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Goethe und die Liebe

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Goethe und die Liebe
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Grundlagen zum Thema Goethe und die Liebe

Johann Wolfgang von Goethe gilt als einer der wichtigsten deutschen Dichter. Durch sein Werk "Die Leiden des jungen Werther" (1774) erlangte er große Erfolge. Der Protagonist des Briefromans nimmt sich aus Liebeskummer das Leben. Liebe und Leidenschaft sind bei Goethe eng verwoben mit Poesie. Wenn er in der Liebe scheiterte, entstanden seine größten Werke. Er hatte die Fähigkeit, seine persönlichen Schmerzen und Leiden in Lieder und Elegien zu verwandeln. Aus diesem Grund wirkt die "Marienbader Elegie" auf uns heute noch genauso intensiv wie damals.

Transkript Goethe und die Liebe

Johann Wolfgang von Goethe war ein Universalgenie und Weltliterat. Er war einer der wichtigsten Vertreter des Sturm und Drang und der Weimarer Klassik. Die meiste Zeit seines Lebens verbrachte Goethe in Weimar. Im Dienste des jungen Herzogs Karl August bekleidete er viele politische und administrative Ämter. Seine Wohnung zeigt noch heute seine grenzenlosen Interessen. Mit allem hat sich Goethe intensiv beschäftigt, besonders aber mit der Liebe und der Poesie. Seine Beziehungen zu Frauen sind der Schlüssel zu seiner Dichtkunst. Mit einem Taschenbuch beginnt der Aufstieg des damals 25-Jährigen zum Superstar: Die Leiden des jungen Werther, ein Kultbuch, in dem Goethe seine eigene Liebespein verarbeitete. Professor Marcel Reich-Ranicki: „Er hat alle Farben und Facetten der Liebe gekannt und gezeigt. Die Liebe ist das eigentliche Thema in seiner Poesie. Immer wieder.“ 1786 zog es Goethe nach Italien. Vielleicht floh er vor seiner unglücklichen Beziehung mit Charlotte von Stein. Mit der verheirateten, sieben Jahre älteren Frau konnte er keine Zukunft haben. Vielleicht wurde Goethe aber auch das beschauliche Weimar zu eng. Professor Marcel Reich-Ranicki: „Diese Welt kann man mit einem Wort bezeichnen. Goethe war sich dessen bewusst: Provinz. Er wollte raus aus der Provinz. Wir wissen ja, dass die italienische Reise seine Literatur weitgehend geändert, gewandelt hat. Er hat die Sinnlichkeit erlebt, wie er sie noch nie gesehen hat.“ In Italien fand Goethe eine neue Muse, die er später in seinen Römischen Elegien als Faustina beschrieb. Mit ihr hatte Goethe vermutlich die ersten erotischen und sexuellen Erfahrungen gemacht. Erlebnisse, die seine neue Ästhetik stark beeinflussten. Professor Hellmuth Karasek: „Eigentlich gilt Goethe als der Dichter der Erotik und der Liebe in Deutschland. Der Leidenschaft. Und die meisten sind sich darüber einig, dass er seine erotische Erweckung erst in Italien erlebt hat.“ Zeitlebens machte sich Goethe selbst zum Stoff seiner Poesie. Aber während die Helden seiner Werke draußen im Leben standen, zog sich ihr Schöpfer immer mehr zurück. Wieder in Weimar bewegte er sich nur noch im Kosmos seiner kleinen Welt. Die Auseinandersetzung mit den großen Themen des Lebens, er führte sie eingebettet in der Sicherheit seines Gartenhauses. Goethe überlebte die meisten seiner Freunde, Kollegen und Frauen und wurde dabei immer einsamer. Professor Hellmuth Karasek: „Und da steht er dann ganz allein da, wird älter und versucht eine Zeit lang sogar zu glauben, dass er unsterblich ist.“ Spätsommer 1823 im böhmischen Marienbad: Goethe hatte die 70 bereits überschritten und lebte noch mal auf. Der Geheimrat, Minister und weltberühmte Dichter wollte von Alter und Tod nichts wissen, stattdessen spiele er lieber ein Kinderspiel: Blinde Kuh. Die Augenbinde ist dabei durchaus wörtlich zu nehmen, denn die Wirklichkeit wollte der Poet nicht sehen. Er suchte noch einmal etwas Größeres: die Liebe. „Ich sehe jetzt das Glück. Bin ich wieder in Italien? Sind das die Stimmen, die ich so lange vermisst habe? Wie jung ich mich jetzt fühle. Ich bin der Ulrike so nah, ihr so nah. So ganz nah.“ Nicht einmal 20 Jahre alt war das Mädchen Ulrike, in dessen Nähe Goethe wieder jung wurde. Doch auch diese Liebe sollte tragisch enden. Ulrike nahm den Heiratsantrag Goethes nicht an und brach ihm damit das Herz. Der Dichter empfand die Abweisung des Mädchens als größte persönliche Niederlage. Doch Goethes Schaffenskunst erreichte damit einen neuen Höhepunkt. Er verfasste die Marienbader Elegie, ein Klagelied, mit dem sich Goethe ein sehr persönliches lyrisches Denkmal setzte. Professor Hellmuth Karasek: „Er hatte die Fähigkeit, dass er seine Schmerzen in Lieder verwandeln konnte. Und seine Leiden in Elegien. Das ist in große Literatur verwandelt und jeder kann sich in diesem Schmerz wiederfinden.“ Mit der Marienbader Elegie verabschiedete Goethe für immer die Liebe aus seinem Leben. Er verließ Ulrike fluchtartig und zog sich zurück nach Weimar. Professor Marcel Reich-Ranicki: „Ihm blieb nichts anderes übrig, als sich damit abzufinden, dass dieses Kapitel seines Lebens, das schönste vielleicht, nun eben abgeschlossen ist. Ich glaube, dass er auch gesehen hat, dass er nun als alter Mann überflüssig wird. Und er musste sich damit abfinden.“ Nach Weimar zurückgekehrt lebte Goethe noch fast neun Jahre lang. Hochverehrt und von allen bejubelt. Man nannte ihn jetzt den Hocherhabenen und Vollendeten. Und Goethe wusste, dass er das tatsächlich war, vollendet, schon zu Lebzeiten ein Denkmal. Er ordnete seinen Nachlass, editierte sein Gesamtwerk und beendete den Faust. Goethe empfing prominente Besucher, die den größten Dichter aller Zeiten bestaunen wollten. Am 22. März 1832 starb Goethe in Weimar. Sein Wohnhaus und auch sein Gartenhaus, in dem viele seiner Werke entstanden, gehören heute zum UNESCO Weltkulturerbe. Ulrike, seine letzte große Liebe, wurde über 90 Jahre alt. Sie überlebte Goethe um viele Jahrzehnte und heiratete nie. Goethes Poesie gehört zur Weltliteratur und macht ihn damit für immer unsterblich.

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