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Ludwig van Beethoven 03:39 min

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Transkript Ludwig van Beethoven

Am 26. März 1827 stirbt in Wien Ludwig van Beethoven im Alter von 57 Jahren. Aus seinen privaten Notizen lässt sich entnehmen, welche Leiden der große Komponist in seinem letzten Lebensabschnitt erdulden musste. Seit 1801 hatte sich seine Hörfähigkeit ständig verschlechtert, 1815 trat völlige Taubheit ein. Schon die Kindheit Beethovens ist nicht gerade glücklich. 1770 als Sohn eines Musikers flämischer Abstammung in Bonn geboren, wächst Ludwig in ärmlichen Verhältnissen auf. Die Familie sucht lange nach einem geeigneten Lehrer für das musikalisch außerordentlich begabte Kind. Eine erste Studienreise zu Mozart nach Wien muss abgebrochen werden, weil die Mutter plötzlich stirbt. Der Vater verfällt dem Alkohol und Ludwig muss seine beiden jüngeren Brüder versorgen. 1793 zieht Beethoven endgültig nach Wien und lernt bei Haydn und dem Hofkompositör Salieri. Er hat als Pianist bald großen Erfolg und findet auch Anerkennung für seine ersten Klavierkompositionen. Viel beachtete Konzertreisen führen Beethoven unter anderem nach Dresden, Berlin und Prag. Als aber sein Gehör immer mehr nachlässt, muss er auf die öffentlichen Auftritte verzichten. Beethoven widmet sich ganz der Komposition und führt die symphonische Dichtung zu neuen Höhepunkten. Neben großen Sinfonien ensteht auch die einzige Oper. Nach zweimaliger Abänderung feiert Beethoven mit "Fidelio" Triumphe. Und auch die in Verehrung Goethes entstandene Musik zu Egmont wird begeistert aufgenommen. Ab 1815 wird es still um den Meister. Er lebt völlig zurückgezogen und von wenigen Freundschaften abgesehen, allein. Trotz seines Ruhmes ist er ständig in Geldnöten und leidet wegen seiner Krankheit, an Depressionen. Bis 1823 arbeitet er hauptsächlich an dem sakralen Werk “Missa solemnis”. Dann widmet er sich ausschließlich der Komposition seiner 9.Sinfonie. Nach fünf Monaten sind die ersten Teile vollendet und Beethoven entwirft den Schluss, eine Vertonung von Schillers “Ode an die Freude”. Im Mai 1824 erlebt die 9.Sinfonie am Wiener Kärntnertortheater ihre Uraufführung. Als die letzten Takte der Sinfonie, mit Solo- und Chorstimmen vorgetragen, verklungen sind, erhebt sich tosender Applaus. Beethoven bleibt unbewegt. Mit dem Rücken zum Publikum, verweilt er konzentriert über der Partitur und scheint das Ende gar nicht wahrgenommen zu haben. Caroline Unger, eine der Sängerinnen, nimmt den tauben Komponisten bei den Schultern und dreht ihn um, damit er an den hunderten von Taschentüchern und in die Luft geworfenen Hüten, den Erfolg seines Werkes erkennen kann. Mit dieser Aufführung nimmt Beethoven Abschied von der Öffentlichkeit. Die 9.Sinfonie ist die Krönung seines Schaffens und beweist den Triumph eines genialen Geistes über innere und äußerliche Not. Ludwig van Beethoven hat die Hindernisse, die das Schicksal für ihn bereitgehalten hat, überwunden. Seine Musik gibt auch heute beeindruckendes Zeugnis von großer Menschlichkeit.