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Transkript Das Ökosystem Wiese

Hallo! Eine Wiese scheint auf den ersten Blick nicht mehr als eine Ansammlung von Blumen und Gräsern. Wenn man aber genauer hinsieht, erkennt man, dass es in und unter einer Wiese nur so von Leben wimmelt. In diesem Video wollen wir uns das Ökosystem Wiese näher ansehen. Dabei beleuchten wir die Entstehung von Wiesen, die einzelnen Schichten und deren Bewohner sowie den Zyklus der Mahd.

Entstehung und Wiesenarten

Die allermeisten Wiesen in unseren Breiten sind Kulturlandschaften: Sie wurden von Menschen geschaffen und werden auch von ihnen erhalten. Die ersten Wiesen entstanden, als der Mensch begann, Vieh zu halten. Auf abgeholzten Waldflächen wuchsen Kräuter, die das Weidevieh genüsslich abgraste. Junge aufkeimende Sträucher und Bäume wurden gefressen noch bevor sie sich entwickeln konnten. Das Ergebnis waren Gras-und Kraut-Landschaften, die Wiesen.

Spezielle Wiesen sind etwa Feuchtwiesen. Das sind Wiesen, deren Bodenschicht entweder stark vom Grundwasser beeinflusst ist oder regelmäßig überschwemmt wird. Man findet Feuchtwiesen häufig in der Nähe von Seen, Flusstälern oder Senken.

Als Fettwiesen bezeichnet man Wiesen, die stark landwirtschaftlich genutzt und daher stark gedüngt werden. Fettwiesen sind besonders nährstoffreich.

Salzwiesen werden regelmäßig vom Meer überschwemmt. Sie bilden den natürlichen Übergang zwischen Meer und Land. Salzwiesen sind also natürliche Wiesen.

Auch Almwiesen sind natürliche Wiesen. Aufgrund der widrigen Bedingungen können Bäume in großer Seehöhe - also über der Baumgrenze - nicht mehr wachsen, sehrwohl aber Kräuter. Salzwiesen, Almwiesen und auch Steppen sind natürliche Wiesen. In unseren Breiten sind die meisten Wiesen jedoch Kulturlandschaften.

Schichten und Bewohner

Unter der Oberfläche liegt die Bodenschicht. Im Erdreich finden die Pflanzen Halt, außerdem versorgt es die Pflanzen mit Wasser und Nährstoffen. In der Bodenschicht lebt etwa der Regenwurm. Er ernährt sich von abgestorbenen Pflanzenresten und durchlüftet durch seine Gänge und Löcher den Boden. In einem Kubikmeter Erde können sich hunderte Regenwürmer befinden. Das lockt natürlich Jäger an.

Der Maulwurf etwa oder die Feldspitzmaus haben Regenwürmer zum Fressen gern. Die Wühlmaus lebt auch in der Bodenschicht. Sie hat es aber eher auf Pflanzenwurzeln abgesehen. Direkt über dem Boden liegt die Streuschicht. Dort leben etwa Wiesenameisen, Asseln, Schnecken, Grillen, Käfer und Tausendfüssler. Tiere, die sich von Gräsern, Kräutern und Pollen - den Produzenten - ernähren, nennt man Konsumenten 1. Ordnung. Laufkäfer sind Jäger und ernähren sich von Insektenlarven, Schnecken und Würmern. Sie sind damit Konsumenten 2. Ordnung.

Über der Streuschicht liegt die Blatt- und Stängelschicht. Sie ist das mittlere Stockwerk einer Wiese. Hier findet man etwa Blattläuse, die den Stängel von Blumen anbohren, um an den nährstoffreichen Pflanzensaft zu kommen. Das süße Ausscheidungsprodukt der Blattläuse nennt man Honigtau. Ameisen lieben Honigtau. Wenn sie die Blattläuse ein wenig kitzeln, sondern sie Honigtau ab, den die Ameisen dann schlürfen. Als Gegenleistung für die süßen Tropfen verteidigen die Ameisen die Blattläuse gegenüber Fressfeinden wie dem Marienkäfer.

Zwischen den Stängeln der Kräuter spannen auch Spinnen ihre Netze und hoffen, dass andere Insekten sich darin verfangen. Schmetterlinge nutzen die Verstecke der Blatt- und Stängelschicht als Schlafplatz für die Nacht. Das oberste Stockwerk von Wiesen heißt Blütenschicht. Die Blüten locken Bienen und Hummeln an. Sie kriechen in jede Blüte und sammeln Nektar und Pollen. Ganz nebenbei tragen sie so den Blütenstaub von Blüte zu Blüte und sorgen damit für die Befruchtung der Pflanzen.

Da die Blütenschicht von der Sonneneinstrahlung am meisten profitiert, nutzen Schmetterlinge Blüten, um ihren Körper dort morgens auf „Betriebstemperatur” zu bringen bevor sie sich in die Lüfte erheben. Die vielen Insekten der Wiese stellen eine wichtige Nahrungsquelle für verschiedenste Vogelarten dar.

Mahd

Da die meisten Wiesen bei uns Kulturlandschaften sind, brauchen sie die regelmäßige Mahd, um nicht zu verbuschen und schließlich zu verwalden. Im Frühjahr sind es Gänseblümchen und Löwenzahn, die die ersten Sonnenstrahlen ausnutzen. Aber schon bald werden sie durch höher wachsende Blumen vom Licht abgeschnitten. Jetzt blühen Glockenblumen und Wiesenkerbel.

Diese Änderung des Erscheinungsbildes der Wiese nennt man Aspektwechsel. Dieser findet mehrere male im Jahr statt. Die Mahd liefert den Bauern Futter für ihr Vieh und ändert immer wieder die Gestalt einer Wiese.

Zusammenfassung

Die meisten Wiesen gehören zur von Menschen geschaffenen Kulturlandschaft, es gibt aber auch natürliche Wiesen wie die Almwiesen oder die Salzwiesen. Alle Wiesen bilden jedoch ein kompaktes und artenreiches Ökosystem von verschiedenen Pflanzen und Tieren. Tschüss!

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