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Transkript Ablativus causae – Ablativ des Grundes

Hallo und herzlich willkommen zum Video über den Ablativ des Grundes, den Ablativus causae. Ich bin Martin und werde euch erklären, wie er funktioniert und wie ihr in Übersetzungen am Besten mit ihm umgeht. Dafür werden wir uns den Ablativus causae zuerst grammatisch anschauen, um dann anhand von Beispielsätzen zu sehen, wie er übersetzt werden kann. Am Ende des Videos werde ich dann das Wichtigste noch einmal zusammenfassen, sodass ihr hinterher über den Ablativus causae Bescheid wisst und dessen Bedeutung im Deutschen gut ausdrücken könnt. Wichtig ist, dass ihr schon wisst, wie die Ablativformen in den verschiedenen Deklinationen gebildet werden. Die meisten Handlungen haben eine Ursache. Wenn jemand von einer Handlung berichtet, wird deshalb oft auch der Grund des Geschehens benannt. Das Latein nutzt hierfür den Ablativ des Grundes. Oder, lateinisch, den Ablativus causae. Wenn Wörter im Ablativ erscheinen, können sie auf diese Weise innere Beweggründe oder äußere Ursachen einer Handlung ausdrücken. Schauen wir uns den folgenden Satz an: Claudius morbo in agro non est. Morbo steht im Ablativ und gibt den Grund von Claudius' Abwesenheit an. Claudius ist wegen der Krankheit nicht auf dem Feld. Im Deutschen brauchen wir eine Präposition, in diesem Fall: wegen. Im zweiten Beispiel ist es ähnlich: Graecus cura domum properat. Graecus eilt nach Hause, und cura im Ablativ gibt seinen Beweggrund an: Die Sorge. Graecus eilt wegen der Sorge nach Hause. Wir können auch sagen, aus Sorge. Auch Ausdrücke des Freuens oder andere Gefühle verwenden oft den Ablativus causae. Zum Beispiel in: Claudius dono Graeci gaudet. Claudius gaudet heißt: Claudius freut sich. Und dono graeci steht im Ablativ. Claudius freut sich also wegen eines Geschenkes von Graecus. Oder, wie es schöner klingt: Über das Geschenk. Ihr seht schon, wir müssen die Präpositionen im Deutschen manchmal anpassen. Was wissen wir bis jetzt? Um einen Grund anzugeben, verwendet das Latein den Ablativ. Ein Grund kann dabei eine Motivation, eine Ursache oder auch ein Anlass sein. Einen Ablativ haben wir im Deutschen nicht, sodass wir immer eine Präposition für die Übersetzung benötigen. Schauen wir uns einmal einen längeren Satz an: Agro bono dominus copiis magnis gaudere potest. Dominus gaudere potest heißt: Der Herr kann sich freuen. Da liegt die Frage nahe, worüber er sich freuen kann. Wie wir schon wissen, verwendet das Latein hierfür den Ablativ. Copiis magnis passt also perfekt, sodass wir sagen können: Der Herr kann sich über große Vorräte freuen. Bleibt uns noch agro bono übrig: Also ein guter Acker im Ablativ. Wir übersetzen: Wegen des guten Ackers, als Angabe eines Grundes. Also: Wegen des guten Ackers kann der Herr sich über die großen Vorräte freuen. Das war jetzt schon etwas schwieriger, aber hoffentlich kein Problem für euch. Nun noch einmal eine kurze Zusammenfassung: Ein Nomen im Ablativ kann den Grund einer Handlung angeben. In diesem Fall sprechen wir vom Ablativus causae, bzw. vom Ablativ des Grundes. Als Grund gelten dabei auch Motivationen oder Auslöser, z. B. also auch famae, aus Hunger, oder more, nach der Sitte. Sehr oft benutzen Verben des Fühlens, wie z. B. des Freuens, den Ablativ des Grundes, was im Deutschen manchmal komisch wirkt. Wenn wir ins Deutsche übersetzen, müssen wir uns daher mit verschiedenen Präpositionen helfen. Wegen kann uns zwar meist helfen, oft klingen aber aus, über oder andere Wörter besser. Wichtig ist, dass in eurer Übersetzung klar wird, dass ein Grund oder eine Ursache genannt werden. Dabei kann euch das Übungsvideo zum Ablativ des Grundes, zum Ablativus causae noch weiterhelfen. Dabei wird es dann mehr um das Übersetzen gehen. Vielleicht sehen wir uns also schon im Übungsvideo wieder. Ich hoffe, dass euch das Video zum Ablativ des Grundes gefallen und weitergeholfen hat. Schöne Grüße und bis zum nächsten Mal.

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4 Kommentare
  1. Felix red

    Hallo Seimon00,

    du hast natürlich recht: Hier muss ein Akkusativ stehen. Und mit "castra" ist dies auch der Fall. "castra" ist nämlich ein Neutrum Pl., also: castra, -orum, -is, -a, is. Es existiert nur im Plural.

    Ich hoffe, dies leuchtet ein. Viele Grüße, Felix aus der Fachredaktion

    Von Felix Teege, vor etwa einem Monat
  2. Default

    Frage wegen der Aufgabe:
    In der zweiten Übung heisst der erste Satz: "Galli in castra veniunt, nam..." Müsste es nicht stattdessen "Galli in castraM veniunt" heissen, weil Ablativ nur den Ort angeben kann, während der Akkusativ die Richtung nennt? Bin mir eben nicht ganz sicher.
    xD ist aber sonst auch ein ziemlich gutes Video, wie die anderen von ihnen.
    LG
    seimon00

    Von S. R., vor etwa einem Monat
  3. Default

    ein bisschen schnell gesprochen

    Von Günther B., vor 12 Monaten
  4. Default

    Hinweis an alle Schüler: gaudere (e-Konjugation) muss unbedingt mit langem -e ausgesprochen werden mit Betonung auf der vorletzten Silbe. Bei dem Beispielsatz ab Minute 2:30 ist dies also vom Tutor fehlerhaft ausgesprochen!

    Von Bas Tt, vor mehr als 2 Jahren