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Evolution des Menschen (Vertiefungswissen) 05:53 min

Textversion des Videos

Transkript Evolution des Menschen (Vertiefungswissen)

Was macht einen Menschen aus oder ab wann ist ein Mensch ein Mensch? Das sind schwierige Fragen der Evolutionsforschung. Verschiedene archäologische Funde führten dazu, dass man unsere menschlichen Vorfahren relativ gut kennt. In diesem Video werde ich dir zeigen, wie sich der Mensch im Laufe der Evolution veränderte und dir zudem einige bedeutende Funde der Archäologie vorstellen.

Neandertaler

Im Jahr 1856 wurden im Neandertal bei Düsseldorf Überreste eines urtümlichen Menschen gefunden. Zunächst waren die Menschen empört, da die Anatomie dieses Menschen sich sehr von den heutigen Menschen unterschied.

Viele stellten skurrile Vermutungen auf, dass der gefundene Mensch aufgrund von Krankheiten oder Gewalteinwirkung einen solch abartigen Bau hatte. Weitere archäologische Funde belegten aber eindeutig, dass es menschliche Vorfahren gegeben hat, die einen vom heutigen Menschen abweichenden Körperbau aufwiesen.

Lucy - Australopithecus afarensis

Beispielsweise wurde im Jahr 1974 in Äthiopien das älteste Fossil gefunden. Es handelt sich um das Skelett eines jungen Mädchens, das vor 3,5 bis 4 Mio. Jahre lebte. Von den Entdeckern wurde das Mädchen Lucy genannt. Der Name stammt aus einem Song der Beatles, den die Wissenschaftler am Abend des Fundes hörten.

Offiziell heißt Lucy aber Australopithecus afarensis. Man konnte ableiten, dass Lucy aufrecht ging und damit stellt sie das älteste Fossil eines aufrecht gehenden Menschen dar.

Prozess der Hominisation

Ebenfalls spektakulär war 1978 der Fund von Fußspuren einer Familie bei Laetoli in Tansania. Sie sind 3,7 Mio Jahre alt und befinden sich in vulkanischer Asche. Die dort gefundenen Fußspuren lassen eindeutig auf einen aufrechten Gang schließen. Die menschlichen Vorfahren, die diese Spuren hinterlassen haben, werden aber wie Lucy noch nicht zur Gattung Homo gezählt.

Den Prozess der Menschwerdung bezeichnet man übrigens als Hominisation. Man geht allerdings davon aus, dass über einen bestimmten Zeitraum hinweg Vertreter der Gattung Australopithecus und Homo zusammen existierten, bevor sich die Gattung Homo durchsetzte.

Veränderungen im Körperbau

Wir wollen uns im Folgenden anschauen, welche Merkmale sich während dieser Hominisation durchsetzten und was das für den Menschen bedeutete. Wie du eben gehört hast, gab es den aufrechten Gang schon vor der Entstehung der Gattung Homo. Nichtsdestotrotz ist er natürlich ein wichtiges Merkmal des modernen Menschen. Dieser aufrechte Gang wird u.a. durch einige charakteristische Veränderungen im Beckenbau ermöglicht.

Beim modernen Menschen ist das Becken im Vergleich zu den Vormenschen schüsselförmig, sodass beim Stehen die inneren Organe guten Halt finden. Einhergehend damit sind gewölbte Füße, die beim Laufen ein Verlagern des Gewichtes von der Ferse zum Ballen erlauben.

Durch den aufrechten Gang auf den zwei Hinterbeinen hatten unsere Vorfahren nun die Hände frei und konnten Werkzeuge benutzen. Dies wurde auch dadurch möglich, dass sich die Anatomie der Hand so veränderte, dass der Daumen nun jedem anderen Finger der Hand gegenüber gestellt werden kann. Somit wird der so genannte Präzisionsgriff möglich.

Die Benutzung von Werkzeugen ist ein typisch menschliches Verhalten. Die ältesten fossilen Werkzeuge sind etwa 2 Mio Jahre alt. Bei diesen ersten Werkzeugen handelte es sich um einfache Geröllsteine, die durch Abschlagen auf einer Seite eine scharfe Kante bekamen. Später verwendete man auch Faustkeile.

Veränderte Ernährung

Was ist noch typisch Mensch? Man geht davon aus, dass die Gattung Australopithecus sich vorwiegend oder ausschließlich pflanzlich ernährte, während die Gattung Homo auch fleischliche Nahrung zu sich nahm. Daraus ergeben sich Veränderungen im Gebiss und Schädelbau. Die Kaumuskulatur wurde nämlich reduziert und der Schädel auf diese Weise umgebildet. Im Vergleich zu den affenähnlichen Vorfahren mit U-förmigem Zahnbogen und großen Eckzähnen besitzen Menschen ein Gebiss mit einem verkürzten, parabolischen Zahnboden und kleine Eckzähne.

Vergrößerung des Gehirnvolumens

Die wohl wichtigste Vorraussetzung für die Hominisation ist aber die Vergrößerung des Gehirnvolumens, die es dem Menschen ermöglicht aufgrund einer steigenden Denkleistung mit Werkzeugen umzugehen sowie kulturelle Fähigkeiten, wie z.B. Sprache, hochorganisierte Sozialstruktur sowie eine kooperative Arbeitsteilung zu entwickeln.

Missing Link

Obwohl man schon eine sehr gute Vorstellung von den menschlichen Vorfahren hat, fehlen oftmals immer noch fossile, bisher nicht entdeckte Übergangsformen der menschlichen Vorfahren. Man nennt eine solche fehlende Verbindung in einem Stammbaum auch Missing Link.

Zusammenfassung

Du hast in diesem Video gesehen, was eigentlich einen Menschen ausmacht und welche Merkmale sich im Zuge der Hominisation veränderten. Der aufrechte Gang, und die Benutzung von Werkzeugen wurden durch einige Änderungen im Körperbau möglich. Diese Änderungen betreffen den Gebiss- und Schädelaufbau, die Veränderung der Anatomie der Hände und Füße sowie des Beckens. Eine Vergrößerung des Gehirnvolumens ermöglichte höhere Denkleistungen. Tschüss!

6 Kommentare
  1. 147ffc4c8e24ec8459c9add6beae399a

    Dankeschön :) hab wirklich alles verstanden und war auch sehr anschaulich erklärt :D

    Von Sarah Kari, vor 16 Tagen
  2. Default

    Das Video ist richtig Suuuuper!!!

    Von Toni Mayer, vor 3 Monaten
  3. Default

    Das Video ist richtig Suuuuper!!!

    Von Toni Mayer, vor 3 Monaten
  4. Default

    Super

    Von Mercedes R., vor 7 Monaten
  5. Default

    Klasse und sehr spanndend! Habe alles gut verstanden. Besser als die videos auf youTube

    Von Isabell Agne, vor mehr als 5 Jahren
  1. Default

    Das Video ist wirklich klasse!! Viele wichtige Dinge enthalten und sehr anschaulich erklärt! Danke!!

    Von Annalaurap, vor mehr als 5 Jahren
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Evolution des Menschen (Vertiefungswissen) Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Evolution des Menschen (Vertiefungswissen) kannst du es wiederholen und üben.

  • Nenne Vorteile des aufrechten Gangs.

    Tipps

    Der aufrechte Gang ermöglichte mit der Zeit weitere Entwicklungen des Menschen. Markiere hier nur die direkten Vorteile des aufrechten Ganges.

    Lösung

    Der aufrechte Gang brachte viele Veränderungen mit sich. Besonders vorteilhaft war dabei, dass die Hände nun frei waren. Die Fingerstellung veränderte sich etwas, sodass der Daumen nun jedem Finger gegenüberstand. Man spricht vom Präzisionsgriff. Mit Fingerspitzengefühl konnte nun auch mit Werkzeugen gearbeitet werden. Dadurch ergaben sich Vorteile bei der Jagd und der Verarbeitung von Nahrung und Fellen. Damit wurden die Grundlagen für unsere heutige Kultur gelegt.

  • Definiere den Begriff Hominisation.

    Tipps

    Homo kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Mensch.

    Lösung

    Der Begriff Hominisation leitet sich vom lateinischen Wort homo ab, was Mensch bedeutet. Die Hominisation beschreibt also den Prozess der Menschwerdung. Dazu gehören unter anderem der aufrechte Gang, ein verändertes Gebiss und ein größeres Gehirn.

  • Erkläre die Entstehung verschiedener Fossilienarten.

    Tipps

    Das Wort Inkluse stammt aus dem Lateinischen und bedeutet eingeschlossen.

    Als Sedimente bezeichnet man Erdschichten, die durch die Ablagerung von Material an Land und im Meer entstehen.

    Lösung

    Bei der Entstehung von Fossilien kann man zwischen Abdrücken von abgestorbenen Lebewesen und tatsächlichen Überresten von Lebewesen unterscheiden.

    Zu den tatsächlichen Überresten gehören z.B. die Skelettteile von Lucy. Ebenfalls in diese Gruppe gehören Mumien, wie das Mammut im Dauerfrostboden Sibiriens.

    Um Abdrücke handelt es sich hingegen bei den versteinerten Fußabdrücken der Familie bei Laetoli. Auch die Inklusen im Bernstein sind nur Abdrücke. Der Körper des Lebewesens ist bereits verwest, übrig bleibt ein detailgetreuer Abdruck. Bei Versteinerungen handelt es sich ebenfalls um Abdrücke. Hier hat der zersetzte Tier- oder Pflanzenkörper einen Hohlraum hinterlassen, der sich mit kalk- oder kieselhaltigen Substanzen gefüllt hat und den Steinkern bildet.

  • Beschreibe, was 1856 im Neandertal bei Düsseldorf gefunden wurde.

    Tipps

    Vielleicht kennst du den Neandertaler? Hierbei handelt es sich um einen ausgestorbenen Verwandten des heutigen Menschen. Früher dachte man auch, dass es sich um einen Vorfahren des Menschen handeln könnte.

    Lösung

    1856 fand man bei Arbeiten in einem Steinbruch im Neandertal Überreste von Knochen. Zuerst dachte man, es handle sich um recht junge Knochen eines Menschen, der in dieser Region gestorben oder gar umgebracht worden war. Die Knochen wurden erst achtlos beiseite geworfen, später aber doch noch genauer von Wissenschaftlern untersucht.

    Es wurden einige offensichtliche Unterschiede zum menschlichen Skelett festgestellt. Dafür gab es damals zwei Erklärungen: Die einen glaubten, dass die Knochen durch Gewalteinwirkung auf den lebenden Menschen verformt wurden. Andere waren der Meinung, dass es sich gar nicht um die Knochen eines normalen Menschen handeln konnte.
    Einige weitere Untersuchungen und ähnliche Funde gaben ihnen mit der Zeit recht. Die Knochen gehörten zu einem nahen Verwandten des heutigen Menschen. Am Anfang war man sich nicht ganz sicher, ob es sich nicht auch um einen Vorfahren handeln könnte.

    Der Volksmund gab dem Fund den Namen Neandertaler. So wird diese Menschengruppe auch heute noch genannt. Der wissenschaftliche Name lautet Homo neanderthalensis (homo = Mensch).

  • Skizziere Veränderungen des menschlichen Skeletts, die mit dem aufrechten Gang zusammenhängen.

    Tipps

    Das Hinterhauptsloch ist die größte Öffnung im Schädel. Hier tritt das zentrale Nervensystem vom Schädel in den Wirbelkanal. Bei der Entwicklung des aufrechten Ganges wurde es Richtung Schädelmitte verlagert.

    Lösung

    Das Skelett des Menschen bzw. seiner Vorfahren hat einige Veränderungen durchgemacht, bis ein aufrechter Gang anatomisch überhaupt möglich war:

    • Das Hinterhauptsloch ist die größte Öffnung des Schädels. Hier tritt das zentrale Nervensystem (Gehirn + Rückenmark) aus dem Schädel aus und in den Wirbelkanal ein. Um einen aufrechten Gang zu ermöglichen, wurde es zur Schädelmitte hin verlagert.
    • Die Wirbelsäule ist nun doppelt S-förmig. Durch diese besondere Form kann sie Erschütterungen, die beim aufrechten Gang stärker auf die Wirbelsäule wirken, besser abdämpfen. Zudem wurde der Körperschwerpunkt ins Becken verlagert.
    • Die Darmbeinschaufeln sind nun nach innen gedreht, das Becken ist schüsselförmig. So werden die inneren Organe gehalten. Außerdem gibt es größere Ansatzflächen für den großen Gesäßmuskel, damit ein Ausstrecken der Beine möglich wird.
    • Es kommt zu einer leichten X-Bein-Stellung, die dafür sorgt, dass die Kniegelenke unter dem Körperschwerpunkt liegen.
    • Das neu gebildete Fußgewölbe stabilisiert die Füße und macht sie belastbarer. Denn nun liegt die ganze Körperlast auf nur zwei Extremitäten.
    • Der Präzisionsgriff wird durch den nun stärker opponierbaren Daumen möglich.
  • Vergleiche die Gattung Homo mit der Gattung Australopithecus.

    Tipps

    Die Begriffe herbivor und omnivor beschreiben jeweils das Futterspektrum eines Lebewesens. Sie kommen aus dem Lateinischen und bedeuten pflanzenfressend (herbivor) und allesfressend (omnivor).

    Bipedie kommt von lat. bis = doppelt und lat. pes/pedis = Fuß und beschreibt den Gang auf zwei Beinen. Dabei sind fakultativ bipede Lebewesen Tiere, die nur manchmal auf zwei Beinen gehen (z.B. Schimpansen).

    Das Adjektiv parabolisch leitet sich vom Substantiv Parabel ab. Ein parabolischer Zahnbogen hat also die gleiche Form wie die Parabel, die du vielleicht aus der Mathematik kennst. Im Gegensatz zu einem U-förmigen Zahnbogen geht der parabolische Zahnbogen nach hinten weiter auseinander.

    Lösung

    Vermutlich stammen die direkten Vorfahren des Homo sapiens von einer Art der Gattung Australopithecus ab. Trotzdem sind sich Wissenschaftler einig, dass beide Gattungen auch zeitgleich existiert haben. Die Art Homo sapiens hatte sich damals allerdings noch nicht entwickelt.
    Folgende Unterschiede kann man zwischen den Gattungen feststellen:

    • Das Gehirnvolumen von Homo ist um etwa 200 cm³ größer als das von Australopithecus.
    • Der Zahnbogen von Homo hat eine parabolische Form, der von Australopithecus ist U-förmig.
    • Individuen der Gattung Homo fressen auch Fleisch. Sie sind Allesfresser, sogenannte Omnivoren.
    • Individuen der Gattung Homo laufen ausschließlich auf zwei Beinen (obligate Bipedie). Australopithecinen beherrschen zwar schon den aufrechten Gang, bewegen sich aber auch anders fort (fakultative Bipedie).
    • Durch das größere Hirnvolumen konnten die Arten der Gattung Homo kulturelle Fähigkeiten, wie z.B. Sprache, entwickeln.