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Sachtexte analysieren – den Hauptteil schreiben 07:20 min

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Transkript Sachtexte analysieren – den Hauptteil schreiben

Weißt du, welcher Teil in deinem Aufsatz der wichtigste ist? Genau – er heißt schließlich nicht umsonst Hauptteil. Darin passiert die eigentliche Analyse des Sachtextes. In diesem Video zeige ich dir, wie du den Text in seine einzelnen Bestandteile zerlegst und diese in ihrer Wirkung und ihrer Bedeutung für das Ganze untersuchst.

Anhand des Beispieltextes „Scharfes Handy“ von Harald Martenstein zeige ich dir, wie du deinen Hauptteil gliedern kannst. In Schritt 1 analysierst du die inhaltliche Grundstruktur des Textes. Du gliederst den Text in Sinnabschnitte, fasst diese zusammen und zeigst, wie der Autor von einem zum anderen Abschnitt überleitet. Schritt 1 beschreibt den roten Faden des Textes.

Fragen, die dir dabei helfen können, sind: - In wie viele Sinnabschnitte ist der Text aufgeteilt? - Gibt es Zwischenüberschriften, die helfen, den Inhalt zusammenzufassen? - Wie führt der Autor den Leser? Nennt er beispielsweise ein Alltagsbeispiel oder gibt er eigene Gedanken oder Gespräche wieder? Das war jetzt sehr theoretisch. Überlegen wir uns mal, wie du es für unseren Text formulieren könntest:

Martensteins Text „Scharfes Handy“ kann in 4 Abschnitte gegliedert werden.

Im ersten Abschnitt, Zeile 1-15, führt der Autor anhand eines Alltagsbeispieles das zentrale Thema ein. Er stellt den Konflikt mit seinem Sohn über ein von diesem gewünschtes teures Handy dar.

Der zweite Abschnitt, Zeile 16-24, stellt die Nachforschungen des Autors dar. Dieser überzeugt sich anhand der Beobachtung eines Schulhofs davon, dass Handys als Statussymbole und nicht als Kommunikationsmedien von Jugendlichen genutzt werden.

Sicher kannst du nun die letzten beiden Abschnitte selbst beschreiben. In den meisten Fällen kannst du dich an Absätzen im Text selbst orientieren. In unserem Beispiel entsprechen die meisten Absätze auch den Sinnabschnitten. Nur am Anfang lassen sich drei Abschnitte zu einem Absatz zusammenfassen.

Wichtig ist, dass du immer mit Zeilenangaben arbeitest, um deine Aussagen zu belegen. In Schritt 2 analysierst du die sprachliche Gestaltung des Textes. Du achtest dabei auf sprachliche Stilmittel und die Wirkung, die sie beim Leser hervorrufen. Hieraus kannst du auch Rückschlüsse auf die Intention des Autors ziehen. Auch dabei helfen dir einige Fragen: - Wie werden welche Wörter benutzt? - Werden bestimmte Stilmittel verwendet? - Wird Fachsprache, Hochsprache, Umgangssprache oder eine andere Sprachvariante verwendet? - Welche Satzarten und deren Satzbau sind bestimmend? - Will der Autor informieren, kritisieren, anklagen, verspotten oder unterhalten?

Achte doch in den folgenden Beispielzeilen mal darauf, welche der Fragen eine Rolle gespielt haben.

Auf den ersten Blick wirkt der Text wie eine persönliche Geschichte des Autors. Er führt die Thematik anhand eines selbst erlebten Beispiels ein und benutzt viele Adjektive. Beschreibt der Autor eigene Gedanken und Handlungen, dominieren meist kurze Aussagesätze. Fast ausschließlich wird ein parataktischer Satzbau verwendet, vergleiche Zeile 16-19. Die sich dadurch chronologisch entwickelnden Gedanken erwecken den Eindruck mündlichen Erzählens.

Im Gegensatz dazu steht die Wiedergabe der Gespräche zwischen Vater und Sohn. Diese inhaltlich im mündlichen Bereich angesiedelten Teile des Textes sind in ihrer Ausführung durch altertümlich, fast märchenhaft anmutende Wortwahl, zum Beispiel „Lebensglück“ Zeile 3, „recht bald“ Zeile 15, „meines braven Vaters gedenken“ Zeile 29 und hypotaktischen Satzbau, Zeilen 8-15, stark verfremdet. Der Autor spielt hier bewusst mit den Erwartungen der Leser, die an dieser Stelle Alltags- oder sogar Jugendsprache vermuten. Die hervorgerufene Verfremdung unterstreicht die Allgemeingültigkeit der Problematik. Eine solche Unterhaltung könnte nicht nur zwischen Martenstein und seinem Sohn, sondern zwischen allen Eltern und ihren heranwachsenden Kindern geführt werden. Die altertümliche Wortwahl, der Bezug zu biblischen Geschichten, Zeile 11, und die explizite Nennung einer „göttlichen Ordnung“ durch Vater, Zeile 9, und Sohn, Zeile 30, unterstreichen diesen Eindruck in ironischer Weise. An dieser Stelle wäre die Analyse natürlich noch nicht zu Ende. Wir haben schon Satzbau, Wortwahl und Sprachstil in ihrer Wirkung auf den Leser untersucht. Auch die Intention des Autors, die Darstellung eines allgemeingültigen Problems, kam schon ein wenig zur Sprache.Welche Aspekte fallen dir noch ein? Wie sieht es zum Beispiel mit der Wirkung von Stilmitteln aus, wie beispielsweise der Personifikation des Handys als „ehrliches, braves Handy vom Lande, das versucht, seine Arbeit zu tun“ in Zeile 6? Und wie kannst du die ironisch-kritische Haltung des Autors nachweisen? All diese Fragen könntest du im Hauptteil deiner Analyse noch beantworten. Du siehst, eine Analyse kann ziemlich viele Faktoren beinhalten. Wichtig ist, dass du dir vor dem Schreiben eine Struktur überlegst. Erstelle am besten einen gut gegliederten Stichwortzettel, auf dem du gleich die Beispiele mit Zeilenangaben vermerkst. Dann sollte eigentlich nichts mehr schief gehen. Jetzt wartet nur noch der Schlussteil auf dich.

8 Kommentare
  1. Default

    das i8st für neunte Klasse neun eingestuft du solltest nicht so komplizierte Fremdwörter benutzen

    Von Der Makker, vor mehr als einem Jahr
  2. Default

    Super danke

    Von Ben G, vor mehr als einem Jahr
  3. Default

    Toll, das viedeo ist einfach nicht mehr zu finden

    Von Heike Fischer, vor mehr als einem Jahr
  4. Default

    Super Video:)

    Von Chira V., vor mehr als 2 Jahren
  5. Default

    Sehr hilfreich danke :)

    Von Valentin T., vor mehr als 2 Jahren
  1. Default

    Perfekt :)

    Von M Karp Larisch, vor mehr als 2 Jahren
  2. Rene redaktion

    Vielen Dank für deinen Kommentar. Wir freuen uns, dass dir das Video gefällt. Sehr bald wird es hier auch neue Übungen geben, um das Wissen testen und anwenden zu können.

    Beste Grüße
    Die Deutschredaktion

    Von René Perfölz, vor etwa 3 Jahren
  3. Default

    ganz hilfreich

    Von Foda, vor etwa 3 Jahren
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