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Transkript Das Ökosystem Hecke

Hallo! Wenn Du das Wort Hecke hörst, denkst du vielleicht an eine akkurat gestutzte Lebensbaumhecke, die zwei Grundstücke voneinander trennt. Aber Hecken können viel mehr sein, sie bilden ein richtiges Ökosystem. In diesem Video wollen wir uns ansehen, wie Hecken entstanden sind, wie sie aufgebaut sind, was in Hecken so alles lebt und was der Nutzen von Hecken ist.

Entstehung

Hecken wurden von Menschen immer schon als Begrenzungsanlage angepflanzt. So nutzte man etwa dornige, dicht wachsende Sträucher wie Schlehe, Heckenrose oder Weißdorn als natürliche Einfriedung von Weidevieh. So verhinderte man, dass das Vieh flüchtete und Raubtiere eindrangen. Auch zum Abtrennen von Weide- und Ackerland wurden schon vor hunderten Jahren Hecken gepflanzt. Die Hecke ist also eine von Menschen geschaffene und gepflegte Landschaft, eine Kulturlandschaft.

Aufbau

Wie ist so ein natürlicher Heckengürtel, der etwa Wiesen von Äckern abtrennt, aufgebaut? Im Querschnitt gesehen liegt außen die Saumzone. Dort wachsen niedrige Pflanzen und Kräuter, die viel Licht benötigen. Die Saumzone bildet den Übergang von der Hecke zum Acker bzw. zur Wiese.

In der Mantelzone wachsen Heckengewächse wie der Weißdorn oder die Heckenrose.

In der Kernzone - also im Innersten der Hecke - findet man Sträucher, die auch Schatten gut vertragen können, etwa Brombeere oder Schwarzer Holunder. Manchmal findet man auch Bäume wie die Stieleiche oder die Hainbuche in der Kernzone. Wichtige Gewächse von heimischen Hecken sind weiter der Haselnussstrauch, die Wildbirne, der Wildapfel oder der Feldahorn.

Heckengürtel sind im Innersten am höchsten und flachen zum Rand hin schnell ab. Als Kulturlandschaft braucht die Hecke die Pflege von Menschen. Nein, es ist nicht der Nachbar gemeint, der jedes Wochende die Lebensbaumhecke mit der Nagelschere stutzt. Für Heckengürtel ist es ausreichend, wenn man sie alle 15-20 Jahre verjüngt. Früher nutzte man das gewonnene Holz als Brennmaterial.

Leben in der Hecke

Eine Hecke besteht nicht nur aus Pflanzen, in ihnen tummeln sich auch unzählige Tiere. Igel und Erdkröten jagen nach Schnecken und Regenwürmern, Blattläuse saugen Pflanzensäfte und müssen sich vor Marienkäfern in Acht nehmen. Die Blüten der Sträucher locken Insekten, die Früchte wiederum unzählige Vogelarten an.

Der Neuntöter, ein Vogel braucht die dornigen Hecken, um darauf seine Beutetiere auf zu spießen. Sein Schnabel und seine kleinen Füße allein können große Insekten, Frösche und Mäuse schlichtweg nicht halten. Auch Säugetiere wie Steinmarder, Fuchs, Feldhase oder Spitzmaus finden in der Hecke Unterschlupf. Greifvögel wie der Turmfalke oder der Mäusebussard nutzen die hohen Sträucher und Bäume als Sitzwarte, von der aus sie einen guten Überblick über das Gelände haben und Beutetiere wie Mäuse erspähen können.

Als Konsumenten 1. Ordnung werden Tiere bezeichnet, die sich von Wurzeln, Blüten, Blättern oder Früchten der Pflanzen - der Produzenten - ernähren. Konsumenten 2. Ordnung sind etwa der Igel oder Fuchs, die nicht direkt von den Pflanzen der Heckengürtel leben, sondern nach Konsumenten 1. Ordnung jagen.

Nutzen der Hecke

Der Nutzen von Hecken wurde in vergangener Zeit unterschätzt. Flurbereinigungen in den 70er- und 80er-Jahren sollten größere Agrarflächen/Felder schaffen und mehr Erträge liefern - unzählige Hecken wurden vernichtet; auch weil man vermutete, dass die Pflanzen der Heckengürtel den Saatpflanzen Wasser und Nährstoffe wegnehmen. Das hat sich aber als Fehleinschätzung herausgestellt.

So nahm zum Beispiel der Aufwand, schädliche Insekten von den Feldern fern zu halten, drastisch zu. Der Grund dafür ist: Man hatte die Lebensräume der Insektenfresser einfach zu sehr eingeschränkt.

Heute weiß man, dass der Heckengürtel aus weiteren Gründen sehr nützlich sein kann. Heckengürtel sind Windfang und befestigen die Ränder von Äckern - damit sind sie ein wichtiger Erosionsschutz. Da Hecken die Taubildung fördern und der Verdunstung entgegenwirken, sorgen sie für eine fruchtbare Bodenfeuchte und beugen so dem Austrocknen des Bodens vor. Hecken filtern auch die Luft und dienen der Klimaregelung. Und natürlich dienen Hecken auch als Sicht- und Lärmschutz - in der Stadt genauso wie auf dem Lande.

Zusammenfassung

Hecken gehören zu unserer Kulturlandschaft und sind mehr als eine reine Begrenzungsanlage; sie sind ein reichhaltiges Ökosystem, in dem unzählige Pflanzenarten gedeihen und eine ganze Reihe von Tieren ihren Jagd-, Ruhe- oder Brutplatz finden. Da sie das Klima regeln, Erosion vorbeugen und Lebensraum für nützliche Insektenvertilger sind, sind sie auch für die Landwirtschaft von großer Bedeutung. Tschüss und bis zum nächsten Mal!

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