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Prüfungsangst - wie ich sie vermeide 06:02 min

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Transkript Prüfungsangst - wie ich sie vermeide

Angst - jeder kennt das Gefühl. Dunkelheit macht uns Angst. Manche Menschen haben auch Angst vor einer Spinne. Und andere Menschen haben Angst vor einem Besuch beim Zahnarzt. Angst ist ein sehr altes Gefühl. Es hat schon Millionen Jahre Evolution hinter sich. Es schützt uns vor gefährlichen Situationen. Wir spüren eine Gefahr, wir bekommen Angst und können nur noch an Flucht denken. Bei Tieren funktioniert das heute noch so. Bei Menschen im Prinzip auch, nur dass die meisten Dinge, vor denen wir in unserer modernen Zeit Angst haben, nicht durch Flucht zu bewältigen sind. Vor dem Zahnarztbesuch zu fliehen, kann zwar erstmal das Bohren ersparen, langfristig gesehen ist es aber die falsche Taktik. Mit der Prüfungsangst verhält es sich genauso. Eine Prüfung, das kann eine Klassenarbeit sein, ein mündlicher Test, aber auch eine Aufführung oder die Fahrschulprüfung. Wer vor Prüfungen davonläuft, verbessert seine Situation nicht, er verschlechtert sie. Wie äußert sich Prüfungsangst? Die Symptome sind beispielsweise eine allgemeine Anspannung, Schlaflosigkeit, Albträume, zum Teil schon Wochen vor der Prüfung. Übelkeit am Prüfungstag, ein flauer Magen, in extremen Fällen übergibt man sich sogar, die Hände zittern, Schwindel, Durchfall oder Verstopfung. Die schlimmste Folge ist, wenn wir aufgrund unserer Angst nicht an der Prüfung teilnehmen. Denn dann hat die Angst gewonnen. Wie entsteht Prüfungsangst und wie vermeide ich sie? Untersuchungen haben ergeben, dass Prüfungsangst sehr stark mit dem eigenen Selbstvertrauen zusammenhängt. Wer sich wenig oder nichts zutraut, neigt häufiger zu Prüfungsangst. Die Gründe für ein geringes Selbstvertrauen können in der Erziehung liegen, aber auch im Umgang mit Freunden oder Lehrern. Wer beständig hört, dass er nichts kann, der glaubt es irgendwann selbst. Deshalb redet mit euren Eltern und Freunden und Lehrern darüber. Macht sie darauf aufmerksam, dass euch ihre negative Haltung stört. Macht euch darüber klar, was ihr alles könnt. Zum Beispiel, indem ihr eure Fähigkeiten auf einen Zettel schreibt. Lobt euch hin und wieder selbst, wenn ihr etwas geleistet habt. Wenn ihr das Gefühl habt, ihr kommt trotzdem nicht weiter, dann ein Tipp: Geht zu einer psychologischen Beratung. Dort nimmt man euer Problem ernst und hilft euch gern. Häufig sind auch zu hohe Erwartungen ein Grund für Prüfungsangst. Mit der Haltung: „Ich muss immer der Beste sein.”, setzt ihr euch selbst unter starken Druck. Das kann zwar auch leistungssteigernd wirken, es erhöht aber auch die Angst zu versagen. Bereits ein kleiner Fehler wird hier zur großen persönlichen Niederlage. In so einem Fall ist es wichtig, die Situation richtig einzuschätzen, es auch mal locker zu nehmen. Redet mit eurem Lehrer und euren Eltern über mögliche Folgen und Alternativen. Zum Beispiel welche Note ihr wirklich braucht, um euer Ziel, eine Lehrstelle oder einen Studienplatz, zu erreichen. Fragt eure Eltern oder eure Freunde, ob sie einmal in einer ähnlichen Situation waren und wie sie damit umgegangen sind. Ihr werdet sehen, nicht immer bedeutet eine Frage nicht zu wissen oder eine Prüfung nicht zu bestehen das Ende der Welt. Deshalb der Tipp: Sich die Konsequenzen bewusstmachen. Aber die größten Auslöser für Prüfungsangst sind falsche Prüfungsvorbereitung und falsches Lernverhalten. In diesem Fall ist die Prüfungsangst zu einem Selbstläufer geworden. Das heißt, der gleiche Fehler wird immer wieder gemacht. Man spricht vom “Teufelskreis der Prüfungsangst”. Folgen wir dem Kreis anhand eines Beispiels: Wir haben erfahren, dass wir eine Arbeit in Geschichte schreiben. Deshalb bekommen wir ein schlechtes Gefühl im Magen. Wir haben Prüfungsangst. Darum flüchten wir uns in Ablenkung. Flucht ist die uralte Reaktion auf Angst. Statt mit dem Lernen zu beginnen, tun wir etwas anderes. Wir gehen zum Beispiel Fußballspielen. Bald ist es so für eine optimale Vorbereitung zu spät. Jetzt überlegen wir uns Möglichkeiten, die Arbeit zu umgehen, wie beispielsweise das Verfassen von Spickzetteln oder uns krankschreiben zu lassen. Auch das sind nur Ablenkungen von der Angst. Statt zu lernen, tüfteln wir an Fluchtwegen. Am Tag der Arbeit sind wir so natürlich schlecht vorbereitet und unsere Angst ist so groß wie nie. Deshalb verhauen wir die Arbeit. Im schlimmsten Fall haben wir einen totalen Blackout. Die Folge ist eine schlechte Note, die unsere Angst bestätigt. Jetzt halten wir uns oder das Fach für ziemlich dumm und haben jetzt schon Angst vor der nächsten Arbeit. Der Kreislauf hat sich geschlossen. Dieser Kreislauf kann nur durchbrochen werden, wenn wir uns folgendes bewusstmachen: Weder das Fach noch wir sind dumm. Dumm, besser gesagt falsch, war nur unsere Vorbereitung auf die Arbeit, also unser Lernverhalten. Informiert euch darüber, wie Lernen Spaß machen kann, plant auf jeden Fall eure Lernzeit. Man kann nicht alles auf einmal lernen. Es ist nötig, den Stoff einzuteilen. Sucht nach Methoden, euch auf Arbeiten besser vorzubereiten, beispielsweise mit dem Karteikartensystem. Und es gibt noch viele andere Methoden besser zu lernen. Am Ende werdet ihr sehen, dass eine gute Vorbereitung euch nicht nur die Angst nimmt, sondern auch zu besseren Ergebnissen führt. Manchmal können so Fächer, die ihr vorher doof gefunden habt, sogar zu euren Lieblingsfächern werden.