30 Tage kostenlos testen

Überzeugen Sie sich von der Qualität unserer Inhalte.

„Emilia Galotti“ – Inhalt und Personen (Lessing)

Bewertung

Ø 4.5 / 13 Bewertungen

Die Autor/-innen
Avatar
Luise B
„Emilia Galotti“ – Inhalt und Personen (Lessing)
lernst du in der 11. Klasse - 12. Klasse - 13. Klasse

Beschreibung „Emilia Galotti“ – Inhalt und Personen (Lessing)

Hallo. Wie geht's? In diesem Video geht es um Gotthold Ephraim Lessings Schauspiel „Emilia Galotti“, das im Jahr 1772 anlässlich des Geburtstags einer Herzogin uraufgeführt wurde. Hier könnt ihr sehen, was der Inhalt des Schauspiels ist, welche Personen eine wichtige Rolle spielen und in welcher Beziehung sie zueinander stehen. Außerdem werde ich euch erklären, was die Thematik des Dramas ist und was Lessing mit seinem Stück kritisieren und sagen wollte. Viel Spaß!

Transkript „Emilia Galotti“ – Inhalt und Personen (Lessing)

Hallo, ich bin es Luise, und ich wünsche Euch viel Spaß mit diesem Video. In diesem Video geht es um Lessings Schauspiel Emilia Galotti. Lessing ist einer der wichtigsten Vertreter der Literaturepoche der Aufklärung und verfasste verschiedene bürgerliche Trauerspiele. Das Stück wurde im Jahr 1772 anlässlich des Geburtstags einer Herzogin uraufgeführt. Lessing hat sich übrigens nie eine Aufführung angeschaut. Nach dem Video werdet ihr wissen, was der Inhalt von Lessings Schauspiel ist und welche Personen in dem Schauspiel spielen und in welcher Beziehung sie zueinanderstehen. Außerdem werdet ihr wissen, was die Thematik des Dramas ist und was Lessing in diesem Stück sagen wollte. Ihr solltet schon wissen, was ein Drama ist und welche Merkmale ein Drama hat. Ihr solltet euch außerdem mit der Literaturepoche Aufklärung und dem Aufklärer Gotthold Ephraim Lessing auskennen. Als 1. ein paar allgemeine Informationen zu dem Drama Emilia Galotti. Es ist ein bürgerliches Trauerspiel in 5 Aufzügen. Das zentrale Thema ist die Liebe, aber es geht vielmehr, um sehr zentrale politische Themen, die typisch für die Aufklärung sind. Der willkürliche Herrschaftsstil des Adels trifft auf die aufgeklärte Moral des Bürgertums und alte feudale Vorstellungen von Liebe und Ehe treffen auf neue, empfindsamere Liebesvorstellungen der Bürger. Und deswegen ist es ein sehr brisantes und entscheidendes Stück der Aufklärung. Am Anfang des Dramas lernt man den Prinzen Hettore Gonzaga kennen. Der Prinz kümmert sich nur wenig um seine Pflichten als Herrscher. Seine persönlichen Interessen sind ihm wichtiger als zum Beispiel die Unterzeichnung eines Todesurteils. Er geht sehr fahrlässig und verantwortungslos mit Leben um, und das disqualifiziert ihn als guten Herrscher. Der Prinz hat großes Interesse an dem Bürgermädchen Emilia Galotti und wünscht sich diese als Geliebte. Emilia ist aber verlobt mit dem Grafen Appiani. Der Prinz möchte die bevorstehende Hochzeit zwischen Emilia und dem Grafen verhindern und beauftragt seinen Kammerherren Marinelli, dies in die Wege zu leiten. Der Graf wird bei einem Überfall umgebracht. Die Gräfin Orsina ist die aktuelle Verlobte des Prinzen und ist sehr verletzt, dass der Prinz sich für die bürgerliche Emilia Galotti interessiert. Sie gibt dem Vater von Emilia Galotti einen Dolch, um den Prinzen zu töten und seine Tochter so vor dem Verführer zu schützen. Außerdem sollte er den Grafen rächen, der aufgrund der Liebe des Prinzen zu seiner Tochter umgebracht worden ist. Der Vater von Emilia, Odoardo Galotti, möchte seine Tochter schützen und kann aufgrund seiner Moralvorstellung den Prinzen nicht töten. Er versucht, seine Tochter vom Fürstenhof fernzuhalten, um das Schlimmste zu verhindern. Die Mutter, Claudia Galotti, fühlt sich geschmeichelt von der Zuneigung des Prinzen zu ihrer Tochter, merkt aber durch den Tod des Grafen, dass es besser wäre, die Tochter in Sicherheit zu bringen. Der Vater erkennt die Gefahr für die moralische Integrität der Tochter, und um diese zu bewahren, tötet er sein Kind. Damit kann Emilia ihre Unschuld bewahren, aber muss das mit ihrem Leben bezahlen. Das Drama zeigt den Konflikt zwischen dem Adel und den moralischen Vorstellungen des Bürgertums. Der Prinz Hettore Gonzaga zeigt keine Skrupel und versucht, seine moralisch fragwürdigen Ziele durch Lügen und Intrigen und mithilfe seiner Untergebenen zu erreichen. Damit kritisiert Lessing die willkürlichen Handlungen der Adeligen. Die bürgerliche Familie Galotti wird von dem Prinzen ins Unglück gestürzt und bleibt unbestraft. Der Konflikt zwischen Adeligen und Bürgerlichen geht zum Schluss zugunsten des Adels aus. Lessing kritisiert aber auch die engen bürgerlichen Moralvorstellungen. Der eigene Wille Emilias und ihr Wunsch nach freier Entwicklung, tritt hinter den inneren Zwang zur unbedingten Pflichterfüllung zurück. Lessing kritisiert also ganz im Sinne der Aufklärung die Unmündigkeit des Bürgertums. In diesem Bild könnt ihr die einzelnen Personen und ihre Beziehung zueinander sehen. Die adeligen Wertvorstellungen werden in dem Trauerspiel den bürgerlichen Wertvorstellungen gegenübergestellt. In der Mitte steht Emilia Galotti, die keinen eigenen Willen entwickeln kann und als Spielball des Prinzen, bzw. der Eltern, genutzt wird. Auf der Seite der bürgerlichen Wertvorstellungen steht die Familie Galotti. Die Mutter möchte natürlich die Tochter schützen, aber durchschaut die Intrigen des Prinzen nicht. Der Vater hingegen möchte die moralische Integrität der Tochter schützen und tötet Emilia. Auf dieser Seite steht natürlich auch der Graf Appiani, der wegen der Liebe zu Emilia sterben muss. Auf der Seite der Adeligen steht die Gräfin Orsina, die den Vater, Odoardo, unterstützt und enttäuscht von den Interessen des Prinzen an Emilia ist. Der Prinz möchte Emilia Galotti als seine Geliebte und wird unterstützt von seinen Untergebenen, zum Beispiel dem Kammerherren Marinelli. Das bürgerliche Trauerspiel zeigt den erwachenden Widerstand des bürgerlichen Selbstbewusstseins und dessen Zuflucht als Selbstopfer. Ich hoffe, das Video über das Drama Emilia Galotti hat euch gefallen und wir sehen uns beim nächsten Mal. Eure Luise.

2 Kommentare

2 Kommentare
  1. Hallo Samer,
    schau doch mal auf diese Übersichtsseite: https://www.sofatutor.com/deutsch/lesen-literatur-interpretieren-und-analysieren/lyrik-gedichte-analysieren/formale-merkmale-stilmittel. Hier findest du viele Videos und Informationen rund um das Thema Stilmittel.
    Liebe Grüße aus der Redaktion

    Von Carolin Kasper, vor etwa einem Jahr
  2. Hallo,
    ich brauche Stilmitteln, die im Drama gibt.

    Von Samer Merza2001, vor etwa einem Jahr

„Emilia Galotti“ – Inhalt und Personen (Lessing) Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video „Emilia Galotti“ – Inhalt und Personen (Lessing) kannst du es wiederholen und üben.
  • Fasse die Aussagen zu Lessings Stück „Emilia Galotti“ zusammen.

    Tipps

    Lessing steht für eine Epoche, in der die politisch-gesellschaftliche Ordnung vor dem Hintergrund der Vernunft überprüft wird. Wie heißt diese Epoche?

    Lösung

    Gotthold Ephraim Lessing gehört zu einem der bedeutenden Vertreter der Aufklärung. In seinem bürgerlichen Trauerspiel „Emilia Galotti“ stellt Lessing in fünf Aufzügen einen zentralen Konflikt zwischen dem willkürlichen Herrschaftsstil des Adels und der aufgeklärten Moral des Bürgertums dar. Obwohl die Liebe als Thema im Vordergrund steht, geht es vor allem um das neue Selbstbewusstsein des Bürgertums, das durch das Zeitalter der Aufklärung entstand. Lessing war bei der Uraufführung des Stücks 1772 nicht anwesend und besuchte auch später keine der Vorstellungen.

  • Gib die Handlung des Stücks „Emilia Galotti“ wieder.

    Tipps

    Bedenke, dass Lessing den Konflikt des Stücks zugunsten der Adeligen ausgehen lässt.

    Emilias Tod bildet das Ende der Romanhandlung.

    Kurz nach dem Überfall werden Emilia und ihre Mutter auf Gonzagas Schloss gebracht.

    Lösung

    Lessing zeigt in seinem Stück auf, wie die bürgerliche Familie Galotti durch die Begehrlichkeiten des Prinzen für ihre Tochter Emilia ins Unglück gestürzt werden. Dafür wird der Prinz als ein unberechenbarer Herrscher charakterisiert, der sogar vor einem Mord nicht zurückschreckt, um Emilia als Geliebte zu gewinnen. Da die Gräfin Orsina – ebenfalls Geliebte des Prinzen – eifersüchtig auf Emilia ist, setzt sie Odoardo von den Machenschaften des Prinzen in Kenntnis. Sie versucht, ihn zu einem Mord anzustiften, um seine Tochter zu retten. Am Ende des Stückes entscheidet sich Odoardo schließlich dazu, Emilia zu töten, um seine, aber auch ihre moralische Integrität zu bewahren.

  • Charakterisiere die Figuren aus dem Stück „Emilia Galotti“.

    Tipps

    Prinz Hettore Gonzaga ist nur auf seine persönlichen Interessen bedacht und kümmert sich wenig um seine Herrschaftspflichten.

    Warum tötet Odoardo den Prinzen nicht, um seine Tochter zu beschützen? Welche Prioritäten setzt er?

    Die schöne Orsina ist voller Rachsucht, da sich ihr Geliebter Hettore in Emilia verliebt hat.

    Lösung

    Lessing stellt Odoardo in dem Stück als Vertreter der moralisch-sittlichen Werte dar, weswegen er es vorzieht, seine Tochter umzubringen, um deren Unschuld zu schützen, statt den Prinzen zu ermorden. Er ist somit ein klarer Repräsentant der aufklärerischen Ideale.
    Prinz Hettore Gonzaga steht hingegen für den Adel, der sich nur für seine eigenen Belange interessiert und bei deren Durchsetzung er wenig Skrupel zeigt. Lessing kritisiert dabei beide Vorgehensweisen, da nicht nur der Prinz, sondern auch der Vater Emilias ihrem Wunsch nach Freiheit im Wege steht.
    Orsina neigt zu Gefühlsausbrüchen, sie ist sehr laut, eitel und überheblich, jedoch auch tief unglücklich darüber, dass die Liebe des Prinzen zu ihr nicht mehr existiert.

  • Erläutere die Wertvorstellungen Odoardo Galottis und Claudia Galottis anhand des Dramenauszugs.

    Tipps

    Die Wertvorstellungen der Mutter und des Vaters von Emilia unterscheiden sich zu Beginn des Dramas sehr stark voneinander. Die Mutter Emilias ist eine Befürworterin des Prinzen, Emilias Vater lehnt eine Hochzeit mit dem Prinzen jedoch ab.

    Der Begriff Galanterie bezeichnet ein zuvorkommendes Verhalten.

    Der Begriff Mätresse ist ein altertümlicher Ausdruck für Geliebte.

    Wollüstig bedeutet so viel wie begehrlich und triebhaft.

    Lösung

    Lessing skizziert hier zwei unterschiedliche bürgerliche Wertvorstellungen:
    Während die Mutter zunächst noch vom Prinzen angetan ist und sich selbst auch gern mit der adeligen Gesellschaft umgibt, durchschaut Odoardo von Anfang an die Oberflächlichkeit des Hofes. Erst im Verlauf des Stückes ändert auch Claudia ihre Ansicht und erkennt die Gefahr für ihre Tochter Emilia, die vom Prinzen ausgeht.

    Quelle des Textauszugs: Einecke, Günther (Hrsg.) (2009): deutsch. kompetent. Zielgerichtet zum Abitur. Stuttgart, S. 144f.

  • Beschreibe die Beziehungen der Romanfiguren zueinander.

    Tipps

    Wer unterstützt den Prinzen Gonzaga bei der Durchsetzung seiner Pläne?

    Sowohl Odoardo als auch Claudia Galotti wollen ihre Tochter beschützen. Inwiefern unterscheiden sich dabei ihre Vorgehensweisen?

    Lösung

    Lessing stellt in seinem Stück „Emilia Galotti“ die adlige Welt den bürgerlichen Moralvorstellungen gegenüber. Während der Prinz und der Kammerherr Marinelli als Repräsentanten des Adels skrupellos in ihrem Vorgehen beschrieben werden, stellt die Gräfin Orsina eine Brücke zum Bürgertum dar, indem sie Odoardo in die Machenschaften des Prinzen einweiht und ihn zum Mord an diesem ermutigt. Allerdings tut sie dies nur, weil sie in ihrer Eitelkeit gekränkt ist und hegt deswegen ebenso niedere Motive. Sowohl Claudia als auch Odoardo wollen ihre Tochter schützen. Während Claudia den Prinzen ermorden will, ist Odoardo die moralische Integrität seiner Tochter Emilia wichtiger, weswegen er sich letztendlich dazu entschließt, Emilia zu töten.

  • Analysiere die Aussage Karl S. Guthkes zu Lessings Drama „Emilia Galotti“.

    Tipps

    Innerhalb der Theodizeefrage versucht man zu beantworten, wie das menschliche Leiden in der Welt angesichts eines allmächtigen und guten Gottes zu erklären sei.

    Lösung

    Guthke stellt fest, dass das Stück durch Odoardos Schlussworte zwar auch eine religiöse Interpretationskomponente bekommt, doch warnt er eindrücklich davor, diesen Aspekt isoliert zu betrachten. Um „Emilia Galotti“ interpretieren zu können, müsse man vielmehr die Tragik verstehen, die zum einen im politischen Missstand und zum anderen darin besteht, dass dieser auch am Ende des Stücks nicht gelöst werden kann.

    Quelle des Textauszugs: Henniger, Heike (u.a.) (2008): Facetten. Deutsch für die Oberstufen. Lese- und Arbeitsbuch Sachsen. Stuttgart, S. 17.

30 Tage kostenlos testen
Mit Spaß Noten verbessern
Im Vollzugang erhältst du:

10.840

Lernvideos

44.357

Übungen

38.999

Arbeitsblätter

24h

Hilfe von Lehrer/
-innen

running yeti

In allen Fächern und Klassenstufen.

Von Expert/-innen erstellt und angepasst an die Lehrpläne der Bundesländer.

30 Tage kostenlos testen

Testphase jederzeit online beenden