Über 1,6 Millionen Schüler*innen nutzen sofatutor!
  • 93%

    haben mit sofatutor ihre Noten in mindestens einem Fach verbessert

  • 94%

    verstehen den Schulstoff mit sofatutor besser

  • 92%

    können sich mit sofatutor besser auf Schularbeiten vorbereiten

Prosa der Neuen Sachlichkeit

Die Neue Sachlichkeit war eine ästhetische Strömung in den 1920er- und 1930er-Jahren, die das Alltagsleben objektiv und emotionslos darstellte. Entdecke die realistische Prosa, die Kritik am Zeitgeschehen übt. Interessiert? Dies und vieles mehr findest du im folgenden Text!

Du willst ganz einfach ein neues Thema lernen
in nur 12 Minuten?
Du willst ganz einfach ein neues
Thema lernen in nur 12 Minuten?
  • Das Mädchen lernt 5 Minuten mit dem Computer 5 Minuten verstehen

    Unsere Videos erklären Ihrem Kind Themen anschaulich und verständlich.

    92%
    der Schüler*innen hilft sofatutor beim selbstständigen Lernen.
  • Das Mädchen übt 5 Minuten auf dem Tablet 5 Minuten üben

    Mit Übungen und Lernspielen festigt Ihr Kind das neue Wissen spielerisch.

    93%
    der Schüler*innen haben ihre Noten in mindestens einem Fach verbessert.
  • Das Mädchen stellt fragen und nutzt dafür ein Tablet 2 Minuten Fragen stellen

    Hat Ihr Kind Fragen, kann es diese im Chat oder in der Fragenbox stellen.

    94%
    der Schüler*innen hilft sofatutor beim Verstehen von Unterrichtsinhalten.
Bewertung

Ø 3.7 / 13 Bewertungen
Die Autor*innen
Avatar
G Schuster
Prosa der Neuen Sachlichkeit
lernst du in der 11. Klasse - 12. Klasse

Prosa der Neuen Sachlichkeit Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Prosa der Neuen Sachlichkeit kannst du es wiederholen und üben.
  • Beschreibe Charakteristika der Neuen Sachlichkeit.

    Tipps

    Die Neue Sachlichkeit ist eine literarische Strömung der Weimarer Republik.

    Lösung
    • Die Neue Sachlichkeit war eine Gegenbewegung zum Expressionismus. Während der Expressionismus Wert auf den Ausdruck von Gefühlen und Pathos legte und diesen Ausdruck visionär und metaphernreich veränderte, bewahrte die Neue Sachlichkeit eine nüchterne und sachliche Sprache. Sie wollte die neue Welt beschreiben und analysieren, dabei aber einem möglichst großen Publikum offen und verständlich bleiben.
    • Da das Buch damals zur Massenware wurde und auch weniger gebildete Menschen sich Bücher leisten konnten, musste der Stil einfach und funktional bleiben. Denn die Autor/-innen der Neuen Sachlichkeit hatten den Anspruch, die Welt zu kritisieren, die sich ihnen bot.
    • Die Probleme von Industrialisierung, Armut, Verstädterung, Entfremdung und Fortschritt waren nicht zu übersehen. Um diese neuen Lebenswelten darzustellen, wählten sie häufig einfache Bürger/-innen als Protagonist/-innen in ihren Alltagswelten.
    • Mit neuen Erzähltechniken, die sie sich vom Film und der Fotografie abschauten, montierten sie Zeitungsartikel und Ähnliches in ihre Bücher.
  • Bestimme Autor/-innen und Werke der Neuen Sachlichkeit.

    Tipps

    In „Union der festen Hand“ berichtet ein Mann von den Verhältnissen im Krupp-Unternehmen.

    In „Fabian“ arbeitet ein Mann als Werbetexter für eine Firma in Berlin. Auf seinen Wegen durch die Stadt beobachtet und kommentiert er das Verhalten seiner Mitmenschen.

    Lösung

    Die Prosa der Neuen Sachlichkeit zeichnete sich besonders durch vier weitverbreitete Genres aus. Allen ist dabei gemein, dass sie einen einfachen, sachlichen und möglichst objektiven Stil verwenden:

    1. Der Angestelltenroman behandelte das Leben einer neuen Berufsgruppe: der Angestellten. Dazu gehören z. B. Kracauers „Die Angestellten“, Irmgard Keuns „Gildi - eine von uns“ oder Falladas „Kleiner Mann - was nun?“.
    2. Der Großstadtroman zeichnete sich durch die Problematik von Anonymität, Armut und Entfremdung aus. Wichtige Beispiele sind Döblins „Berlin Alexanderplatz“ und Kästners „Fabian“.
    3. Der Industrieroman beschrieb die Folgen der Industrialisierung und Massenproduktion wie in Regers „Union der festen Hand“.
    4. Der Anti-Kriegsroman arbeitete kritisch die Ereignisse des Ersten Weltkriegs auf. Bücher wie Remarques „Im Westen nichts Neues“ oder Jüngers „In Stahlgewittern“ beschrieben den anhaltenden Schrecken und die Hoffnungslosigkeit des Krieges.

  • Untersuche folgenden Text auf Merkmale der Neuen Sachlichkeit.

    Tipps

    Manche Merkmale gehören zur Neuen Sachlichkeit, treten aber nicht in diesem Text auf. Andere Merkmale sind nicht typisch für Texte der Neuen Sachlichkeit.

    Lösung

    Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“ steht noch spürbar in der Tradition des Expressionismus. Metaphernhafte und ausdruchsstarke Sprache ist ihm wichtig, wenn auch nicht unbedingt in diesem Ausschnitt. Dennoch steht das Buch ganz im Zeichen der Neuen Sachlichkeit:

    • Sein Protagonist Franz Biberkopf ist ein ganz normaler Kleinbürger und nimmt seine Umgebung im Bewusstseinsstrom wahr. Die eingespielten Eindrücke der Außenwelt, das hektische Kommen und Gehen, die Wortfetzen der Schaffner und die Zeitungsnamen sind in die Handlung und Wahrnehmung nach filmtechnischer Art hineinmontiert.
    • Er gibt Eindrücke zwar als inneren Monolog wieder – „Was war denn? Nichts.“ –, allerdings ist dies kein typisches Merkmal der Neuen Sachlichkeit (sondern eher des Impressionismus).
    • Er zeigt dabei aber auch Gefühle und ist daher nicht so emotionslos, wie es bei anderen Autor/-innen typisch ist.
    • Die Eindrücke werden in Alltagssprache, allerdings nicht im Dialekt wiedergegeben (was sich an anderen Stellen des Romans ändert).
    • Obwohl der Erzähler genaue Details der Umwelt und der Szenerie darstellt und damit objektiv dokumentiert, ist der Stil nicht so sachlich-nüchtern wie bei einem Tucholsky oder einem Erich Kästner.
    Quelle: Alfred Döblin (1929): Berlin Alexanderplatz.

  • Ordne folgende Textausschnitte einem Romangenre zu.

    Tipps

    Lese die Ausschnitte sehr genau. Achte dabei auf Signalwörter wie Grabenklatsch oder Aktenkuvert, die bereits auf ein bestimmtes Genre hinweisen.

    Lösung

    Die vier Ausschnitte stammen natürlich aus den Federn vier berühmter Autoren der Neuen Sachlichkeit:

    1. Der erste Ausschnitt stammt aus dem Roman „Die Angestellten“ von Siegfried Kracauer von 1930. Das Genre ist leicht erkennbar an der Erwähnung des Wortes Angestellter.
    2. Der zweite Ausschnitt wurde vom Autor Ernst Jünger im Jahr 1922 geschrieben. Es ist ein Anti-Kriegsroman; die Wörter Grabenklatsch und Garnison weisen darauf hin.
    3. Der dritte Ausschnitt beginnt mit dem Verweis auf den berühmten Berliner Kurfürstendamm und ist damit ein Großstadtroman. Diese überschneiden sich häufig mit Angestelltenromanen. Der Ausschnitt stammt aus dem Roman „Fabian“ (1931) von Erich Kästner.
    4. Der vierte Ausschnitt stammt von Arnold Zweigs Angestelltenroman „Junge Frau von 1914“ aus dem Jahr 1931. Hier tauchen Signalwörter wie Schreibtisch und Aktenkuvert auf.

  • Fasse kurz die Veränderungen nach dem Ersten Weltkrieg zusammen.

    Tipps

    Wie schwankte die wirtschaftliche Lage während der Weimarer Republik? Welche politischen Gefahren drohten ihr? Und wie sah das Leben der Menschen aus?

    Lösung

    Die Weimarer Republik durchlebte nur eine kurze und intensive Zeit zwischen zwei Weltkriegen. Diese Zeit kann in drei Zeitabschnitte unterteilt werden:

    1. Die Turbulenzphase nach dem Ersten Weltkrieg. Die gesellschaftlichen Kräfte waren nach Abschaffung der Monarchie noch nicht verteilt, die Bevölkerung noch keine Demokratie gewohnt. Sie hatten hart an den Reparationszahlungen und an der Demütigung durch die Niederlage zu tragen. Die Wirtschaft lag brach, die finanzielle Situation der wenigsten Leute war positiv. Zusätzlich flammten immer wieder Proteste und Putsche im Land auf, wie der Hitlers 1923 in München.
    2. Ab 1924 schien sich die Situation jedoch zu stabilisieren. Die Wirtschaft erholte sich etwas, die Bürger/-innen genossen ihre neu gewonnenen Freiheiten. Die Großstädte wurden modernisiert und die Einwohner/-innenzahlen wuchsen rapide an. Die Entwicklungen in Architektur, Literatur und Kunst verliehen diesen fünf Jahren den Namen der Goldenen Zwanziger.
    3. Das hielt nicht lange vor. Viele Probleme waren ungelöst, als die Weltwirtschaftskrise die deutsche Wirtschaft abermals in ein Tief stürzte, was Armut, Inflation und Massenarbeitslosigkeit zur Folge hatte und einen Nährboden schaffte für die Machtergreifung Hitlers und seiner NSDAP.

  • Ordne den Inhaltsangaben die richtigen Werktitel zu.

    Tipps

    Überlege, auf welches Thema und Genre die Titel hinweisen.

    Lösung

    Vier neue Romantypen bringt die Neue Sachlichkeit mit sich. Die hier vorgestellten Titel sind allesamt von berühmten Autor/-innen dieser Epoche:

    • „Kleiner Mann - was nun?“ ist ein Roman von Hans Fallada, in dem es um einen Buchhalter geht - es ist also ein Angestelltenroman.
    • „Der Streit um den Sergeanten Grischa“ handelt von einem russischen Kriegsgefangenen und stammt von Ernst Jünger. Er ist dem Genre der Anti-Kriegsromane zuzuordnen.
    • „Union der festen Hand“ von Erik Reger ist ein Industrieroman und erzählt von den Entdeckungen und minutiösen Beschreibungen der Vorgänge im Krupp-Unternehmen.
    • „Fabian“ ist ein Großstadtroman von Erich Kästner, in dem er über einen ironischen Werbetexter schreibt.
    • „Gilgi - Eine von uns“ stammt aus der Feder von Irmgard Keun. Auch dies ist ein Angestelltenroman, gehört allerdings auch zur emanzipatorischen Literatur, denn er erzählt von einer Frau, die sich von der Obhut ihres Elternhauses loslöst.
    • „Berlin Alexanderplatz“ schließlich ist der weltberühmte Großstadtroman von Alfred Döblin. Der Protagonist Franz Biberkopf, ein gescheiterter Lohnarbeiter und Ex-Sträfling, will in Berlin ein neues Leben anfangen und gerät von neuem auf die schiefe Bahn.