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Jacques Offenbach 04:04 min

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Transkript Jacques Offenbach

Am 5. Oktober 1880 hat die Welt der leichten Musik den Tod von Jacques Offenbach zu beklagen. Besonders die Stadt Paris, über der sein Stern mehr als ein Vierteljahrhundert lang glänzte. Im Jahr 1819 wird er als Sohn einer jüdischen Familie in Köln geboren. Jacques zeigt früh musikalische Neigungen, die er vielleicht vom Vater, der Sänger in der Synagoge ist, geerbt hat. Der junge Offenbach geht nach Paris, allein und ohne Mittel. Er besucht die Violoncello-Kurse am Konservatorium und schließt sie mit allen Ehren ab. Man hält ihn für einen Virtuosen des Instrumentes. Nachdem er blitzschnell den Rang eines Orchesterdirektors am Théâtre-Français erlangt hat, zeigt sich eine andere Seite seines großen Talentes. Mit durchschlagendem Erfolg vertont Offenbach einige der bekanntesten Fabeln von La Fontaine. Nebenbei schreibt er polemische Artikel gegen die leichte Musik und oberflächliche Komponisten. Dennoch zögert Jacques Offenbach nicht, seine Meinung zu ändern, als man ihm mit staatlicher Genehmigung das kleine Theater Bouffes-Parisiens gründen lässt. Er hat auch die Erlaubnis, in den Sommermonaten auf der Champs Elysees zu spielen. Er schreibt eine Menge Operetten, die das zu diesem Zeitpunkt eher lethargische Dasein der Pariser Gesellschaft beleben. Die lebensfrohen, leicht verdaulichen Stücke werden große Mode. Tatsächlich füllen sich allabendlich die Theater. Wer zur mondänen Gesellschaft zählen will, muss mindestens einmal "Orpheus in der Unterwelt" von Offenbach gesehen haben. So bringt es die Operette in nur einer Saison auf 300 Vorstellungen. Kritiker und Literaten überschütten den Komponisten mit Lobeshymnen. Emile Zola lässt in einem seiner Romane den Theaterstar Nana die Rolle der schönen Helena sprechen. Das Schaffen des berühmten Mannes wird unüberschaubar. Von den Bouffes-Parisiens verbreitet es sich über ganz Europa bis nach Amerika. Seine größten Erfolge sind die über 100 Operetten. Offenbach komponiert wilde Cancans für das Cabaret, Walzer, Quadrillen für Hofbälle und das Lieblingsstück der Kaiserin Eugenie, die komische Oper "Die Kreolin". Napoleon ernennt ihn zum Ritter der Ehrenlegion. Er erhält auch die französische Staatsbürgerschaft. Ein alter Wunsch des Deutschen geht so in Erfüllung. Ein Teil seiner Kritiker wirft ihm vor, aus Hast und Leichtfertigkeit sein großes Talent zu verraten. Erst gegen Ende seines Lebens stellt Offenbach sein Genie auf die Probe. Er versucht sich an einer niveauvollen Oper. Zwischen schmerzvollen Krisen arbeitet er an "Hoffmanns Erzählungen", bis heute ein Prüfstein für Choreografen und Balletttänzer. Sein frühzeitiger Tod erlaubt es ihm jedoch nicht, dem Triumph seines Hauptwerkes beizuwohnen.