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Einzeller – das Augentierchen Euglena 06:14 min

Textversion des Videos

Transkript Einzeller – das Augentierchen Euglena

Hallo, mein Name ist Anja. In stark eutrophierten, das heißt mit organischen Substanzen angereicherten, stehenden Süßgewässern findet man viele einzelne Protozoen. Unter anderem auch das Augentierchen, Euglena. Oft in großen Massen. Man kann Augentierchen auch selbst züchten. Dazu setzt man einen Heuaufguss an. Man nimmt Heu und übergießt es mit Wasser und lässt das Ganze ein paar Tage stehen. Dann kann man unter dem Mikroskop ganz viele Augentierchen oder Euglenen betrachten. Man findet Augentierchen jedoch nicht nur in eutrophierten Seen oder in Eurem Heuaufguss, sondern fast überall. In Pfützen, Regentonnen, Bächen, Seen und Flüssen. Überall, wo es ein bisschen Wasser gibt. Dabei kommen sie, wie schon gesagt, meist in großen Massen vor. Schauen wir uns das Augentierchen oder Euglena genauer an. Augentierchen sind Protisten, das heißt Einzeller mit echtem Zellkern. Genauer: Sie sind ziemlich klein. Ungefähr 60 Mikrometer groß, spindelförmig, zylindrisch, abgeflacht oder korkenzieherartige, grüne Geißelalgen, die man auch Flagellaten nennt. Wenn wir uns das Augentierchen oder Euglena genauer anschauen, fällt zuerst die Flimmergeißel auf, die der Fortbewegung dient. Und in der Einbuchtung am Vorderende, wo eben diese Flimmergeißel entspringt, befindet sich der rote Augenfleck. Ein lichtempfindliches Organ, mit dem Einfallsrichtung und Intensität des Lichts wahrgenommen werden können. Diese Fähigkeit, Licht wahrzunehmen und sich darauf zuzubewegen, wird Phototaxis genannt. Die Nahrungsvakuolen dienen zur Speicherung von Nahrungsstoffen und allgemein zur Stoffspeicherung. Die pulsierenden Vakuolen, auch kontraktile Vakuolen genannt, sind dafür zuständig, Stoffe an die Umgebung abzugeben. Zum Beispiel Wasser oder andere Exkretstoffe. Das Augentierchen oder Euglena besitzt natürlich auch einen echten Zellkern. Der ist hier schwarz gemalt. Dieser Zellkern ist für die Steuerung der Stoffwechselprozesse verantwortlich. Den Chloroplasten und dem darin enthaltenen Chlorophyll a und b verdankt das Augentierchen nicht nur seine grüne Farbe, sondern vor allem die Fähigkeit der autotrophen Ernährung. Also die Fähigkeit, Photosynthese betreiben zu können. Bei der Photosynthese nutzt das Augentierchen die Kraft der Sonne, um mit Hilfe der Chloroplasten Energie herzustellen. Das nennt man autotrophe Ernährung. Doch wie ernährt es sich nachts oder wenn kein Licht vorhanden ist? Dann nimmt es organische Stoffe aus der Umgebung auf. Das nennt man heterotrophe Ernährung. Eine Besonderheit des Augentierchens Euglena ist sein Augenfleck. Ein mit Carotinoiden, das heißt, roten Farbstoffen gefülltes Lipidvesikel, mit dem es Licht wahrnehmen kann. Diese Fähigkeit der Lichtwahrnehmung ist notwendig für die Phototaxis. Der rote Augenfleck nimmt neben der Intensität der Lichteinstrahlung auch die Richtung wahr, aus der das Licht fällt. Euglena kann also nicht nur wahrnehmen, wie stark das Licht ist, sondern auch, aus welcher Richtung sie kommt. Der Augenfleck und die damit einhergehende Fähigkeit des Augentierchens Lichtintensität und die Richtung wahrzunehmen, aus der das Licht kommt, helfen ihm dabei, seine Photosyntheseleistung zu verbessern. Das heißt, um mehr Licht aufnehmen zu können, schwimmt das Augentierchen auf eine Lichtquelle zu. Somit können die Farbstoffe in den Chloroplasten optimal reagieren und das Augentierchen mit genug Energie versorgen. Nimmt das Augentierchen jedoch eine zu hohe Lichtintensität wahr, bewegt es sich von der Lichtquelle weg, um die photosynthetischen Zentren zu schützen. Augentierchen vermehren sich durch ungeschlechtliche Teilung. Das heißt, sie teilen sich einfach längs in der Mitte, um sich zu vermehren. Aus einem Augentierchen oder Euglena werden dann ganz einfach zwei. Das Augentierchen oder Euglena dient als Modellorganismus für die Forschung. Das heißt, die Augentierchen werden in der Forschung gerne untersucht. Und dabei interessiert die Wissenschaftler besonders natürlich die Fähigkeit der Phototaxis. Also der Fähigkeit, sich zu Licht zu orientieren und sich darauf zuzubewegen. Und die Fähigkeit der Gravitaxis. Das heißt, die Fähigkeit zur Orientierung mit Hilfe der Schwerkraft. Eine Firma in Japan möchte die Augentierchen als Futtermittel, Bestandteil von Kosmetika, Nahrung und Nahrungsergänzungsmitteln sowie als Treibstoff verwenden. Sie erhoffen sich von den enthaltenen Photosynthesefarbstoffen, den Chlorophyllen, einige Effekte. Aber das ganze steckt noch in der Forschung. Ihr habt heute viel über den Lebensraum, den Bau und die Lebensweise des Augentierchens Euglena gelernt. Außerdem habt ihr seine besonderen Fähigkeiten kennengelernt. Ich hoffe, dieser kleine Film hat Euch gefallen. Und bis zum nächsten Mal, sagt Anja!

9 Kommentare
  1. Schönes Video hat mir sehr geholfen!

    Von Hanna , vor 10 Monaten
  2. schönes Video hat mir super gut geholfen!!! ;))

    Von Rene Kleiner 1, vor mehr als einem Jahr
  3. cool

    Von SSX C., vor mehr als einem Jahr
  4. der geißel ist eigentlich vorne wenn es sich bewegt aber sonst gutes video

    Von Gerdzimmerfamily, vor mehr als 2 Jahren
  5. es schallt zwar ein bisschen ab und zu aber sonst gutes video

    Von Julian Apel, vor fast 3 Jahren
  1. sUPER gutes Video von euglena

    Von Betlem, vor fast 3 Jahren
  2. Sehr gutes vidieo

    Von Zemme, vor mehr als 3 Jahren
  3. Vielen Dank, dass Sie erste Verbesserungen vorgenommen haben und auf beide Ernährungsformen eingegangen sind und Erweiterungen vorgenommen haben.
    Die Sache mit der autotrophe Ernährung ist zwar noch schwammig, aber nicht schwerwiegend.

    Von Roland Hesse, vor fast 7 Jahren
  4. Hallo, die Nahrungsvakuole und die pulsierende Vakuole konnte ich nicht finden.
    Autotrophe Ernährung heißt, dass das Lebewesen sich dadurch ernährt, dass es in der Lage ist, (körperfremde) anorganische Stoffe in (körpereigene) organische Stoffe umzuwandeln.
    Autotrophe Ernährung heißt nicht ausschließlich Energiegewinnung.

    Von Roland Hesse, vor etwa 7 Jahren
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Einzeller – das Augentierchen Euglena Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Einzeller – das Augentierchen Euglena kannst du es wiederholen und üben.

  • Benenne die Bestandteile des Augentierchens.

    Tipps

    Viele Augentierchen können - wie die Pflanzen - ihre Nahrung selber herstellen.

    Protisten sind einzellige Lebewesen. Auch Bakterien sind einzellig. Doch gibt es einen entscheidenden Unterschied.

    Augentierchen sind in der Lage, sich nach gewissen Reizen zu orientieren.

    Denke an die Pflanzen: Welche Plastiden sind zur Fotosynthese notwendig?

    Lösung

    Augentierchen (Euglena) sind einzellige Geißelalgen (Flagellaten). Sie kommen meist im Süßwasser in so großen Massen vor, dass sie das Wasser oftmals grün färben. Für die Fotosynthese benötigen sie Chloroplasten - beziehungsweise die Chlorophyllfarbstoffe in den Chloroplasten. Als Protisten enthalten sie - im Gegensatz zu Bakterien - einen echten Zellkern. Außerdem verfügen die Augentierchen über eine Nahrungsvakuole, eine pulsierende (auch: kontraktile) Vakuole, eine Geißel und einen Augenfleck.

  • Überprüfe die Aussagen über das Augentierchen.

    Tipps

    Weißt du, weshalb Augentierchen beliebte Modellorganismen für die Forscher sind?

    Überlege, weshalb Augentierchen zu den Geißelalgen (Flagellaten) gezählt werden.

    Lösung

    Durch ihren Augenfleck besitzen Augentierchen (Euglena) die Fähigkeit zur Fototaxis.
    Dadurch können sie die Intensität des Lichtes wahrnehmen und auch, aus welcher Richtung das Licht kommt.
    Außerdem wird die Fortbewegung der Augentierchen durch die Erdanziehung beeinflusst. Diese Fähigkeit wird als Gravitaxis bezeichnet.
    Augentierchen betreiben Fotosynthese und können sich somit autotroph ernähren. Trifft zuviel Licht auf die Wasseroberfläche, bewegen sie sich vom Licht weg, um ihre Fotosynthesezentren zu schützen.
    Bei ungünstigen Lichtverhältnissen sind Augentierchen in der Lage, sich heterotroph zu ernähren.

  • Beschreibe die Aufgaben der einzelnen Zellbestandteile von Augentierchen.

    Tipps

    Die Aufgaben von pulsierenden Vakuolen unterscheiden sich von den Aufgaben der Nahrungsvakuolen.

    Lösung

    Augentierchen (Euglena) sind einzellige Geißelalgen (Flagellaten). Sie kommen meist im Süßwasser in so großen Massen vor, dass sie das Wasser oftmals grün färben. Für die Fotosynthese benötigen sie Chloroplasten - beziehungsweise die Chlorophyllfarbstoffe in den Chloroplasten.
    Als Protisten enthalten Augentierchen - im Gegensatz zu Bakterien - einen echten Zellkern.
    Die aufgenommenen oder durch die Fotosynthese hergestellten Nährstoffe werden in der Nahrungsvakuole gespeichert. Pulsierende (auch: kontraktile) Vakuolen „pumpen“ sozusagen überschüssiges Wasser und andere überflüssige Stoffe aus der Zelle hinaus.
    Die Geißel beziehungsweise die Flimmergeißel dient den Augentierchen zur Fortbewegung.
    Nach dem charakteristischen Augenfleck sind die Augentierchen benannt. Mithilfe dieses Augenfleckes können sich die Winzlinge in Richtung Licht bewegen. Ist die Lichtintensität zu hoch, bewegen sie sich von der Lichtquelle weg.

  • Leite her, weshalb das Augentierchen als Brückentier bezeichnet wird.

    Tipps

    Denke an die verschiedenen Lebensweisen von Pflanzen und Tieren: Bewegen sich Pflanzen eigenständig fort? Ernähren sie sich von anderen Lebewesen?

    Welche Farbe haben Augentierchen?

    Lösung

    Zwar ordnen Botaniker die Augentierchen den Algen zu. Doch Lebewesen, die Merkmale von verschiedenen Organismengruppen aufweisen, bezeichnet man als „Brückentier“.
    Die Chloroplasten mit Chlorophyll und die autotrophe Ernährung sind Merkmale, die für Pflanzen charakteristisch sind.
    Pflanzen wachsen in Richtung des Lichtes, da sie das Licht für die Fotosynthese benötigen. Die meisten Tiere benötigen ebenfalls Licht zum Leben, allerdings bewegen sie sich nicht automatisch zur Lichtquelle.
    Das Fehlen einer Zellwand und die heterotrophe Ernährung sind Merkmale der Tiere.
    Die eigenständige Fortbewegung gehört zu den Eigenschaften von den meisten Tieren.

  • Beschreibe die Lebensweise des Augentierchens.

    Tipps

    Augentierchen schwimmen oft an der Oberfläche von eutrophen Gewässern.

    Lösung

    Augentierchen (Euglena) leben in großer Anzahl an der Oberfläche von eutrophen Gewässern. Da sie bei Tageslicht Fotosynthese betreiben können, sind sie in der Lage, autotroph zu leben. In Dunkelheit oder bei ungünstigen Lichtverhältnissen können viele Augentierchen aber auch heterotroph leben. Dann ernähren sie sich von den organischen Stoffen in dem Gewässer. Augentierchen benötigen nur Licht, Wasser und etwas organisches Material, um sich zu vermehren. Daher lassen sie sich in einem Heuaufguss leicht selber züchten. Da Augentierchen aber nur etwa 60 Mikrometer groß sind, kannst du sie nur im Mikroskop beobachten.

  • Leite aus den Eigenschaften von Euglena ab, welche Eigenschaften für Modellorganismen wichtig sind.

    Tipps

    Überlege, wo Augentierchen leben und wie du sie züchten kannst.

    Wovon ernähren sich Augentierchen?

    Denke an die grüne Oberfläche von manchen eutrophen Gewässern.

    Lösung

    Augentierchen (Euglena) eignen sich optimal als Modellorganismen für die Forscher.
    Die Fähigkeit zur Fototaxis lässt sich anhand von Augentierchen gut untersuchen.
    Sie vermehren sich schnell durch ungeschlechtliche Teilung. Die kurze Generationszeit kann durch günstige Lichtverhältnisse noch gesteigert werden. Dadurch erhalten die Forscher schnell und kostengünstig eine große Anzahl an Augentierchen, mit denen sie Versuche starten können. Durch diese unkomplizierten Ansprüche an ihre Umwelt, gibt es massenhaft Augentierchen, die dementsprechend keinem Artenschutz unterliegen.