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Richard Strauss 03:37 min

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Transkript Richard Strauss

Am 11. Juni 1864 wird in München Richard Strauss geboren, wahrscheinlich der größte Musiker Deutschlands im 20. Jahrhundert. Er ist der Sohn von Franz-Josef Strauss, der als erster Hornist im Königlichen Bayerischen Opernorcherster spielt. Richard zeigt schon in der frühesten Kindheit eine ungewöhnliche Begabung zur Musik. Mit vier Jahren spielt er bereits Klavier und komponiert kleine Stücke zum Entzücken der Familienmitglieder. In seinen Studienjahren eignet sich Richard Strauss die Tradition der großen symphonischen Werke an. Seine ersten Arbeiten sind eindeutig von Brahms inspiriert und zeigen eine starke Bindung an die Regeln der Musik des 19. Jahrhunderts. Im Jahre 1881 beginnt eine Freundschaft mit dem berühmten Dirigenten Hans von Bülow. Dieser ist einer der größten Interpreten der Musik Wagners, und Strauss beginnt unter diesem Einfluss mit immer größerem Interesse und mit immer größerer Leidenschaft die Werke von Wagner zu studieren. Zur gleichen Zeit wächst sein Interesse an symphonischer Musik, einer speziellen Form der Tondichtung, die Liszt ins Leben gerufen hat. Die Frucht dieser Bemühungen ist die symphonische Dichtung “Don Juan“. Sie wird 1889 am Hoftheater in Weimar zum ersten Mal aufgeführt und hat großen Erfolg. Bald darauf folgen weitere Kompositionen: “Tod und Verklärung“, “Till Eulenspiegels Lustige Streiche“ und “Also sprach Zarathustra“. Im Alter von vierzig Jahren ist er der am meisten bejubelte und zugleich am meisten angegriffene Komponist Europas. Seine Aufführungen rufen lebhafte Polemiken zwischen Anhängern und Gegnern seiner Musik hervor. Die ärgsten Kontroversen löst die Uraufführung seiner berühmtesten Oper “Salome“ aus, die nach dem gleichnamigen Werk von Oscar Wilde komponiert worden ist. Sie wird 1905 am Dresdner Theater uraufgeführt, nachdem sie die Zensur in Wien verboten hat. Ungeachtet der Reaktionen und des Skandals, den die Oper, wie das Stück von Wilde zehn Jahre zuvor, verursacht, wird sie sofort in den Spielplan aller großen Opernhäuser der Welt aufgenommen und ist bis heute dort geblieben. Von 1919 bis 24 leitet Richard Strauss die Wiener Staatsoper und arbeitet eng mit dem Schriftsteller Hugo von Hoffmannsthal zusammen. Die beiden bringen zahlreiche Meisterwerke hervor, darunter “Elektra” und den “Rosenkavalier”. In den letzten Jahren seines Lebens findet sich Strauss immer mehr isoliert und bedrängt von den sozialen und politischen Problemen seiner Zeit. Er ist der einzige Komponist, der mit Indifferenz die Machtergreifung Hitlers hinnimmt, ohne überhaupt auf die Vorschriften, die man der Kunst zu machen versucht, zu reagieren. Gleichgültig ist ihm auch das Verbot der Musik Mahlers, Schönbergs, und Hindemiths. Die letzten Werke zeigen trotz der fein ausgearbeiteten formalen und instrumentalen Konstruktion einen Komponisten, der bereits alt und müde geworden ist. Unwillig, sich der neuen Zeit anzupassen, stirbt Richard Strauss in Garmisch, wo er die letzten Wochen seines Lebens verbracht hat.