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Aram Chatschaturjan 03:34 min

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Transkript Aram Chatschaturjan

Im Mai 1978 stirbt in Moskau der Komponist Aram Chatschaturjan, einer der bedeutendsten Exponenten des russischen Musiklebens im 20. Jahrhundert. Er wird 1903 in Tiflis im Kaukasus geboren. Der Vater ist ein einfacher Buchbinder und auch der junge Aram zeigt während seiner Jugend keine besonderen Zeichen künstlerischer Begabung. Dann aber kommt er in Kontakt mit den Liedern und Melodien seiner kaukasischen Heimat, die für sein ganzes Leben die Hauptquelle seines Einfallsreichtums sein werden. So wird er langsam zum musikalischen Schaffen hingeführt. Im Jahr 1922 beginnt seine musikalische Ausbildung für Violoncello und Komposition in Tiflis. Sie wird schließlich in Moskau unter der Anleitung des Lehrers Vasilienko vollendet. Schon in seinen ersten Werken zeigt Chatschaturjan ein vielseitiges künstlerisches Talent. Er ist stets in der Lage seine Rhythmen und Melodien aus der Musikwelt des Kaukasus zu schöpfen, wenn auch mit der Tonsprache und der Technik der westlichen Musik. Das erste Konzert für Pianoforte und Orchester und das Konzert für Violine und Orchester erwerben sehr bald großen Ruhm und werden in das Repertoire der größten Dirigenten aufgenommen. Es sind Kompositionen, die sich auf eine volkstümliche Tonalität gründen. Chatschaturjan ist ein Liebhaber der Einfachheit und der Klarheit, weit weg von der Suche nach neuen Horizonten auf dem Gebiet der Musik. Nach Chatschaturjan hat sich jedweder musikalische Ausdruck an das Verständnis des Volkes zu wenden und dessen Gefühle und Vorstellungen authentisch darzustellen. Dies entspricht im Übrigen auch den Vorschriften, die das sowjetische Regime unter Stalin seinen Künstlern gibt. Die Popularität Chatschaturjans erreicht ihren Höhepunkt im Jahre 1942 mit dem Ballett “Gayane“. Darin kommt das berühmteste Stück des russischen Komponisten vor, nämlich der Säbeltanz. Von 1951 an wechselt die Tätigkeit von Chatschaturjan zwischen dem Komponieren und der Unterrichtstätigkeit am Konservatorium von Moskau. Trotz der weiten Verbreitung seiner Werke wird er von dem Politiker Zhdanov angeklagt, sich ebenso wie der Komponist Schostakowitsch einem bürgerlichen Formalismus zu ergeben. Chatschaturjan beugt sich den ihm auferlegten Regeln. Aber im November 1953, sieben Monate nach dem Tode Stalins, publiziert er in der sowjetischen Musikrundschau einen Artikel mit dem Titel “Wagemutige Vorstellung und Kreativität“, worin er größere kreative Freiheit für die Komponisten in der Sowjetunion fordert. Er geht auf Tourneen, wo er eigene Werke dirigiert und sich als genauer, empfindungsreicher Interpret seiner Musik zeigt. Mit öffentlichen Ehrungen ausgezeichnet stirbt Chatschaturjan im Alter von 74 Jahren.