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„Die Physiker“ – Inhaltsangabe (Dürrenmatt) 05:27 min

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Transkript „Die Physiker“ – Inhaltsangabe (Dürrenmatt)

Wer ist hier eigentlich wirklich verrückt? Die Komödie "Die Physiker" des Schweizer Dramatikers und Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt kreist um drei Physiker, die vorgeben, Geisteskranke zu sein. Sie leben alle in einer psychiatrischen Klinik. Da sie alle drei eine andere Identität angenommen haben, zum Teil sogar zwei zusätzliche Identitäten, ist die Zuordnung der Namen von Bedeutung, um sich im Inhalt des Stückes zurechtzufinden. Der Physiker Johann Wilhelm Möbius hat sich in eine Irrenanstalt als vermeintlich Verrückter zurückgezogen. Diesen Entschluss hat er gefasst, weil ihm eine Erfindung gelungen ist, die die Vernichtung der ganzen Menschheit bedeuten könnte, wenn sie in die falschen Hände fiele. Er schützt also die Welt vor den Konsequenzen seiner Entdeckung, indem er sie als das Werk eines Verrückten ausgibt und sie geheim hält. Die Erfindung trägt den sprechenden Namen "Weltformel". Möbius' Verhalten ist moralisch untermauert. Er glaubt an die Verantwortung des Wissenschaftlers, die Folgen seiner Entdeckungen zu bedenken. Ferner glaubt er daran, dass der Forscher gefährliches Wissen geheim halten muss, auch unter großen persönlichen Opfern. Unter seinen Mitpatienten befinden sich zwei ebenfalls nur angeblich Verrückte. Tatsächlich arbeiten diese für verfeindete Geheimdienste und repräsentieren somit verfeindete Mächte. Der Patient Herbert Georg Beutler hält sich (angeblich) für Isaac Newton. Tatsächlich aber ist er ein Physiker namens Alec Jasper Kilton, der obendrein Geheimagent einer der zwei verfeindeten Mächte ist. Das Stück ist im Kontext des sogenannten Kalten Krieges angesiedelt. Daher legt es sein wahrer Name nahe, ihn für einen US-Amerikaner zu halten. Er hält Wissen für Allgemeingut. Auch glaubt er, ein Forscher sei verpflichtet, seine Forschungsergebnisse zu veröffentlichen. Er spricht die Wissenschaftler von der Verantwortung für die Konsequenzen ihrer Erfindungen frei. Ein weiterer Geheimagent ist der Patient Ernst-Heinrich Ernesti, der sich (angeblich) für Albert Einstein hält. Sein wirklicher Name ist Joseph Eisler. Auch er hat eine dreifache Identität. Er ist im wirkliche Leben Physiker und Geheimagent. Er hat die falsche Identität eines Patienten angenommen. Dieser gespielte Charakter wiederum gibt vor, sich für Einstein zu halten. Er glaubt daran, dass Wissen Macht ist und der Forscher seine Arbeit in den Dienst der Politik zu stellen habe. Möbius behauptet, ihm erscheine der König Salomo, ein mächtiger Herrscher aus dem alten Jerusalem. Auf diese Weise will er sich selbst unglaubwürdig machen. Er will den Missbrauch seiner bahnbrechenden Erfindung verhindern. Einstein und Newton hingegen wollen als Agenten konkurrierender Mächte die Erfindung an sich bringen und ihrem jeweiligen Land zur Verfügung stellen. Dies ist der Grund, warum sie sich in die psychiatrische Klinik einweisen ließen. Sie wollen an Möbius’ geistiges Eigentum heran und es für ihre Zwecke einsetzen. Im Laufe des Stückes werden alle drei Physiker zu Mördern. Sie töten Krankenschwestern, weil sie um ihr Geheimnis gebracht werden könnten. Da auch die Polizei die Todesfälle untersucht, vernichtet Möbius seine Aufzeichnungen zur “Weltformel”. Ferner schafft er es, Newton und Einstein davon zu überzeugen, dass das gefährliche Wissen verschwiegen werden müsse. Nur so kann die Welt vor der Vernichtung bewahrt werden. Sie können sich also auf die Verantwortlichkeit der Wissenschaft einigen. Hierfür machen Einstein und Newton eine innere Entwicklung und Wandlung zum Guten durch. Aber diese Vereinbarung der drei Protagonisten greift nicht mehr.

Die Leiterin und Chefärztin der Irrenanstalt, die missgestaltete Mathilde von Zahnd, hat bereits alle Unterlagen an sich gerissen. Von Zahnd sollte von Berufs wegen eigentlich die einzige geistig gesunde unter den Irren und deren Wächterinnen sein. Tatsächlich aber ist sie die einzige Verrückte unter lauter Gesunden. Sie glaubt, im Auftrag des Königs Salomo die Weltherrschaft an sich bringen zu müssen. Bei ihr kommt die Macht vor der Moral. Sie missbraucht die Forschung für ein amoralisches Ziel. Die drei Physiker haben sich durch die Morde ins Abseits gebracht. Sie werden für verrückt gehalten und sehen sich so außerstande, Mathilde von Zahnds Pläne zu durchkreuzen. Das Spiel mit den Identitäten rächt sich und führt die Komödie einem eher tragischen Schluss zu. Die Physiker können die Grundfrage des Stücks nach der Verantwortung der Wissenschaft nicht mehr positiv umsetzen. Dürrenmatt vertrat die Auffassung, dass jedes Stück die "schlimmstmögliche Wendung" nehmen müsse. Daher wird diese Komödie auch als Tragikomödie bezeichnet.

7 Kommentare
  1. Vreni

    Hallo,
    ich habe das Video gerade abgespielt und es lief problemlos. Meistens kann solch ein Problem damit behoben werden, dass die Seite bzw. die Version des Browsers/Flashplayers aktualisiert wird. Sollte dies nicht funktionieren, wenden Sie sich bitte an den Support (support@sofatutor.com oder 030 - 515 88 22 20).
    Viele Grüße

    Von Vreni Striggow, vor etwa einem Jahr
  2. Default

    Leider bricht die Video-Übertragung schnell ab. Anwenderfehler?

    Von Ralfpauli, vor etwa einem Jahr
  3. Default

    danke!!

    Von Alexandra Heitzer, vor mehr als einem Jahr
  4. Default

    Super zusammengefasst!

    Von Ijpschwake, vor mehr als einem Jahr
  5. Default

    sehr hilfsreich

    Von Erdeszne, vor fast 2 Jahren
  1. Default

    sehr gut

    Von Rainps, vor fast 2 Jahren
  2. Default

    Sehr Gut!!

    Von Damla Ö., vor etwa 3 Jahren
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