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Lernen und Gedächtnis 07:00 min

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Transkript Lernen und Gedächtnis

Hallo! An die Englischvokabeln kannst du dich normalerweise nur schwer erinnern, stimmts? Und Verabredungen mit Freunden vergisst du aber nie? Hast du dich schon einmal gefragt, warum du dir bestimmte Dinge so gut und andere gar nicht merken kannst?

Das hängt mit deinem Gedächtnis zusammen! In diesem Film möchte ich dir erklären, wie der Mensch etwas lernt und Informationen im Gedächtnis speichert.

Begriffsklärung Lernen und Gedächtnis

Was ist überhaupt das Gedächtnis? Das Gedächtnis ist im Gehirn abgespeichertes Wissen, auf das du zugreifen kannst. Der Erwerb von Wissen wird als Lernen bezeichnet.

Gedächtnisebenen benennen

Das Gedächtnis besteht aus verschiedenen Ebenen. Es gibt zunächst das Sensorische Gedächtnis. Es wurde früher als Ultrakurzzeitgedächtnis bezeichnet. Hier werden unglaublich viele Informationen aus deiner Umwelt gespeichert, aber nur höchstens 1 Sekunde lang. Innerhalb dieser kurzen Zeitspanne werden wichtige Informationen von unwichtigen getrennt.

Du merkst von diesem Prozess nichts. Dies geschieht unbewusst. Du nimmst erst bewusst wahr, was in die nächste Ebene deines Gedächtnisses gelangt.

Sie wird als Primäres Gedächtnis, manchmal auch als Kurzzeit- oder Arbeitsgedächtnis, bezeichnet. Hier werden etwa 7 Informationen für Sekunden oder Minuten gespeichert. Da ständig neue Informationen eingehen, kommt es schnell zu Überlagerungen und Vergessen. Das Lernen der Vokabeln 5 Minuten vor dem Test ist also nicht sinnvoll.

Nur wenige Informationen gelangen tatsächlich in die nächste Gedächtnisebene, das Langzeitgedächtnis. Hier werden Informationen für viele Minuten, Tage oder Jahre im sekundären Gedächtnis oder sogar auf Dauer im tertiären Gedächtnis gespeichert.

Das Langzeitgedächtnis wird aber noch einmal anders unterteilt, und zwar in prozedurales und deklaratives Gedächtnis. Im deklarativen Gedächtnis wird bewusst Gelerntes gespeichert, im prozeduralen Gedächtnis werden Fertigkeiten, wie z.B. Schwimmen und Fahrradfahren gespeichert. Sie werden ohne Nachdenken ausgeführt. Das Ziel ist es also, dass die Vokabeln im deklarativen Gedächtnis landen. Aber wie gelingt das?

Implizites Lernen

Es gibt zwei Möglichkeiten des Lernens. Die erste ist das implizite Lernen. Dabei lernst du eine Abfolge von Handlungen unbewusst. Das ist z.B. deine Muttersprache oder das Fahrradfahren. Du bemerkst natürlich, dass du gerade das Radfahren lernst, aber du kannst kaum Auskunft darüber geben, wie du es erlernst.

Implizit Gelerntes wird im prozeduralen Gedächtnis gespeichert und kann ohne Nachdenken immer wieder abgerufen werden. Du kennst sicher das Sprichwort “Fahrradfahren verlernt man nie.” Englischvokabeln lernst du so aber nicht.

Explizites Lernen

Eine weitere Möglichkeit ist das explizite Lernen. Es findet im Gehirn in einem anderen Bereich statt als das implizite Lernen. In diesem Fall lernst du etwas bewusst und übst etwas ein. Das können deine Englischvokabeln sein.

Explizit Gelerntes wird im deklarativen Gedächtnis gespeichert. Informationen, die dir sehr wichtig sind, gelangen dort schnell hin. Das ist z.B. eine Verabredung für die nächste Woche. Indem du immer wieder daran denkst, wiederholst du die Information regelmäßig, so dass sie im Langzeitgedächtnis gespeichert werden kann.

Auch deine Vokabeln gelangen durch häufiges Wiederholen mit kurzen und auch langen Pausen ins Langzeitgedächtnis. Die Gedächtnisbildung nimmt Zeit in Anspruch. Du solltest die Vokabeln also bereits 2-3 Tage vor dem Test lernen.

Explizites und implizites Lernen findet in unterschiedlichen Bereichen des Gehirns statt. Was passiert aber genau im Gehirn bei der Gedächtnisbildung?

Gedächtnisbildung

Es ist noch nicht genau erforscht, welche Veränderungen im Nervensystem durch Lernen vor sich gehen. Auf jeden Fall wird an bestimmten Synapsen zwischen Nervenzellen die Wirksamkeit erhöht. Das bedeutet, dass mehr Transmitter ausgeschüttet, zusätzliche Ionenkanäle geöffnet und mehr Rezeptoren in der synaptischen Membran gebildet werden. Diese Veränderung wird als Langzeitpotenzierung bezeichnet.

Außerdem kommt es zu neuen synaptischen Verknüpfungen. All diese Veränderungen bestehen lange oder dauerhaft, wenn Informationen ins Langzeitgedächtnis übergehen. Nicht mehr genutzte Verknüpfungen können auch aufgelöst werden. So kommt es zum Vergessen von Informationen, die schon im Langzeitgedächtnis waren.

Zusammenfassung Lernen und Gedächtnis

An die Englischvokabeln kannst du dich vielleicht immernoch nicht erinnern, aber hoffentlich an das, was du in diesem Film gelernt hast.

Damit der Inhalt des Films eine Chance hat, in dein Langzeitgedächtnis überzugehen, wiederhole ich noch einmal für dich: Unser Gedächtnis besteht aus verschiedenen Ebenen, dem Sensorischen Gedächtnis, dem Primären Gedächtnis und dem Langzeitgedächtnis.

Das Langzeitgedächtnis besteht wiederum aus dem prozeduralen und dem deklarativen Gedächtnis. Im prozeduralen Gedächtnis wird implizit Gelerntes, wie z.B. Radfahren, gespeichert. Im deklarativen Gedächtnis wird explizit Gelerntes, wie z.B. die Englischvokabeln gespeichert. Lernen führt zu einer dauerhaften Veränderung bestimmter Nervenzellen. Das wird als Langzeitpotenzierung bezeichnet.

9 Kommentare
  1. Hallo, das Video ist interessant. Doch frage ich mich, was ich von meiner Lernerei in den 6 mündlichen Prüfungsfächern, bei 7 Tage die Woche und 3-6 Stunden am Tag überhaupt weiß.
    Ich sehe mir Eure Videos an, habe welche mitgeschrieben und doch scheint nichts in meinem Kopf zu sein. WIESO? Am 18.1. werde ich erfahren, was und wie viel ich pro Fach beantworten kann. Bereitet mir Bauchweh!
    Danke für eine Antwort. Es grüßt Sabine

    Von Deleted User 221074, vor fast 4 Jahren
  2. Vielen vielen dank du hast mir sehr geholfen ! Du hast einen super überblick gegeben und ich bin dir sehr dankbar dafür !
    Liebe Grüße Alma

    Von Alma E., vor fast 4 Jahren
  3. Hallo,
    leider wird die Langzeitpotenzierung nur in diesem Video erläutert. Wenn du immer noch Fragen hast, kannst du sie mir gerne stellen. Ich helfe dir gerne weiter.
    LG

    Von Serpil Kilic, vor etwa 4 Jahren
  4. Gibt es vielleicht ein Video, in welchem die Langzeitpotenzierung im Hippocampus genauer erläutert wird? Also mit den NMDA-Glutamat-Rezeptoren und den AMPA-Glutamat-Rezeptoren und den Zwischenschritten des retrograden Signalgenerators, und dem Messenger? Weil wir haben ein echt blödes Arbeitsblatt bekommen und ich finde nirgends eine gute Erklärung.

    Von Stoja Vogt, vor etwa 4 Jahren
  5. bei mir ist auch der Rest tonlos

    Von Juliane Viola D., vor mehr als 4 Jahren
  1. Es freut uns, dass es jetzt klappt!
    Viel Spaß beim Lernen :)

    Von Serpil Kilic, vor mehr als 4 Jahren
  2. Danke für die schnelle Reparatur!

    Von Lunau Andrea, vor mehr als 4 Jahren
  3. Bei 0:30 verabschiedet sich der Sprecher und der Rest der Videos ist tonlos?

    Von Lunau Andrea, vor mehr als 4 Jahren
  4. Mega gut

    Von Deleted User 94754, vor fast 6 Jahren
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Lernen und Gedächtnis Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Lernen und Gedächtnis kannst du es wiederholen und üben.

  • Definiere die unterschiedlichen Gedächtnissysteme.

    Tipps

    Das sensorische Gedächtnis wird auch als Ultrakurzzeitgedächtnis bezeichnet.

    Vokabeln, die du sorgfältig lernst, landen im deklarativen Gedächtnis.

    Lösung

    Das Gedächtnis wird in mehrere Systeme unterteilt:

    Im sensorischen Gedächtnis werden innerhalb kurzer Zeit (1 Sekunde) sehr viele Informationen gespeichert und Wichtiges wird von Unwichtigem getrennt. Dieser Vorgang geschieht ganz unbewusst.

    Im primären Gedächtnis werden die Informationen etwas länger gespeichert. Da immer mehr Informationen dazukommen, kann es zu Überlagerungen und zum Vergessen von Informationen kommen. Dieses Gedächtnis wird auch als Arbeitsgedächtnis bezeichnet.

    Das Langzeitgedächtnis wird unterteilt in deklaratives und prozedurales Gedächtnis. Im Langzeitgedächtnis werden Informationen für eine sehr lange Zeit gespeichert. Im deklarativen Gedächtnis werden zum Beispiel die Englischvokabeln gespeichert. Im prozeduralem Gedächtnis werden Tätigkeiten gespeichert, die man erlernt hat, wie das Radfahren oder das Schwimmen.

  • Bestimme Beispiele für die zwei Formen des Langzeitgedächtnisses.

    Tipps

    Beim impliziten Lernen sind Lernabläufe nicht bekannt bzw. bewusst.

    Lösung

    Es gibt zwei Möglichkeiten des Lernens.

    Beim impliziten Lernen lernt man unbewusst eine Abfolge von Handlungen. Es wird im prozeduralen Gedächtnis gespeichert und kann ohne Nachdenken abgerufen werden.

    Das explizite Lernen wird im deklarativen Gedächtnis gespeichert. In diesem Fall lernt man bewusst, wie zum Beispiel Vokabeln. Indem man immer wieder daran denkt und Lerninhalte wiederholt, werden Informationen im Langzeitgedächtnis gespeichert.

  • Beschreibe die Gedächtnisbildung.

    Tipps

    Als Synapse wird die Verbindungsstelle zwischen zwei Nervenzellen bezeichnet.

    Lösung

    Bei der Gedächtnisbildung kommt es zu Veränderungen im Nervensystem. Genau hat man dies noch nicht erforscht, aber dennoch weiß man schon so Einiges.

    Während des Lernens wird bei bestimmten Synapsen die Wirksamkeit erhöht. Das bedeutet, es werden bei der Erregungsweiterleitung mehr Transmitter ausgeschüttet und auch mehr Ionenkanäle geöffnet. Zudem werden in der synaptischen Membran Rezeptoren gebildet. Diese ganzen Veränderungen werden als Langzeitpotenzierung bezeichnet.

    Diese synaptischen Verbindungen können eine sehr lange Zeit über bestehen. Wenn man Verknüpfungen nicht mehr nutzt, zum Beispiel die Englischvokabeln nicht immer wieder wiederholt, vergisst man die gelernten bzw. gespeicherten Informationen wieder. Es können Verknüpfungen also auch wieder aufgelöst werden.

  • Erkläre verschiedene Lernstrategien.

    Tipps

    Das Wort Elaboration stammt von dem lateinischen Wort laborare= arbeiten ab und bedeutet Ausarbeitung.

    Lösung

    Lernstrategien sind Verhaltensweisen, die man bewusst oder auch unbewusst beim Lernen anwendet.

    Man kann zum Beispiel neue Lerninhalte zunächst organisieren. Das würde bedeuten, man markiert sich wichtige Textstellen, fertigt Skizzen an und fasst die Inhalte zusammen.

    Andere Menschen wiederum lernen am besten, indem sie ihr neues Wissen in bestehendes Wissen integrieren. Das bedeutet, sie bilden mit den neu gelernten Englischvokabeln Beispielsätze und lernen durch die praktische Anwendung der neuen Begriffe.

    Einige Menschen lernen auch am besten, indem sie die Lerninhalte wie zum Beispiel Vokabeln immer wieder aufsagen und wiederholen.

  • Erkläre die verschiedenen Lerntypen.

    Tipps

    Haptisch-motorische Lerntypen brauchen Bewegung und Aktion während des Lernprozesses.

    Kommunikative Lerntypen lernen am besten durch Diskussionen.

    Lösung

    Jeder Mensch lernt Dinge auf unterschiedlicher Weise, daher kann man verschiedene Lerntypen unterscheiden.

    Es gibt den auditiven Lerntyp. Diese Menschen lernen am besten durch Hören. Sie sagen sich zum Beispiel die Vokabeln laut vor und lernen dadurch. Oft gehören Selbstgespräche zum Lernprozess dazu.

    Anders ist dies beim haptisch-motorischen Lerntyp. Der haptisch-motorische Lerntyp lernt am besten, wenn er sich dabei bewegt. Das Herumlaufen beim Vokabellernen oder auch das Kaugummikauen können das Lernen erleichtern.

    Beim kommunikativen Lerntyp steht der Informationsaustausch im Vordergrund. Diese Menschen lernen gerne in Lerngruppen und bei Diskussionen.

    Der visuelle Lerntyp lernt durch das Betrachten. Ihm helfen Bilder und Skizzen dabei, Erlerntes zu behalten.

  • Erläutere die Funktion des Gehirns während des Schlafes.

    Tipps

    REM steht für Rapid Eye Movement, also schnelle Augenbewegung.

    Lösung

    Wenn wir schlafen, träumen wir alle und das immer, auch wenn man sich am anderen Morgen nicht mehr erinnern kann.

    Lange Zeit dachte man, Träume seien indirekte Botschaften von Göttern. Heute weiß man, dass dies nicht stimmt, aber dennoch ist das Träumen sehr wichtig. Das Gehirn ist im Schlaf sehr aktiv und verarbeitet all die neuen Erfahrungen, die wir tagsüber gemacht haben. So werden neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen geknüpft und Einiges im Langzeitgedächtnis gespeichert.

    Während wir schlafen, durchlaufen wir mehrere Phasen. Die Einschlafphase bildet den Übergang zwischen Wachsein und Schlafen. Anschließend gelangt man in einen leichten Schlaf und dann folgen die Tiefschlafphasen, in denen wir auch träumen.