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Die Haut – ein Sinnesorgan 07:16 min

Textversion des Videos

Transkript Die Haut – ein Sinnesorgan

Hast du schon einmal diese kleinen Erhebungen auf Medikamentenverpackungen bemerkt? Das ist Blindenschrift. Blinde lesen sie mit der Haut ihrer Finger. Die Haut ist für Blinde, aber auch für alle anderen Menschen ein wichtiges Sinnesorgan. Du kannst mit der Haut Druck, Schmerz, Wärme und Kälte wahrnehmen. In diesem Film werde ich dir genau erklären, wie die Sinneswahrnehmung über die Haut funktioniert.

Aufbau der Haut und ihre Sinneszellen

Wie du bereits weißt, besteht die Haut aus 3 Schichten: Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut. Vor allem in der Lederhaut befinden sich einige Bestandteile, die für die Sinneswahrnehmung wichtig sind.

In der Lederhaut sind die kleinen Haare deiner Haut verwurzelt. Außerdem befinden sich in der Lederhaut Sinneszellen. Sie werden oft auch Rezeptoren genannt. Einige können auf Druck reagieren. Diese Sinneszellen werden dann Tastkörperchen genannt.

Andere Sinneszellen reagieren auf Schmerz. Wieder andere auf Wärme, die Wärmekörperchen, oder auf Kälte, die Kältekörperchen.

Wenn also eine blinde Person ihre Finger auf die Erhebungen einer Medikamentenpackung legt, reagieren die Tastkörperchen. Sie werden durch die Erhebungen verformt und leiten diese Informationen dann an das Gehirn weiter. So weiß eine blinde Person, was auf der Medikamentenpackung steht.

Werden die Haare deiner Haut umgebogen, kommt es dazu, dass Tastkörperchen an den Haaren verformt werden. So kannst du schon sehr sanftes Streicheln oder einen leichten Luftzug wahrnehmen.

Wenn du eine Tasse mit heißem Kakao in die Hand nimmst, reagieren deine Wärmekörperchen und bei hoher Temperatur auch zusätzlich die Schmerzrezeptoren. Sie senden die Informationen über die Temperatur der Tasse an dein Nervensystem. Dieses sendet dann das Signal, die Tasse möglichst schnell wieder abzusetzen.

Körperteile mit vielen Sinneszellen

Die Tasse mit dem heißen Kakao könntest du übrigens auf dem Rücken einer anderen Person abstellen, ohne dass sie schmerzen empfindet. Warum?

In bestimmten Bereichen der Haut hast du viele Sinneszellen. Das sind z.B. die Lippen, die Zungenspitze, die Geschlechtsorgane oder die Fingerspitzen. Deshalb eignen sich die Fingerspitzen auch sehr gut für das Lesen der Blindenschrift. Schon kleine Erhebungen lösen Reaktionen aus.

In der Haut des Rückens befinden sich viel weniger Sinneszellen. Es ist also gut möglich, dass eine heiße Tasse für die Finger zu heiß ist, nicht aber für den Rücken.

Wärme- und Kältekörperchen

Die Wärme- und Kältekörperchen sind außerdem an der Regulation deiner Körpertemperatur beteiligt. Dein Körper hat nahezu immer die gleiche Temperatur. Starke Schwankungen gefährden deine Gesundheit oder können sogar zum Tod führen.

Die Wärme- und Kältekörperchen informieren das Gehirn ständig über die Temperatur der Haut. Bei Kälte gibt das Gehirn Signale zur stärkeren Durchblutung der Haut. So wird sie von dem warmen Blut aus dem Körper aufgewärmt. Die verstärkte Durchblutung führt zu roten Wangen an der kalten Winterluft.

Wenn du aber sehr lange im Kalten bist, sendet dein Gehirn Signale für eine geringere Durchblutung. Sonst würde zu viel Wärme des Blutes in den kalten Körperregionen verloren gehen und du kühlst zu stark ab. Deshalb bekommst du dann blaue Lippen und wirst blass. Das ist dir im Schwimmbad bestimmt schon passiert.

Bei Wärme, z.B. durch Sonne, Sport oder Fieber, wird die Durchblutung ebenfalls erhöht. So kann über die Haut überschüssige Wärme nach außen abgegeben werden.

In der Lederhaut befinden sich außerdem Schweißdrüsen. Die Schweißdrüsen können bei hohen Temperaturen zusätzlich Flüssigkeit, also Schweiß, nach außen abgeben. Aber wieso? Wenn die Flüssigkeit verdunstet, entzieht sie der Haut Wärme. Die Haut wird abgekühlt durch diese so genannte Verdunstungskälte. Deshalb wird dir auch schnell kalt, wenn du nass im Freibad herumläufst oder nass aus der Dusche steigst.

Zusammenfassung

Du hast in diesem Film erfahren, dass die Haut nicht nur ein Schutzmantel deines Körpers ist, sondern auch ein wichtiges Sinnesorgan. Über die Haut kannst du Druck, Schmerz, Wärme und Kälte wahrnehmen. Dies geschieht über Sinneszellen, die sich hauptsächlich in der Lederhaut befinden.

Druck wird über Tastkörperchen wahrgenommen, Wärme über Wärmekörperchen, Kälte über Kältekörperchen und Schmerz über Schmerzrezeptoren. Die Wärme- und Kältekörperchen spielen z.B. eine wichtige Rolle beim Aufrechterhalten deiner Körpertemperatur.

Für Blinde spielt die Haut als Sinnesorgan eine ganz besondere Rolle, da sie mit den Fingerspitzen lesen. Dazu bedarf es aber viel Übung. Tschüss und bis zum nächsten mal!

12 Kommentare
  1. Erklärt gut

    Von Mascha R., vor 2 Monaten
  2. Hallo Len4iknafta,
    du kannst dir den kompletten Text durchlesen, indem du auf den Button „weiter im Text“ drückst und so Stück für Stück runterscrollst. Du findest ihn rechts unterhalb des ausgegrauten Textendes. Als ganzes ist die „Textversion des Videos“ nicht zu sehen, da er sehr lang ist und somit die „Informationen zum Video“ und die „Kommentare“ viel zu weit nach unten verschieben würde. Damit die Seite übersichtlich bleibt, ist der Text daher scrolbar.
    Solltest du weitere Fragen oder Probleme haben, kannst du dich immer gern melden.
    Lieben Gruß aus der Redaktion

    Von Johannes Jagemann, vor 2 Monaten
  3. Warum kann man nicht die Textversion komplett lesen?

    Von Len4iknafta, vor 2 Monaten
  4. Is nice danke

    Von Ka Lehmann, vor etwa einem Jahr
  5. Hilft

    Von Ka Lehmann, vor etwa einem Jahr
  1. danke sehr

    Von Marthasheu, vor etwa einem Jahr
  2. cool

    Von Marthasheu, vor etwa einem Jahr
  3. habe nichts gechackt

    Von Olfa Mirzanli, vor etwa einem Jahr
  4. lul xd schlecht

    Von Olfa Mirzanli, vor etwa einem Jahr
  5. super video
    xD

    Von Raphael G, vor fast 2 Jahren
  6. Hallo :)

    ja da hast du absolut Recht, sehr gut aufgepasst!

    Von Marcel Schenke, vor mehr als 4 Jahren
  7. Die Bezeichnung, welche Sinneszellen Wärme- bzw. Kältekörperchen sind, widersprechen sich mit der Abbildung zur Haut im Lehrbuch Biologie Klasse 7 vom DudenPatec Verlag sowie im Abiturwissen Biologie vom Dudenverlag.
    Dort sind die Kältekörperchen aus dem Video die Wärmekörperchen, die Wärmekörperchen aus dem Video die Lamellenkörperchen für Vibrationsempfinden und die nicht bezeichneten Sinneszellen rechts im Bild des Videos die Kältekörperchen.

    Von Geisler, vor mehr als 4 Jahren
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Die Haut – ein Sinnesorgan Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Die Haut – ein Sinnesorgan kannst du es wiederholen und üben.

  • Beschreibe die Reaktion der Haut auf verschiedene Temperaturen.

    Tipps

    Die Reaktion der Haut auf mäßige Wärme und Kälte ähnelt sich sehr stark.

    Durch Verdunstung entsteht ein Kühlungseffekt.

    Lösung
    • Bei Hitze wird unsere Haut stärker durchblutet, um Wärme an die Umgebung abzugeben und so die inneren Organe vor Überhitzung zu bewahren. Das zeigt sich häufig durch rote Wangen. Zusätzlich fangen wir an zu schwitzen. Der Schweiß auf der Haut verdunstet und das kühlt zusätzlich.
    • Bei Wärme wird die Haut ebenfalls stärker durchblutet, um die überschüssige Wärme an die Umgebung abzugeben. Wir bekommen rote Wangen. Interessant ist, dass die Reaktion der Haut auf Kälte ganz ähnlich aussieht. Allerdings wird die Haut bei Kälte stärker durchblutet, um die entsprechenden Körperteile mithilfe des warmen Blutes vor dem Auskühlen zu schützen.
    • Bei großer Kälte muss unser Körper mit der verbleibenden Wärmeenergie sparsam umgehen. Da es wichtiger ist, die lebenswichtigen inneren Organe warm zu halten, verringert sich die Durchblutung der Haut. Dadurch wird weniger Wärme an die Umgebung abgegeben und das warme Blut hilft, die Körperinnentemperatur aufrecht zu halten. Häufig wird man daher bei großer Kälte etwas blass und bekommt blaue Lippen.
  • Gib wieder, welche Sinneseindrücke wir mit der Haut wahrnehmen können.

    Tipps

    Manche Tiere können das Erdmagnetfeld der Erde wahrnehmen. Das hilft ihnen sich zu orientieren.

    Sind wir Schall ausgesetzt, fällt er in unsere Ohrmuscheln, dort trifft er auf das Trommelfell und wird über die Gehörknöchelchen und die Schnecke mittels des Hörnervs an das Gehirn weitergeleitet.

    Schmerz kann man eigentlich überall am Körper wahrnehmen.

    Lösung

    Unsere Haut kann grob vier verschiedene Sinneseindrücke wahrnehmen. Das sind Kälte, Wärme, Druck und Schmerz.

    Licht nehmen wir mit unseren Augen wahr und Schall mit unseren Ohren.

    Der Geschmacksinn befindet sich im Mund. Er ist in der Lage fünf verschiedene Geschmacksrichtungen wahrzunehmen. Der Geruchsinn befindet sich dagegen in der Nase, er kann weitaus mehr Duftstoffe identifizieren.

    Das Erdmagnetfeld können nur bestimmte Tiere wie einige Zugvögel wahrnehmen. Mithilfe dieses Sinnes können sie sich orientieren.

  • Ermittle weitere Funktionen und Eigenschaften der Haut.

    Tipps

    Melanin ist ein Pigment, das in unserer Haut gebildet wird. Es sorgt dafür, dass wir im Sommer schön braun werden.

    Lösung
    • Es stimmt, dass sich in unserer Haut Zellen befinden, die uns vor schädlicher UV-Strahlung schützen. Die Melanozyten stellen das Pigment Melanin her, welches UV-Licht absorbieren kann. Damit hat es weniger Einfluss auf das Erbgut. Beim ausgiebigen Sonnenbaden ist der Schutz aber nicht ausreichend, daher ist Eincremen sehr wichtig!
    • Die Haut ist tatsächlich das größte Organ unseres Körpers, denn sie umgibt ja unseren gesamten Körper! Bei einem Erwachsenen Menschen entspricht das einer Fläche von ca. 1,5 bis 2 $m^2$.
    • Die Zellen unserer Haut teilen sich ständig. Abgestorbene Zellen bilden die obere Hornhautschicht. Über den Tag verlieren wir einige tausende dieser Zellen. Das ist aber kein Problem, denn es werden ständig neue nachgeliefert, damit die Haut intakt bleibt.
    • In unserer Haut wird tatsächlich ein Vitamin hergestellt, allerdings handelt es sich um das Vitamin D und nicht C. Vitamin D bilden Zellen in unserer Haut mithilfe des Sonnenlichtes. Es wird benötigt, um Calcium in unsere Knochen einzubauen und sie somit zu stärken.
    • Auch die letzte Aussage ist richtig. Das Immunsystem bekämpft Krankheitserreger und verhindert, dass wir krank werden. Die Haut spielt dabei eine wichtige Rolle, denn sie lässt die Krankheitserreger erst gar nicht rein. Sie bildet eine mechanische Barriere, die uns vor der Umwelt schützt.
  • Beschreibe den Aufbau der Haut.

    Tipps

    Die Sinnesrezeptoren befinden sich in der Lederhaut.

    Weiter unten in der Lederhaut liegen die Wärme- und Kältekörperchen.

    Lösung

    Unsere Haut setzt sich aus drei Schichten zusammen:

    • der Oberhaut
    • der Lederhaut
    • der Unterhaut
    Unter der Oberhaut, in der oberen Lederhaut, befinden sich die Tastkörperchen, die es uns ermöglichen mit der Haut Druck wahrzunehmen. In der Lederhaut befinden sich zudem die Schmerzrezeptoren und, kurz vor der Grenze zur Unterhaut, die Kälte- und Wärmekörperchen.

  • Ermittle den Weg, den ein Tastreiz durch den Körper nimmt.

    Tipps

    Der ertastete Reiz bleibt nicht im Zeigefinger.

    Um zu erkennen, um welchen Buchstaben es sich handelt, muss der Reiz ins Gehirn gelangen.

    Lösung

    Sinnesrezeptoren, so wie die Tastrezeptoren in unserer Haut, sind in der Lage Reize der Umwelt in elektrische Signale umzuwandeln. Unsere Nervenzellen können elektrische Signale weiterleiten. Auf diese Weise wandert ein Reiz durch unseren gesamten Körper. Dieser Vorgang dauert nur einen Bruchteil von Sekunden.

    Gehirn und Rückenmark bilden zusammen das zentrale Nervensystem (kurz: ZNS). Es dient der Verarbeitung von Reizen, wie zum Beispiel der Interpretation des ertasteten Musters auf der Medikamentenverpackung. Bei dem Buchstaben handelte es sich übrigens um ein F. Auf dem Bild siehst du einen Teil des Braille-Alphabetes.

  • Interpretiere den sensorischen Homunculus.

    Tipps

    Man unterscheidet zwischen dem sensorischen und dem motorischen Homunculus.

    Die Zahl der Rezeptoren in der Haut deckt sich mit ihrer Empfindlichkeit in der Wahrnehmung von Reizen.

    Lösung

    Beim sensorischen Homunculus zeigt die Größe der Körperteile die Empfindlichkeit der Haut an den jeweiligen Körperteilen. Der Homunculus hat zum Beispiel besonders große Hände, was zeigt, dass sich hier besonders viele Rezeptoren in der Haut befinden. Mit den Händen können wir besonders gut tasten und auch andere Reize nehmen wir an den Händen verstärkt wahr. Ähnlich verhält es sich mit den Lippen und der Zunge.