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Acetylsalicylsäure 05:09 min

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Transkript Acetylsalicylsäure

Oh, mir schmerzt heute aber der Kopf. Aaaah, da gibt es doch etwas. Richtig: Kopfschmerztabletten. Schnell eine mit Wasser schlucken. Gleich geht es mir besser. Was sind das für Tabletten? Hmhm … ASS – Acetyl­salicylsäure. Diese Verbindung sollten wir uns einmal näher an­schauen. Also – ich habe da für euch einmal etwas recherchiert. Beginnen wir in der Antike. Schon Hippokrates, Dios­curides und Plinius der Ältere wussten von der heilen­den Wirkung der Weidenrinde. Jahrhunderte später strichen sich Indianer einen Brei von Weidenrinde auf die Stirn, wenn sie unter Kopfschmerzen litten.

Die heilende Komponente wurde von Hermann Kolbe 1959 gefunden. Es handelt sich dabei um die 2-Hy­droxybenzoesäure. Man findet sie in der Rinde ver­schiedener Weiden. „Weide“ heißt lateinisch „salix“. Daher nennt man diese Verbindung Salicylsäure. Kolbe war es seinerzeit gelungen, aus Natriumpheno­lat die Salicylsäure zu synthetisieren. Das geschieht durch die Umsetzung von Phenol mit Kohlenstoffdi­oxid in Anwesenheit von Natriumhydroxid. Die Um­setzung des Zwischenprodukts mit Schwefelsäure lie­fert die Salicylsäure. Diese Synthese heißt Kolbe – Schmitt – Reaktion.

Das Verfahren wurde bald durch Friedrich von Hey­den industriell genutzt. 1874 entstand in Radebeul die Salicylsäurefabrik von Heyden. Salicylsäure zeigt eine hervorragende Heilwirkung. Große Nachteile bei oraler Verabreichung sind der sehr schlechte Geschmack und unangenehme Neben­wirkungen.

1897 gelang dem Chemiker Felix Hoffmann eine weltberühmte Entdeckung. In dem Laborprotokoll kann man nachlesen: Durch dreistündiges Kochen von Salicylsäure in Acetanhydrid entsteht Acetylsalicyl­säure. Man nennt diese Verbindung kurz: ASS. ASS ist geschmacklich relativ neutral und hat nur wenige Nebenwirkungen.

Außer in der Weidenrinde findet man die Salicylsäure noch im Mädesüß, auch Spire genannt. Von den bei­den Wörtern „Acetyl“ und „Spire“ leitet sich das Kunstwort „Aspirin“ für ASS ab. 1899 ließ sich die Bayer AG den Namen „Aspirin“ als Markennamen schützen.

Welche Wirkungen haben ASS – Tabletten? Die orale Verabreichung von ASS führt zu einer Hem­mung der Cyclooxegenase. Damit vermindert der Wirkstoff die Gerinnungsfähigkeit des Blutes. Man kann ASS daher zur Vorbeugung von Trombosen und Schlaganfällen verwenden. Außerdem hemmt ASS die Synthese von Prostaglan­dinen. Im Ergebnis wirkt es schmerzstillend, antirheu­matisch und fiebersenkend. ASS ist entzündungshemmend. Die Kosmetikindustrie setzt ASS Mitteln zur Behand­lung der Akne zu. Ich hoffe, Ihr hattet etwas Spaß. Das war ein weiterer Film von André Otto. Ich wün­sche euch alles Gute und viel Erfolg!

Tschüs