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Immunsystem – spezifische Abwehr 05:02 min

Textversion des Videos

Transkript Immunsystem – spezifische Abwehr

Dies ist der 2. Teil des Videos zur Immunabwehr. Hier wird euch erklärt, was für Bestandteile und Mechanismen das spezifische Abwehrsystem beherbergt. Die unspezifische Immunabwehr ist immer sofort einsatzbereit. Bei den spezifischen dauert es allerdings immer ein wenig länger, denn dessen Zellen, die Lymphozyten, müssen erst noch geschult werden, um die Erreger an deren Fingerabdruck, den Antigenen, zu erkennen. Dann allerdings vermehren sie sich tausendfach durch Zellteilung. Die Lymphozyten kommen aus dem Lymphsystem und sind besonders hoch konzentriert in den Lymphknoten, in denen bei Krankheiten vermehrt Zelltrümmer und andere toxische Stoffe abgebaut werden können. Die dendritischen Zellen, die Erreger vernichtet haben, gehen jetzt in die Lymphknoten um Trümmerstücke der Bakterien, also den speziellen Fingerabdruck oder auch das Antigen, den Lymphozyten zu zeigen. Es gibt im menschlichen Körper ca. 30 Millionen Arten verschiedene T-Lymphozyten, die alle unterschiedliche Rezeptoren besitzen. Hat die dendritische Zelle den T-Lymphozyten mit dem passenden Rezeptor für ihr Antigen gefunden, also den T-Lymphozyten, der genau den Bestandteil des Erregers erkennt, den die dendritische Zelle ihm zeigt, fängt die T-Lymphozyte an sich zu teilen. Dadurch werden neue Generationen an T-Lymphozyten produziert, die alle denselben Rezeptor tragen. Dabei werden auch die T-Killerzellen produziert, die besonders wichtig für die Abwehr von Viren sind, denn sie können Erreger sogar erkennen und bekämpfen, wenn sie sich in körpereigenen Zellen oder Makrophagen aufhalten. Und da Viren sich nicht selbstständig vermehren können, halten sie sich meist in Körperzellen auf. Die T-Helferzellen wiederum sind dazu da, andere Immunzellen zu aktiveren, wie die B-Lymphozyten. Diese produzieren Antikörper, die zu den Antigenen des Erregers passen und die ins Blut ausgeschüttet werden. Wenn die Antikörper auf Erreger stoßen, setzen sie sich an seiner Oberfläche fest und machen es so den Makrophagen leichter, die Erreger zu identifizieren und zu verdauen. Die B-Lymphozyten vermehren sich genau wie die T-Lymphozyten massenhaft, aber nur dann, wenn ihre Antikörper zu den Antigenen des Erregers passen. Zuletzt, wenn die Krankheitserreger erfolgreich abgewehrt wurden, kommt die letzte Art von Immunzellen ins Spiel, die T-Regulatorzellen. Die sind dafür da, den Normalzustand des Körpers wiederherzustellen, denn die giftigen Toxine der gestorbenen Bakterien, Viren und Fresszellen, die Botenstoffe die ausgeschüttet wurden und Fieber und Entzündungen hervorrufen, all das ist für den Körper eine große Belastung und muss wieder zurückgefahren werden. Dies tun die T-Regulatorzellen, indem sie Eiweißketten absondern, die die Immunreaktion beenden. z.B. dadurch, dass sie in den T-Helfer- und T-Killerzellen ein Selbstmordprogramm auslösen. Die T-Regulatorzellen sind z.B. auch ein Schlüsselfaktor bei Autoimmunkrankheiten. Denn wenn sie es nicht schaffen, das körpereigene Immunsystem in Schach zu halten, können die Immunzellen auch gegen körpereigene Zellen vorgehen. Bestimmte Lymphozyten verwandeln sich nach einer Krankheit in sogenannte Gedächtniszellen, die unaktiviert im Blut schwimmen, bis sie auf einen Erreger treffen der das passende Antigen trägt. So kommt es, dass wir manche Krankheiten im Leben nur einmal bekommen, weil wir danach die Erreger sofort wiedererkennen, bevor sie sich vermehren und dem Körper schaden können. Das heißt, wir sind immun geworden. Im 2. Teil haben wir jetzt erfahren, was für Bestandteile die spezifische Abwehr hat und wie sie funktioniert. Wir haben das Lymphsystem kennengelernt mit den T-Lymphozyten, den T-Killerzellen, den T-Helferzellen, den B-Lymphozyten und den T-Regulatorzellen und wissen, wie Immunisierung funktioniert. Ich hoffe, es hat euch das Immunsystem näher gebracht, und wir sehen uns im nächsten Video.

2 Kommentare
  1. Etwas zu simpel erklärt für das, was in meinem Unterricht gefordert wird. Sonst ein gutes Video!

    Von Tanja K., vor 8 Monaten
  2. sehr gutes video aber leider ist die stimme ein wenig einschläfernd

    Von juli01xyx r., vor etwa einem Jahr

Immunsystem – spezifische Abwehr Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Immunsystem – spezifische Abwehr kannst du es wiederholen und üben.

  • Bestimme die Bestandteile der spezifischen Immunabwehr.

    Tipps

    Angeborene Faktoren sind in einem Organismus unabhängig von den äußeren Faktoren vorhanden und gleichbleibend, während adaptive Mechanismen sich im Laufe der Zeit an die äußeren Einflüsse anpassen.

    Der Säureschutzmantel ist eine natürliche Hautbarriere, die unspezifisch einer Vielzahl an Eindringlingen entgegenwirkt.

    T-Gedächtniszellen bilden eine Art „immunologisches Gedächtnis“; sie verbleiben nach der Infektion mit einem bestimmten Erreger im Blut. Nach der erneuten Infektion desselben Erregers „erinnern“ sie das Immunsystem.

    der Begriff adaptiv kommt von dem lateinischen adaptere = sich anpassen.

    Lösung

    Die spezifische Immunabwehr ist adaptiv im Gegensatz zu der angeborenen unspezifischen Abwehr, d.h., sie passt sich an die jeweilige Erreger an und entwickelt eine „maßgeschneiderte“ Abwehr gegen diese. An dieser Antwort ist das Lymphsystem mit B- und T-Lymphozyten beteiligt. T-Lymphozyten können je nach der speziellen Funktion in T-Helferzellen, T-Killerzellen und T-Regulatorzellen unterschieden werden. Nach der überstandenen Infektion baut sich im Organismus eine Immunisierung gegen diesen Erreger. Säureschutzmantel, Fieber und Granulozyten sind dagegen die Mechanismen, die zu der unspezifischen Immunantwort gehören.

  • Beschreibe die Entwicklung der Lymphozyten.

    Tipps

    Zu der humoralen Abwehr im Rahmen der unspezifischen Immunantwort gehören antimikrobielle Proteine.

    Ein Rezeptor besitzt eine Bindungsstelle für ein spezifisches Molekül, so dass kein anderes Molekül an diese Bindungsstelle passen würden.

    Fieber ist eines der Werkzeuge der angeborenen Immunantwort. Durch die erhöhte Körpertemperatur lassen sich unspezifisch viele Mikroorganismen abtöten.

    Lösung

    Als erste Stufe des Immunsystems wird die angeborene Immunantwort durch den Kontakt mit den Krankheitserregern ausgelöst. Diese ist sehr unspezifisch und tötet allgemein Mikroorganismen ab. Als zweite Stufe wird die an den Erreger angepasste, adaptive Immunantwort entwickelt. Alle Erreger enthalten eine Art spezielle Signatur, das so genannte Antigen. Um dieses zu erkennen, würde schon ein Stück des abgetöteten Erregers reichen. Deswegen dienen die Fragmente der durch die unspezifische Immunabwehr abgetöteten Erreger als Antigenbeispiele, um die Immunzellen der adaptiven Abwehr zu schulen. Die Vermittlerrolle übernehmen die Dendritenzellen, die diese Antigene den Lymphozyten präsentieren. Wenn ein Antigen in den Rezeptor eines T- oder B-Lymphozyten passt, so ähnlich wie ein Schlüssel in das dazugehörige Schlüsselloch, fängt dieser Lymphozyt an, sich sehr stark zu vermehren. Deswegen gibt es im menschlichen Körper Millionen von solchen Lymphozyten, damit möglichst jedes Antigen einen passenden Rezeptor findet.

  • Ordne die passenden Funktionen den verschiedenen Typen von Lymphozyten zu.

    Tipps

    T-Helferzellen reagieren nahezu auf alle Antigene und scheiden daraufhin Substanzen aus, die andere spezialisierte Lymphozyten aktivieren.

    Aufgabe der B-Zellen ist die Bekämpfung der extrazellulären Erreger, z.B. indem diese von den Antikörpern markiert werden und anschließend von den Makrophagen erkannt und beseitigt werden.

    Viren können sich nicht selbständig teilen. Daher ist ihre Strategie, sich in die körpereigene Zellen einzunisten und durch deren Teilung zu vermehren. Daher können diese Erreger nicht durch die B-Zellen bekämpft werden, die nur die extrazellulären Mikroorganismen bekämpfen können.

    Lösung

    Die Funktion der T-Helferzellen besteht darin, andere Lymphozyten, B-Zellen und T-Killerzellen zu aktivieren. B-Lymphozyten bilden die Antikörper, die gegen Antigene des Erregers vorgehen. Die Antikörper werden dann massenhaft ins Blut ausgeschüttet und markieren die Erreger für die Phagozytose. Die T-Killerzellen sind besonders wichtig für die Bekämpfung der Viren, da sie auch die Erreger in den Zellen erkennen und bekämpfen können. Nach der erfolgreich bekämpften Infektion kommen die T-Regulatorzellen ins Spiel. Sie sondern die Eiweißketten ab, die die Immunreaktion beenden, z.B. durch die Induktion des Selbstmordprogramms in T-Helfer- und T-Killerzellen.

  • Erkläre die Entstehung der Autoimmunerkrankungen.

    Tipps

    Der Begriff „Auto“ kommt von dem altgriechischen αὐτός autós „selbst“. Dementsprechend ist die Immunreaktion gegen den eigenen Organismus eine Autoimmunreaktion; die entsprechenden Antikörper nennt man Autoantikörper.

    Eine Entzündungsreaktion ist das Anzeichen einer Aktivierung des Immunsystems. Dadurch sollen Krankheitserreger oder Giftstoffe aus den befallenen Zellen entfernt werden. Auch Autoimmunreaktionen lösen Entzündungen aus.

    Lösung

    Manchmal können bestimmte Antikörper fälschlicherweise an die körpereigene Moleküle binden. Werden solche Antikörper nicht durch T-Regulatorzellen erkannt und eliminiert, entwickelt sich eine so genannte Autoimmunerkrankung. Infolge so einer Erkrankung wird eine Art Immunreaktion ausgelöst mit den gleichen Symptomen wie während einer echten Krankheit, z. B. einer Entzündung. Das Schlimme ist, diese Entzündung hört nie mehr auf, da die körpereigenen Moleküle immer da sind. Wenn man diese Symptome nicht behandelt, können die betroffenen Organe schwer beschädigt werden, obwohl der Körper natürlich fortlaufend versucht, die Organe zu reparieren.

    Die häufigsten Beispiele für solche Erkrankungen sind z. B. die rheumatoide Arthritis (Rheuma), bei der sich die Gelenke entzünden. Bei Diabetes zerstören die T-Killerzellen die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Bei der multiplen Sklerose dringen die T-Killerzellen ins Zentralnervensystem und beschädigen die Nervenzellen.

  • Analysiere die Funktionsweise der T-Gedächtniszellen und den Mechanismus der Immunisierung.

    Tipps

    Antigene sind meistens Oberflächenproteine, sie können aber auch Kohlenhydrate, Lipide oder andere Stoffe sein. Sie befinden sich meist auf den Oberflächen von Erregern und können aus Trümmerstücken abgetöteter Pathogene isoliert werden.

    Aus B-Zellen können sich nur B-Untergruppen entwickeln. Genauso können verschiedene Typen von T-Zellen wie T-Killer- und Helferzellen sich nur aus T-Lymphozyten entwickeln.

    Lösung

    Die T-Gedächtniszellen sind eine Untergruppe der T-Lymphozyten (nicht B-Lymphozyten). T-Zellen fungieren als immunologisches Gedächtnis und verbessern den Schutz bei erneuter Infektion mit demselben Erreger (Reinfektion). Als ehemalige T-Helferzellen (T-Killerzellen) haben die Gedächtniszellen die einmal erlernte spezifische Immunreaktion gespeichert. Wird der Organismus bei einer erneuten Infektion mit demselben Antigen konfrontiert, lösen die T-Gedächtniszellen eine Immunreaktion aus. Immunität kann man auch künstlich entwickeln, wenn Antigene in den Organismus durch Impfung oder Immunisierung eingebracht werden. Als Antigene für die Impfstoffe werden Trümmerstücke der abgetöteten Bakterien, inaktivierte Bakterientoxine oder abgeschwächte Mikroorganismen eingesetzt. Die Immunisierung löst keine Erkrankung aus, der Organismus baut eine Immunität durch den Kontakt mit den Antigenen auf.

  • Beschreibe die Aufgaben der Antikörper und deren Funktion in der Immunantwort.

    Tipps

    Ein Epitop (griech. ἐπί epi „bei, auf“ und τόπος topos „Ort“, synonym: antigene Determinante) ist ein Bereich der Oberfläche eines Antigens, an den ein Antikörper oder T-Zell-Rezeptor spezifisch bindet.

    Unter Konfiguration versteht man die räumliche Anordnung von Atomen eines Moleküls beziehungsweise dessen räumlichen Bau.

    Unter Neutralisierung versteht man „unwirksam machen“.

    Lösung

    Antikörper besitzen die so genannte Antigen-Bindung-Region, die normalerweise nur zu einem ganz bestimmten Antigen passt. Manchmal passt aber auch ein anderes Antigen, das gar nicht bekämpft werden muss, zum Beispiel ein wichtiges körpereigenes Molekül. Dann entwickelt sich die so genannte Autoimmunerkrankung, sprich die Immunreaktion gegen den eigenen Körper. Wie bekämpft denn der Antikörper den Erreger? Da gibt es mehrere Möglichkeiten, was so ein am Antigen angedockter Antikörper machen kann, zum Beispiel den Erreger infektionsunfähig machen, also neutral. Oder den Erreger opsonisieren, eine Markierung setzen, so dass die Fresszellen ihn schneller erkennen. Zusätzlich vermitteln die Antikörper die Feinabstimmung zwischen der spezifischen und der unspezifischen Abwehr.