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Funktionsweise des Gedächtnisses 06:54 min

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Transkript Funktionsweise des Gedächtnisses

Hallo! Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wie viel Wissen dein Hirn speichert? Die Informationen in deinem Langzeitgedächtnis umfassen den Inhalt von 3000 bis zu 30 Millionen Büchern vom Umfang deines Bio-Lehrbuchs, eine unvorstellbare Menge. In diesem Video geht es um die Funktionsweise des Gedächtnisses. Wir werden die Besonderheiten von Kurz- und Langzeitgedächtnis kennenlernen, uns mit bewussten und unbewussten Gedächtnissystemen sowie unterschiedlichen Lernstrategien auseinandersetzen, dem kognitiven, expliziten und dem impliziten beziehungsweise nichtkognitivem Lernen. Zunächst ist die Frage interessant, was wir unter einem Gedächtnis verstehen. Es ist die Fähigkeit, neu erworbenes Wissen oder Verhalten abzurufen. Dieses wird gespeichert, indem Reize aus der Umwelt über Erregungsleitung der Neurone ins Gehirn gelangen. Hier wird selektiert, sodass die Masse an Informationen nicht unsere Datenbank, also unser Gehirn, überlastet. Das Kurzzeitgedächtnis, auch Arbeitsgedächtnis genannt, speichert Informationen nur Sekunden oder Minuten lang. Innerhalb dieser Zeitspanne können sie mit bereits vorhandenem Wissen verknüpft werden. Dieser Vorgang heißt Assoziation. Informationen, die nicht assoziiert werden, gehen für immer verloren. Dem vorgeschaltet ist das sensorische Gedächtnis, das Informationen nur innerhalb von Sinnesorganen speichert. Das Kurzzeitgedächtnis befindet sich in der Hirnrinde des Großhirns. Die rechte Hirnhälfte speichert Erlebnisse und affektbesetzte Erlebnisse, die linke Infos zu neutralem Wissen. Werden Erregungen oft wiederholt und assoziiert, gehen sie ins Langzeitgedächtnis ein. Die Informationen verbleiben dauerhaft, es sei denn ihr Abruf wird gehemmt oder überlagert durch andere Informationen. Im Mandelkern, der Amygdala, und im limbischen System werden Informationen mit Emotionen verbunden, verglichen und auf soziale und biologische Bedeutsamkeit geprüft. Informationen werden entweder in bewussten oder unbewussten Gedächtnissystemen dauerhaft gespeichert. Unbewusst arbeitet zum Beispiel das prozedurale Gedächtnis. Dank diesem kannst du erlernte Bewegungs- und Handlungsabläufe abrufen, beim Skilaufen, Gitarre spielen oder Skateboard fahren. Auch Priming, zum Beispiel die Verbindung von Blatt und Baum, erfolgt unbewusst. Bewusst hingegen funktioniert das perzeptuelle Gedächtnis, welches dir das Erkennen von Gegenständen ermöglicht. Im Wissensgedächtnis werden Fakten gespeichert, mathematisches und naturwissenschaftliches Wissen, Sprachen und Allgemeinwissen. Deine Emotionen und Lebenserfahrungen finden sich im episodischen Gedächtnis wieder. Während du dich erinnerst, wird Wissen aus verschiedenen Bereichen deines Gehirns reaktiviert. Deine individuelle Lerngeschichte lässt dich diese Verknüpfungen neu interpretieren. Bei den Lernstrategien unterscheiden wir wieder zwei Formen. Beim kognitiven oder auch expliziten Lernen verstehst du die Zusammenhänge und eignest dir Wissen an, du verstehst die Situation. Aktionspotentiale treffen in der präsynaptischen Zelle schnell aufeinander und depolarisieren somit die Membran der postsynaptischen Zelle. Stunden- oder tagelang wird ein einzelnes Aktionspotential einen viel stärkeren Effekt haben als zuvor. Diesen Vorgang nennt man Langzeitpotenzierung. Dem gegenüber steht das implizite oder auch nichtkognitive Lernen. Hier wird durch vielfache Wiederholung zum Beispiel eine Abfolge von Ereignissen erlernt. Dies geschieht oft spielerisch und unbewusst. Wenn Hunde zum Beispiel immer zum Ton einer Glocke gefüttert werden, wird ihr Speichelfluss nach einigen Wiederholungen angeregt, ohne dass sie gefüttert werden. Diese Umwandlung eines neutralen Reizes in einen reaktionsauslösenden Reiz nennt man Klassische Konditionierung. Werden ein schwacher Reiz wie das Glockenklingeln und ein starker Reiz wie Futter übereinandergelegt, verstärkt sich die Transmitterausschüttung an der Synapse, die den schwachen Reiz verarbeitet. Nach mehreren Wiederholungen schüttet sie beim gleichen Reiz mehr Transmitter aus, sodass im Motoneuron Aktionspotentiale weitergegeben werden. Diese Verstärkung tritt nur ein, wenn die Synapse gerade aktiv war. Deshalb nennt man diesen Vorgang aktivitätsabhängige Bahnung. Fassen wir noch einmal zusammen: Verschiedene Gedächtnissysteme verringern die Datenmenge, die wir abgeleitet von Reizen aus unserer Umwelt speichern. Im Kurzzeit- oder Arbeitsgedächtnis in der Hirnrinde des Großhirns werden Informationen nur für Sekunden oder Minuten gespeichert und mit im Langzeitgedächtnis gespeicherten Assoziationen verknüpft. Dauerhaft abrufbar sind Informationen im Langzeitgedächtnis im limbischen System und der Amygdala. Man unterscheidet die bewussten, episodischen, perzeptuellen und Wissensgedächtnisse von den unbewussten Systemen des prozeduralen Gedächtnisses und des Priming. Als Lernstrategien sind das kognitive beziehungsweise explizite Lernen und das nichtkognitive, implizite Lernen zu nennen. Jetzt kennst du die verschiedenen Modelle zu unserem Gedächtnis, mit dem wir uns Wissen im Umfang von 3000 bis 30 Millionen Bücher merken können. Bis zum nächsten Mal!

3 Kommentare
  1. Ich habe echt was gelernt

    Von Ewa Jerry, vor fast 3 Jahren
  2. Danke für die schnelle Reparatur!

    Von Lunau Andrea, vor mehr als 4 Jahren
  3. Ab 0:50 stimmt der Ton überhaupt nicht mehr: zu Hören ist der Ton, der auch ab 4:26 kommt (und auch dahin gehört)!

    Von Lunau Andrea, vor mehr als 4 Jahren