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Glenn Miller 03:24 min

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Transkript Glenn Miller

Am 16. Dezember 1944 verschwindet ein Flugzeug auf dem Weg von London nach Paris. Man vermutet einen Abschuss durch deutsche Jagdflieger. An Bord befand sich, zusammen mit dem gesamten Orchester der amerikanischen Luftwaffe, Major Glenn Miller, einer der berühmtesten Jazzmusiker aller Zeiten. Mit seinem Tod geht auch die Ära des Swing zu Ende. Miller war kein Prophet in der Geschichte des Jazz. Er war vielmehr ein ausgezeichneter Arrangeur, der sich einen Ehrenplatz neben Benny Goodman, dem King of Swing erobert hat. Glenn Miller hat in vielen Orchestern, wie in dem von Ray Noble als zweite Besetzung, Posaune gespielt. 1937 erfüllt er sich an seinem Geburtstag, dem 1. März, seinen sehnlichsten Wunsch, ein eigenes Orchester zu dirigieren. Er eröffnet im Jazzcasino von New Rochelle in New York, jenem Club, der auch die Gebrüder Dorsey herausbringen wird. Einen Monat später komponiert er die Nummer, die auch die Kennmelodie seines Orchesters werden wird, “Moonlight Serenade“. Sie erweckt auch den typischen Kombosound von Glenn Miller, einen Bläsersatz aus vier Saxophonen und einer Klarinette. Diese leitet, begleitet von einem Tenorsaxophon, auch die Melodie, ein besonders eindrucksvoller Effekt. Der Jazz erreicht in den USA die intellektuelle Schicht. Er wird zur Mode schlechthin. Im Gefolge der mehr als 100 Tanzorchester, die die Amerikaner zum Swingen bringen, etabliert sich auch die erste Musikindustrie. Im August 1939 gelingt Glenn Miller sein größter Hit, “In the Mood“, eine galoppierende Schlacht der Saxophone. Die Nummer tritt sofort ihren Siegeszug durch die Vereinigten Staaten an. Dieser berühmte Boogie-Woogie ist auch das erste, was Radio und Schallplatten an leichter Unterhaltungsmusik in die Häuser des befreiten Europas bringen werden. Vorerst müssen aber auch Jazz und Tanzmusik mit in den Krieg. Das Orchester des Artie Shaw wird zur US Navy-Band. Glenn Miller, der sich freiwillig gemeldet hat, bringt seine American Airforce-Band von einer Front zur anderen. Zum Zeitpunkt seines Verschwindens im Dezember 1944 hat er bereits für Millionen GIs gespielt. Mit Glenn Millers Tod geht zwar die Ära des Swing zu Ende, sein unverwechselbarer Sound bleibt jedoch auch weiterhin sehr gefragt.