Einführung

Kennst du das? Morgen steht eine Klassenarbeit an und du hast noch nichts dafür gelernt. Deine Bücher, Hefter und Arbeitszettel liegen überall verstreut herum, dein Schreibtisch geht im Chaos unter und du versuchst dir mal einen ersten Überblick über das Thema zu verschaffen, während nebenbei der Fernseher läuft und deine Geschwister durch das Zimmer toben. Ob das wohl gute Voraussetzungen zum Lernen sind…?

Für ein erfolgreiches Lernen für Schule und Uni ist es wichtig und sinnvoll, Grundlegendes über das Gedächtnis zu wissen und das eigene Lernen einmal strategisch zu hinterfragen. Egal, ob du die Binomischen Formeln verstehen, die Epochenmerkmale des Sturm und Drang auswendig lernen oder die Schlüsselwörter des Simple Past behalten willst: Lernstrategien und Lernmethoden können deinen Prozess des Lernens, Verstehens und Behaltens wesentlich vereinfachen und optimieren.

Strategien und Methoden der 3 Lerntypen

Ein erster Schritt ist die Definition des eigenen Lerntyps. Dabei gibt es drei prinzipielle Hauptkategorien:

  • Die Hörer nehmen Lerninhalte am besten auditiv auf, zum Beispiel über fremdsprachliche Lern-CDs oder lautes Vorsprechen, und profitieren von einer ruhigen Lernumgebung.
  • Die Leser lernen am besten über das Nachlesen der Inhalte oder auch über das Beobachten von Vorgängen. Für optimale Lernergebnisse sollten sie möglichst viele verschiedene Quellen nutzen und eigene Lernplakate und Übersichten erstellen.
  • Der visuelle Lerntypus des Sehers verinnerlicht Wissen am besten über Grafiken, Fotos, Filme und Mindmaps. Um sich komplexe Sachverhalte bildlich darstellen zu können, benötigt der Seher eine möglichst aufgeräumte Lernumgebung.

Natürlich gehört niemand nur einem einzigen Lerntyp an, daher lohnt es sich, verschiedene Lernmethoden abzuwechseln und zu kombinieren.

Lernstrategie 1: Gestaltung des Lernumfelds

Ein weiterer relevanter Aspekt ist die geeignete Gestaltung des Lernumfelds:

Gestalte deinen Arbeitsplatz so, dass nur das wichtigste Arbeitsmaterial bereit liegt und du ausgeruht in einem gelüfteten, ruhigen Raum lernen kannst. Andere Personen, Musik und Dinge mit Ablenkungspotential (Handy, Fernseher) versuche möglichst von deinem Arbeitsplatz fernzuhalten, um dich optimal konzentrieren zu können. Wenn du effektiv lernst, hast du später umso mehr Freizeit!

Lernstrategie 2: Gedächtnistraining

Dein Lernen optimieren kannst du auch durch gezieltes Gedächtnistraining. Das Gedächtnis ist der Speicherort für all deine Erinnerungen und dein Wissen. Es wird unterteilt in das Ultrakurzzeitgedächtnis, dessen Merkzeit nur Millisekunden beträgt, das Kurzzeitgedächtnis, das Inhalte für wenige Minuten speichern kann, und das Langzeitgedächtnis, das für das Lernen für Schule und Uni besonders wichtig ist.

Dein Merkvermögen trainieren kannst du, zum Beispiel beim Vokabellernen, indem du durch häufige Wiederholung die Assoziation zwischen der deutschen und der Vokabel in der Fremdsprache stärkst, sodass am Ende für dich der Begriff flower fest mit dem Begriff Blume verbunden ist.

Lernstrategie 3: Lernen mit dem Karteikasten

Speziell das Vokabellernen kannst du dir erheblich vereinfachen, indem du dir einen Karteikasten bastelst und so deinen Lernprozess wesentlich strukturierter gestaltest.

Vokabeln lernen mit dem Karteikastensystem

Die Organisationsstrategie des Karteikastensystems sieht eine regelmäßige Wiederholung der Vokabeln vor, individuell angepasst an deinen Wissensstand, und ermöglicht so ein langfristiges Abspeichern von Vokabeln, da der Vergessenskurve effektiv entgegen gewirkt wird.

Die für dich geeigneten Lernstrategien und Lernmethoden sind immer etwas Individuelles und werden vom Lerninhalt, von deinem dominanten Lerntyp und der konkreten Lernsituation beinflusst.