50 % Lernmotivations-Rabatt —
Nur für kurze Zeit!

30 Tage kostenlos testen und anschließend clever sparen.

Der Sehpurpurzyklus – Entstehung eines negativen Nachbildes 04:29 min

Textversion des Videos

Transkript Der Sehpurpurzyklus – Entstehung eines negativen Nachbildes

Hallo! Heute starten wir mit einem kleinen Versuch. Dafür brauchst du ein weißes Blatt Papier. Bereit? Schau dir dieses Schwarz-Weiß-Porträt ganz genau an. Du fixierst es für circa 30 Sekunden. Los geht’s! Wenn alles geklappt hat, konntest du die Konturen des Portraits ziemlich gut erkennen. Allerdings waren die zuvor weißen Bereiche nun grau und die zuvor schwarzen hell. Diese Täuschung heißt negatives Nachbild und hat mit dem Sehpurpurzyklus zu tun. Warum ist das so? Um den Seheindruck des Nachbildes zu verstehen, müssen wir uns die Vorgänge an der Netzhaut im Sehzentrum unseres Gehirns anschauen. In der Netzhaut deines Auges hast du Lichtsinneszellen, sogenannte Stäbchen. Diese enthalten Rhodopsin als lichtempfindlichen Farbstoff. Weil dieser purpurrot ist, wird er auch als Sehpurpur bezeichnet. Gucken wir auf etwas Helles, werden die Lichtsinneszellen gereizt. Rhodopsin absorbiert das Licht, das auf die Netzhaut fällt und zerfällt in zwei Teile. Ein elektrisches Signal entsteht in der Zelle, das von verschiedenen Schalt- und Nervenzellen zum Sehnerv und schließlich zum Gehirn weitergeleitet wird. Aus einem Bildpunkt wird ein Netzhautpunkt und zum Schluss ein Hirnbildpunkt im Sehzentrum. Doch wie entsteht nun unser negatives Nachbild? Gucken wir auf eine helle Fläche, zerfällt viel Rhodopsin und es entstehen viele elektrische Signale in den Stäbchen. Gucken wir hingegen auf eine dunkle Fläche, zerfällt wenig oder gar kein Rhodopsin. Der Sehfarbstoff kann von Enzymen wieder aufgebaut werden und steht erneut zur Verfügung. Fixieren wir also unser Porträt, so werden die Rhodopsinspeicher der Stäbchen, auf die das Licht der weißen Flächen fällt, aufgebraucht. Die Stäbchen, auf die die Bildpunkte der schwarzen Flächen fallen, behalten ihren vollen Rhodopsinspeicher. Beim Betrachten eines hellen Untergrundes sehen wir also die zuvor weißen Flächen dunkel und die zuvor schwarzen leuchtend hell. Im Gehirn werden diese Nervenreize zu den Konturen zusammengesetzt, die du als negatives Nachbild wahrgenommen hast. Für den Aufbau von Rhodopsin wird übrigens Vitamin A benötigt. Das ist zum Beispiel in Möhren enthalten. Fassen wir noch einmal zusammen: Trifft Licht auf die Netzhaut, zum Beispiel wenn wir auf eine helle Fläche schauen, zerfällt in den Lichtsinneszellen der Sehfarbstoff Rhodopsin. Ein elektrisches Signal wird über die Nervenzellen und den Sehnerv zum Sehzentrum im Gehirn weitergeleitet. Viel Licht bedeutet viele Signale, wenig Licht weniger Signale. Vom Sehzentrum werden diese als hell beziehungsweise dunkel interpretiert. Der Rhodopsinspeicher wird durch Enzyme wieder aufgefüllt, wenn die Stäbchen nicht mehr belichtet werden. Kennen deine Freunde schon den Effekt von Nachbildern? Zeig ihnen doch mal das Schwarz-Weiß-Porträt. Tschüss und bis bald.

1 Kommentar
  1. Default

    du hast eine schöne stimme :*D
    angenehm

    Von Alfred 4, vor mehr als 2 Jahren