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Geschichte der Mikroskopie 07:40 min

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Transkript Geschichte der Mikroskopie

Hallo. Heute nehme ich euch mit auf eine Zeitreise bis in das Jahr 1905. Eine Reise in die Geschichte der Mikroskopie. Bereits 500 vor Christus benutzten die Griechen und Römer Lupen als Brenngläser. Sie wussten, dass man Licht in einem Punkt bündeln kann. Der arabische Gelehrte Alhazen beschreibt im 10. Jahrhundert nach Christus Geburt einen Lesestein, den er selbst erfand. Die Lesesteine wurden aus klaren Beryllkristallen herausgeschliffen. Das Vorbild für die Form der Lesesteine könnten unter anderem Wassertropfen geliefert haben. Hier habe ich einen Wassertropfen auf einem Polystyrol-Lineal gegeben. Er kugelt sich oberseits ab und unten sitzt er dank seiner Masse platt auf dem Lineal. Aufgrund der Oberflächenspannung zerfließt er nicht. In den nächsten Bildern können wir gut die vergrößernde Wirkung der Wassertropfen beobachten. Seht sie euch an. Lesesteine wurden meistens direkt auf das zu vergrößernde gelegt, so wie ich die Wassertropfen platzierte. Hier sind vergrößerte Ziffern und ein vergrößerter Buchstabe abgebildet. Mit der Entstehung der Glasmacherei war die Entwicklung des Brillenmacherhandwerks verbunden. Bis zum 15. Jahrhundert konnte man nur die Alters- oder Weitsichtigkeit mit geschliffenen Sammellinsen korrigieren. Dann wurde auch das Schleifen konkaver Linsen erfunden und man hatte ein Mittel gegen die Kurzsichtigkeit gefunden. Um 1590 soll es holländischen Brillenmachern Zacharias und Hans Janssen gelungen sein, ein zusammengesetztes Mikroskop herzustellen. Sicher ist diese Angabe aber nicht. Fest steht dafür, das Galileo Galilei 1609 ein zusammengesetztes Mikroskop aus einer Konkav- und einer Konvexlinse entwickelte. 1611 baute Johannes Kepler sein astronomisches Fernrohr aus zwei Sammellinsen. Nun zwar kein Mikroskop, aber hier möchte ich anmerken, das Linsen auch hier der Vergrößerung dienten. Nämlich der Vergrößerung weit entfernter Objekte. 1665 veröffentlichte Robert Hooke sein Werk „Micrographia“. Es ist ein historisches Buch, der erste wissenschaftliche Bestseller und der Beginn der Mikroskopie. Hooke fertigte unter anderem hervorragende Zeichnungen von Laus, Floh und Mücke an. Hier ist das Hooksche Mikroskop mit Lichtquelle und Hohlspiegel zu sehen. Oberseits wird ein Schnittbild des zweilinsigen Mikroskops gezeigt. Als Hook Kork mikroskopierte, fand er kleine, leere Gebilde vor. Er bezeichnete sie als little Boxes, little Cells, als Zellen und so geht der Begriff „Zelle“ auf ihn zurück. Der Kaufmann Antoni van Leeuwenhoek, er lebte von 1632 bis 1723, war der erste Hobbymikroskopiker. Als Autodidakt baute er seine Mikroskope selbst. Er formulierte die Regel: Die Vergrößerung einer Linse ist umso stärker, je stärker sie gewölbt ist. 1673 stellt er seine mikroskopischen Beobachtungen der Royal Society in London vor. Um 1700 entwickelte Christian Huygens ein zweilinsiges Okular aus Feldlinse und Bildlinse, das stärker vergrößerte als alle bisherigen. Die Feldlinse ist dem Leuchtfeld zugewandt und die Bildlinse dem Auge des Beobachters. Der Strahlenverlauf macht es deutlich. Um 1830 benutzte Robert Brown ein einfaches Mikroskop. Er entdeckte damit den Zellkern und die nach ihm benannte Brownsche Molekularbewegung. Im Jahre 1846 eröffnete Carl Zeiss seine Werkstatt in Jena. In dieser Zeit beruhte die Herstellung von Mikroskopen vor allem auf den gewonnenen praktischen Erfahrungen. Der Physiker Ernst Abbe, er lebte von 1840 bis 1905, befasste sich mit der Bildentstehung im Mikroskop. Es gelang ihm, die physikalischen Grundlagen für den Bau besserer Mikroskope zu erarbeiten. 1873 stand seine Theorie. In Folge konnte man bei Carl Zeiss Objektive herstellen, deren Auflösungsgrenze durch die physikalischen Beugungsgesetze des Lichtes festgelegt wurden. Hier sehen wir das große Zeissmikroskop aus dem Jahre 1879. Wir sehen den Hohlspiegel, die Blende, wechselbare Objektive sowie einen Grob- und Feintrieb und das Okular. Natürlich waren die Mikroskope zur damaligen Zeit immer noch verbesserungswürdig. August Köhler entwickelte 1893 die nach ihm benannte Köhlersche Beleuchtung. Diese Beleuchtung führte zu homogen ausgeleuchteten Bildern und ermöglicht gleichzeitig eine Steigerung des Auflösungsvermögens durch die Verwendung eines Kondensors, welcher alle Lichtstrahlen in den abbildenden Strahlengang einbringt. Köhler war auch an der Entwicklung der Ultraviolettmikroskopie beteiligt. Die Mikroskope arbeiten mit für uns unsichtbaren UV-Licht, wodurch sich das Auflösungsvermögen fast verdoppelt. Es sind also stärkere Vergrößerungen als mit normalen Lichtmikroskopen möglich. Nachteilig sind jedoch der große Aufwand zur Erzeugung von UV-Licht und dass man von den erzeugten Bildern nur fotografische Bildserien machen kann. So, wir sind jetzt schon im Jahre 1905 angelangt und unsere Reise endet heute hier. Deshalb sage ich euch tschüss, bis zum nächsten Mal, euer Oktavus.

4 Kommentare
  1. Hallo Vincent B., vielen Dank für deinen Kommentar! Ich habe gerade nachrecherchiert und finde in der Literatur hauptsächlich Zacharias Janssen, also mit einem c geschrieben. Für Antoni gibt es wohl verschiedene Schreibweisen, welche korrekt sind, und zwar: Antoni, Antony, Anthonie oder Antonie. Beste Grüße

    Von Tatjana Elbing, vor 11 Monaten
  2. habe noch Antoni entdeckt. =Antony

    Von Vincent B., vor 11 Monaten
  3. hallo schaue das Video gerade und wollte sagen das der Zaccharias Janssen mit doppel c geschrieben wird. So haben wir es in der Schule heute gelernt.
    Video war ansonsten sehr hilfreich :)

    Von Vincent B., vor 11 Monaten
  4. Danke ich bin in der 7 Klasse und hatte ein bisschen Angst wegen meiner BioKlausur jetzt fühle ich vorbereitet. :)

    Von Joerg 8, vor mehr als 2 Jahren