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Der Apostroph 08:27 min

Textversion des Videos

Transkript Der Apostroph

Hallo! Ich bin Anne. Und das ist Erik. Er hat ein Problem. Am Samstag findet die Eröffnungsfeier seines Eiscafés statt. Alles ist bereit - nur das Schild, auf dem der Name des Eiscafés stehen soll, fehlt noch! Erik ist sich einfach nicht sicher, ob man „Eriks Eiscafé” oder „Erik’s Eiscafé” schreiben muss. Zum Glück studiert seine Tochter Lisa Deutsch. Sie kann ihm mehr zur Verwendung des Apostrophs erzählen.

Lisa erklärt: „Die Grundregel lautet, dass bei Namen im Genitiv kein Apostroph gesetzt wird. Das heißt, du musst „Eriks Eiscafé” schreiben. Allerdings gibt es eine Ausnahme dieser Regel. Wenn man die Grundform verdeutlichen möchte, kann man einen Apostroph setzen, z.B. wenn die Besitzerin einer Bar Andrea heißt. Man könnte „Andrea’s Bar” mit Apostroph schreiben, um der Verwechslung mit dem männlichen Vornamen Andreas vorzubeugen.” Eriks Verunsicherung ist berechtigt. Denn man sieht tatsächlich oft Schilder, bei denen der Apostroph gesetzt wird. Grund ist der Einfluss des Englischen, wo der Genitiv der Namen mit Apostroph gekennzeichnet wird. Im Deutschen entspricht das aber nicht der Regel. Daher erklärt Lisa ihrem Vater weiter: „Der Apostroph gehört zu den Satzzeichen und spielt somit in der Schriftsprache eine Rolle. Er wird verwendet, um anzuzeigen, dass in einem Wort ein oder mehrere Buchstaben ausgelassen wurden.

Häufig können die Schreibenden selbst entscheiden, ob sie einen Apostroph setzen wollen oder nicht!” In diesem Video wirst du lernen,

  • wann ein Apostroph gesetzt wird
  • und wann kein Apostroph gesetzt wird.

Besprechen wir zunächst die Regeln zur Setzung des Apostrophs bei Auslassungen. z.B. - Ein einz'ger Mensch kann viel verändern. - Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll …

Der Schreiber setzt einen Apostroph bei Wörtern mit Auslassungen, wenn die verkürzten Wortformen sonst schwer lesbar oder missverständlich wären. Solche Formen siehst du oft in dichterischen Texten. Wenn die verkürzten Formen auch ohne Apostroph lesbar und verständlich sind, dann wird der Apostroph nicht gesetzt. Und zwar ...

  1. beim Entfallen eines unbetonten -e- im Wortinneren und wenn die kürzere Form allgemein gebräuchlich ist. z.B.
  2. ich wechsle (anstatt: wechsele)
  3. ein trockner Sommer (anstatt: trockener)

  4. beim Entfallen eines Schluss-e bei bestimmten Verbformen. z.B.

  5. Ich steh vor der Tür.
  6. Das lass ich mir von dir nicht sagen.

Es wird auch kein Apostroph gesetzt, wenn eine verkürzte, aber häufig gebrauchte Nebenform eines Substantivs oder Adjektivs vorliegt. z.B. - öd und leer (anstatt: öde) - Freud und Leid (anstatt: Freude)

Und 4. erfolgt keine Setzung eines Apostrophs bei Formulierungen, in denen ein Adjektiv oder Pronomen ungebeugt verwendet wird. z.B. - auf gut Wetter hoffen - ruhig Blut bewahren

Der Schreiber kann einen Apostroph bei der schriftlichen Wiedergabe von gesprochener Sprache setzen, wenn diese sonst schwieriger zu verstehen sind. z.B. - So 'n Quatsch! - Nimm 'ne hellere Farbe.

Keinen Apostroph setzt man normalerweise

  1. bei Verschmelzungen von Präposition (Verhältniswort) und Artikel. z.B.
  2. aufs Dach (anstatt: auf das)
  3. beim Essen (anstatt: bei dem)

  4. bei den mit r- beginnenden Kürzungen von Wörtern wie heran, herauf, herein, herüber usw. z.B.

  5. Bitte reich mir mal das Brot rüber. (anstatt: herüber)
  6. Komm rein. (anstatt: herein)

und 3. bei bestimmten Wörtern und Namen mundartlicher Herkunft. z.B. - Dirndl - Rosl.

Ein Apostroph wird außerdem oft bei umgangssprachlichen Verbindungen eines Verbs oder einer Konjunktion (z.B. wenn) mit dem Pronomen „es" genutzt. z.B. - Wie geht's dir? - Wenn’s sonst nichts gibt.

Hier wäre es jedoch auch möglich, den Apostroph wegzulassen. - Wie gehts dir? - Wenns sonst nichts gibt.

Man fügt immer einen Apostroph bei Wörtern mit Auslassungen im Wortinneren ein. z.B. - D'dorf (für: Düsseldorf) - Ku'damm (für: Kurfürstendamm)

Wie bereits die kleine Geschichte zu Beginn des Videos gezeigt hat, gibt es noch die Verwendung des Apostrophs bei Namen. Hier steht der Apostroph zur Kennzeichnung des Genitivs (wessen) von Namen, die auf s, ss, ß, tz, z, x, ce enden und ohne Artikel oder Ähnliches stehen. Das trifft auch zu, wenn diese Endungen im Nominativ (wer oder was) nicht ausgesprochen werden.

z.B. Paris’ Sehenswürdigkeiten, Ringelnatz' Gedichte, Marx' Philosophie Zur Verdeutlichung der Grundform eines Personennamens wird der Apostroph gelegentlich verwendet. Hier dient er nicht als Auslassungszeichen.

z.B. Vor der Adjektivierung mit -sch, wie bei die Grimm'schen Märchen. Es geht aber auch die grimmschen Märchen.

Und vor dem Genitiv-s - Andrea's Bar (zur Unterscheidung vom männlichen Vornamen Andreas)

Wie du schon gehört hast wird vor einem Genitiv-s in der Regel kein Apostroph gesetzt. Das gilt auch für Genitiv-s und Plural-s bei Initialwörtern und Abkürzungen. - Goethes Faust - der Fahrer des Pkws

Du hast in diesem Video gelernt, dass der Apostroph ein in der Schriftsprache wichtiges Satzzeichen ist. Er wird in der Regel verwendet, wenn in einem Wort ein oder mehrere Buchstaben ausgelassen wurden. Außerdem wird er ebenfalls zur Verdeutlichung der Grundform von Namen verwendet. Häufig können die Schreibenden selbst entscheiden, ob sie einen Apostroph setzen wollen oder nicht.

Jetzt weiß also auch Erik, dass er auf sein Schild „Eriks Eiscafé” schreiben muss. Und er hat auch gelernt, warum man häufig die andere Form mit Apostroph sieht. Tschüss!

3 Kommentare
  1. Default

    Ich fand es auch viel zu viele Beispiele, aufgeteilt hätte ich es besser gefunden und ich hätte gerne dazu einige Übungen gehabt.
    Erklärung war super!

    Von Jasmin H., vor fast 2 Jahren
  2. Default

    Ich finde es auch gut erklährt und schön gemacht, aber bin der Meinung, dass es einbisschen zu viele Beispiele waren!

    Von D Tamir, vor mehr als 2 Jahren
  3. Default

    Sehr gut erklärt ich finde super das Ihr so viele bsp. nehmt

    Von Sabine3altenkirch, vor mehr als 3 Jahren