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Geschichte der Verhaltensforschung 08:37 min

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Transkript Geschichte der Verhaltensforschung

Hallo. Unser Thema ist heute die Geschichte der Verhaltensforschung. Tierbeobachtungen sind mit Sicherheit so alt wie der Mensch selbst. War doch das zu erwartende Verhalten des Wildes entscheidend für den Jagderfolg. Die Höhlenmalerei zeigt, wie das Wild in eine Richtung getrieben und erlegt wurde. Das Verhalten der Tiere spielt in Fabeln eine große Rolle. Allerdings werden jenen oft fantasievoll menschliche Eigenschaften zugeschrieben, was natürlich keine wissenschaftliche Grundlage hat. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurden Tierbeobachtungen populärer. Alfred Brehm, wir sehen ihn hier links auf der Briefmarke aus dem Jahre 1989 und daneben rechts, war ein Meister der Tierbeschreibungen. Brehms Tierleben war belehrsam und unterhaltend. Seine Deutungen tierischen Verhaltens, entbehrten weiter noch wissenschaftlicher Grundlagen. Erste Versuche mittels wissenschaftlicher Methoden das Verhalten der Tiere zu erschließen, unternahmen die Vitalisten und die Mechanisten. Die Vitalisten glaubten, dass ein Tier nichts tue ohne ein Ziel zu haben. Es trägt in sich eine „Vis vitalis“ oder “Entelechie” genannt. Eine unerklärliche Kraft unfehlbarer Instinkte. Die Mechanisten waren der Meinung, dass sich Verhalten auf die Grundsätze der Mechanik, beziehungsweise der Physik zurückführen ließe. Iwan Petrowitsch Pawlow entdeckte und beschrieb den bedingten Reflex am Beispiel des Speichelflussreflexes des Hundes. Er und andere Reflexologen waren der Meinung, dass man das gesamte Verhalten eines Tieres als aneinander gereihte Abfolge von Reflexen erkläre könne. Die Schule der Behavioristen wurde von John Broadus Watson gegründet. Er führte auch den Begriff Behaviorismus ein. Sie untersuchten nur Lernvorgänge und kamen zu der Erkenntnis: Verhalten baue sich nur aus Reaktionen auf Reize aus der Umwelt auf. Edward Lee Thorndikes Experimente führten zur Theorie vom Lernen durch Versuch und Irrtum. Er hatte Katzen in Käfige mit Hebeln gesetzt. Zunächst probierte die Katze rein zufällig die Hebel zu drücken, bis sie sich befreien konnte. Nach mehreren Versuchen gelang es ihr immer schneller freizukommen. Thorndike folgerte: Das Lernen erfolgt aufgrund der Belohnung. Anhand dieser These wurden viele Labyrinth-Versuche entwickelt. Das Wegelernen im Labyrinth, wird auch heute noch nahezu an jeder Schule mit Mäusen oder anderen Kleinsäugern praktiziert. Die Skinner-Box ist nach ihrem Erfinder Burrhus Frederic Skinner benannt. Der Organismus, hier die Ratte, wird als Black Box aufgefasst. Das Tier wird bei richtiger Tastenwahl mit Futter belohnt, bei Fehlern bestraft. Sie erhielt dann einen leichten Stromschlag über das Drahtgitter auf dem sie sich befand. Was im Gehirn der Ratte vor sich ging, interessierte nicht. Man maß die Eingaben in die Apparatur, den Input, und die Reaktionen, den Output. Das Experiment musste natürlich die These stützen, dass alle Verhaltensweisen erlernt seien. Oscar Heinroth war ein ausgesprochener Tierliebhaber. Seine vergleichenden Untersuchungen und Kreuzungsexperimente zum Verhalten von Entenvögeln waren sehr wichtig. Um 1925 konnte er gemeinsame stammesgeschichtliche Wurzeln von Verhaltensweisen bei drei Entengattungen nachweisen. Miteinander verwandte Arten weisen grundsätzliche ähnliche, etwas abgewandelte Verhaltensweisen auf. Damit lag der Schluss nahe, dass Verhalten auch genetischen Ursprungs sein muss und Verhaltensweisen werden im Laufe der Evolution der Umwelt angepasst. Konrad Lorenz bezeichnete seinen Lehrer Heinroth als den Vater der vergleichenden Verhaltensforschung. Inzwischen war der Weg für eine moderne Verhaltenslehre, die Ethologie, geebnet. Ethos heißt Sitte oder Brauch. Das ist hier damit nicht gemeint. Es geht um instinktives und überwiegend angeborenes Verhalten, das untersucht wurde. Konrad Lorenz gilt als Begründer der vergleichenden Verhaltensforschung, da er es wie kein anderer verstand Wissenschaftler und Naturfreunde für seine neuen Erkenntnisse zu begeistern. Dies blieb seinen Mitstreitern Nikolaas Tinbergen und Erich von Holst versagt, obwohl sie die Forschungen mitbestimmten. Konrad Lorenz, Nikolaas Tinbergen und Karl von Frisch erhielten 1973 den Nobelpreis für Physiologie und Medizin. Damit wurden sie als Begründer der europäischen Ethologie geehrt. Erwähnt sei, dass es ein Verdienst von vielen ist, dass Nikolaas Tinbergen das Paarungsverhalten des Dreistachligen Stichlings erklärte und begründete. Karl von Frisch erforschte unter anderem die Bienensprache. Sie ist den meisten von euch als Rund-und-Schwänzeltanz bekannt. Ein Schüler von Konrad Lorenz ist Irenäus Eibl-Eibesfeldt. Er verfasste ein Studienbuch zur Verhaltensforschung unter dem Titel: Grundriss der vergleichenden Verhaltensforschung. Es ist ein Werk, dass nicht nur die Biologie dazu anregt das Verhalten zu erforschen. Nein, es ist auch ein Grundwerk, das für weitere Forschungen in der Psychologie, Soziologie und Anthropologie von Bedeutung ist. Sicherlich könnte ich noch mehr erzählen. Aber ich muss schon zum Ende kommen. Ihr konntet heute erfahren, dass die Menschen schon immer Fragen zur Herkunft und den Ursachen des Verhaltens hatten. Einen Meilenstein in der Erforschung des Verhaltens setzte Iwan Petrowitsch Pawlow. Er entdeckte den bedingten Reflex. Die Behavioristen Watson, Thorndike und Skinner vertraten die Auffassung, dass sich Verhalten nur auf Reize aus der Umwelt aufbaue. Oscar Heinroth begründet anhand seiner Beobachtungen, dass Verhalten stammesgeschichtliche Wurzeln haben müsse und es durch die Evolution angepasst wird. Konrad Lorenz gilt als der Begründer der vergleichenden Verhaltensforschung. Wie kein anderer verstand er es, seine Erkenntnisse überzeugend zu verbreiten. Und vergessen wir nicht seine Mitstreiter Nikolaas Tinbergen und Karl von Frisch, die zusammen mit Lorenz den Nobelpreis für Physiologie und Medizin erhielten. Tschüss wie immer, sagt euer Octavus.

1 Kommentar
  1. gut

    Von Xandi2008, vor etwa einem Jahr