hunger.“ „Wenn doch nur alles vorüber wäre“, dachte Petra. „Meinst du“, wollte Julia wissen, „das schaffen wir bis morgen?“
Du siehst, alles, was tatsächlich gesprochen wird, steht in Anführungszeichen.

Die Verwendung vor und hinter wörtlich wiedergegebenen Textstellen, ähnelt der wörtlichen Rede sehr.

Wenn du Textstellen wörtlich wiedergibst, also zitierst, dann musst du vor und hinter der jeweiligen Textstelle Anführungszeichen setzen. z.B. Das Buch begann mit den Worten: „Nie werde ich meinen ersten Tag an der neuen Schule vergessen.“

Wird ein Zitat unterbrochen, so setzt man - wie bei der wörtlichen Rede - die einzelnen Teile in Anführungszeichen. z.B. „Der Beginn der Schulferien“, so heißt es in dem Zeitungsartikel, „führt wieder einmal zu zahlreichen Staus auf den Autobahnen.“ Neben der Verwendung bei der wörtlichen Rede und bei Zitaten, können Anführungszeichen auch der Hervorhebung dienen. Dann stehen sie vor und hinter Wörtern oder Textteilen, die hervorgehoben werden sollen.

Dazu gehören Wörter oder Wortgruppen, über die man eine Aussage machen will, z.B. Das Wort „väterlich” ist von „Vater” abgeleitet. Das Sprichwort „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ tröstet nicht immer.

Außerdem gehören ironische Hervorhebungen dazu, z.B. Sie hat „nur” den zweiten Platz belegt. Auch bei zitierten Überschriften, Titeln von Büchern, Gedichten, Filmen oder Musikstücken sowie Namen von Zeitungen musst du die Anführungszeichen beachten, z.B. „Das fliegende Klassenzimmer” ist ein Roman von Erich Kästner. „Eine kleine Nachtmusik” wurde von Mozart komponiert.

Es gibt noch andere Besonderheiten, die zu beachten sind. Der zu einem Titel gehörende Artikel kann mit in die Anführungszeichen gesetzt werden, wenn der volle Titel unverändert bleibt, z.B. Die Schüler mussten das Gedicht „Der Zauberlehrling” auswendig lernen. Ändert sich der Artikel, dann bleibt er außerhalb der Anführungszeichen, z.B. Er hat eine Strophe aus dem „Zauberlehrling” vorgetragen. Wenn eindeutig erkennbar ist, dass ein Titel vorliegt, werden die Anführungszeichen häufig auch weggelassen, z.B. Goethes Faust wurde in viele Sprachen übersetzt. Neben den Anführungszeichen gibt es auch die halben Anführungszeichen.

Diese werden verwendet, wenn eine Anführung innerhalb einer Anführung deutlich gemacht werden soll, z.B. Sie schreibt in ihrem Brief: „Ich kann dir nur empfehlen, ‚Die unendliche Geschichte‘ von Michael Ende zu lesen.“ „Mit wie vielen h schreibt man ‚Rhythmus‘?“, wollte er wissen.

Schließlich ist es noch wichtig, dass du die Regeln kennst, wann die Satzzeichen innerhalb der Anführungszeichen stehen und wann nicht. Treffen Frage- oder Ausrufezeichen mit Anführungszeichen zusammen, so stehen sie vor dem Schlusszeichen, wenn sie zum wörtlich wiedergegebenen Text gehören, z.B. Sie fragte besorgt: „Wie geht es dir?“

Wenn nach dem wörtlich wiedergegebenen Text der Begleitsatz folgt oder weitergeführt wird, setzt man ein Komma nach dem Schlusszeichen, z.B. „Sie fahren sofort nach Hause!“, befahl er. Er schrie: „Weshalb darf ich das nicht?“, und sah mich wütend an.

Treffen Punkt, Frage- oder Ausrufezeichen mit Anführungszeichen zusammen, so stehen sie nach dem Schlusszeichen, wenn sie zum Begleitsatz gehören, z.B. - Wer kennt das Buch „Emil und die Detektive“? Der wörtlich wiedergegebene Satz verliert seinen Schlusspunkt vor dem Komma - zwischen wörtlich wiedergegebenem Text und Begleitsatz, z.B. „Gehen wir doch ins Kino“, schlug sie vor. Ein eingeschobener Begleitsatz wird in Kommas eingeschlossen, z.B. „Wenn du willst“, meinte seine Frau, „kann ich das Auto morgen in die Werkstatt bringen.“ Folgt der wörtliche Text dem Begleitsatz, dann steht nach dem Schlusszeichen kein Punkt mehr, z.B. Er stellte fest: „Das muss jeder selbst entscheiden.“ Sie fragte: „Bist du bereit?“

Wie du siehst, gibt es zahlreiche Regeln und Besonderheiten, die du beim Setzen der Anführungszeichen beachten musst. Anführungszeichen werden in der Schriftsprache hauptsächlich verwendet, um wörtliche Rede und Zitate anzuzeigen sowie um bestimmte Wörter hervorzuheben. Mit etwas Übung wirst du diese Regeln schnell verinnerlicht haben, sodass deine „Gänsefüßchen“ immer an der richtigen Stelle stehen!

12 Kommentare
  1. super toll

    Von Fel Seefeld, vor 4 Monaten
  2. Naja

    Von Lillian P., vor 4 Monaten
  3. Es macht sehr Fiel Spaß. Und man kann Lernen .

    Von Ali G., vor 8 Monaten
  4. es war okey

    Von Alp Kuran, vor etwa einem Jahr
  5. Bruda muss einfach los das war echt super ich hab richtig gut abgeschnitten

    Von Ya Ho, vor mehr als einem Jahr
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Anführungszeichen Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Anführungszeichen kannst du es wiederholen und üben.

  • Beschreibe verschiedene Verwendungen von Anführungszeichen.

    Tipps

    Statt wörtlicher Rede kann man auch direkte Rede sagen.

    Anbei ein Beispiel für die Verschiebung von Anführungszeichen:

    • Die Schüler müssen das Gedicht „Der Zauberlehrling" auswendig lernen.
    • Er hat eine Strophe aus dem „Zauberlehrling" vorgetragen.

    Lösung

    Es gibt vier verschiedene Verwendungsmöglichkeiten von Anführungszeichen:

    • 1.) Anführungszeichen werden verwendet, um Äußerungen einer wörtlichen Rede kenntlich zu machen. Zum Beispiel: Er sagte: „Die Fenster sind geschlossen."
    • 2.) Anführungszeichen werden zur Kenntlichmachung von Zitaten verwendet.
    • 3.) Anführungszeichen werden benutzt, um Überschriften, aber auch Titel von Werken kenntlich zu machen.
    • 4.) Anführungszeichen können auch einzelne Wortteile oder Wörter besonders hervorheben. In einem Satz kann dies auch der Ironie dienen. Zum Beispiel: Sie hat „nur" den zweiten Platz belegt.

  • Bestimme, nach welcher Verwendung die Anführungszeichen im Text gesetzt worden sind.

    Tipps

    Wie werden im Text die verschiedenen Urlaubsdias auseinander gehalten? Warum benutzt man dafür Anführungszeichen?

    Wer spricht in der Geschichte? Warum kannst du das an den Anführungszeichen erkennen?

    Lösung

    In der Geschichte Mehmet von Rafik Schami haben die Anführungszeichen drei verschiedene Verwendungen:

    • Zum ersten werden sie für die Bezeichnung der Urlaubsdias verwendet.
    • Zum zweiten dienen sie der Hervorhebung der einzelnen wörtlichen Satzteile, der hier: „einfach gastfreundlichen Menschen". Diese Hervorhebung ist daher so bezeichnend, da sich die Familie später durch das Auftauchen Mehmets daran nicht mehr erinnern will. Sie bleiben also als leere Worthülsen zurück.
    • Zum dritten werden die Anführungszeichen zur Kenntlichmachung der wörtlichen Rede benutzt.
    Quelle des Textauszugs: Böhm, Reinhard (u.a.) (2014): deutsch ideen. Arbeitsheft 7. Braunschweig, S. 19f.

  • Entscheide, welcher Satz richtig zitiert wurde.

    Tipps

    Bei einem Zitat wird der wörtlich übernommene Text in Anführungszeichen gesetzt.

    Wird ein Zitat durch Einschübe unterbrochen, werden diese durch Kommata von der zitierten Textstelle abgegrenzt.

    Lösung

    Bei dem folgenden Satz: In der Inhaltsangabe wird betont, „dass der Druck der Nazis von Tag zu Tag stärker wird." handelt es sich nicht um ein Zitat, da der Nebensatz mit dass in der Originaltextstelle fehlt. Es empfiehlt sich generell, diesen Satz in die indirekte Rede zu stellen: Die Inhaltsangabe betont, dass der Druck der Nazis von Tag zu Tag stärker werde.

    Auch bei dem folgenden Satz handelt es sich nicht um ein korrektes Zitat, da es Abweichungen von der Originaltextstelle gibt. Diese sollten im Zitat durch Punkte kenntlich gemacht werden: Carlo Ross behandelt in seinem Roman die Geschichte des „vierzehnjährigen [...] Jungen David, der [...] im Jahre 1938 in die „Stiege" [...] zieht." Auch der Ausdruck Stiege muss mit den Anführungszeichen aus dem Originaltext übernommen werden.

    Quelle des Textauszugs: Kohl, Anne-Christin (u.a.) (2010): Mittlerer Schulabschluss. Zentrale Prüfungen 2011. Training Deutsch. Arbeitsheft mit Lösungen. Nordrhein-Westfalen. Realschule, Gesamtschule. Typ B. Berlin, S. 88.

  • Bestimme, an welcher Stelle in der Reportage Anführungszeichen gesetzt werden müssen.

    Tipps

    Beachte, dass du auch halbe Anführungszeichen in den Text einsetzen musst.

    Halbe Anführungszeichen setzt du immer dann, wenn du eine Anführung innerhalb einer Anführung kenntlich machen willst. Zum Beispiel:

    • Ich kann dir nur empfehlen, ,Die unendliche Geschichte´ von Michael Ende zu lesen."

    Lösung

    Gleich im Titel: „Du fette Pute ..." müssen Anführungszeichen gesetzt werden, da es sich hierbei um ein Zitat handelt. Andere Anführungszeichen werden hingegen genutzt, um die wörtlich Rede anzuzeigen. Dazu gehört: „Eines Tages fing es an ..." Innerhalb der wörtlichen Rede kommen jedoch auch halbe Anführungszeichen zum Einsatz, da sie Anführungen innerhalb der Anführung deutlich machen. Dazu gehört: ,Metropolisten', aber auch ,Du fette Pute ...'.

    Quelle des Textauszugs: Geist, Alexander (2009): Deutsch: sehr gut. 8. Klasse. München, S. 54.

  • Fasse die Aussagen zu den Anführungszeichen zusammen.

    Tipps

    Unter einem Zitat versteht man eine wörtlich übernommene Textstelle.

    Folgender Satz ist ein Beispiel für die indirekte Rede:

    • Die Schülerin sagte, sie habe Spaß an der Aufgabe.

    Lösung

    Anführungszeichen, umgangssprachlich auch Gänsefüßchen genannt, gehören neben dem Punkt, Komma, Frage- und Ausrufungszeichen zu den Satzzeichen.

    Anführungszeichen werden dabei zur Wiedergabe der wörtlichen Rede, zur Kenntlichmachung von Zitaten oder zur Hervorhebung von Wörtern, Textgruppen oder Satzteilen verwendet.

    Sofern innerhalb einer Anführung eine weitere Anführung kenntlich gemacht werden soll, steht diese in halben Anführungszeichen.

  • Ermittle die richtige Zeichensetzung.

    Tipps

    Beachte, dass Satzzeichen, wie Punkt und Komma nach den Anführungszeichen gesetzt werden, wenn noch Zusätze folgen, die zum Begleitsatz gehören. Zum Beispiel: Er fragte: „Warum darf ich das nicht?", und sah mich wütend an.

    Steht die wörtliche Rede alleine, folgt nach den Anführungszeichen ein Punkt. Zum Beispiel: Er sagte: „Ich denke nicht, dass ich heute komme".

    Lösung

    Insbesondere in Zeitungsartikel findet man oft Anführungszeichen, da hier die wörtliche Rede, aber auch Zitate häufig gebraucht werden. Direkt zu Beginn des Textes werden da auch die Stadtplaner des Neubaugebiets wörtlich zitiert: „Mit viel Grün". Der Ausdruck „Lippeblick" ist dabei eine Wortneuschöpfung der Stadtplaner und steht daher ebenfalls in Anführungszeichen.

    Einige Zusätze, die noch zum Begleitsatz gehören, werden nach den Anführungszeichen durch ein Komma abgetrennt, wie in: „Vor allem die Senioren, aber auch viele junge ....", so Stadtplaner Peter Neufeld.

    Andere Sätze, die lediglich die wörtliche Rede wiedergeben, enden mit einem Punkt nach den Anführungszeichen. Zum Beispiel: „Es geht nun darum, den Wünschen ...".

    Quelle des Textauszugs: Kohl, Anne-Christin (u.a.) (2010): Mittlerer Schulabschluss. Zentrale Prüfungen 2011. Training Deutsch. Arbeitsheft mit Lösungen. Nordrhein-Westfalen. Realschule, Gesamtschule. Typ B. Berlin, S. 73.