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Ungeschlechtliche und geschlechtliche Fortpflanzung 06:35 min

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Transkript Ungeschlechtliche und geschlechtliche Fortpflanzung

Hallo. Du glaubst, neues Leben entsteht nur durch sexuelle Fortpflanzung wie beim Menschen und Klone gibt es nur im Labor? Falsch. In diesem Video lernst Du Varianten der ungeschlechtlichen und geschlechtlichen Fortpflanzung kennen. Außerdem erfährst Du, was sich hinter den Begriffen Parthenogenese, Generationswechsel und Kernphasenwechsel verbirgt. Schauen wir uns zuerst die ungeschlechtliche Fortpflanzung an. Diese heißt auch asexuelle oder vegetative Fortpflanzung. Dabei werden die Erbanlagen eines älteren Organismus exakt kopiert. Es entsteht quasi ein Klon durch mitotische Teilung. Viele Einzeller und Bakterien und Cyanobakterien vermehren sich durch Zweiteilung. Vielteilungen gibt es bei anderen Einzellern, Pflanzen und Pilzen. Bei ihnen teilt sich eine Zelle in mehrere Zellen auf. Jede Zelle ist fortpflanzungsfähig und kann einen vollständigen Organismus hervorbringen. Es sind also totipotente Zellen. Ein Beispiel für einen sich durch Vielteilung vermehrenden Einzeller ist Trypanosoma, der Erreger der Schlafkrankheit. Bei vielzelligen Tieren kommt es selten zur vegetativen Vermehrung. Ein Beispiel sind Nesseltiere wie Quallen, Seeanemonen und Korallen, die durch Knospung auseinander hervorgehen. So können ganze miteinander verbundene Kolonien entstehen. Bei Süßwasserpolypen zum Beispiel werden eigenständige Organismen seitlich abgeschnürt. Diese gehen aus sich teilenden, undifferenzierten Stammzellen hervor. Ein Vorteil der ungeschlechtlichen Fortpflanzung ist eine schnelle Vermehrung und Kolonialisierung neuer Lebensräume. Von Nachteil ist die langsame Anpassung an sich ändernde, neue Lebensbedingungen. Diese geht nur durch meist unvorteilhafte Mutationen vonstatten. Bei der geschlechtlichen Fortpflanzung hingegen kommt es zur Neukombination von Erbgut der Elternorganismen. Dadurch entstehen sehr vielfältige Individuen einer Art. Die Art kann Veränderungen der Umwelt dadurch besser kompensieren. Die meisten mehrzelligen Tiere, Pflanzen und Pilze pflanzen sich sexuell fort, aber auch Einzeller und Algen. Zunächst entstehen durch meiotische Teilung Keimzellen, die sogenannten Gameten. Dies geschieht in den Keimdrüsen, die bei Tieren Gonaden und bei Pflanzen und Pilzen Gametangien heißen. Diese Teilung ist besonders, weil die doppelten, also diploiden Chromosomensätze in den Gameten in jeweils zwei einfache, haploide Chromosomensätze gespalten werden. Erst bei der Verschmelzung zweier solcher Keimzellen entsteht wieder ein diploider Chromosomensatz. Das bei dieser Befruchtung entstandene Produkt nennt man Zygote. Diese wächst zu einem vollständigen Organismus heran. Auch Menschen entstehen aus einer solchen Zygote. Ein Spermium verschmilzt mit einer Eizelle in der Gebärmutter. Ein besonderes Phänomen ist die Parthenogenese. Hier entstehen Organismen aus unbefruchteten weiblichen Eizellen, genauer gesagt wird der Eizelle die Befruchtung durch Hormone vorgespielt, sodass diese beginnt, sich zu teilen. Tiere, die sich auf diese unisexuelle Art fortpflanzen können, sind bei beispielsweise Schnecken, Blattläuse, sowie einige Fischarten. Schauen wir uns nun an, wie es zu einem Wechsel zwischen geschlechtlicher und ungeschlechtlicher Fortpflanzung kommen kann, dem sogenannten Generationswechsel. Dieser kommt zum Beispiel bei dem Malariaerreger Plasmodium vor. Um sich schnell im menschlichen Körper auszubreiten, teilt er sich mitotisch, also asexuell in Leber- und Blutzellen seines Wirts. Um sich an neue Lebensbedingungen gut anpassen zu können, kommt es in einer zweiten Lebensphase zur sexuellen Fortpflanzung. Diese findet in der Darmwand der Anopheles- Mücke statt, in die er durch einen Stich und über den Speichel der Mücke gelangt. Die neu kombinierten Nachkommen gelangen über einen erneuten Stich in den menschlichen Körper. Auch ein Wechsel zwischen parthenogenetischer und sexueller Fortpflanzung heißt Generationswechsel. Liegen die Zellkerne mal haploid, mal diploid vor, durchläuft der Organismus einen sogenannten Kernphasenwechsel. Die Haplophase beginnt mit der Meiose, der Teilung, bei der aus doppelten Chromosomensätzen einfache entstehen. Die Diplophase startet mit der Befruchtung der Eizelle, bei der die Zygote entsteht. Fassen wir noch einmal zusammen: In der Natur kommt geschlechtliche, ungeschlechtliche und ein Mix aus beiden Fortpflanzungsarten vor. Bei der asexuellen oder vegetativen Vermehrung kommt es zur schnellen Ausbreitung durch mitotische Teilung und es entstehen Klone. Eine Sonderform ist die Knospung bei Nesseltieren. Ein Vorteil bei wechselnden Lebensbedingungen haben sich sexuell fortpflanzende Organismen. Durch Meiose entstehen haploide Gameten, die zu diploiden Zygoten verschmelzen und zu eigenständigen Organismen heranwachsen. Bei der Parthenogenese geschieht dies ohne Befruchtung. Ein Wechsel zwischen geschlechtlicher und ungeschlechtlicher Fortpflanzung heißt Generationswechsel. Haben die Zellkerne sowohl eine haploide als auch eine diploide Phase, spricht man vom Kernphasenwechsel. Ich hoffe, Du hast einen Überblick über die Varianten der Fortpflanzung bekommen. Tschüss und bis zum nächsten Mal.

1 Kommentar
  1. Default

    cooles video

    Von Post 1 1, vor etwa einem Monat